{"id":820012,"date":"2026-02-23T16:41:12","date_gmt":"2026-02-23T16:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/820012\/"},"modified":"2026-02-23T16:41:12","modified_gmt":"2026-02-23T16:41:12","slug":"wenn-die-besten-der-besten-vorlesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/820012\/","title":{"rendered":"Wenn die Besten der Besten vorlesen"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Dem beliebtesten M\u00e4dchen der Klasse 6a, Marie, wurden die Pausenbrote gestohlen. Schnell scheint klar, dass nur einer als T\u00e4ter in Betracht kommt: Konrad, der neu in der Klasse ist und noch keine Freunde gefunden hat. Um Schuld und Unschuld, Mobbing und vorschnelles Urteilen dreht sich der Kinderroman \u201eDas war\u2019s\u201c, den zwei Juristinnen geschrieben haben: Elisa Hoven und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/juli-zeh\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Juli Zeh<\/a>.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dieses \u201ebesondere Buch \u00fcber Gerechtigkeit\u201c stellt Luisa Wilkening am Montagmorgen in der Albert-Vigoleis-Thelen-Stadbibliothek in Viersen vor. Die Sechstkl\u00e4sslerin des Gymnasiums Thomaeum in Kempen nimmt am Regionalentscheid des 67. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels teil. Sie geh\u00f6rt zu den \u201eBesten der Besten\u201c, wie es Uta Kr\u00fcger, stellvertretende Leiterin der Bibliothek, formuliert. Denn Luisa hat sich bereits, wie die \u00fcbrigen zehn Leseratten, im Vorentscheid an ihrer Schule als sehr gute Vorleserin entpuppt. Die Schulsieger der weiterf\u00fchrenden Schulen aus <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/grefrath\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Grefrath<\/a>, Kempen, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/toenisvorst\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00f6nisvorst<\/a> und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/willich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Willich<\/a> treten in der Bibliothek nun beim Regionalentscheid Viersen-Nordost an.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zehn M\u00e4dchen und ein Junge sind gekommen, Eltern und Gro\u00dfeltern sind zur Verst\u00e4rkung dabei. Die Texte, die sie vorlesen, haben die Kinder selbst ausgew\u00e4hlt. Es sind Vielleser und Gernleser, die heute Morgen hier sind, das sp\u00fcrt man gleich. Zu den B\u00fcchern, aus denen sie eine Passage vortragen, k\u00f6nnen sie rasch etwas erz\u00e4hlen, um die Zuh\u00f6rer mitzunehmen in die Geschichte. Dann erf\u00e4hrt das Publikum, wie die Kinder auf Konrad, den sie f\u00fcr den Pausenbrot-Dieb halten, einschlagen, w\u00e4hrend die Lehrerin mit hoher Fistelstimme, die Luisa ihr schenkt, von Integration und <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/inklusion\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Inklusion<\/a> faselt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jedes Kind hat drei Minuten Zeit zum Vorlesen. Emma Evers von der Robert-Schuman-Europaschule in Willich liest aus \u201eEin M\u00e4dchen namens Willow\u201c von Sabine Bohlmann. Sie erz\u00e4hlt von der Frau, die sich wie eine Schlingpflanze um Willows Vater schlingt, und das sorgt schon f\u00fcr Schmunzeln im Publikum. Aurelia Heyes von der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Willich entf\u00fchrt ihre Zuh\u00f6rer mit \u201eKeeper of the lost Cities\u201c von Shannon Messenger in eine Elfenwelt, und wer nach diesen drei Minuten Feuer gefangen hat und weiterlesen m\u00f6chte, dem verr\u00e4t Aurelia: \u201eEs wird auf jeden Fall sehr spannend, aber es gibt ein gutes Ende.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Fenja Loppe vom Michael-Ende-Gymnasium in T\u00f6nisvorst hat sich f\u00fcr \u201eDas Geheimnis der Schokomagie\u201c von Mareike Allnoch entschieden, Johanna Morjan vom Lise-Meitner-Gymnasium in Willich liest aus \u201eDie drei !!! \u2013 Teuflisches Handy\u201c von Henriette Wich, Carolina Steiff vom St.