{"id":824893,"date":"2026-02-25T15:36:15","date_gmt":"2026-02-25T15:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/824893\/"},"modified":"2026-02-25T15:36:15","modified_gmt":"2026-02-25T15:36:15","slug":"eu-prognose-polens-schulden-koennten-bis-2036-auf-107-des-bip-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/824893\/","title":{"rendered":"EU-Prognose: Polens Schulden k\u00f6nnten bis 2036 auf 107% des BIP steigen"},"content":{"rendered":"<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            25\/02\/2026 &#8211; 16:07 MEZ\n            <\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission prognostiziert in ihrem <a href=\"https:\/\/economy-finance.ec.europa.eu\/publications\/debt-sustainability-monitor-2025%5Fen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Schuldentragf\u00e4higkeitsmonitor 2025<\/a>, dass Polens Staatsverschuldung von den aktuellen Werten weiter steigen k\u00f6nnte. Ohne sp\u00fcrbare Steuerreformen und Ausgabenk\u00fcrzungen k\u00f6nnte die Schuldenquote bis 2036 auf rund 107 % des BIP klettern. Damit w\u00fcrde Polen in etwa zehn Jahren zu den am h\u00f6chsten verschuldeten L\u00e4ndern der EU geh\u00f6ren, gemessen am Verh\u00e4ltnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>In diesem Szenario h\u00e4tten 2036 nur Italien (149 % des BIP), Frankreich (144 %), Belgien (137 %) und Spanien (108 %) eine h\u00f6here Schuldenquote als Polen. Nach Eurostat-Daten lag Polens Schuldenstand im dritten Quartal 2025 bei 58 % des BIP. Damit liegt das Land aktuell unter dem Wert von 14 anderen EU-Staaten.<\/p>\n<p>Die Kommission bewertet die Lage der polnischen Staatsfinanzen in drei Zeithorizonten. Kurzfristig, also in den n\u00e4chsten zwei Jahren, gelten die Risiken als begrenzt. Polen wird von den Finanzm\u00e4rkten weiterhin als verl\u00e4sslicher Emittent von Staatsanleihen eingestuft. Mittel- und langfristig steigen die Risiken jedoch. Grund sind vor allem das anhaltende strukturelle Defizit und h\u00f6here Kosten f\u00fcr die Bedienung wachsender Schulden.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der Kommission k\u00f6nnte der Bruttokreditbedarf Polens bis 2036 auf bis zu 20 % des BIP steigen. Das w\u00fcrde die Abh\u00e4ngigkeit von den Finanzm\u00e4rkten erh\u00f6hen und die Schuldendienstkosten weiter treiben. Auch die strukturelle Defizitquote bleibt demnach positiv. Sie beschreibt die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ohne Zinskosten. Bleiben Haushaltsanpassungen aus, w\u00fcrde das den Schuldenaufbau weiter beschleunigen.<\/p>\n<p>Die Analyse ber\u00fccksichtigt zudem verschiedene Stressszenarien. Verschlechtert sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Wachstum und Schuldendienstkosten, l\u00e4ge der Schuldenstand 2036 \u00fcber dem Basisszenario. Umgekehrt k\u00f6nnte eine Verbesserung des Prim\u00e4rsaldos ab 2027 die Dynamik deutlich bremsen.<\/p>\n<p>Droht Polen ein &#8222;griechisches Szenario&#8220;? Experte warnt vor Schuldenspirale<\/p>\n<p>Die Prognosen der Kommission zur polnischen Verschuldung sorgen f\u00fcr Diskussionen. Ist eine Schuldenquote von \u00fcber 100 % des BIP realistisch? Andrzej Sadowski, \u00d6konom und Pr\u00e4sident des Adam-Smith-Zentrums, verweist auf ein warnendes Beispiel. Die Geschichte zeige, dass selbst EU- und Eurozonen-Mitgliedschaft nicht vor einer Schuldenkrise sch\u00fctze.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben ein direktes Beispiel unter den L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union: den Bankrott des griechischen Staates. Er wird euphemistisch als technischer Bankrott bezeichnet, aber in Wirklichkeit ist der Staat zahlungsunf\u00e4hig geworden&#8220;, sagt Sadowski.