{"id":826349,"date":"2026-02-26T05:21:14","date_gmt":"2026-02-26T05:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826349\/"},"modified":"2026-02-26T05:21:14","modified_gmt":"2026-02-26T05:21:14","slug":"russlands-drohnenterror-gegen-zivilisten-ausstellung-in-berlin-zeigt-zerbombtes-hilfsfahrzeug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826349\/","title":{"rendered":"Russlands Drohnenterror gegen Zivilisten \u2013 Ausstellung in Berlin zeigt zerbombtes Hilfsfahrzeug"},"content":{"rendered":"<p>Zersplitterte Windschutzscheibe, ein klaffendes Loch im Dach, Einschussl\u00f6cher im Blech und ein verw\u00fcsteter Innenraum: Mitten in Berlin steht ein silbergrauer Fiat Transporter der in der Ukraine von einer Drohne angegriffen wurde.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Im Hintergrund l\u00e4uft ein Video der russischen Drohne, das zeigt, wie sie das &#8222;Sozialtaxi&#8220; ins Visier nimmt \u2013 Sekunden bevor es getroffen wird. Das Video, erkl\u00e4rt Enno Lenze, Gr\u00fcnder des Berlin Story Bunker, sei dem Museum vom ukrainischen Geheimdienst \u00fcbergeben worden. <\/p>\n<p>In dem Wagen sa\u00dfen zwei Helfer: Oleg Konekt Salnyk und Oleg Degusarov. Die beiden arbeiteten in der ukrainischen Region Cherson f\u00fcr eine Freiwilligeneinheit und halfen Zivilisten bei der Evakuierung. So haben sie unter anderem alte Leute zum Arzt gefahren, die &#8222;einfach nicht wegziehen wollten&#8220;, so Lenze im Gespr\u00e4ch mit Euronews.<\/p>\n<p>Get\u00f6teter Oleg: &#8222;Ich bleibe, ich helfe&#8220;<\/p>\n<p>Am 2. M\u00e4rz 2022 wurde Cherson von den Russen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2023\/11\/09\/cherson-ein-jahr-nach-der-befreiung-eltern-im-dilemma\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">besetzt<\/a>. Ende des Jahres, am 11. November wurde die Stadt von den ukrainischen Streitkr\u00e4ften befreit. Ein Teil der Region ist jedoch bis heute <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2023\/11\/16\/russifizierung-in-der-ukraine-wie-russland-in-den-besetzten-gebieten-die-umerziehung-voran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von Russland <\/a>okkupiert. <\/p>\n<p>Museumschef Lenze erkl\u00e4rt, dass sein Freund Oleg Konekt Salnyk die Stadt nicht verlassen wollte, obwohl er es gekonnt h\u00e4tte. &#8222;Er ist auch in der besetzten Stadt geblieben, er ist danach geblieben und hat gesagt, &#8218;das ist meine Stadt und egal wie es hier aussieht, ich bleibe, ich helfe'&#8220;, so Lenze. Salnyk begr\u00fcndete Lenze zufolge seine Entscheidung damit, dass &#8222;wenn alle gehen, keiner mehr da ist&#8220;, um den Menschen vor Ort zu helfen.<\/p>\n<p>Am 12. April 2025 sind die beiden Olegs mit ihrem Transporter unterwegs nach Antoniwka bei Cherson. Vor einem Haus halten sie den Wagen an, Salnyk steigt aus. Ein Mann warnt die beiden vor einer russischen Drohne \u2013 kurz darauf schl\u00e4gt sie in das Dach des Fahrzeugs ein und explodiert. <\/p>\n<p>Schwer verletzt kann sich Degusarov aus dem Wagen retten und noch zu seinem Freund gelangen, der den Angriff jedoch nicht \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Heute steht das zerst\u00f6rte &#8222;Sozialtaxi&#8220;, mit dem die beiden Olegs im Kriegsgebiet Menschen versorgt haben, in Berlin. Lenze kannte die Helfer und ihr Projekt pers\u00f6nlich und war fr\u00fcher selbst mit dem Fahrzeug unterwegs. Mit Degusarov, der den Angriff \u00fcberlebte, sei er schon zuvor zweimal vor russischen Drohnen geflohen. Damals ging alles gut \u2013 dieses Mal nicht. <\/p>\n<p>&#8222;Mal schafft man es und manchmal sterben Freunde&#8220;, sagt Lenze. &#8222;Genau das wollen wir hier auch zeigen&#8220;, erg\u00e4nzt er und erkl\u00e4rt, dass sie die Besucher jedoch nicht \u00fcberw\u00e4ltigen oder ihnen &#8222;etwas aufdr\u00fccken&#8220; wollen. &#8222;Wir sagen nur: Das ist passiert. Jetzt wei\u00dft du mehr \u2013 und kannst dir \u00fcberlegen, was das f\u00fcr dich bedeutet.