{"id":815467,"date":"2026-02-21T20:35:13","date_gmt":"2026-02-21T20:35:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/815467\/"},"modified":"2026-02-21T20:35:13","modified_gmt":"2026-02-21T20:35:13","slug":"warum-quecksilber-aus-kohlekraftwerken-so-gefaehrlich-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/815467\/","title":{"rendered":"Warum Quecksilber aus Kohlekraftwerken so gef\u00e4hrlich ist"},"content":{"rendered":"<p>Es sch\u00e4digt die Lunge, das Hirn, die Nieren und die Haut, sowie die Entwicklung von Kindern und ungeborenen Babys: Quecksilber ist ein extrem starkes Nervengift und deshalb weltweit streng reguliert. In der Erdkruste kommt es als nat\u00fcrliches Element\u00a0vor. In gr\u00f6\u00dferen Mengen gelangt Quecksilber\u00a0aber vor allem durch menschliche Aktivit\u00e4ten in den \u00f6kologischen Kreislauf. Dort reichert es sich in <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/faktor-wasser\/t-17497732\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasser<\/a>, Pflanzen, Tieren und schlie\u00dflich auch in Lebensmitteln an. Schon sehr geringe Mengen k\u00f6nnen der Gesundheit erheblich schaden.<\/p>\n<p>Die\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/luftverschmutzung\/t-66754001\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abgase<\/a> aus <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/braunkohle\/t-18426951\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kohlekraftwerken<\/a> tragen erheblich zur Umweltbelastung mit Quecksilber bei. Sie sind laut der Nichtregierungsorganisation Natural Ressource Defense Council (NRDC) die Hauptquelle f\u00fcr Quecksilberbelastung in den USA. Dennoch hat die \u200bUS-Regierung eine Lockerung der Umweltauflagen f\u00fcr Kraftwerke angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Grenzwerte als Hindernis f\u00fcr die Wirtschaft?<\/p>\n<p>Bereits im April 2025 hatte Donald Trump\u00a0strengere\u00a0Emissionsgrenzwerte ausgesetzt, die sein Vorg\u00e4nger Joe Biden eingef\u00fchrt hatte. In der Bekanntmachung des Wei\u00dfen Hauses hie\u00df es damals, die Auflagen f\u00fcr die\u00a0fast 70 Kohlekraftwerke im ganzen Land w\u00fcrden der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/klimawandel\/t-17477721\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Energiewirtschaft<\/a>\u00a0schaden. Nun hat die Regierung die sogenannten MATS (Mercury and Air Toxics Standards) endg\u00fcltig abgeschafft.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"76027506\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/76027506_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Donald Trump und EPA-Chef Lee Zeldin stehen an einem Pult, Trump redet. \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US Pr\u00e4sident Trump leugnet den menschengemachten Klimawandel und lockerte seit Amtsantritt viele Umweltauflagen f\u00fcr Industriebetriebe. Bild: Daniel Torok\/Avalon\/Photoshot\/picture alliance<\/p>\n<p>Quecksilber ist ein Spurenelement und kommt nat\u00fcrlicherweise in vielen Gesteinen vor, etwa in Kalkstein, Kohle und auch <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/\u00f6l\/t-73010457\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Roh\u00f6l<\/a>. In der Natur lagert es meist tief im Boden. Wenn fossile Brennstoffe verfeuert werden, gelangt es in die Luft. In der Atmosph\u00e4re kann es mehr als sechs\u00a0Monate verweilen und \u00fcber weite Entfernungen transportiert werden.<\/p>\n<p>Das Problem mit der Kohle: Sie enth\u00e4lt Quecksilber zwar nur in geringen Mengen, wird aber in gro\u00dfen Mengen verbrannt. Menschen, die in der N\u00e4he von Kraftwerken leben, sind besonders betroffen. H\u00e4ufig sind das marginalisierte und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/arme-leiden-am-meisten-unter-klimagefahren\/a-74400215\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">benachteiligte Gruppen<\/a>.<\/p>\n<p>Wie sich hundert\u00a0Milliarden Dollar sparen lie\u00dfen<\/p>\n<p>Der Klimawandel versch\u00e4rft das Problem. Fast die H\u00e4lfte der nat\u00fcrlichen Quecksilbervorkommen steckt laut dem deutschen Umweltbundesamt in gefrorenen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/permafrost-arktis-studie-gr\u00f6nland-spitzbergen-kanada-russland-gefahr\/a-71335989\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Permafrostb\u00f6den<\/a>. Wenn diese durch die Erderw\u00e4rmung auftauen, k\u00f6nnten neben <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/rekordanstieg-der-co2-konzentration-in-der-atmosph\u00e4re\/a-74370895\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">klimasch\u00e4digenden\u00a0<\/a><a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/methan-was-ist-das-eigentlich-treibhausgas-klimawandel-atmosph\u00e4re-globale-erw\u00e4rmung-landwirtschaft\/a-70018343\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gasen<\/a> auch gro\u00dfe Mengen Quecksilber freigesetzt werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Kohlekraft und gelockerte Grenzwerte zur Luftverschmutzung verschlimmern diese Entwicklung gleich doppelt. Dabei k\u00f6nnten laut dem deutschen Naturschutzbund 85 Prozent der Quecksilberemissionen aus Kohlekraftwerken durch technische Verfahren vermieden werden.