<\/p>\n<p>Er erinnert an einen symbolischen Moment der Griechenland-Krise: Das \u00f6ffentliche Fernsehen habe wegen Geldmangels mehrere Tage lang nicht gesendet. &#8222;Weder die Mitgliedschaft in der Europ\u00e4ischen Union noch der Euro sch\u00fctzen vor den Folgen einer schlechten Regierungsf\u00fchrung&#8220;, betont er.<\/p>\n<p>Schuldenaufbau und &#8222;angezogene Bremse&#8220;<\/p>\n<p>Sadowski sieht Polen seit Jahren mit schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. &#8222;Auf der einen Seite haben wir eine wachsende Verschuldung und auf der anderen Seite eine immer l\u00e4nger angezogene Bremse f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Als Hinweise nennt er unter anderem Ergebnisse des Index of Economic Freedom des Fraser Institute sowie Rankings zum Steuersystem und zur regulatorischen Komplexit\u00e4t. &#8222;Selbst in der \u00fcberregulierten Europ\u00e4ischen Union steht Polen in Bezug auf die wirtschaftliche Freiheit praktisch an letzter Stelle&#8220;, sagt Sadowski.<\/p>\n<p>Er erg\u00e4nzt, eine schlechtere Korruptionswahrnehmung gehe h\u00e4ufig mit sinkender wirtschaftlicher Freiheit einher. &#8222;Je weniger wirtschaftliche Freiheit, desto mehr Korruption. Und Korruption ist nichts anderes als eine zus\u00e4tzliche Steuer&#8220;, so Sadowski.<\/p>\n<p>Deregulierung statt weiterer Verschuldung<\/p>\n<p>Einen Ausweg sieht Sadowski nicht in h\u00f6heren Staatseinnahmen durch Steuererh\u00f6hungen. Entscheidend sei eine echte Deregulierung und die Senkung der laufenden Kosten des Staates.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn die Deregulierung nicht mit einer Verringerung der Zahl der Beamten einhergeht, haben wir es mit einer Schein-Deregulierung zu tun&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Eine tiefgreifende Deregulierung k\u00f6nne den Kreditbedarf des Staates sp\u00fcrbar senken. &#8222;Der Weg aus dieser Spirale f\u00fchrt \u00fcber eine echte Deregulierung. Dann werden wir feststellen, dass der Kreditbedarf des Staates nicht so hoch sein muss, wie er heute ist&#8220;, schlussfolgert Sadowski.<\/p>\n<p>Herausforderungen f\u00fcr die Finanzpolitik<\/p>\n<p>\u00d6konomen betonen, dass Polen ohne ambitioniertere Schritte zur Haushaltskonsolidierung im n\u00e4chsten Jahrzehnt vor gr\u00f6\u00dferen Problemen stehen k\u00f6nnte. Steigende Schuldendienstkosten und ein anhaltendes Defizit stellen die Tragf\u00e4higkeit der aktuellen Ausgabenpolitik infrage.<\/p>\n<p>Die Euronews-Redaktion bat das polnische Finanzministerium um eine Stellungnahme zum j\u00fcngsten EU-Bericht. Bis zur Ver\u00f6ffentlichung des Artikels lag jedoch keine Antwort auf die Fragen vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 25\/02\/2026 &#8211; 16:07 MEZ Die Europ\u00e4ische Kommission prognostiziert in ihrem Schuldentragf\u00e4higkeitsmonitor 2025, dass Polens Staatsverschuldung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":824894,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,9865,158,3934,3935,13,14,15,3917,12,55],"class_list":{"0":"post-824893","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-kommission","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-polen","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116132012822035538","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/824893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=824893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/824893\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/824894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=824893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=824893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=824893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}