{"id":822926,"date":"2026-02-24T21:29:32","date_gmt":"2026-02-24T21:29:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/822926\/"},"modified":"2026-02-24T21:29:32","modified_gmt":"2026-02-24T21:29:32","slug":"fehlregulierung-des-immunsystems-unterscheidet-depression-und-psychose-im-jungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/822926\/","title":{"rendered":"Fehlregulierung des Immunsystems unterscheidet Depression und Psychose im jungen &#8230;"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">24.02.2026 \u2013 14:58<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Universit\u00e4t zu K\u00f6ln\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/nr\/126907\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t zu K\u00f6ln<\/a>\n                    <\/p>\n<p><b>Fehlregulierung des Immunsystems unterscheidet Depression und Psychose im jungen Erwachsenenalter<\/b><\/p>\n<p>In fr\u00fchen Phasen der beiden psychischen Erkrankungen weisen Patient*innen oft bestimmte Entz\u00fcndungswerte im Blut und Ver\u00e4nderungen in der grauen Substanz des Gehirns auf. Ein besseres Verst\u00e4ndnis dieser Biomarker er\u00f6ffnet neue diagnostische Optionen und therapeutische Ma\u00dfnahmen \/ Ver\u00f6ffentlichung in \u201eJAMA Psychiatry\u201c<\/p>\n<p>In fr\u00fchen Krankheitsphasen von Depression und Psychose zeigen sich bei Patient*innen h\u00e4ufig ver\u00e4nderte Entz\u00fcndungsmarker im Blut sowie strukturelle Ver\u00e4nderungen der Grauen Hirnsubstanz. Das ist das Ergebnis der internationalen Studie \u201eMultivariate Brain-Blood Signatures in Early-Stage Depression and Psychosis\u201c, die im Fachjournal JAMA Psychiatry erschienen ist. Obwohl die Diagnosestellung weiterhin \u00fcberwiegend auf klinischen Symptomen basiert, stehen diese biologischen Marker schon l\u00e4nger mit depressiven und psychotischen St\u00f6rungen in Verbindung und liefern wichtige zus\u00e4tzliche Hinweise auf zugrunde liegende Krankheitsmechanismen. Die aktuelle Studie belegt, dass bereits in fr\u00fchesten Stadien dieser Erkrankungen grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Entz\u00fcndungs- und Gehirnsignaturen festzustellen sind. Das Ergebnis erm\u00f6glicht fr\u00fchzeitige therapeutische Intervention und kann somit dazu beitragen, das Risiko eines schweren Verlaufs zu reduzieren. <\/p>\n<p>Das Forschungsteam wurde geleitet von Dr. Dr. David Popovic am Max-Planck-Institut f\u00fcr Psychiatrie in M\u00fcnchen, PD Dr. Lana Kambeitz-Ilankovic an der Universit\u00e4tsmedizin K\u00f6ln und Professorin Dr. Rachel Upthegrove an der Oxford-Universit\u00e4t. Die Studie beruht auf dem von der Europ\u00e4ischen Union von 2014 bis 2019 mit sechs Millionen Euro gef\u00f6rderten Projekt PRONIA (Personalised Prognostic Tools for Early Psychosis Management, Leitung: Professor Dr. Nikolaos Koutsouleris, LMU M\u00fcnchen). Das Projekt hat neuartige Vorhersagetools beziehungsweise Pr\u00e4diktionsmodelle entwickelt, um den Ausbruch psychischer Erkrankungen mit gr\u00f6\u00dferer Genauigkeit vorherzusagen. <\/p>\n<p>Im Rahmen der aktuellen Studie f\u00fchrten die Wissenschaftler*innen zwischen 2013 und 2018 an verschiedenen Standorten in Deutschland, Italien, der Schweiz, Finnland und dem Vereinigten K\u00f6nigreich an 678 ausgew\u00e4hlten Proband*innen aus der PRONIA-Studie weitere Untersuchungen durch, um die Rolle von Entz\u00fcndungsbiomarkern und der Hirnstruktur in fr\u00fchen Krankheitsphasen zu untersuchen. Die Studie umfasste Personen mit k\u00fcrzlich aufgetretener Depression oder Psychose und klinisch hochriskanten Zust\u00e4nden f\u00fcr die Entwicklung einer Psychose, die bislang nur minimal mit Medikamenten behandelt wurden, sowie gesunden Kontrollpersonen.