-Bernhard-Gymnasium in Willich aus \u201eDie Suche nach Paulie Fink\u201c von Ali Benjamin. Bei Jule Donath von der Rupert-Neudeck-Gesamtschule in T\u00f6nisvorst werden in der \u201eSchule der magischen Tiere\u201c von Margit Auer Weihnachtspl\u00e4tzchen gebacken, Madita Plewka von der Gesamtschule Kempen stellt \u201eAlea Aquarius \u2013 Der Ruf des Wassers\u201c von Tanya Stewner vor, Fero Fahrenholz von der Sekundarschule Grefrath liest aus \u201eF\u00fcr immer Alaska\u201c von Anna Woltz. Viktoria B\u00fclow vom Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen hat sich f\u00fcr \u201eToday I\u2019ll steal his heart\u201c von Bianca Wege entschieden, Ira Meyer-W\u00fclfing von der Liebfrauenschule M\u00fclhausen in Grefrath f\u00fcr \u201eDer kleine Hobbit\u201c von J. R. R. Tolkien. Sie l\u00e4sst zum Schluss die Zwerge singend aufr\u00e4umen und sp\u00fclen, dass es eine wahre Freude ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unterdessen machen sich die vier Juroren Notizen. Dabei sind Monika Effkemann, verantwortlich f\u00fcr den Bereich der Kinder- und Jugendliteratur in der Stadtbibliothek, Nicola Nilles, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Viersen, Autor Markus Fegers sowie Lesepatin Marlis Spiegelhoff. Bei der Bewertung m\u00fcssen sie auf viele Punkte achten: Wurde sicher und fl\u00fcssig gelesen? War die Aussprache deutlich? War das Lesetempo angemessen, gab es Pausen? Gelingt es, beim Vorlesen die Stimmung zu vermitteln, die die Geschichte erz\u00e4hlt? Wird passend betont? So ganz perfekt muss das Vorlesen \u00fcbrigens nicht sein: Versprecher werden nicht bewertet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kinder lesen sich wacker durch ihre Texte. Mal temporeich, mal ruhiger, mal rufend oder schimpfend, mal fl\u00fcsternd, mal kichernd. Oft geben sie den handelnden Personen unterschiedliche Stimmen, das macht das Zuh\u00f6ren lebendiger. \u201eMan sollte sich in die Person hineinfinden\u201c, lautet Luisas Tipp f\u00fcr alle, die auch gern vorlesen m\u00f6chten, \u201eund das Atmen nicht vergessen\u201c. Das r\u00e4t auch Fero f\u00fcr den Start: \u201eTief einatmen und loslesen.\u201c Warum sich Ira f\u00fcr \u201eDer kleine Hobbit\u201c entschieden hat? \u201eIch mag das Buch sehr, es ist sehr lebendig geschrieben, und ich kann mich gut in den Hobbit hineinversetzen\u201c, sagt sie. Dass das von ihr ausgew\u00e4hlte Buch passend f\u00fcr den Wettbewerb war, sp\u00fcrte Carolina nach den ersten Seiten: \u201eEs hat mich sofort gefesselt, ich konnte nicht aufh\u00f6ren, es zu lesen\u201c, sagt sie. Damit hat die Tante, die es ihr schenkte, einen Volltreffer gelandet.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach der ersten Runde zieht sich die Jury zur\u00fcck. Was macht einen guten Vorleser aus? Die Mimik, die Gestik, die Stimme? Effkemann gef\u00e4llt es, \u201ewenn Spannung da ist, die passende Stimmung vermittelt wird, man sich in die Geschichte hineinfallen lassen kann\u201c. Es sei sehr interessant, wie die Kinder ihre Texte gestalteten, f\u00fcgt Fegers an. Schwierig, hier einen Sieger auszuw\u00e4hlen, sagt Nilles, \u201esie sind alle ganz toll\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der zweiten Runde bekommen die Kinder ein Buch vorgelegt, das sie (wahrscheinlich) noch nicht kennen. Effkemann hat es ausgew\u00e4hlt, \u201eGame of Noctis \u2013 Spiel um dein Leben\u201c hei\u00dft es, geschrieben von Deva Fagan. Eine unbekannte Welt entbl\u00e4ttert sich vor den jungen Lesern, die f\u00fcr jeweils zwei Minuten Passage um Passage vorlesen. Die einen finden sich rascher in die Geschichte ein, die anderen brauchen daf\u00fcr ein bisschen l\u00e4nger, doch auch hier wird \u00fcberwiegend fl\u00fcssig gelesen, mitunter \u2013 trotz unbekannter Geschichte \u2013 auch mit verstellter Stimme. Dann muss die Jury eine Entscheidung f\u00e4llen. Als Siegerin geht schlie\u00dflich Luisa Wilkeing aus dem Regionalentscheid Viersen-Nordost hervor. Doch Applaus gibt es f\u00fcr alle jungen Teilnehmer, eine Urkunde \u2013 und nat\u00fcrlich ein Buch: Mit \u201eRocky Winterfeld\u201c von Marie H\u00fcttner ist f\u00fcr die n\u00e4chsten gem\u00fctlichen Lesestunden schon gesorgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dem beliebtesten M\u00e4dchen der Klasse 6a, Marie, wurden die Pausenbrote gestohlen. 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