{"id":814179,"date":"2026-02-21T08:32:13","date_gmt":"2026-02-21T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814179\/"},"modified":"2026-02-21T08:32:13","modified_gmt":"2026-02-21T08:32:13","slug":"auf-vier-pfoten-durch-laerm-und-hitze-rettungshunde-trainieren-im-kraftwerk-dresden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814179\/","title":{"rendered":"Auf vier Pfoten durch L\u00e4rm und Hitze &#8211; Rettungshunde trainieren im Kraftwerk Dresden"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nEs ist laut, es ist warm, es riecht nach \u00d6l, Metall und Strom. Turbinen rauschen, Schritte hallen \u00fcber Beton und Gitterroste. Ein Ort, an dem man sich erst einmal orientieren muss. F\u00fcr die meisten Menschen ungewohnt, f\u00fcr Rettungsh\u00fcndin Fanny hartes Training unter Stress.\n<\/p>\n<p>Rettungshunde im Training<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Dresdner Kraftwerk an der Nossener Br\u00fccke \u00fcbt an diesem Winterabend die Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes Dresden. F\u00fcnf Hunde sind dabei. Spaniel-H\u00fcndin Fanny l\u00e4uft konzentriert neben ihrem Frauchen, die Nase dicht am Boden, dann wieder in der Luft. Sie soll lernen, sich nicht ablenken zu lassen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Die Hunde lernen, mit lauten Ger\u00e4uschen klarzukommen, \u00fcber Gitterroste zu laufen und insgesamt ungewohnte Umgebungen zu tolerieren&#8220;, sagt Berit Bartsch von der Staffel. Sie wohnt in Radebeul, arbeitet hauptberuflich bei einer Krankenkasse und engagiert sich seit vier Jahren ehrenamtlich bei den Rettungshunden.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Hunde lernen, ungewohnte Umgebungen zu tolerieren.<\/p>\n<p>Berit Bartsch<br \/>\nHundestaffel ASB<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nZweimal pro Woche Training geh\u00f6rt dazu. Denn wenn es ernst wird, z\u00e4hlt jede Minute. Nach Lawinen oder Erdbeben suchen Rettungshunde weltweit nach Versch\u00fctteten, das kennt man aus den Nachrichten. In Sachsen geht es aber meist um Vermisste: verirrte Wanderer, Pilzsammler <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/west-thueringen\/gotha\/rettungshunde-staffel-marlishausen-uebung-seniorenheim-100.html\" title=\"Mit Supernasen im Einsatz: Rettungshundestaffel aus Marlishausen probt Ernstfall im Seniorenheim\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oder Menschen mit Demenz, die nicht nach Hause finden.<\/a> Bis zu 40 Eins\u00e4tze im Jahr kommen zusammen, sagt Bartsch.\n<\/p>\n<p>Versteckspiel mit System<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm sogenannten Fernw\u00e4rmekanal des Kraftwerks ist es d\u00fcster. Dicke Metallrohre, Leitern, Winkel und Ecken ziehen sich unterhalb des Kraftwerks entlang. Hier wird heute ge\u00fcbt. Eine Person wird versteckt und die Hunde nacheinander ins Suchgebiet geschickt. Anders als beim Mantrailing folgen sie keiner konkreten Geruchsspur, erkl\u00e4rt Bartsch. Sie durchsuchen eine Fl\u00e4che und zeigen durch lautes, anhaltendes Bellen an, wenn sie einen Menschen gefunden haben.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nFanny verschwindet hinter einer Rohrleitung, taucht wieder auf, z\u00f6gert kurz an einer Treppe. Dreht dann um und sprintet zu Berit Bartsch zur\u00fcck. Das Besondere bei den beiden: Bartsch kann nicht r\u00e4umlich h\u00f6ren, deshalb muss ihr Fanny den Weg zeigen, statt zu bellen. Sie springt an ihr hoch, ihr Signal f\u00fcr: Hier ist jemand. An der Leine zieht sie Bartsch zu der versteckten Person.\n<\/p>\n<p>Ausbildung f\u00fcr Mensch und Hund<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre.<\/p>\n<p>Berit Bartsch<br \/>\nHundestaffel ASB<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDoch nicht nur die Hunde lernen. Auch ihre Halter werden zu Sanit\u00e4tshelfern ausgebildet. Erste Hilfe am Menschen, Erste Hilfe am Hund, Funken, Orientierung mit Karte und Kompass. Denn im Einsatz kennt niemand das Gel\u00e4nde. Gesucht wird oft nachts, im Wald, bei Wind und Wetter.\n<\/p>\n<p>Warum im Kraftwerk trainieren?<\/p>\n<p class=\"text\">\nIm Kraftwerk kommt noch eine andere Dimension hinzu: Ger\u00fcche, Hitze, hallende R\u00e4ume, wechselnde Untergr\u00fcnde. Beton, Teppich, Gitterrost. F\u00fcr sensible Hundenasen eine Herausforderung. Karl-Heinz Reiche, Kraftwerksf\u00fchrer im Ruhestand, begleitet die Gruppe. Seit Jahrzehnten ist er dem Werk verbunden. &#8222;Es ist auch mal was anderes&#8220;, sagt er schmunzelnd. F\u00fcr die Mitarbeitenden sei es spannend, die Hunde bei der Arbeit zu erleben. Und vielleicht helfe es im Ernstfall, wenn Rettungskr\u00e4fte das Gel\u00e4nde schon einmal gesehen haben.\n<\/p>\n<p>Erfolgreicher Abschluss<\/p>\n<p class=\"text\">\nNach anderthalb Stunden sind die Teams ersch\u00f6pft. &#8222;Jeder Hund hat so ein bisschen seine Schwierigkeit&#8220;, sagt Bartsch. &#8222;Der eine schaut immer zu Frauchen, der n\u00e4chste hat Respekt vor bestimmten Untergr\u00fcnden.&#8220; An diesem Abend jedoch sind alle zufrieden. &#8222;Alle haben wundersch\u00f6n gearbeitet.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZum Abschluss gibt es Lob, Streicheleinheiten und eine wohlverdiente Belohnung. Allerdings nur f\u00fcr die Vierbeiner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist laut, es ist warm, es riecht nach \u00d6l, Metall und Strom. 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