{"id":809453,"date":"2026-02-19T11:59:32","date_gmt":"2026-02-19T11:59:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/809453\/"},"modified":"2026-02-19T11:59:32","modified_gmt":"2026-02-19T11:59:32","slug":"charli-xcx-grosser-moment-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/809453\/","title":{"rendered":"Charli XCX\u2019 gro\u00dfer \u201eMoment\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>In \u201eThe Moment\u201c zeigt Charli XCX eine unsichere Version ihrer selbst. Das sonst sorglose Partygirl wirkt gehetzt, ja ausgelaugt \u2013 und verwandelt sich gen Ende in eine Taylor-Swift-\u00e4hnliche Figur.  <\/p>\n<p>So verlegen, wie sich <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/charli-xcx\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Charli XCX<\/a> in ihrer Mockumentary \u2013 einem fiktiven Dokumentarfilm \u2013 \u201eThe Moment\u201c (jetzt im Kino) gibt, kennt man sie in der realen Welt nicht. Im ledernen Fauteuil auf der B\u00fchne einer beliebigen Late-Night-Show soll der Popstar der Stunde seinen auslaufenden \u201ebrat summer\u201c Revue passieren lassen. Es ist Sp\u00e4tsommer 2024. Das halbe Netz ist immer noch grellgr\u00fcn, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/kamala-harris\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kamala Harris<\/a>\u2019 Kampagne inklusive. Fast k\u00f6nnte man nostalgisch werden, nur ist es daf\u00fcr nicht lange genug her. <\/p>\n<p>\u201eEs ist einfach so passiert\u201c, sagt Charli \u00fcber ihren Welterfolg als G\u00f6r und l\u00e4chelt ein bisserl verzwickt. Ihr sitzt das Label im Nacken, besonders die Managerin Tammy (eine pointiert l\u00e4stige Rosanna Arquette). Sie will \u201ediese brat-Sache\u201c um jeden Preis am Laufen halten. Im ganz echten Leben sollte daf\u00fcr vor anderthalb Jahren ein Remix ihres Sommerhitalbums sorgen: <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/18956513\/charli-xcx-neues-remix-album-der-sommer-ging-brat-bleibt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eBrat and it\u2019s completely different but also still brat\u201c<\/a>. Im Film sind es Werbedeals mit dem Moderiesen <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/hm\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">H&amp;M<\/a> (gab es auch in echt) und einer halbruinierten Bank, deren Liquidit\u00e4t durch grellgr\u00fcne Kreditkarten gesichert werden soll (frei erfunden). Ein Tourfilm soll den Hype einmal mehr noch potenzieren. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/amazon\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Amazon<\/a> Music zahlt.<\/p>\n<p>Bl\u00f6d nur, dass der so namhafte Filmemacher Johannes (bewusst penetrant: Alexander Skarsg\u00e5rd) die Non-\u00c4sthetik von Charli XCX nicht rafft. Ihm ist das Gr\u00fcn zu \u201ekotzig\u201c, das Strobolicht zu extrem. Und weil das G\u00f6r irgendwann nicht mehr trotzig, sondern nur mehr ausgelaugt ist, nicht einmal die Tschick am R\u00fccksitz noch hilft und ihr dann noch das <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/kim-kardashian\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kardashian<\/a>-K\u00fcken <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/kylie-jenner\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kylie Jenner<\/a> (sie spielt sich selbst) im Luxusresort auf Ibiza ins Gewissen redet, gibt es klein bei. Charli beurlaubt ihre Kreativdirektorin Celeste (Hailey Gates) und ergibt sich dem marktgebundenen, geschmackbefreiten Johannes, der sogleich auch die typisch-schrille Optik von \u201eThe Moment\u201c (klar aus Aidan Zamiris Hand) sukzessive gl\u00e4ttet und durch eine formelhafte Bildsprache ersetzt.<\/p>\n<p>                                                                                                                                                                                                                                                                <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/The_Moment_A24_UHD_SDR_FTR_2398_3840x2160_OAR_166_Rec709_20251219_HD REQUEST.mov.00_58_19_11.Still01.webp\" alt=\"Kylie Jenner spielt sich in \u201eThe Moment\u201c selbst. \" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '6996fb1c8b08e')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Kylie Jenner spielt sich in \u201eThe Moment\u201c selbst.                  