{"id":821785,"date":"2026-02-24T11:04:15","date_gmt":"2026-02-24T11:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/821785\/"},"modified":"2026-02-24T11:04:15","modified_gmt":"2026-02-24T11:04:15","slug":"heiner-wilmer-fuehrt-katholische-bischoefe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/821785\/","title":{"rendered":"Heiner Wilmer f\u00fchrt katholische Bisch\u00f6fe"},"content":{"rendered":"<p>W\u00fcrzburg (dpa) &#8211; Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Der Bischof von Hildesheim in Niedersachsen wurde am Vormittag zum Nachfolger des bisherigen Vorsitzenden Georg B\u00e4tzing gew\u00e4hlt. B\u00e4tzing war nach sechsj\u00e4hriger Amtszeit nicht zur Wiederwahl angetreten.<\/p>\n<p>Wilmer gilt als fortschrittlich, in seinem Bistum gibt es alternative Leitungsmodelle auch mit Frauen in F\u00fchrungspositionen. Immer wieder hat er sich auch f\u00fcr eine Erneuerung der katholischen Sexualmoral eingesetzt. Die M\u00f6glichkeit zur Segnung homosexueller Paare begr\u00fc\u00dfte er ausdr\u00fccklich.<\/p>\n<p>Gleichzeitig setzt sich der 64-J\u00e4hrige aber auch stark f\u00fcr das Thema Evangelisierung ein, das konservativen Bisch\u00f6fen traditionell wichtig ist. Wilmer hat zum Beispiel gesagt, dass sogar viele Katholiken heute daran zweifelten, dass es ein Leben nach dem Tod gebe oder dass Jesus der Sohn Gottes sei. Fundamentale Glaubensfragen m\u00fcssten deshalb neu in den Blick genommen werden, so Wilmer.<\/p>\n<p>Problem der Bisch\u00f6fe: Das Wesentliche bestimmt der Papst<\/p>\n<p>Die katholische Kirche in Deutschland verliert in schnellem Tempo Mitglieder, jedes Jahr sind es mehrere 100 000. Zuletzt fiel die Mitgliederzahl unter die Marke von 20 Millionen. Umfragen zufolge w\u00fcnschen sich viele deutsche Katholiken Reformen wie den Zugang von Frauen zu Weihe\u00e4mtern und mehr Anerkennung f\u00fcr homosexuelle Partnerschaften.\u00a0<\/p>\n<p>Die Bisch\u00f6fe haben versucht, diesen W\u00fcnschen mit einem Reformprozess mit der Bezeichnung Synodaler Weg wenigstens ansatzweise entgegenzukommen. Dabei sind ihnen jedoch enge Grenzen gesetzt, da die katholische Kirche in Deutschland Teil der katholischen Weltkirche ist. Die grunds\u00e4tzliche Linie wird vom Papst und seiner Zentralverwaltung im Vatikan, der Kurie, vorgegeben.<\/p>\n<p>Auch die deutschen Bisch\u00f6fe selbst ziehen nicht immer an einem Strang, sondern sind in unterschiedlichem Ma\u00dfe dem Reformprojekt verpflichtet. Eine kleine Gruppe opponiert gegen jedwede liberale \u00d6ffnung, der rangh\u00f6chste Bischof aus diesem Lager ist der K\u00f6lner Kardinal Rainer Maria Woelki.<\/p>\n<p>Der Neue soll gute Kontakte zum Vatikan aufbauen<\/p>\n<p>Der Limburger Bischof Georg B\u00e4tzing, der die Bischofskonferenz seit 2020 gef\u00fchrt hatte, geh\u00f6rt zum Lager der Reformer. Zuletzt hatte es in den Reihen der Bisch\u00f6fe zunehmend Widerstand gegen eine zweite Amtszeit von ihm gegeben. Dabei spielte auch mit, dass er \u00fcber keine guten Kontakte in den Vatikan verf\u00fcgte.\u00a0<\/p>\n<p>Die Aufgabe des neuen Vorsitzenden bestehe nun in der Moderation der uneinigen Bisch\u00f6fe und dem Aufbau eines vertrauensvollen Verh\u00e4ltnisses zu Papst Leo XIV. und dem Vatikan, sagt der Kirchenrechtler Thomas Sch\u00fcller. Der Theologe Daniel Bogner betonte: \u00abVor allem darf sich der Neue nicht in Grabenk\u00e4mpfe und Polarisierungsschlachten verwickeln lassen, um das Amt erfolgreich aus\u00fcben zu k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00fcrzburg (dpa) &#8211; Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. 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