{"id":815401,"date":"2026-02-21T19:58:21","date_gmt":"2026-02-21T19:58:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/815401\/"},"modified":"2026-02-21T19:58:21","modified_gmt":"2026-02-21T19:58:21","slug":"mieten-in-berlin-kein-geiz-bei-den-wuchermieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/815401\/","title":{"rendered":"Mieten in Berlin: Kein Geiz bei den Wuchermieten"},"content":{"rendered":"<p class=\"Initial paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">W er in Berlin das Gef\u00fchl hat, beim Mietpreis \u00fcbers Ohr gehauen zu werden, hat meistens recht. Wobei das W\u00f6rtchen \u201emeistens\u201c viel zu milde ist f\u00fcr das, was die landeseigene Mietpr\u00fcfstelle <a href=\"https:\/\/taz.de\/Mietwucher-in-Berlin\/!6155334\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">jetzt verk\u00fcndet hat<\/a>. Die Einrichtung, seit vergangenem April aktiv, hat bis Dezember 339 Mietvertr\u00e4ge durchgecheckt. Ihr Ergebnis: In 94 Prozent der F\u00e4lle verlangten die Vermieter rechtswidrig hohe Mieten. Zwei Drittel waren sogar derma\u00dfen \u00fcberteuert, dass es wohl eine Straftat darstellt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">94 Prozent: Es klingt v\u00f6llig \u00fcbertrieben, ist auf dem entfesselten Berliner Wohnungsmarkt aber Realit\u00e4t. Klar, an die Pr\u00fcfstelle wenden sich vor allem Mieter*innen, die schon ahnen, dass etwas nicht stimmt. Aber das Ausma\u00df der Preistreiberei ist erschreckend.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Die Frage ist nur: Hat das Konsequenzen? Denn auch wenn der Berliner Senat jetzt selbst ermittelt hat, was <a href=\"https:\/\/taz.de\/Mietwucher-in-Berlin\/!6123481\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Menschen in der Stadt seit Langem erleben<\/a>, ist das Problem ja eigentlich bekannt \u2013 und gut dokumentiert. Die <a href=\"https:\/\/taz.de\/App-gegen-Mietwucher\/!6065703\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bundesweite Mietwucher-App der Linken<\/a> hat allein in Berlin bislang 70.000 Verdachtsf\u00e4lle zutage gef\u00f6rdert \u2013 bei 100.000 Einsendungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/!112039\/#matomo:pk_campaign=standard_wot-only&amp;pk_source=Online&amp;pk_medium=taz.de&amp;pk_kwd=textbox-wot-texte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/wochentaz-kennzeichen-3zu2-klein-1.png\" loading=\"lazy\" height=\"363\" type=\"image\/png\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>wochentaz<\/p>\n<p class=\"bodytext first paragraph last\">Dieser Text stammt aus der <strong>wochentaz<\/strong>. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist \u2013 und wie sie sein k\u00f6nnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und <strong><a href=\"https:\/\/taz.de\/wochentaz-testen\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">nat\u00fcrlich im Abo<\/a><\/strong>.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-6\" pos=\"4\">Aber der Weg f\u00fcr Mie\u00adte\u00adr*in\u00adnen zu ihrem Recht ist weit \u2013 und eine Zumutung. Die Probleme fangen schon bei der Mietpreisbremse an. Die greift, wenn die Miete mehr als 10 Prozent \u00fcber dem Mietspiegel liegt. Aber sie gilt nur f\u00fcr Neuvermietungen, erlaubt viele Ausnahmen, und die Mie\u00adte\u00adr*in\u00adnen m\u00fcssen sie selbst einklagen \u2013 was sich viele nicht trauen, die gerade erst die lang ersehnte Wohnung bezogen haben. Bei Erfolg steht den Mie\u00adte\u00adr*in\u00adnen eine Absenkung der Miete und die R\u00fcckzahlung des zu viel gezahlten Geldes zu \u2013 der Vermieter muss trotz Rechtsbruchs nichts bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/taz-Logo-1.jpeg\" alt=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" loading=\"lazy\" title=\"Das Logo der taz: Wei\u00dfer Schriftzung t a z und wei\u00dfe Tatze auf rotem Grund.\" height=\"543\" type=\"image\/jpeg\"\/><\/p>\n<p>      Das deutlich sch\u00e4rfere Schwert<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-9\" pos=\"6\">Da k\u00f6nnte der <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/wistrg_1954\/__5.html\" target=\"_blank\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\">Mietwucher-Paragraf aus dem Wirtschaftsstrafgesetz<\/a> das deutlich sch\u00e4rfere Schwert sein. Der betrifft Mieten, die um mindestens 20 Prozent \u00fcberteuert sind. Weil es sich dabei um \u00f6ffentliches Recht handelt, k\u00f6nnen die Wohnungs\u00e4mter selbst t\u00e4tig werden. Und es handelt sich, je nach H\u00f6he der \u00dcberschreitung, um eine Ordnungswidrigkeit oder gar eine Straftat. Wird hier also rechtskr\u00e4ftig entschieden, m\u00fcssen die Vermieter nicht nur die Miete senken und Geld zur\u00fcckzahlen. Sie m\u00fcssen sich auch auf ein saftiges Bu\u00dfgeld gefasst machen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"7\">Die Sache hat nur einen Haken: Laut Mietwucher-Paragraf m\u00fcssen Mie\u00adte\u00adr*in\u00adnen nachweisen, dass der Vermieter eine durch die Wohnungsnot bedingte Zwangslage \u201eausgenutzt\u201c hat. Das stellt eine riesige H\u00fcrde dar f\u00fcr die Betroffenen, die ihre fruchtlose Wohnungssuche akribisch dokumentieren m\u00fcssen. Aber auch den \u00c4mtern macht sie viel Arbeit: Wohnungen m\u00fcssen ausgemessen werden, der Schriftverkehr mit dem Vermieter, bis ein Bu\u00dfgeldbescheid verschickt wird, gegen den der Vermieter Widerspruch einlegen kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"8\">Das alles dauert im Schnitt ein ganzes Jahr \u2013 und bislang gibt es nur wenige F\u00e4lle, in denen tats\u00e4chlich <a href=\"https:\/\/taz.de\/Urteil-zu-Wuchermiete-in-Berlin\/!6148674\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine Entscheidung zugunsten der Mie\u00adte\u00adr*in\u00adnen gefallen ist<\/a>. Dabei m\u00fcsste klar sein: Der Berliner Wohnungsmarkt ist eine einzige Zwangslage f\u00fcr alle, die nicht \u00fcppig verdienen. Nicht nur Wuchermieten, auch andere Tricks machen den Menschen das Leben schwer: horrende Abschlagszahlungen, Befristungen, Eigenbedarfsk\u00fcndigungen. Wer in dem Wahnsinn eine nur irgendwie bezahlbare Wohnung findet, sagt nicht nein. Es gibt praktisch keine Wahlfreiheit.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-13\" pos=\"9\">Damit der Mietwucher-Paragraf in dieser Gemengelage seine Wucht entfalten kann und zu einer echten <a href=\"https:\/\/taz.de\/Im-Haifischbecken\/!t5612115\/\" class=\"link in-text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohkulisse f\u00fcr Miethaie<\/a> wird, d\u00fcrfen die \u00c4mter mit der Flut an Meldungen nicht allein gelassen werden. Und der Bundestag muss dringend die unsinnige Regelung zur \u201eZwangslage\u201c aus dem Gesetz streichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W er in Berlin das Gef\u00fchl hat, beim Mietpreis \u00fcbers Ohr gehauen zu werden, hat meistens recht. 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