{"id":810501,"date":"2026-02-19T21:38:14","date_gmt":"2026-02-19T21:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/810501\/"},"modified":"2026-02-19T21:38:14","modified_gmt":"2026-02-19T21:38:14","slug":"fall-quentin-deranque-ich-bin-immer-wieder-erstaunt-macron-weist-meloni-zum-tod-eines-rechtsradikalen-in-die-schranken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/810501\/","title":{"rendered":"Fall Quentin Deranque: \u201eIch bin immer wieder erstaunt\u201c \u2013 Macron weist Meloni zum Tod eines Rechtsradikalen in die Schranken"},"content":{"rendered":"<p>Der Fall des in Lyon zu Tode gepr\u00fcgelten Quentin Deranque sorgt auch international f\u00fcr Aufregung. Italiens Ministerpr\u00e4sidentin Meloni bezeichnet den Vorfall gar als \u201eWunde f\u00fcr Europa\u201c. Frankreichs Pr\u00e4sident verbittet sich eine Einmischung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der gewaltsame Tod eines jungen Rechtsradikalen in Frankreich hat zu einem ungew\u00f6hnlichen franz\u00f6sisch-italienischen Schlagabtausch gef\u00fchrt. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron warf der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni indirekt eine unerw\u00fcnschte Einmischung vor: \u201eIch bin immer wieder erstaunt zu sehen, dass Leute, die nationalistisch sind und nicht wollen, dass man ihnen reinredet, immer die Ersten sind, die kommentieren, was bei den anderen passiert\u201c, sagte Macron am Rande seiner Indien-Reise. Es w\u00e4re besser, jeder w\u00fcrde sich um seine eigenen Angelegenheiten k\u00fcmmern, f\u00fcgte er hinzu. <\/p>\n<p>Meloni hatte nach dem Tod des 23-j\u00e4hrigen Quentin Deranque bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung von rechts- und linksextremen Aktivisten in Lyon von einem \u201eKlima des ideologischen Hasses\u201c gesprochen, das sich ihrer Ansicht nach in mehreren Nationen ausbreite. Der Fall sei \u201eeine Wunde f\u00fcr Europa\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/GiorgiaMeloni\/status\/2024153741658624409\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/GiorgiaMeloni\/status\/2024153741658624409&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">schrieb sie auf X<\/a>. <\/p>\n<p>Der italienische Au\u00dfenminister Antonio Tajani bem\u00fchte sich sp\u00e4ter um vers\u00f6hnliche T\u00f6ne. Der Tod des jungen Mannes sei ein Ereignis, \u201edas alle angeht\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/x.com\/Antonio_Tajani\/status\/2024479165567696991\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/x.com\/Antonio_Tajani\/status\/2024479165567696991&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">bemerkte er auf X<\/a>. \u201eIn Italien hat es auch viele Quentins gegeben\u201c, schrieb Tajani. Die Verurteilung solcher Taten solle auch \u201everhindern, dass wir in Italien in eine schlimme Vergangenheit zur\u00fcckfallen\u201c, schrieb er. <\/p>\n<p>Deranque war am vergangenen Donnerstag bei Auseinandersetzungen zwischen rechts- und linksextremen Gruppen niedergeschlagen worden und starb zwei Tage sp\u00e4ter an schweren Kopfverletzungen. Nach Informationen des Investigativmediums \u201eMediapart\u201c hatte er im Mai an einem Neonazi-Marsch in Paris teilgenommen und am Boxtraining einer rechtsextremen Gruppe mitgewirkt.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile Ermittlungen wegen \u201evors\u00e4tzlicher T\u00f6tung\u201c gegen sieben junge M\u00e4nner eingeleitet. F\u00fcr die Verd\u00e4chtigen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren wurde Untersuchungshaft beantragt, wie Staatsanwalt Thierry Dran mitteilte. Die Auswertung von Zeugenaussagen und Videos habe eine \u201esehr hohe Zahl von Tritten direkt in das Gesicht und auf den Kopf\u201c des 23-J\u00e4hrigen ergeben. Einige Beschuldigte h\u00e4tten Beteiligungen an Gewalttaten einger\u00e4umt, den Vorwurf der vors\u00e4tzlichen T\u00f6tung jedoch zur\u00fcckgewiesen. Teilweise sollen sie unerlaubt Waffen mit sich gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Zwei der Verd\u00e4chtigen sind vorbestraft, gegen einen weiteren laufen Vorermittlungen wegen Gewalt mit rassistischem oder antireligi\u00f6sem Hintergrund. Mehrere sollen Verbindungen zu linksextremen Gruppen haben. Zudem wird gegen drei Frauen und einen Mann ermittelt, die den mutma\u00dflichen T\u00e4tern bei der Flucht geholfen haben sollen. Sie sind vorerst auf freiem Fu\u00df.<\/p>\n<p>F\u00fcr politische Brisanz sorgt die mutma\u00dfliche Beteiligung eines parlamentarischen Mitarbeiters der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI). Jacques-Elie Favrot, Mitarbeiter des LFI-Abgeordneten Raphael Arnault, r\u00e4umte seine Teilnahme an den gewaltsamen Zusammenst\u00f6\u00dfen ein, bestritt jedoch, f\u00fcr die t\u00f6dlichen Tritte verantwortlich zu sein. Ein weiterer Mitarbeiter Arnaults steht im Verdacht, einem Beschuldigten bei der Flucht geholfen zu haben. Justizminister G\u00e9rald Darmanin und weitere Politiker forderten den R\u00fccktritt Arnaults, die LFI lehnte einen Fraktionsausschluss ab. Parteikoordinator Manuel Bompard erkl\u00e4rte, ein Abgeordneter k\u00f6nne nicht f\u00fcr m\u00f6gliche Straftaten seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht werden.<\/p>\n<p>Der Fall sorgt gut drei Wochen vor den Kommunalwahlen f\u00fcr erhebliche Spannungen. Rechte und rechtspopulistische Politiker werfen der LFI vor, ein Klima der Gewalt zu f\u00f6rdern, w\u00e4hrend die Partei von einer \u201eInstrumentalisierung\u201c spricht. Mehrere gem\u00e4\u00dfigte Linksparteien schlie\u00dfen inzwischen Wahlb\u00fcndnisse mit der LFI aus. Der B\u00fcrgermeister von Lyon, Gr\u00e9gory Doucet, sprach sich f\u00fcr ein Verbot eines geplanten Trauermarschs aus und verwies auf die Gefahr weiterer Ausschreitungen. Die Familie des Get\u00f6teten rief \u00fcber ihren Anwalt zu Ruhe und Zur\u00fcckhaltung auf.<\/p>\n<p>afp\/jf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Fall des in Lyon zu Tode gepr\u00fcgelten Quentin Deranque sorgt auch international f\u00fcr Aufregung. 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