Universal Pictures                                                                                                                                                                                                                                                                                                  <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/TM_06597R.jpg\" alt=\"Auch Charli XCX mimt sich selbst. \" onclick=\"window.emitter.emit('gallery-inline\/openOverlay', '6996fb1c8b08e')\" loading=\"lazy\"\/>                                          Auch Charli XCX mimt sich selbst.                  Universal Pictures                                                                                                                                                              <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1771502370_559_The_Moment_A24_UHD_SDR_FTR_2398_3840x2160_OAR_166_Rec709_20251219_HD REQUEST.mov.00_58_19_11.Still01.webp\" alt=\"Kylie Jenner spielt sich in \u201eThe Moment\u201c selbst. \" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                                 <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1771502371_303_TM_06597R.jpg\" alt=\"Auch Charli XCX mimt sich selbst. \" loading=\"lazy\"\/>                                                                                                                         <\/p>\n<p>Seine Persiflage ist nur schwer zu ertragen, wohl weil sie so nah am echten Leben bleibt. \u201eIch habe definitiv Menschen getroffen, die den Charakteren \u00e4hneln\u201c, hat Charli XCX bei der Filmpremiere diese Woche in Berlin gesagt. Und wie hat sie auf solche reagiert? \u201eHatte ich jemals einen Nervenzusammenbruch auf dem R\u00fccksitz eines Viano und habe wie ein Schlot geraucht? Ja!\u201c Allein: Der Ausgang war ein anderer. <\/p>\n<p>Zumindest ist die Charli XCX, die wir kennen, nie im Tinkerbell-haften Kost\u00fcm mit Strass am K\u00f6rper zwischen \u00fcbergro\u00dfen Tschick \u00fcber ihrem Publikum umhergeschwirrt (\u201eG\u00e4nsehaut\u201c, meint Johannes). Auffallend sind in diesem Moment die Parallelen zum Aufputz der Popmonarchin <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/taylor-swift\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" am=\"\" r=\"\" charli=\"\" xcx=\"\" gro=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Taylor Swift<\/a>, die ja ihrerseits einen Tourfilm exklusiv via gro\u00dfen Streaminganbieter herausgebracht hat. \u00dcberhaupt erinnert die \u00fcberspitzt bierernste Aufmachung des Films stark an Swifts Dokumentation. \u00dcber einen Clinch beider S\u00e4ngerinnen wird ja l\u00e4nger schon gemunkelt. <\/p>\n<p>                                <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/14022026_SSR_-10.jpg\" alt=\"Charli XCX bei der Berlinale 2026.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Charli XCX bei der Berlinale 2026.\u2003Universal Pictures<\/p>\n<p>Es liegt in der Natur der Mockumentary, dass die Grenze zwischen realem Leben und fiktionalem Klimbim verschwimmt. Davon zehrten schon die Beatles in \u201eA Hard Day\u2019s Night\u201c, die Spice Girls in \u201eSpiceworld\u201c. Die falschen Dokus leben vom gro\u00dfen Interpretationsspielraum, vom permanenten Zweifel, ob das Gesehene nicht zumindest einen ehrlichen Subtext hat. Hyperreal wirkt Charlis Antizipation vom Ende des \u201ebrat summers\u201c, verd\u00e4chtig glaubw\u00fcrdig die Angst vor der eigenen kulturellen Irrelevanz. <\/p>\n<p>Zwar wird die Marketingmaschinerie im Pop offen parodiert, letztlich bleibt aber auch dieser Film selbst Teil des Apparats: Mehrere Filme hat Charli XCX j\u00fcngst gedreht, derzeit bespielt sie die Kinos gleich doppelt. Auch mit ihrer Filmmusik, einem finsteren Konzeptalbum zur schl\u00fcpfrigen Adaption des Romans \u201eWuthering Heights\u201c. Macht sie das zur Marktschreierin, die sie vorgibt zu verspotten? \u201eThe Moment\u201c provoziert Fragen, wo man Antworten erwarten w\u00fcrde. Letztlich bleibt Charli XCX f\u00fcr ihr Publikum die bekannt fahrige Persona mit Sonnenbrille. Und hinterl\u00e4sst einmal mehr gellendes Chaos, das ebenso authentisch wie inszeniert sein mag.<\/p>\n<p>                Im Kino<\/p>\n<p>\u201eThe Moment\u201c wird in den Wiener Kinos am Donnerstag, den 19. 2. und am Sonntag, den 22. 2. gezeigt.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In \u201eThe Moment\u201c zeigt Charli XCX eine unsichere Version ihrer selbst. 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