{"id":826669,"date":"2026-02-26T08:26:12","date_gmt":"2026-02-26T08:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826669\/"},"modified":"2026-02-26T08:26:12","modified_gmt":"2026-02-26T08:26:12","slug":"bakterien-gewinnen-metalle-fraunhofer-fep-dresden-forscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826669\/","title":{"rendered":"Bakterien gewinnen Metalle \u2013 Fraunhofer FEP Dresden forscht"},"content":{"rendered":"<p>Kupfer steckt im Smartphone, im Elektroauto, in der Heizungsanlage. Doch die Minen werden leerer, die Erze \u00e4rmer. Viele leicht zug\u00e4ngliche Erzlagerst\u00e4tten sind bereits erschlossen, und neue Vorkommen enthalten oft geringere Metallkonzentrationen. Woher soll das Metall der Zukunft kommen? Forschende am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden haben darauf eine \u00fcberraschende Antwort: aus dem Abfall \u2013 und mit Hilfe von Bakterien.<\/p>\n<p>Die Idee klingt ungew\u00f6hnlich, funktioniert aber. Bestimmte Mikroorganismen k\u00f6nnen Metalle wie Kupfer, Indium oder Vanadium aus Erzen und Industrieabf\u00e4llen herausl\u00f6sen. Diesen Vorgang nennt man Biolaugung. Die Bakterien fressen sich dabei durch sogenannte Metallsulfide, Verbindungen, in denen Metalle chemisch gebunden sind. Das Verfahren gilt als besonders umweltfreundlich, weil es ohne giftige Chemikalien und klimasch\u00e4dliche Emissionen auskommt und deutlich weniger Energie braucht als herk\u00f6mmliche Schmelzverfahren.<\/p>\n<p>Bakterien als Bergarbeiter<\/p>\n<p>Das Dresdner Fraunhofer FEP hat diese Methode nun entscheidend verbessert. Die Forschenden koppeln einen Bioreaktor, einen Beh\u00e4lter, in dem die Bakterien leben und arbeiten, mit einer Quelle f\u00fcr niederenergetische Elektronen. Elektronen sind winzige, negativ geladene Teilchen. In geb\u00fcndelter Form als Strahl k\u00f6nnen sie gezielt auf Fl\u00fcssigkeiten und Organismen einwirken. Bei ersten Versuchen steigerte die Bestrahlung die Kupferausbeute um zehn Prozent, ohne dass die Bakterien Schaden nahmen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir nutzen winzig kleine Lebewesen als Bergarbeiter und geben ihnen mit Elektronenstrahlung einen Extra-Schub&#8220;, beschreibt Forschungsleiterin Prof. Dr. Simone Schopf das Prinzip. &#8222;Damit holen wir wertvolle Metalle aus Material zur\u00fcck, das bisher als Abfall galt \u2013 das ist gelebte Kreislaufwirtschaft.&#8220;Kreislaufwirtschaft bedeutet: Rohstoffe werden nicht einfach verbraucht und weggeworfen, sondern immer wieder neu genutzt. Die Technologie und kann die R\u00fcckgewinnung wertvoller Metalle wirtschaftlicher machen.<\/p>\n<p>Beitrag f\u00fcr den Umweltschutz<\/p>\n<p>Die Hybridanlage ist seit Kurzem in Betrieb. Sie l\u00e4sst sich flexibel einsetzen, braucht wenig Platz und ist skalierbar, kann also f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Mengen ausgebaut werden. &#8222;Die Kombination aus Elektronenstrahl und Bioreaktor er\u00f6ffnet v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten, biotechnologische Prozesse gezielt zu steuern und deren Effizienz zu steigern&#8220;, erg\u00e4nzt die Wissenschaftlerin.&#8220; Das sei ein wichtiger Beitrag f\u00fcr die Rohstoffsicherung und den Umweltschutz.<\/p>\n<p>Neben der Metallgewinnung k\u00f6nnte die Technologie k\u00fcnftig auch bei der Abwasserbehandlung oder der Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe eingesetzt werden. Das Fraunhofer FEP sucht bereits Partner aus Industrie und Forschung, um die Anlage gemeinsam weiterzuentwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kupfer steckt im Smartphone, im Elektroauto, in der Heizungsanlage. Doch die Minen werden leerer, die Erze \u00e4rmer. 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