{"id":825387,"date":"2026-02-25T20:05:15","date_gmt":"2026-02-25T20:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825387\/"},"modified":"2026-02-25T20:05:15","modified_gmt":"2026-02-25T20:05:15","slug":"brisante-neue-aussage-im-raserprozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825387\/","title":{"rendered":"Brisante neue Aussage im Raserprozess"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der zweite Prozesstag am K\u00f6lner Landgericht zum t\u00f6dlichen Unfall auf der A555 bei Wesseling, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/nrw\/staedte\/koeln\/todes-crash-auf-a555-identitaet-geklaert-mutter-und-tochter-tot_aid-103000611\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bei dem eine Mutter (49) und ihre Tochter (23) starben<\/a>, begann mit einer \u00dcberraschung. Einer der beiden Angeklagten erg\u00e4nzte seine vorherige Aussage. Zusammen mit einer Erkl\u00e4rung seines Anwalts sollte so offenkundig die Glaubw\u00fcrdigkeit des Mitangeklagten infrage gestellt werden. Zudem \u00e4u\u00dferten sich mehrere Zeugen, die die Autos der heute 22-J\u00e4hrigen kurz vor dem Unfall gesehen hatten, und berichteten von einem rasanten Fahrstil.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach Einsch\u00e4tzung von Hendrik Kaldewei, Rechtsanwalt des Angeklagten Emil P. (Name ge\u00e4ndert), sei die Aussage des Beifahrers von Richard M. (Name ebenfalls ge\u00e4ndert), die dieser am ersten Prozesstag abgegeben hatte, \u201eohne Beweiswert\u201c. Dieser habe selbst angegeben, w\u00e4hrend der Fahrt auf sein <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/handy\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handy<\/a> geschaut und nichts gesehen zu haben. Er k\u00f6nne sich an die Ereignisse unmittelbar vor und nach dem Unfall nicht erinnern, nur an den Unfall selbst \u2013 das sei unglaubw\u00fcrdig. Die Aussage stehe im Widerspruch zu einem Video der Fahrt von Emil P., Sekunden vor der Kollision. Dieses belege, so Kaldewei, dass der Angeklagte die Spur unmittelbar vor dem Unfall nicht gewechselt habe.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass der Mitangeklagte Richard M. sowie die beiden jeweiligen Beifahrer deckungsgleich etwas anderes behaupteten, m\u00fcsse eine \u201ebewusste Falschaussage\u201c sein zu dem Zweck, Richard M. zu sch\u00fctzen und Emil P. \u201ef\u00e4lschlicherweise zu belasten\u201c. Das sei \u201eein deutliches Indiz daf\u00fcr, dass der Angeklagte (Richard M.) etwas zu verbergen habe. \u201eWas suchte er auf dem Auffahrtstreifen?\u201c, legte Kaldewei nahe, dass Richard M. wom\u00f6glich versucht habe, Emil P. rechts zu \u00fcberholen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Wagen von Emil P. war es, der bei dem Unfall am 1. Dezember 2023 mit dem VW Polo der beiden Opfer kollidierte, der daraufhin explodierte und ausbrannte. Er und der Mitangeklagte Richard M., heute 22 Jahre alt, waren zum Zeitpunkt des Unfalls Nachwuchsspieler beim <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/1-fc-koeln\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">1. FC K\u00f6ln<\/a>, wurden jedoch infolgedessen freigestellt. Am ersten Prozesstag hatte Richard M. ausgesagt, Emil P. sei nach einer Baustelle von der linken Spur z\u00fcgig auf die rechte gewechselt und habe ihn dabei ausgebremst. Er selbst habe deshalb auf den Standstreifen ausweichen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Widerspr\u00fcchliche Aussagen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Laut Anklage stie\u00dfen die Fahrzeuge der beiden Angeklagten danach zusammen, wodurch Emil P. die Kontrolle verlor und bei hoher Geschwindigkeit in den Wagen der zwei Frauen fuhr, die an diesem Abend auf dem Heimweg von einem Konzert gewesen sein sollen. Die Beifahrer der Angeklagten hatten \u00e4hnliche Aussagen get\u00e4tigt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der so belastete Emil P. hingegen hatte ausgesagt, er sei nach der Baustelle zun\u00e4chst auf der linken Spur gefahren, habe beschleunigt, sp\u00e4ter ein Tempo-120-Schild gesehen und erst dann auf die rechte Spur gewechselt. Dort habe er den Wagen \u201eausrollen lassen\u201c und sei noch etwa 180 bis 190 Stundenkilometer gefahren, als es \u201epl\u00f6tzlich geknallt\u201c habe. Richard M. habe ihn von rechts touchiert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nachdem sein fr\u00fcherer Mannschaftskamerad und Freund ihn am ersten Prozesstag belastet hatte, erhob Emil P. jetzt seinerseits Vorw\u00fcrfe: Eine Woche nach dem Unfall sei der Spielervater (sportlicher Mentor, Anm. d. Red.) von Richard M. auf ihn zugekommen und habe angeboten, dass auch Emil P. von dessen Rechtsanwalt, dem K\u00f6lner Verkehrsrechtler Wolfgang Schenk, verteidigt werden k\u00f6nne, gibt P. in seiner erg\u00e4nzenden Aussage zu Protokoll. Da ein Anwalt allerdings nicht zwei verschiedene Angeklagte in ein und demselben Verfahren verteidigen darf und er nicht