{"id":817764,"date":"2026-02-22T18:58:15","date_gmt":"2026-02-22T18:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/817764\/"},"modified":"2026-02-22T18:58:15","modified_gmt":"2026-02-22T18:58:15","slug":"20-sanktionspaket-gegen-russland-steht-auf-der-kippe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/817764\/","title":{"rendered":"20. Sanktionspaket gegen Russland steht auf der Kippe"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">1460 Tage lang verteidigt sich die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> bereits gegen den Aggressor aus Russland. Und wenn sich der d\u00fcstere 24. Februar, an dem 2022 die Kremltruppen einmarschiert sind, an diesem Dienstag zum vierten Mal j\u00e4hrt, will die EU ein machtvolles Zeichen der Unterst\u00fctzung, der Einigkeit und Entschlossenheit aussenden. Wie bereits in den Vorjahren soll es neue wirtschaftliche Strafma\u00dfnahmen gegen Russland geben. Mittlerweile geht es um das 20. Sanktionspaket. An diesem Montag treffen sich die Au\u00dfenminister in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruessel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a> und wollen es p\u00fcnktlich zur selbstgesetzten Deadline verabschieden. So jedenfalls lautete der Plan. Bis zuletzt aber verhandelten die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten \u00fcber die Details \u2013 ohne, dass sich eine Einigung abzeichnete. Neben dem Dauerst\u00f6rer Ungarn wehren sich dieses Mal <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/griechenland\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Griechenland<\/a>, Malta und Zypern gegen die Schritte. Die Mittelmeerl\u00e4nder bef\u00fcrchten Auswirkungen auf ihre Schifffahrtsindustrien, sollte jegliche Art von Dienstleistungen f\u00fcr Tanker, die russisches Roh\u00f6l transportieren, vollst\u00e4ndig verboten werden. Die EU will mit der Ma\u00dfnahme erreichen, dass alle Schiffe mit dem fossilen Brennstoff aus Russland die Infrastruktur, die f\u00fcr den globalen Schiffsverkehr notwendig ist, nicht mehr in Anspruch nehmen d\u00fcrfen. So sollen die Transportkosten f\u00fcr die Tanker erh\u00f6ht und die Gewinne f\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/moskau\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Moskau<\/a> geschm\u00e4lert werden. Betroffen w\u00e4ren aber zahlreiche Firmen in der Union wie Versicherungen, Banken, Reeder oder auch Catering-Unternehmen, die bislang ein gutes Gesch\u00e4ft machen, ob mit Wartungen, Charterfahrten oder Reparaturen. Gerade Griechenland und Malta mit ihren starken maritimen Industrien warnen deshalb davor, ein umfassendes Verbot k\u00f6nnte ihren Volkswirtschaften schaden, die Konkurrenz aus Indien und China beg\u00fcnstigen und Russlands sogenannte \u201eSchattenflotte\u201c st\u00e4rken, die der Kreml nutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen. Mit verschleierten Methoden transportieren die h\u00e4ufig maroden Schiffe trotz des \u00d6l-Embargos noch immer illegal Rohstoffe von Russland nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/europa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> oder in andere Teile der Welt.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Trotzdem blieb ein legales Schlupfloch offen: Laut Experten werde ein Drittel des \u00d6ls auf Tankern verschifft, die auf rechtm\u00e4\u00dfigem Weg westliche Dienstleistungen nutzen. Erlaubt ist das bislang, weil der Preis des geladenen Rohstoffs unterhalb des Preisdeckels von derzeit 44,10 Dollar pro Barrel liegt. W\u00fcrde das 20. Sanktionspaket also den Preis in die H\u00f6he treiben und damit Russland noch mehr Geld in die Kasse sp\u00fclen, wie Griechenland und Malta anf\u00fchrten? Oder zeigt der aktuelle Streit nur einmal mehr, wie uneinig die Europ\u00e4er weiterhin sind in Sachen h\u00e4rtere Strafen gegen Moskau? Wenn es um die konkrete Umsetzung der Ma\u00dfnahmen geht, achtet jedes Land stets penibel genau darauf, dass die heimische Wirtschaft nicht allzu stark getroffen wird.