{"id":821071,"date":"2026-02-24T04:15:13","date_gmt":"2026-02-24T04:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/821071\/"},"modified":"2026-02-24T04:15:13","modified_gmt":"2026-02-24T04:15:13","slug":"russland-warum-so-viele-lokale-aufgeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/821071\/","title":{"rendered":"Russland: Warum so viele Lokale aufgeben"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"sprung2\" class=\"jumpLabel\">Restaurantsterben als Anzeichen f\u00fcr Wirtschaftsprobleme<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nDerzeit gehe Russland von einer wirtschaftlichen Stagnation in eine Rezession \u00fcber, sagt der Experte. Vermehrte Schlie\u00dfungen in der Gastronomie seien ein Symptom der verschlechterten Wirtschaftslage. &#8222;Was mit Kleinunternehmern geschieht, passiert auch in allen anderen Bereichen \u2014 nur wird es hier sichtbar&#8220;, sagt Milow. &#8222;Die Menschen sehen, dass Restaurants und Gesch\u00e4fte dicht machen. Was sich dagegen in den Bilanzen gro\u00dfer Unternehmen abspielt, bleibt ihnen verborgen. Doch dort geschieht im Grunde dasselbe.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDar\u00fcber hinaus stehen Unternehmer vor einer neuen Herausforderung. Die russische Regierung versucht, das Haushaltsdefizit mit h\u00f6heren Einnahmen zu kompensieren: Innerhalb eines Jahres erh\u00f6hte die Staatsf\u00fchrung zwei Mal die Steuern. Die j\u00fcngste Erh\u00f6hung trat am dem 1. Januar 2026 in Kraft und betrifft die Mehrwertsteuer, die von 20 auf 22 Prozent angehoben wurde.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZugleich wurde die Umsatzgrenze f\u00fcr die Steuerpflicht gesenkt. Aber selbst in Lokalen, die unter bestimmten Voraussetzungen von der Zahlung dieser Steuer befreit sind, f\u00fchrt das zum Anstieg der Steuerbelastung. Schlie\u00dflich werde der erh\u00f6hte Mehrwertsteuersatz entlang der Lieferkette \u00fcber die Einkaufspreise f\u00fcr Lebensmittel weitergegeben, erkl\u00e4rt Daniil Goldman. Wenn dann auch noch die gesamten Betriebskosten ansteigen, k\u00f6nnten viele Lokale unrentabel werden. &#8222;Der Staat erh\u00f6ht die Steuern und verteilt die Mittel \u00fcber den Haushalt um, doch das f\u00fchrt nicht zu Wachstum, sondern versch\u00e4rft die Stagnation der Unternehmen&#8220;, sagt Wladimir Milow.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung3\" class=\"jumpLabel\">Ein B\u00e4cker kritisiert Putins Wirtschaftspolitik<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nWegen der aktuellen Steuerreform erw\u00e4gen laut einer Umfrage im Auftrag der russischen Bank Tochka 15 Prozent der Unternehmer sogar, ihr Gesch\u00e4ft aufzugeben. Einer der bekanntesten F\u00e4lle offenen Unmuts \u00fcber die Reform war der Auftritt von Denis Maximow, dem Inhaber einer B\u00e4ckerei namens &#8222;Maschenka&#8220;, in Putins j\u00e4hrlicher Fragestunde im Dezember vergangenen Jahres. Wegen der gestiegenen Steuern befinde sich sein kleines Familiengesch\u00e4ft in einer schwierigen Lage, sagte der Unternehmer. &#8222;Wir blicken ohne Optimismus in die Zukunft. Viele werden schlie\u00dfen oder in die Schattenwirtschaft abgleiten.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nTrotz Putins Zusage, die Sorgen kleiner Unternehmer im Blick zu behalten, meldete sich der B\u00e4cker im Januar wieder zu Wort. Sein \u00f6ffentlicher Auftritt habe ihm zwar neue Kunden verschafft, \u00e4ndere jedoch nichts an den Folgen der Reform. Er f\u00fcrchte weiterhin, schlie\u00dfen zu m\u00fcssen. Nach der medialen Aufmerksamkeit wurde die Rettung der B\u00e4ckerei wohl zu einer Imagefrage f\u00fcr das Regime. Bald nach Maximows abermaliger \u00f6ffentlicher Kritik, verk\u00fcndete der B\u00e4cker, dass er nun plane, sein Gesch\u00e4ft auszubauen. &#8222;Ich will nicht heucheln. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich gibt es bestimmte Verg\u00fcnstigungen&#8220;, zitiert ihn die russische Zeitung Wedomosti. Die Beh\u00f6rden sollen ihm angeboten haben, zus\u00e4tzliche B\u00e4ckereien an Standorten mit hohem Publikumsverkehr zu er\u00f6ffnen und die Kosten f\u00fcr Miete sowie die Anschaffung von Ausr\u00fcstung \u00fcber ein lokales F\u00f6rderprogramm zu kompensieren, berichtet die Zeitung.\n<\/p>\n<p><a name=\"sprung4\" class=\"jumpLabel\">Russische Gastrobranche weiter unter Druck<\/a><\/p>\n<p class=\"text\">\nW\u00e4hrend B\u00e4cker Maximow von der zus\u00e4tzlichen Aufmerksamkeit profitiert, bleibt die Situation f\u00fcr die \u00fcbrigen Unternehmer unver\u00e4ndert. Doch wenn der Mittelstand pleitegehe, f\u00fchre das wiederum zu geringeren Steuereinnahmen, sagt \u00d6konom Wladimir Milow. &#8222;Nat\u00fcrlich schr\u00e4nkt das die M\u00f6glichkeiten ein, den Krieg weiterzuf\u00fchren und das diktatorische Regime zu st\u00fctzen. Umso wichtiger ist es, dass die EU ihre Politik fortsetzt, die finanziellen Spielr\u00e4ume Putins zu verringern.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDaniil Goldman bringt seinen Unternehmergeist mittlerweile im Ausland ein. Er arbeitet derzeit daran, in den USA eine mobile Cocktailbar aufzubauen. Wenn er auf die Bar- und Restaurantszene in Russland schaut, habe er zwei Seelen in der Brust: &#8222;Ich bin traurig, weil es eigentlich eine gesellige Branche ist&#8220;, sagt er. Auch tr\u00e4fen die Schwierigkeiten alle Gastrounternehmer, unabh\u00e4ngig von ihrer Haltung zum Krieg gegen die Ukraine. Dennoch findet er es richtig, dass Russland die wirtschaftlichen Konsequenzen des Krieges tragen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Restaurantsterben als Anzeichen f\u00fcr Wirtschaftsprobleme Derzeit gehe Russland von einer wirtschaftlichen Stagnation in eine Rezession \u00fcber, sagt der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":821072,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,6763,184022,13,4046,81,4563,14,15,184023,4043,4044,850,307,859,860,12,861,1712,103,55],"class_list":{"0":"post-821071","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-gastronomie","11":"tag-gastrosterben","12":"tag-headlines","13":"tag-krieg","14":"tag-mdr","15":"tag-mittelstand","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-perissteigerungen","19":"tag-russia","20":"tag-russian-federation","21":"tag-russische-foederation","22":"tag-russland","23":"tag-sachsen","24":"tag-sachsen-anhalt","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-thueringen","27":"tag-ukraine-krieg","28":"tag-welt","29":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116123672589842065","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/821071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=821071"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/821071\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/821072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=821071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=821071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=821071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}