<\/p>\n<p>Die Forschenden untersuchten dabei Entz\u00fcndungssignaturen im Blut und im Gehirn: Dazu geh\u00f6rten unterschiedliche Werte von Zytokinen \u2013 Proteinen, die die Interaktion und Kommunikation zwischen Zellen beeinflussen, unter anderem in der Immunreaktion bei Entz\u00fcndungen. Zur Messung von Hirn-Signaturen dienten MRT-Bildgebungsverfahren, um das Volumen der Grauen Substanz im Gehirn zu bestimmen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf limbischen Hirnregionen, die haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Verarbeitung von Emotionen zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Die Studie zeigte: Patient*innen in den fr\u00fchen Phasen beider Krankheiten wiesen ein komplexes, aber f\u00fcr die jeweilige Krankheit weitgehend konsistentes Muster verschiedener Zytokin-Werte auf. \u00dcberraschend war, dass die Depressions- und die Psychose-Signatur selbst in diesen fr\u00fchesten Krankheitsstadien keine Gemeinsamkeiten aufweisen, weder im Gehirn noch in den Entz\u00fcndungsmarkern. Dar\u00fcber hinaus beobachteten die Forschenden nur bei der Psychose-Signatur Hinweise auf eingeschr\u00e4nkte kognitive F\u00e4higkeiten, w\u00e4hrend bei der Depressions-Signatur keine kognitiven Defizite festzustellen waren. Insgesamt zeigten sich \u00fcber alle erhobenen Daten und Analysen hinweg klare, massive Unterschiede zwischen Depression und Psychose ohne Schnittmengen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Signaturen er\u00f6ffnen neue Ans\u00e4tze f\u00fcr sowohl biologisch als auch psychosozial fundierte fr\u00fche Interventionen bei Depression und Psychose. Das ebnet den Weg f\u00fcr ma\u00dfgeschneiderte Therapien, je nachdem, ob sich die junge Person in einer Depressions- oder Psychose-Entwicklungskurve befindet\u201c, sagt Erstautor David Popovic. <\/p>\n<p>Lana Kambeitz-Ilankovic f\u00fcgt hinzu: \u201eUnser Befund soll die etablierte klinische Diagnose auf der Basis von Symptomen und Behandlung, die auch die psychosoziale Situation von Patient*innen ber\u00fccksichtigt, nicht ersetzen. Doch unsere Befunde zu den jeweiligen Biomarkern k\u00f6nnten Behandler*innen in der Zukunft eine bessere Abgrenzung beider Erkrankungen schon in einer sehr fr\u00fchen Phase erm\u00f6glichen.\u201c Dies erleichtere eine passgenaue Behandlung und k\u00f6nne das Risiko einer Chronifizierung senken. <\/p>\n<p>Um eine geeignete therapeutische Intervention f\u00fcr diese Patient*innengruppen zu finden, seien jedoch noch weitere Forschung notwendig. Das Forschungsteam plant derzeit weitere Forschungen mithilfe sogenannter Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI), um die Entz\u00fcndung im Gehirn noch genauer zu untersuchen und zu bestimmen, wie stabil die jeweiligen Signaturen \u00fcber die Zeit bleiben.  <\/p>\n<p><b>Inhaltlicher Kontakt:<\/b><\/p>\n<p>PD Dr. Lana Kambeitz-Ilankovic<\/p>\n<p>Psychologische Leitung des Fr\u00fcherkennungs- und Therapiezentrums f\u00fcr psychische Krisen (FETZ), Uniklinik K\u00f6ln<\/p>\n<p> <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/psychiatrie-psychotherapie.uk-koeln.de\/\">lana.kambeitz-ilankovic@uk-koeln.de<\/a><\/p>\n<p><b>Presse und Kommunikation:<\/b><\/p>\n<p>Eva Schissler<\/p>\n<p>+49 221 470 4030<\/p>\n<p> <a target=\"_blank\" class=\"uri-ext outbound\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126907\/mailto:e.schissler@verw.uni-koeln.de\">e.schissler@verw.uni-koeln.de<\/a><\/p>\n<p><b>Chief Communications Officer:<\/b><br \/>\nDr. Elisabeth Hoffmann<br \/>\n+49 221 470 2202 <a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/126907\/mailto:&#010;e.hoffmann@verw.uni-koeln.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\ne.hoffmann@verw.uni-koeln.de<\/a><br \/>\nV.i.S.d.P.: Dr. Elisabeth Hoffmann  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"24.02.2026 \u2013 14:58 Universit\u00e4t zu K\u00f6ln Fehlregulierung des Immunsystems unterscheidet Depression und Psychose im jungen Erwachsenenalter In fr\u00fchen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":386213,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232,178,180,179,181],"class_list":["post-822926","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-health","tag-presse","tag-pressemeldung","tag-pressemitteilung","tag-pressemitteilungen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116127738417257027","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/822926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=822926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/822926\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/386213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=822926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=822926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=822926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}