&#8220;<\/p>\n<p>Da Lenze die beiden Olegs und das Projekt kannte und fr\u00fcher selber mit dem Transporter gefahren ist, war f\u00fcr ihn klar, dass das Objekt nach Berlin gebracht werden muss. Dort soll es die Geschichte von Oleg Konekt Salnyk und Oleg Degusarov erz\u00e4hlen, damit &#8222;man eben mal sieht, wie so ein Kriegsverbrechen aussieht&#8220;, so Lenze.<\/p>\n<p>Die International NGO Safety Organisation (INSO) hat am 24. Februar dieses Jahres eine <a href=\"https:\/\/ngosafety.org\/latest\/four-years-into-the-full-scale-invasion-of-ukraine-protection-for-humanitarians-is-failing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Analyse<\/a> ver\u00f6ffentlicht, in der es hei\u00dft, dass seit Beginn der Invasion im Februar 2022 mindestens 39.000 Zivilisten get\u00f6tet worden sind, darunter Ersthelfer, humanit\u00e4re Helfer und lokale Freiwillige, die nach internationalem Recht eigentlich gesch\u00fctzt sind. Wie bei dem Angriff auf das Fahrzeug der beiden Olegs, setzt Russland zunehmend Drohnen ein, um humanit\u00e4re Helfer anzugreifen.<\/p>\n<p>Neben dem zerst\u00f6rten &#8222;Sozialtaxi&#8220; der beiden Olegs, sind in der Ukraine-Ausstellung im Berlin Story Bunker auch verschiedene Drohnen zu sehen, Fragmente russischer Raketen sowie Objekte wie ein Funkger\u00e4t des russischen Geheimdienstes FSB, in dem ein westlicher Chip verbaut ist. <\/p>\n<p>Die Ausstellung beginnt mit dem 24. Februar 2022 \u2013 dem Tag der russischen Vollinvasion. Zu sehen ist ein <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2022\/03\/05\/selenskyj-profile\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Screenshot aus einem Video<\/a>, das der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj kurz nach Beginn der Angriffe in den sozialen Netzwerken ver\u00f6ffentlichte. Darin versichert er den Menschen in der Ukraine, dass er und andere f\u00fchrende Politiker in Kyjiw bleiben werden.<\/p>\n<p>Das Video \u2013 und vor allem dieser Satz \u2013 wurde zu einem der pr\u00e4gendsten Momente der ersten Kriegstage und ging um die Welt. Unter dem Bild: Ein Kasten mit Flaschen, die f\u00fcr Molotov-Cocktails verwendet wurden neben einer Javelin- Startr\u00f6hre.<\/p>\n<p>In der Ausstellung wird der russische Angriffskrieg aus mehreren Perspektiven beleuchtet: die Ereignisse in der Ukraine ebenso wie die Reaktionen in Deutschland. Dazu geh\u00f6rt auch eine Tafel mit einem Zitat des ehemaligen ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk. Darin berichtet er, der damalige Finanzminister Christian Lindner habe ihm gesagt, der Ukraine blieben &#8222;nur wenige Stunden&#8220; und Kyjiw solle eine Niederlage akzeptieren. <\/p>\n<p>Mit dieser Mischung aus pers\u00f6nlichen Geschichten und Kriegsartefakten will Lenze den Krieg f\u00fcr Besucher greifbarer machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zersplitterte Windschutzscheibe, ein klaffendes Loch im Dach, Einschussl\u00f6cher im Blech und ein verw\u00fcsteter Innenraum: Mitten in Berlin steht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":826350,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,296,10068,13,1435,14,15,307,12,317],"class_list":{"0":"post-826349","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-berlin","11":"tag-drohnen","12":"tag-headlines","13":"tag-krieg-in-der-ukraine","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116135256899066461","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/826349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=826349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/826349\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/826350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=826349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=826349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=826349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}