{"id":825752,"date":"2026-02-25T23:44:12","date_gmt":"2026-02-25T23:44:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825752\/"},"modified":"2026-02-25T23:44:12","modified_gmt":"2026-02-25T23:44:12","slug":"berlin-wie-stehen-die-sterne-warum-astrologie-uns-fasziniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825752\/","title":{"rendered":"Berlin | Wie stehen die Sterne? Warum Astrologie uns fasziniert"},"content":{"rendered":"<p>Horoskop und Co.<\/p>\n<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Ein kurzer Blick ins Tageshoroskop, die Frage nach dem passenden Sternzeichen beim Dating oder das Gef\u00fchl, \u00abtypisch Widder\u00bb zu reagieren: Astrologie \u00fcbt auf viele Menschen eine Faszination aus. Selbst wer nicht wirklich daran glaubt, liest Horoskope oft mit Interesse. Warum eigentlich?<\/p>\n<p>Astrologie ist der Versuch, aus Sternkonstellationen am Himmel etwas \u00fcber unser Leben, unsere Pers\u00f6nlichkeit und unser Schicksal auf der Erde abzuleiten. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) untersucht regelm\u00e4\u00dfig auf Astrologie basierende Prognosen. Hellseherische F\u00e4higkeiten haben Astrologinnen und Astrologen demnach nicht.\u00a0<\/p>\n<p>Astrologie ist vielmehr eine Pseudowissenschaft, die empirisch widerlegt ist. Ein plausibles Fundament, \u00abdas erkl\u00e4ren k\u00f6nnte, wie und warum die Sterne auf unsere Pers\u00f6nlichkeit und Schicksal einwirken k\u00f6nnten\u00bb gibt es nicht, so die GWUP.<\/p>\n<p>Warum f\u00fchlen wir uns trotzdem von Horoskopen und Co. angesprochen? Psychologisch betrachtet stecken dahinter ganz normale Denkmechanismen, erkl\u00e4rt Psychologieprofessor Christoph B\u00f6rdlein.<\/p>\n<p>Warum wir uns gern auf die Sterne verlassen\u00a0<\/p>\n<p>Viele lesen Horoskope einfach wegen des Unterhaltungseffekts \u2013 etwa im Wartezimmer beim Zahnarzt. Hier wirkt der sogenannte <a href=\"https:\/\/dorsch.hogrefe.com\/stichwort\/forer-effekt\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Barnum-Effekt<\/a>. Er beschreibt unsere Tendenz, vage, positiv formulierte Aussagen \u00fcber uns selbst als treffend zu empfinden. Horoskope machen sich diesen Effekt zunutze. In einer Aussage wie \u00abSie gehen gern unter Leute, brauchen aber auch Zeit f\u00fcr sich\u00bb findet sich fast jeder wieder.\u00a0<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Horoskope meist positiv formuliert sind. \u00abSie wirken wie kleine Balsam-Texte, die guttun\u00bb, sagt Christoph B\u00f6rdlein. Steht im Horoskop etwa: \u00abAm Montag erwartet Sie eine freudige \u00dcberraschung\u00bb, findet sich meist irgendein Ereignis, das im Nachhinein passend wirkt. Bleibt die \u00dcberraschung aus, wird das schnell vergessen.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigungstendenz \u2013 wir sehen, was wir glauben<\/p>\n<p>Diesen Mechanismus nennt man in der Psychologie Best\u00e4tigungstendenz (englisch: Confirmation Bias). \u00abWer einmal eine Annahme getroffen hat, neigt dazu, diese im Folgenden immer wieder unwissentlich zu best\u00e4tigen\u00bb, erkl\u00e4rt Prof. B\u00f6rdlein. Wir nehmen also bevorzugt Ereignisse wahr, die unsere \u00dcberzeugung st\u00fctzen \u2013 und blenden Gegenbeispiele aus.<\/p>\n<p>Ein typisches Beispiel: Jemand glaubt, bei Vollmond schlecht zu schlafen. Nach einer unruhigen Nacht folgt der Blick in den Kalender \u2013 tats\u00e4chlich: Es war eine Vollmond-Nacht. Das scheint die Annahme zu best\u00e4tigen. \u00abUnd nun stellen Sie sich vor, es war Vollmond und Sie haben gut geschlafen?\u00bb, so B\u00f6rdlein. Solche widersprechenden F\u00e4lle registrieren wir meist gar nicht bewusst \u2013 oder vergessen sie schnell.<\/p>\n<p>Wenn die Sterndeutung Kontrolle vermittelt<\/p>\n<p>Besonders anf\u00e4llig f\u00fcr derartige \u00dcberzeugungen seien wir in unsicheren Situationen, die \u00abvon wenig objektiver Kontrolle gekennzeichnet sind\u00bb, so der Psychologe. Indem wir uns an Horoskopen oder Astrologie orientieren, versuchen wir dann, unser Grundbed\u00fcrfnis nach einem gewissen Ma\u00df an Kontrolle zu befriedigen.<\/p>\n<p>Ob es um einen neuen Job geht oder um die Partnerwahl: Die \u00abKontroll-Illusion\u00bb, die uns die Astrologie vermittelt, lasse uns kurzfristig souver\u00e4ner und entspannter auftreten. Nach dem Motto: \u00abIch wei\u00df ja ohnehin, dass ein Skorpion nicht zu mir passt.\u00bb<\/p>\n<p>Zwischen Entlastung und Selbstt\u00e4uschung\u00a0<\/p>\n<p>Aus psychologischer Sicht kann Astrologie aber nur kurzfristig entlastend wirken. \u00abAuf lange Sicht ist das ein Verlustgesch\u00e4ft\u00bb, so der Psychologe. Problematisch wird es, wenn Menschen sich auf Astrologie verlassen und so etwa bei wichtigen Entscheidungen Verantwortung abgeben.\u00a0<\/p>\n<p>Wer etwa bei der Partnerwahl daran glaubt, dass \u00abKrebs und Jungfrau perfekt harmonieren\u00bb, erlebt zun\u00e4chst weniger Entscheidungskonflikte. Die Sterne liefern scheinbar klare Antworten.\u00a0<\/p>\n<p>Eine rationale Auseinandersetzung \u2013 etwa mit gemeinsamen Werten, Lebenszielen oder sozialem Hintergrund \u2013 findet hingegen gar nicht statt. Dabei w\u00e4ren solche Kriterien langfristig deutlich verl\u00e4sslichere Voraussichten f\u00fcr stabile Beziehungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Horoskop und Co. Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Ein kurzer Blick ins Tageshoroskop, die Frage nach dem passenden Sternzeichen beim&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":825753,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[66867,1605,2632,3364,29,30,141,184995,1209,13353,624,5016,20900,625],"class_list":["post-825752","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-astrologie","tag-bielefeld","tag-brcmj","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-gesundheit","tag-horsokope","tag-nordrhein-westfalen","tag-psychologie","tag-ratgeber","tag-sternzeichen","tag-tmn0305","tag-verbraucher"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116133931621828404","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=825752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825752\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/825753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=825752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=825752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=825752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}