{"id":814679,"date":"2026-02-21T13:16:14","date_gmt":"2026-02-21T13:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814679\/"},"modified":"2026-02-21T13:16:14","modified_gmt":"2026-02-21T13:16:14","slug":"vererbtes-cholesterin-risiko-schon-im-kindesalter-erkennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/814679\/","title":{"rendered":"Vererbtes Cholesterin-Risiko schon im Kindesalter erkennen"},"content":{"rendered":"<p>Eines von 250 Kindern hat aufgrund erblicher Ursachen von Geburt an erh\u00f6hte LDL-Cholesterinwerte. Dadurch ergibt sich ein 20-fach erh\u00f6htes Risiko, schon im fr\u00fchen Erwachsenenalter einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Dem l\u00e4sst sich jedoch bei fr\u00fcher Diagnose mit Lebensstilmodifikationen wie ausreichend Bewegung sowie gesunder Ern\u00e4hrung und\/oder mit Medikamenten entgegenwirken. Das berichteten Fach\u00e4rzte im Vorfeld eines Symposiums in Wien.<\/p>\n<p>Bei der famili\u00e4ren Hypercholesterin\u00e4mie (FH) fehlen in der Leber Rezeptoren oder funktionieren nicht ordentlich, erl\u00e4uterte der Kindermediziner Kurt Widhalm bei einer Pressekonferenz. Das habe zur Folge, dass das LDL nicht \u00fcber die Leber dem Stoffwechsel zugef\u00fchrt wird, sondern in erh\u00f6hter Konzentration in den Gef\u00e4\u00dfen verbleibt. Dort k\u00f6nne es sich schon im Kindesalter ablagern.<\/p>\n<p>                Lange keine Symptome                                    <\/p>\n<p>\u201eDer springende Punkt dabei ist, dass man lange Zeit von diesen Ablagerungen nichts sp\u00fcrt, bis irgendwann einmal die Verengung der Gef\u00e4\u00dfe so stark ist, dass es zu einem Herzinfarkt, zu einem Schlaganfall oder zu einer Durchblutungsst\u00f6rung kommt, und diese Ereignisse sind meistens dramatisch\u201c, sagte der Universit\u00e4tsprofessor, anl\u00e4sslich dessen 80. Geburtstags das Festsymposium zur famili\u00e4ren Hypercholesterin\u00e4mie am Freitagnachmittag initiiert wurde.<\/p>\n<p>Deshalb sei es so wichtig, die Hypercholesterin\u00e4mie fr\u00fch zu diagnostizieren und in der Familie nachzufragen, ob es eine Vorgeschichte dazu oder auch zu fr\u00fchen Herzinfarkten und Schlaganf\u00e4llen gibt, betonte Widhalm. Trotz einfacher Diagnose bleiben viele F\u00e4lle von FH unentdeckt, hie\u00df es.<\/p>\n<p>                Mit Therapie \u201enormales Leben\u201c m\u00f6glich                                    <\/p>\n<p>Der erste Punkt nach der Diagnose sei immer gesunde Ern\u00e4hrung, der zweite physische Aktivit\u00e4t. \u201eWir m\u00fcssen die Menschen dazu bringen, dass sie sich intensiv bewegen\u201c, erkl\u00e4rte Widhalm. Der dritte Schritt sei dann \u2013 wenn n\u00f6tig, aber in vielen F\u00e4llen schon im Kindesalter \u2013 eine medikament\u00f6se Therapie. Hier gibt es beispielsweise sogenannte Statine zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels, die laut Widhalm kaum Nebenwirkungen haben. Vielversprechend seien auch PCSK9-Hemmer, die in der Entwicklung sind, sowie neue \u201eGen-Methoden\u201c, die in zehn bis 15 Jahren vorhanden sein k\u00f6nnten, hoffte Widhalm.<\/p>\n<p>Dank einer fr\u00fchen Diagnose bei Professor Widhalm im Alter von vier Jahren sowie der medikament\u00f6sen Therapie, gesunder Ern\u00e4hrung und Bewegung, \u201edarf ich heute ein wunderbares, normales Leben f\u00fchren\u201c, berichtete die nun junge Erwachsene Lena-Rosa Hanauer bei dem Medientermin als Betroffene. Es sei wichtig, fr\u00fch zu handeln und keine Familie solle Angst haben vor der Diagnose, weil diese den betroffenen Menschen \u201eeine gute Zukunft\u201c schenke.<\/p>\n<p>                \u201eSport als Medikament\u201c &#8211; \u201eErn\u00e4hrung als Medizin\u201c                                    <\/p>\n<p>Der Wichtigkeit von Lebensstilmodifikationen pflichteten die Sport- und Bewegungswissenschafterin Rhoia Neidenbach und Sven-David M\u00fcller von der Deutschen Diabetes Gesellschaft bei. Sie sprachen von \u201eSport als Medikament\u201c beziehungsweise \u201eErn\u00e4hrung als Medizin\u201c. Auch das Rauchen sollte vermieden werden, betonte Neidenbach und \u201enicht nur f\u00fcr die Lebensqualit\u00e4t, sondern f\u00fcr das gesamte Gef\u00e4\u00dfsystem ist die Bewegung von enormer Wichtigkeit\u201c.<\/p>\n<p>Ein zus\u00e4tzlicher Risikofaktor f\u00fcr Herz-Kreislauferkrankungen bei einer famili\u00e4ren Hypercholesterin\u00e4mie ist erh\u00f6htes Blutfett Lipoprotein(a). Diesen Wert sollten Betroffene auch im Blick haben, empfahl Oliver Helk, Vizepr\u00e4sident des Akademischen Instituts f\u00fcr Ern\u00e4hrungsmedizin (\u00d6AIE), Veranstalter des Symposiums und der Pressekonferenz. Zudem sollten die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte nicht nur als \u201eReparaturmediziner\u201c, sondern auch als \u201eGesundheitsmanager\u201c gesehen werden, also die Pr\u00e4vention gest\u00e4rkt werden. \u201e50 Prozent der chronischen Erkrankungen sind lebensstilbedingt\u201c, sagte dazu der Obmann Sozialversicherungsanstalt der Selbst\u00e4ndigen (SVS), Peter Lehner. Vorsorge sei wichtig. Jugendliche h\u00e4tten sich in den 1970er-Jahren rund drei Stunden am Tag bewegt, \u201eheute ist es in drei Tagen ungef\u00e4hr eine Stunde\u201c, berichtete er. \u201eBewegung hei\u00dft Lebensfreude\u201c, betonte Lehner.<\/p>\n<p>APA\/UT24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eines von 250 Kindern hat aufgrund erblicher Ursachen von Geburt an erh\u00f6hte LDL-Cholesterinwerte. 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