\u00a0<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75942366\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75942366_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein G\u00e4nseschwarm fliegt an Schornstein eines Kohlekraftwerks vorbei. Aus dem Schornstein steigt ein r\u00f6tlicher Rauch in den wolkigen Himmel. \" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Die Kosten f\u00fcr Kraftwerkbetreiber sinken, wenn sie mehr Filter f\u00fcr die Eind\u00e4mmung der Luftverschmutzung einsetzen.  Bild: Charlie Riedel\/AP Photo\/picture alliance<\/p>\n<p>Die US-Umweltschutzorganisation NRDC geht sogar davon aus, dass durch die strengeren Regeln aus der Amtszeit von Pr\u00e4sident Biden die Emissionen von Quecksilber (Mercury) und anderer Luftschadstoff (Air Toxics) aus Kohlekraftwerken um bis zu 90 Prozent reduziert wurden. Dadurch k\u00f6nnten insgesamt 11.000 Todesf\u00e4lle vermieden worden sein. Die US-Umweltbeh\u00f6rde EPA sch\u00e4tze 2024, dass die strengeren Emissionsgrenzwerte in den folgenden 20 Jahren bis zu 390 Milliarden US-Dollar im Gesundheitswesen w\u00fcrden einsparen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neue Entscheidung<\/p>\n<p>Die\u00a0EPA erkl\u00e4rte allerdings nun, eine Lockerung der Grenzwerte sei\u00a0notwendig, um den steigenden Strombedarf durch den Ausbau von Rechenzentren f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) zu \u200bdecken. Die\u00a0R\u00fcckkehr zu den weniger strengen Regeln aus dem Jahr 2012 w\u00fcrde den\u00a0Betreibern <a rel=\"noopener follow nofollow\" target=\"_blank\" class=\"external-link\" href=\"https:\/\/www.epa.gov\/system\/files\/documents\/2026-02\/mats-final-fact-sheet_repeal-of-2024-amendments_feb2026.pdf?utm_source=copilot.com\" title=\"Externer Link \u2014 rund\u00a0670\u00a0Millionen Dollar pro Jahr einsparen\">rund\u00a0670\u00a0Millionen Dollar pro Jahr einsparen<\/a>. Die EPA behauptet in diesem Zusammenhang, die \u00e4lteren Vorschriften b\u00f6ten \u200bweiterhin &#8222;einen\u00a0ausreichenden Sicherheitsabstand \u200czum Schutz der \u00f6ffentlichen Gesundheit&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>\u00c4rzte-, Gesundheits- und Umweltverb\u00e4nde widersprechen dieser\u00a0Darstellung. Sie argumentieren, die Kosten f\u00fcr das\u00a0Gesundheitssystem durch die erh\u00f6hte Umweltverschmutzung w\u00fcrden die Einsparungen bei Weitem \u00fcbersteigen.\u00a0<\/p>\n<p>Seit der Amts\u00fcbernahme von US-Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> ist die Umweltbeh\u00f6rde auf politischen Druck hin teilweise <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump-klimaschutz-treibhausgase-lufthansa-streik-kanada-eu-wirtschaft-bangladesch-berlinale\/a-75924570\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von wissenschaftlichen Erkenntnissen abger\u00fcckt<\/a>. Auf ihrer Website werden\u00a0beispielsweise seit Dezember 2026 menschliche Aktivit\u00e4ten als Hauptgrund f\u00fcr den Klimawandel zunehmend in den Hintergrund ger\u00fcckt. Stattdessen spricht man dort vor allem \u00fcber den Orbit oder Vulkane\u00a0als Verursacher der Erderw\u00e4rmung.<\/p>\n<p>Einmal im K\u00f6rper wird Quecksilber nicht mehr abgebaut<\/p>\n<p>Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reichert sich Quecksilber besonders \u00fcber den <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ern\u00e4hrung\/t-19016555\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verzehr<\/a> von Fisch und Krustentieren im menschlichen K\u00f6rper an. Kleine Organismen wie Algen und Kleinkrebse nehmen Quecksilber auf und wandeln es in giftiges Methylquecksilber um, das ihr K\u00f6rper nicht abbauen kann. \u00dcber die\u00a0Nahrungskette gelangt das Schwermetall in immer gr\u00f6\u00dfere Tiere und schlie\u00dflich auch zum Menschen.<\/p>\n<p>Eine landesweite Umfrage zeigte: Bis zu 19 Millionen Menschen in den USA, die mindestens dreimal pro Woche selbst gefangenen Fisch a\u00dfen, k\u00f6nnten gesundheitsch\u00e4dlichen Quecksilberkonzentrationen ausgesetzt sein.\u00a0Wenn sich Quecksilber einmal im K\u00f6rper angesammelt hat, wird es nie wieder abgebaut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sch\u00e4digt die Lunge, das Hirn, die Nieren und die Haut, sowie die Entwicklung von Kindern und ungeborenen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":815468,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-815467","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116110539356205209","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/815467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=815467"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/815467\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/815468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=815467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=815467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=815467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}