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Vertreter aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/athen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Athen<\/a> und Valletta dr\u00e4ngten in den Gespr\u00e4chen zudem darauf, das Vorgehen mit den G-7-Staaten abzustimmen. Konkret hei\u00dft das, dass das Dienstleistungsverbot nur dann in Kraft treten soll, wenn neben den EU-Mitgliedstaaten auch die nicht zur Union geh\u00f6renden G-7-Mitglieder USA, Kanada, Japan und Gro\u00dfbritannien zustimmen. Aus der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eu-kommission\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a> hie\u00df es zwar, dass eine Einigung auf G7-Ebene ideal w\u00e4re, aber keine unverzichtbare Voraussetzung. W\u00e4hrend Beamte die Hoffnung \u00e4u\u00dferten, dass der Widerstand der Griechen und Malteser bis zum Montag nachlassen k\u00f6nnte, meldete sich am Sonntag Ungarns Au\u00dfenminister P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3 zu Wort und k\u00fcndigte an, das 20. Sanktionspaket ebenfalls zu blockieren. <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/budapest\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Budapest<\/a> werde \u201ekeine f\u00fcr <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kiew\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kiew<\/a> wichtigen Entscheidungen zulassen\u201c, bis die durch die j\u00fcngsten russischen Angriffe besch\u00e4digte Druschba-Pipeline, die russisches \u00d6l durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert, die \u00d6llieferungen an die beiden L\u00e4nder wieder aufnehme. Deren Regierungen beschuldigen die Ukraine, die Wiederaufnahme der Lieferungen aus Russland absichtlich zu verhindern. Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n drohte in den vergangenen Jahren wiederholt damit, ein Veto gegen die Sanktionspakete einzulegen, ruderte aber schlussendlich immer zur\u00fcck. Was einige Diplomaten dieses Mal nerv\u00f6s macht: In weniger als zwei Monaten wird in Ungarn gew\u00e4hlt \u2013 und Orb\u00e1n steht unter Druck. Vor diesem Hintergrund darf auch die \u00fcberraschende Kampfansage verstanden werden, das bereits vereinbarte EU-Darlehen \u00fcber 90 Milliarden Euro f\u00fcr die Ukraine nicht freizugeben.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gleichzeitig stellte sich auch jetzt wieder die Frage, ob die Strafma\u00dfnahmen der Gemeinschaft \u00fcberhaupt einen Unterschied machen und die Kosten von Russlands Feldzug wirklich so nach oben treiben, dass <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/wladimir-putin\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wladimir Putin<\/a> zu einem Kurswechsel gezwungen wird? Obwohl die Europ\u00e4er in den vergangenen vier Jahren Tausende Firmen, Personen und G\u00fcter ins Visier genommen haben und auch immer weiter Schlupfl\u00f6cher zur Umgehung der Sanktionen stopfen, gehen die brutalen Angriffe auf die Ukraine weiter. \u201eDie Sanktionen zeigen Wirkung, sie schaden der russischen Wirtschaft schwer, und jede neue Ma\u00dfnahme schr\u00e4nkt Russlands F\u00e4higkeit zur Kriegsf\u00fchrung weiter ein\u201c, sagte die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas am Freitag. In Br\u00fcssel werden die Ma\u00dfnahmen gerne mit einem Gift verglichen, \u201edas langsam wirkt\u201c, wie ein Diplomat es ausdr\u00fcckte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"1460 Tage lang verteidigt sich die Ukraine bereits gegen den Aggressor aus Russland. Und wenn sich der d\u00fcstere&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":817765,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[4013],"tags":[331,332,91231,937,13,3414,15118,20667,7593,20430,14,15,4043,4044,850,307,1155,32793,12,13152,92190,317,501],"class_list":["post-817764","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-russland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-blockieren","tag-bruessel","tag-headlines","tag-land","tag-malta","tag-massnahme","tag-massnahmen","tag-mitgliedstaaten","tag-nachrichten","tag-news","tag-russia","tag-russian-federation","tag-russische-foederation","tag-russland","tag-sanktionen","tag-sanktionspaket","tag-schlagzeilen","tag-staaten","tag-strafmassnahmen","tag-ukraine","tag-ungarn"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116115820200117751","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/817764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=817764"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/817764\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/817765"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=817764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=817764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=817764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}