{"id":822460,"date":"2026-02-24T17:11:14","date_gmt":"2026-02-24T17:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/822460\/"},"modified":"2026-02-24T17:11:14","modified_gmt":"2026-02-24T17:11:14","slug":"kommunalwahl-in-muenchen-wie-parteien-um-eu-waehler-werben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/822460\/","title":{"rendered":"Kommunalwahl in M\u00fcnchen: Wie Parteien um EU-W\u00e4hler werben"},"content":{"rendered":"<p>Dass <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> eine vielf\u00e4ltige Stadt ist, merkt man im Alltag fast \u00fcberall: In der Tram mischen sich Sprachen \u2013 neben Deutsch h\u00f6rt man Kroatisch, Italienisch oder Polnisch. Auf den Klingelschildern stehen nicht nur M\u00fcller, Bauer oder Maier, sondern auch Babi, Rossi und Nowak.<\/p>\n<p>Rund die H\u00e4lfte der M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchner hat eine Migrationsgeschichte. 178.643 Menschen kommen aus EU-Staaten \u2013 und d\u00fcrfen bei der Kommunalwahl abstimmen. Die gr\u00f6\u00dften Gruppen kommen aus Kroatien (31.931), Italien (25.980) und Griechenland (21.775).<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1662147_wahlberechtigte-eu-buerger-kommunalwahl-2026_artikelbild-75proz_1FDqpi_mCMymq.jpg\" alt=\"Bei Kommunalwahlen d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen. Kroaten sind die gr\u00f6\u00dfte EU-Minderheit in M\u00fcnchen. Die kleinste EU-Minderheit stellen Maltesen mit 74 Wahlberechtigten.\" title=\"Bei Kommunalwahlen d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen. Kroaten sind die gr\u00f6\u00dfte EU-Minderheit in M\u00fcnchen. Die kleinste EU-Minderheit stellen Maltesen mit 74 Wahlberechtigten.\" width=\"609\" height=\"401\"\/><\/p>\n<p>      Bei Kommunalwahlen d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen. Kroaten sind die gr\u00f6\u00dfte EU-Minderheit in M\u00fcnchen. Die kleinste EU-Minderheit stellen Maltesen mit 74 Wahlberechtigten.<br \/>\n      \u00a9 AZ<\/p>\n<p>    Bei Kommunalwahlen d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen. Kroaten sind die gr\u00f6\u00dfte EU-Minderheit in M\u00fcnchen. Die kleinste EU-Minderheit stellen Maltesen mit 74 Wahlberechtigten.<\/p>\n<p>von AZ <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass die Parteien versuchen, EU-B\u00fcrgerinnen und -B\u00fcrger direkt zu erreichen \u2013 etwa \u00fcber mehrsprachige Wahlprogramme, Social Media oder Kontakte zu lokalen Communitys. Die AZ hat bei einigen Parteien nachgefragt: Wie sprechen sie diese W\u00e4hler konkret an? Welche Themen setzen sie? Und welche Rolle spielt dieser W\u00e4hlerkreis in ihrer Strategie?<\/p>\n<p>Volt<\/p>\n<p>Als europ\u00e4ische Partei m\u00f6chte Volt gezielt EU-B\u00fcrger erreichen. Etwa mit Wahlplakaten mit dem Spruch &#8222;European Passport? Use your vote!&#8220; (Dt. Europ\u00e4ischer Pass? Nutze deine Stimme!). Ihr Wahlprogramm und Informationen zum Wahlrecht bietet Volt auf der Website auf Englisch an.<\/p>\n<p>Inhaltlich setzt die Partei stark auf Serviceangebote f\u00fcr Zugewanderte: <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/muenchen\/neues-welcome-center-fuer-auslaender-in-muenchen-vielfalt-ist-ein-elementarer-wirtschaftsfaktor-art-1110560\" title=\"Neues &quot;Welcome Center&quot; f\u00fcr Ausl\u00e4nder in M\u00fcnchen: &quot;Vielfalt ist ein elementarer Wirtschaftsfaktor&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Welcome Center, das Anfang des Jahres er\u00f6ffnet hat<\/a>, soll ausgebaut werden und in jedem Stadtviertel Anlaufstellen bieten. Volt