{"id":814426,"date":"2026-02-21T10:51:37","date_gmt":"2026-02-21T10:51:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814426\/"},"modified":"2026-02-21T10:51:37","modified_gmt":"2026-02-21T10:51:37","slug":"london-was-grossbritannien-ueber-den-andrew-skandal-denkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814426\/","title":{"rendered":"London | Was Gro\u00dfbritannien \u00fcber den Andrew-Skandal denkt"},"content":{"rendered":"<p>London (dpa) &#8211; Weder der immer wieder einsetzende Regen noch die Schocknachrichten \u00fcber den fr\u00fcheren Prinzen Andrew halten die Massen vom weltber\u00fchmten Buckingham-Palast fern. Reden wollen nach der zwischenzeitlichen Festnahme des 66-J\u00e4hrigen aber nur wenige. \u00abWenn es um ihn geht, nicht\u00bb, sagt jemand im Vorbeigehen. \u00abIch hoffe, er wird f\u00fcr immer weggesperrt.\u00bb Bedeutet der S\u00fcndenfall Andrew gar das Ende der britischen Monarchie?\u00a0<\/p>\n<p>An diesem Nachmittag, kurz vor dem Wochenende, deutet im Zentrum Londons nicht viel darauf hin, dass der Skandal um den US-Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein, in den der Bruder von K\u00f6nig Charles III. verwickelt ist, endg\u00fcltige Auswirkungen auf das Vereinigte K\u00f6nigreich hat. Nat\u00fcrlich werden weiterhin Andenken gekauft und Fotos von dem prunkvollen Palast gemacht.<\/p>\n<p>\u00abDie britischen Menschen m\u00f6gen die Idee der Monarchie\u00bb, sagt der 77 Jahre alte Passant John, sofern diese Monarchie auch die Werte der Britinnen und Briten widerspiegle. Deshalb, glaubt er, werde das K\u00f6nigshaus auch den Skandal um Andrew \u00fcberleben. Mit seinen bisherigen Reaktionen habe Charles III. \u00abdas Richtige\u00bb getan.<\/p>\n<p>Andrew aus der Familie versto\u00dfen<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig hatte zeitig, nachdem Andrew wegen des Verdachts des Fehlverhaltens in einem \u00f6ffentlichen Amt vor\u00fcbergehend festgenommen worden war, eine Stellungnahme ver\u00f6ffentlichen lassen. Charles III. stellte klar, dass das Gesetz seinen Lauf nehmen m\u00fcsse. Sein Bruder wurde mit dessen neuem, b\u00fcrgerlichem Namen erw\u00e4hnt: Andrew Mountbatten-Windsor. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren royalen Zeiten wird das als sehr offener Umgang mit Problemen gewertet.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der j\u00fcngsten Krise \u2013 Andrews Verwicklung in den Epstein-Skandal belastet die Briten seit Monaten und Jahren \u2013 lassen sich im Moment noch schwer beziffern. Schon in Umfragen vor der Festnahme war der zweite Sohn von Queen Elizabeth II. das in der Bev\u00f6lkerung mit Abstand unbeliebteste Mitglied der K\u00f6nigsfamilie. An der Spitze der Lieblinge wechselten sich zuletzt Charles III., sein Sohn William als Thronfolger und dessen Ehefrau Kate ab.\u00a0<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kommen die Royals in Umfragen, auf die die gro\u00dfen Medien zur\u00fcckgreifen, nicht wirklich schlecht weg. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge sahen im Januar sechs von zehn Briten die k\u00f6nigliche Familie und die Institution der Monarchie in einem positiven Licht. Etwa ein Drittel bewertete die Royals negativ. \u00abAusgesprochen stolz\u00bb auf die britische Monarchie waren im Januar 47 Prozent der Befragten. Und jetzt nach Andrew?<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Krise der modernen Monarchie<\/p>\n<p>Die Zeitung \u00abThe Times\u00bb schrieb von einer \u00abweitaus gr\u00f6\u00dferen Krise\u00bb als die Abdankung von K\u00f6nig Edward VIII. im Jahr 1936. Als einziger britischer Monarch in der Geschichte hatte Edward nach nicht einmal einem Jahr auf dem Thron abgedankt. Das galt als gro\u00dfe Schande. Die aktuelle Entwicklung wird stellenweise mit Zynismus aufgenommen.<\/p>\n<p>\u00abDas alles \u00fcberrascht mich nicht\u00bb, sagt der 24 Jahre alte Emil vor den Toren des Buckingham-Palastes. \u00abIch glaube, das bedeutet gar nichts, traurigerweise. Sie werden das ohne gro\u00dfe \u00c4nderungen \u00fcberleben.