nur von dessen Vertreter habe verteidigt werden wollen, habe er sich einen eigenen Anwalt gesucht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Spielervater sei dann wiederum auf ihn und seinen Anwalt zugekommen und habe vorgeschlagen, dass sie sich mit Richard M. und dessen Anwalt Schenk zusammensetzen k\u00f6nnten, um sich zu besprechen. Bei dem Gespr\u00e4ch sei es zun\u00e4chst um den Sachverhalt gegangen, erz\u00e4hlt Emil P., doch dann habe Schenk seine Verteidigungstaktik offenbart. \u201eLieber ein Kopf f\u00e4llt statt zwei\u201c, habe der Anwalt zu ihm gesagt. Schenk und Richard M. h\u00e4tten auf ihn einwirken wollen mit dem Ziel, dass er die Alleinschuld auf sich nimmt. Sein eigener Anwalt sei dabei nach seinem Befinden zu passiv geblieben, so Emil P. weiter. In der Folge habe er sich einen neuen Verteidiger gesucht \u2013 Hendrik Kaldewei.<\/p>\n<p>Zeugen berichten \u00fcber Fahrweise der Angeklagten      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Richard M. verzichtete am zweiten Prozesstag auf weitere \u00c4u\u00dferungen. Mehrere Zeugen, die am Unfallabend ebenfalls auf der A555 unterwegs gewesen waren, schilderten dagegen eindr\u00fccklich, wie sie die Fahrweise der Personen in einem oder beiden Fahrzeugen kurz vor dem Unfall in Erinnerung haben. Emil P. fuhr einen silbernen Audi A5, Richard M. einen ebenfalls silbernen Mercedes E400a.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein 42-j\u00e4hriger Bonner war gemeinsam mit seiner Partnerin, einer 40-j\u00e4hrigen K\u00f6lnerin, auf der Autobahn unterwegs. Vor der Baustelle seien zwei Fahrzeuge rechts und links \u201ein unglaublichem Tempo an uns vorbeigezogen\u201c, sagte die K\u00f6lnerin. Das eine Auto habe es nur ganz knapp vor den Baustellenbarken geschafft, noch vor einem Auto vor ihr einzuscheren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Bonner schilderte den Ablauf \u00e4hnlich: \u201eIch fahre viel Auto, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich fand es erschreckend.\u201c Die Geschwindigkeit bei diesem Man\u00f6ver sch\u00e4tzte er auf etwa 180 Stundenkilometer. Er habe gedacht, dass die zwei Fahrer nach \u201edieser gef\u00e4hrlichen Aktion\u201c gem\u00e4\u00dfigter fahren w\u00fcrden, \u201eaber es ging ja noch weiter\u201c.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einer 32-j\u00e4hrigen Rheinbacherin fiel nur eines der beiden Autos auf: der Audi von Emil P. Dieser habe immer wieder die \u201eLichthupe\u201c genutzt, bis die Autos vor ihr eine Art Rettungsgasse gebildet h\u00e4tten. Dann sei der Audi zwischen den Spuren \u201ehindurch geschossen\u201c, berichtet sie.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einem 32-j\u00e4hrigen Bornheimer, der von der Arbeit auf dem Weg nach Hause war, war eines der Autos ebenfalls vor dem Unfall aufgefallen. Der Fahrer sei in der Baustelle sehr dicht auf Autos vor ihm aufgefahren. \u201eAus einem Bauchgef\u00fchl heraus\u201c habe er sich das Kennzeichen gemerkt. Sp\u00e4ter habe er dieses Auto, den Audi von Emil P., an der Unfallstelle wiedergesehen. Als er angehalten und gefragt habe, ob er helfen k\u00f6nne, habe der Fahrer, der \u201eaufgel\u00f6st\u201c wirkte, gesagt: \u201eIch bin einfach reingebrettert.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der dritte Verhandlungstag ist f\u00fcr den kommenden Montag, 2. M\u00e4rz, angesetzt. Der Prozess dauert noch mindestens bis Ende M\u00e4rz.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dieser Artikel erschien zuerst beim Bonner Generalanzeiger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der zweite Prozesstag am K\u00f6lner Landgericht zum t\u00f6dlichen Unfall auf der A555 bei Wesseling, bei dem eine Mutter&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":825388,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1828],"tags":[184947,75961,15910,19548,4192,20610,4190,513,5543,29,82052,47531,30,184944,1420,184945,65946,1209,1269,38738,16706,55862,1284,184946,3793],"class_list":["post-825387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-koeln","tag-20unfall","tag-22id","tag-abend","tag-angeklagte","tag-angeklagter","tag-anwalt","tag-aussage","tag-auto","tag-autobahn","tag-deutschland","tag-emil","tag-falschaussage","tag-germany","tag-kaldewei","tag-koeln","tag-mitangeklagte","tag-mitangeklagten","tag-nordrhein-westfalen","tag-prozess","tag-prozesstag","tag-rechtsanwalt","tag-richard","tag-unfall","tag-unfallabend","tag-unfallstelle"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116133070479445068","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=825387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825387\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/825388"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=825387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=825387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=825387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}