fordert au\u00dferdem digitale Aufenthaltsgenehmigungen, schnellere Verfahren f\u00fcr Fachkr\u00e4fte und mehr Unterst\u00fctzung durch Bildungslotsen bei der Suche nach Sprachkursen, Kitas oder Schulen. Volt schl\u00e4gt vor, st\u00e4dtische Internetseiten automatisch zu \u00fcbersetzen und Englisch &#8222;de facto&#8220; als Amtssprache in M\u00fcnchen einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Unter den Kandidierenden sind sechs Personen bekannt, die nicht in Deutschland geboren wurden, zwei von ihnen sitzen im Migrationsbeirat.<\/p>\n<p>SPD<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/spd\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a> verteilt Wahlaufrufe in Sprachen, &#8222;die in M\u00fcnchen am h\u00e4ufigsten gesprochen werden&#8220; und setzt vor allem auf den direkten Austausch. Die Kandidierenden kommunizieren &#8222;online wie offline&#8220; in ihren jeweiligen Muttersprachen. Rund ein Viertel der Liste hat eine Migrationsgeschichte.<\/p>\n<p>Im Wahlkampf ist die Partei gezielt in Stadtteilen unterwegs, in denen die Wahlbeteiligung zuletzt niedrig war \u2013 darunter viele Viertel mit hohem Migrationsanteil. Inhaltlich nennt sie vor allem eine leistungsf\u00e4hige Servicestelle f\u00fcr Zuwanderung und Einb\u00fcrgerung, bessere Sprach- und Bildungsangebote sowie mehr Diversit\u00e4t in der Stadtverwaltung.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen setzen stark auf Mehrsprachigkeit: Ihr Kurzwahlprogramm gibt es in 15 Sprachen, von Arabisch bis Ungarisch. \u00c4hnlich wie Volt weisen sie mit mehrsprachigen Plakaten auf das EU-Wahlrecht hin. Au\u00dferdem erkl\u00e4ren sie auf ihrer Website in mehreren Sprachen, wie die Kommunalwahl funktioniert.<\/p>\n<p>     <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/storage\/image\/7\/5\/1\/2\/1662157_eu-flag-european-union-flag-blowing-on-architecture-sky-background_artikelbild-75proz_1FDqxf_XEkhqJ.jpg\" alt=\"Bei der Kommunalwahl d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen.\" title=\"Bei der Kommunalwahl d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen.\" width=\"609\" height=\"406\"\/><\/p>\n<p>      Bei der Kommunalwahl d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen.<br \/>\n      \u00a9 Serdynska via imago-images.de (www.imago-images.de)<\/p>\n<p>    Bei der Kommunalwahl d\u00fcrfen auch EU-B\u00fcrger ohne deutschen Pass w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>von Serdynska via imago-images.de (www.imago-images.de) <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Im Wahlkampf setzen sie auf Haust\u00fcrgespr\u00e4che, Infost\u00e4nde, Veranstaltungen und &#8222;gezielte Social-Media-Formate&#8220;. Die Gr\u00fcnen wollen M\u00fcnchen &#8222;zur echten Einwanderungs- und Willkommensstadt machen&#8220; und verweisen auf den Erfolg des Welcome Centers. Sie fordern bezahlbares Wohnen, bessere Beratungs- und Serviceangebote &#8222;aus einer Hand&#8220;, die St\u00e4rkung migrantischer Selbstorganisationen sowie mehr politische Bildung und Antidiskriminierungsarbeit.<\/p>\n<p>Eine konkrete Angabe, wie viele ihrer Kandidaten eine Migrationsgeschichte haben, machten die Gr\u00fcnen nicht.<\/p>\n<p>CSU<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/csu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CSU<\/a> setzt in ihrer Wahlkampfkommunikation ausschlie\u00dflich auf Deutsch. &#8222;Die Beherrschung der deutschen Sprache&#8220; sei &#8222;eine zentrale Grundlage&#8220; f\u00fcr gelingende Integration und Teilhabe, hei\u00dft es zur Begr\u00fcndung.