\u00bb In seinem Tonfall, der zwischen Resignation und Desinteresse schwankt, werden sich insbesondere viele junge Britinnen und Briten wiederfinden. Viele in dieser Altersgruppe scheinen nicht strikt gegen die Monarchie zu sein \u2013 sie ist ihnen schlicht gleichg\u00fcltiger als \u00e4lteren Mitmenschen.<\/p>\n<p>Allerdings formiert sich in Gro\u00dfbritannien mit wechselnder Intensit\u00e4t auch organisierter Widerstand gegen die Krone, die nach Meinung der Kritiker f\u00fcr \u00fcberzogenen Reichtum, undurchsichtige Geldfl\u00fcsse und ein altes, patriarchalisches System steht. \u00abDie Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Monarchie ist seit Jahren ziemlich stetig zur\u00fcckgegangen\u00bb, sagt Graham Smith, Chef der Anti-Monarchie-Organisation Republic.<\/p>\n<p>Der Andrew-Skandal werde zu Ver\u00e4nderungen f\u00fchren, meint Smith. \u00abEs wird f\u00fcr sie nahezu unm\u00f6glich sein, sich davon zu erholen und ihren Ruf wiederherzustellen.\u00bb Die bisherigen Reaktionen des K\u00f6nigshauses seien das \u00ababsolute Minimum\u00bb\u00a0gewesen. \u00abDas Einzige, was bemerkenswert ist, ist, dass sie \u00fcberhaupt etwas gesagt haben.\u00bb<\/p>\n<p>Die Erwartungen an die Royals<\/p>\n<p>William und Kate haben sich pers\u00f6nlich noch nicht zu Andrew ge\u00e4u\u00dfert. Dem Vernehmen nach haben sie den K\u00f6nig in jeder Hinsicht bei dessen Vorgehen unterst\u00fctzt. \u00abIch glaube, William \u00fcbernimmt immer mehr die Z\u00fcgel, um bereit zu sein, wenn er \u00fcbernimmt. Ich denke, dass sich wahrscheinlich vieles \u00e4ndern wird\u00bb, zitiert die Nachrichtenagentur PA ein in Norfolk, dem Wohnort von Andrew, spazierendes P\u00e4rchen. Das sprach der Agentur zufolge von einer \u00abziemlich brutalen\u00bb Nachricht des K\u00f6nigs.\u00a0<\/p>\n<p>Eine andere Passantin erwartet ein gewisses Verhalten von Mitgliedern der Royal Family. \u00abEs gibt eine Verantwortung und eine Pflicht, und man erwartet von ihnen, dass sie diese ehren und ehrenhaft sind. Wenn man dann solche Dinge \u00fcber ein Mitglied der k\u00f6niglichen Familie h\u00f6rt, dreht sich einem der Magen um.\u00bb So wie damals, unter Queen Elizabeth II., sei es nicht mehr: \u00abEs gibt nicht mehr dieselbe Ehrerbietung.\u00bb<\/p>\n<p>In Windsor, wo die Polizei am Freitag die luxuri\u00f6se Royal Lodge, Andrews fr\u00fcheren Wohnsitz, durchsuchte, sagt ein Passant, niemand k\u00f6nne sagen, was die K\u00f6nigsfamilie von Andrews Verwicklungen in den Epstein-Skandal gewusst habe. \u00abAber ich glaube, sie haben alles getan, um sich von ihm zu distanzieren.\u00bb<\/p>\n<p>Dieser Meinung sind jedoch nicht alle. Die K\u00f6nigsfamilie h\u00e4tte fr\u00fcher auf die Vorw\u00fcrfe gegen Andrew reagieren sollen, meint ein Anwohner. \u00abSie haben viel zu lange gewartet.\u00bb Ein anderer richtet wiederum ein paar lobende Worte Richtung Charles: \u00abSein Bruder, der K\u00f6nig, ist sehr diplomatisch. Das ist genau das, was man von ihm erwarten w\u00fcrde. Er ist immer sehr akribisch und vorsichtig mit dem, was er sagt.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London (dpa) &#8211; Weder der immer wieder einsetzende Regen noch die Schocknachrichten \u00fcber den fr\u00fcheren Prinzen Andrew halten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":814427,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[37777,1605,3364,29,30,551,3986,1584,1209,139,9986,64],"class_list":["post-814426","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-adel","tag-bielefeld","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-grossbritannien","tag-handel","tag-kriminalitaet","tag-nordrhein-westfalen","tag-regierung","tag-staatsoberhaupt","tag-usa"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116108242815382587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/814426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=814426"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/814426\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/814427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=814426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=814426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=814426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}