{"id":825848,"date":"2026-02-26T00:39:15","date_gmt":"2026-02-26T00:39:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825848\/"},"modified":"2026-02-26T00:39:15","modified_gmt":"2026-02-26T00:39:15","slug":"zdf-kritik-am-eigenen-sender-mitarbeiter-sprechen-intern-von-relotius-moment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/825848\/","title":{"rendered":"ZDF: Kritik am eigenen Sender \u2013 Mitarbeiter sprechen intern von \u201eRelotius-Moment\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hat die Ausstrahlung von nicht gekennzeichnetem KI-Material in einer internen Betriebsversammlung als \u201eschweren Fehler\u201c bezeichnet. Das berichten das Portal \u201eNius\u201c und der freie Journalist Alexander Teske \u00fcbereinstimmend. Demnach erkl\u00e4rte Schausten vor rund 1100 online zugeschalteten Mitarbeitern, die Verantwortung f\u00fcr den Beitrag liege allein bei der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/medien\/article699dcef0f15d29bebb9404f2\/ki-fake-im-heute-journal-zdf-chefredakteurin-schausten-verteidigt-abberufung-von-korrespondentin.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/medien\/article699dcef0f15d29bebb9404f2\/ki-fake-im-heute-journal-zdf-chefredakteurin-schausten-verteidigt-abberufung-von-korrespondentin.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mittlerweile abberufenen Korrespondentin<\/a> in New York, Nicola Albrecht.<\/p>\n<p>\u201eNius\u201c zitierte aus Videoaufnahmen und Tonmitschnitten der Konferenz, in der Schausten sagte, Albrecht habe das KI-Video \u201ebewusst\u201c\u00a0in ihrem Beitrag verwendet. Die Kollegin sei davon ausgegangen, dass \u201edas geht\u201c, wenn sie es kennzeichne. \u201eSie wollte es noch nicht mal verheimlichen, dass es KI ist.\u201c Die Szene sei \u201ewissentlich eingeschnitten\u201c worden. Eine Kennzeichnung f\u00fcr den Zuschauer war in der Sequenz nicht vorhanden.<\/p>\n<p>In dem Beitrag f\u00fcr das \u201eheute journal\u201c  ging es um Abschieberazzien der US-Einwanderungsbeh\u00f6rde ICE. Daf\u00fcr wurde KI-generiertes Bildmaterial aus dem Internet verwendet, das Kinder zeigt, die sich an ihre Mutter klammern. Eine weitere Szene war nach ZDF-Angaben zwar real, stammte aber aus einem anderen Kontext und aus dem Jahr 2022.<\/p>\n<p>Schausten betonte in der Versammlung mehrfach, dass dieses Vorgehen \u201enicht zul\u00e4ssig\u201c sei und es sich um einen Versto\u00df gegen journalistische Standards handle. Das Material sei in der Redaktion nicht noch einmal \u00fcberpr\u00fcft worden. Es seien bedauerliche Fehler auf allen Ebenen passiert, man m\u00fcsse noch besser aufpassen. \u201eDas darf sich nicht noch einmal wiederholen\u201c, wird Schausten in einem Text zitiert, den Alexander Teske auf X ver\u00f6ffentlicht hat.<\/p>\n<p>Den Berichten zufolge schaltete sich auch US-Korrespondent Elmar Theve\u00dfen ein. \u201eIch will nur eines sehr klar machen: Kein einziges Wort an den Beitr\u00e4gen von Nicola war falsch\u201c, sagte er. Theve\u00dfen soll von einer \u201eAngst unter den Menschen\u201c gesprochen haben, die Albrecht richtig abgebildet habe. \u201eUnd ich finde es schade, wenn im Grunde das Geraune von ,Nius\u2018 und anderen \u00fcbernommen wird bei uns, wenn wir uns doch tats\u00e4chlich in unserer Berichterstattung in dieser Sache wirklich nichts vorzuwerfen haben, sondern die Realit\u00e4t abbilden.\u201c<\/p>\n<p>Schausten \u00e4u\u00dferte sich auch zu Dunja Hayali, die den Beitrag im \u201eheute journal\u201c anmoderiert hatte. Hayali habe <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6995e31f026df14c655f7754\/beitrag-ueber-ice-einsaetze-krasse-faelschung-absolutes-no-go-heftige-kritik-an-zdf-fuer-nutzung-von-ki-videos.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6995e31f026df14c655f7754\/beitrag-ueber-ice-einsaetze-krasse-faelschung-absolutes-no-go-heftige-kritik-an-zdf-fuer-nutzung-von-ki-videos.