<\/p>\n<p>Der Kontakt zu migrantischen Communities erfolgt vor allem \u00fcber pers\u00f6nliche Termine: OB-Kandidat Clemens Baumg\u00e4rtner besuchte etwa eine Diskussionsveranstaltung im M\u00fcnchner Forum f\u00fcr Islam. Zus\u00e4tzlich verschickte die Partei Postsendungen &#8222;an bestimmte migrantische Zielgruppen&#8220;.<\/p>\n<p>B\u00fcrgerdialoge finden durch Kandidatinnen und Kandidaten mit Migrationshintergrund statt. Neun von ihnen stehen auf der Stadtratsliste \u2013 nach Angaben der CSU auf aussichtsreichen Pl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Linke<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/die-linke\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Linke<\/a> bietet ihr Wahlprogramm in sieben Sprachen an, darunter T\u00fcrkisch, Kroatisch und Griechisch. Im Wahlkampf setzen sie auf Gespr\u00e4che, auf den Stra\u00dfen und an Haust\u00fcren. Die Linke stellt den Abbau von H\u00fcrden in der Verwaltung, mehr direkte Beteiligungsm\u00f6glichkeiten und den Kampf gegen Diskriminierung \u2013 besonders auf dem Wohnungsmarkt \u2013 in den Mittelpunkt. Der Migrationsbeirat soll gest\u00e4rkt werden, Communities sollen mehr R\u00e4ume bekommen.<\/p>\n<p>Unter den ersten zehn Listenpl\u00e4tzen haben laut eigenen Angaben 30 Prozent eine Migrationsgeschichte.<\/p>\n<p>In diesen Vierteln wohnen besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund<\/p>\n<p>Gerade in Vierteln mit hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund liegt noch viel ungenutztes W\u00e4hlerpotenzial. Wie gut die Strategien der Parteien funktionieren, wird sich in elf Tagen zeigen.<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/kreisverwaltungsreferat\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreisverwaltungsreferat<\/a> (KVR) lebte in Milbertshofen\u2013Am Hart zum Stichtag 31.12.2024 fast jeder zweite Einwohner ohne deutschen Pass \u2013 43,6 Prozent der 77.281 Einwohner. Auch in Ramersdorf\u2013Perlach (36,5%), Feldmoching\u2013Hasenbergl (35,2%), Berg am Laim (35,1%) und Moosach (34,8%) liegt der Anteil nichtdeutscher Bewohner deutlich \u00fcber einem Drittel.<\/p>\n<p>Gleichzeitig f\u00e4llt die Wahlbeteiligung in einigen dieser Stadtteile traditionell niedrig aus: Bei der letzten Kommunalwahl lag sie in Moosach, Milbertshofen\u2013Am Hart, Berg am Laim, Ramersdorf\u2013Perlach, Obergiesing-Fasangarten, Aubing-Lochhausen-Langwied und Feldmoching\u2013Hasenbergl am niedrigsten \u2013 zwischen 31 und 47 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass M\u00fcnchen eine vielf\u00e4ltige Stadt ist, merkt man im Alltag fast \u00fcberall: In der Tram mischen sich Sprachen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":822461,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[772,29,41357,30,10917,1268,1496],"class_list":["post-822460","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-bayern","tag-deutschland","tag-eu-buerger","tag-germany","tag-kommunalwahl","tag-muenchen","tag-wahlrecht"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116126724287609626","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/822460","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=822460"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/822460\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/822461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=822460"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=822460"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=822460"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}