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von dem KI-Material<\/a> nichts gewusst, sie habe die Information erhalten, dass es sich um ein gek\u00fcrztes St\u00fcck aus dem Mittagsmagazin handle, wo der Beitrag in einer Fassung ohne KI-Inhalt gelaufen war. \u201eEs w\u00e4re sch\u00f6n gewesen, sie h\u00e4tte sich die Sachen auch nochmal angeguckt, dann h\u00e4tte sie gesehen, dass es nicht nur gek\u00fcrzt ist, sondern ver\u00e4ndert\u201c, sagte Schausten.<\/p>\n<p>\u201eEine totale Zuspitzung auf das Narrativ\u201c, beklagt ein ZDF-Mitarbeiter<\/p>\n<p>In der Betriebsversammlung sollen Mitarbeiter auch die Arbeitsweise des ZDF kritisiert haben. Ein Journalist sprach laut \u201eNius\u201c von einem \u201eKampf- und Verteidigungsmodus \u201aWir gegen die da drau\u00dfen\u2018\u201c, mit dem man nicht weiterkomme. Der kritisierte Beitrag habe die Realit\u00e4t reduziert \u201eauf diese eine krasse Geschichte unschuldiger armer Einwandererkinder in Angst vor dem b\u00f6sen Trump\u201c. Das sei \u201eeine totale Zuspitzung auf das Narrativ, das wir seit neun Jahren bedienen\u201c. Trump werde nur \u201ein negativen Konnotationen\u201c gezeigt.<\/p>\n<p>Der Mitarbeiter fragte: \u201eIst das vielleicht ein Relotius-Moment des ZDF? Also wollen wir etwas so sehr, dass wir dann auch vielleicht die Gr\u00fcndlichkeit vermissen lassen, die ganze Geschichte zu hinterfragen?\u201c Der Autor <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/medien\/article231510817\/Claas-Relotius-bricht-nach-zweieinhalb-Jahren-sein-Schweigen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/medien\/article231510817\/Claas-Relotius-bricht-nach-zweieinhalb-Jahren-sein-Schweigen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Claas Relotius<\/a> hatte beim \u201eSpiegel\u201c\u00a0jahrelang Geschichten erfunden, was auch deshalb nicht auffiel, weil seine F\u00e4lschungen zur Weltanschauung vieler Kollegen passten und nicht hinterfragt wurden.<\/p>\n<p>Auch eine andere ZDF-Mitarbeiterin erinnerte daran, wie unkritisch in der \u201eSpiegel\u201c-Redaktion mit Relotius\u2018 Reportagen umgegangen wurde: \u201eUnseren Relotius-Moment, den haben wir sehr wohl.\u201c Sie sei in einer Schalte gewesen, in der der Beitrag mit der KI-Sequenz besprochen wurde. \u201eUnd nicht wenige haben gesagt, was f\u00fcr ein emotionales Bild.\u201c Schausten soll an dieser Stelle widersprochen haben. Dies sei \u201ekein Relotius-Moment\u201c, sagte die Chefredakteurin. \u201eEs gab nicht diese Absicht zu t\u00e4uschen, sondern sie wollte noch nicht einmal verschleiern, dass sie ein KI-generiertes Bild verwendet hat, sie h\u00e4tte es nur nicht verwenden d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hat die Ausstrahlung von nicht gekennzeichnetem KI-Material in einer internen Betriebsversammlung als \u201eschweren Fehler\u201c bezeichnet.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":825849,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1773],"tags":[130669,175036,29,214,30,1256,110,185021,130668,471,1780,215,1448],"class_list":["post-825848","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-serien","tag-bettina","tag-claas","tag-deutschland","tag-entertainment","tag-germany","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-newsteam","tag-relotius","tag-schausten","tag-serien","tag-series","tag-unterhaltung","tag-zdf"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116134147814130974","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=825848"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/825848\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/825849"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=825848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=825848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=825848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}