{"id":826735,"date":"2026-02-26T09:03:11","date_gmt":"2026-02-26T09:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826735\/"},"modified":"2026-02-26T09:03:11","modified_gmt":"2026-02-26T09:03:11","slug":"berlinale-filmschaffende-stellen-sich-hinter-tricia-tuttle-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826735\/","title":{"rendered":"Berlinale: Filmschaffende stellen sich hinter Tricia Tuttle"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Hunderte<br \/>\nFilmschaffende haben sich in einem offenen Brief gegen eine m\u00f6gliche Abberufung von Berlinale-Chefin<br \/>\nTricia Tuttle ausgesprochen. Sie verfolgten die Debatten mit gro\u00dfer<br \/>\nSorge, hei\u00dft es in dem Schreiben, das von einer Filmagentur verschickt<br \/>\nwurde und knapp 700 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner auflistet, darunter Regisseur Tom<br \/>\nTykwer (Babylon Berlin), Schauspielerin Tilda Swinton (The Room Next<br \/>\nDoor) und den fr\u00fcheren Jurypr\u00e4sidenten und Filmemacher Todd Haynes<br \/>\n(Carol).\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Wenn in einer au\u00dferordentlichen Sitzung \u00fcber<br \/>\ndie Zukunft der Festivalleitung entschieden wird, steht mehr auf dem<br \/>\nSpiel als eine Personalfrage. Es geht um den Umgang mit k\u00fcnstlerischer<br \/>\nFreiheit und institutioneller Unabh\u00e4ngigkeit&#8220;, hei\u00dft es in dem Schreiben.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat f\u00fcr<br \/>\ndiesen Donnerstag <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/film\/2026-02\/internationale-filmfestspiele-berlin-berlinale-wolfram-weimer-sondersitzung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">eine au\u00dferordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen<\/a>.<br \/>\n Laut Bild-Zeitung k\u00f6nnte die<br \/>\n US-Amerikanerin Tuttle, die die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlinale\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlinale<\/a> seit 2024 leitet, vorzeitig ihren Posten verlassen.  Weimers Sprecher und<br \/>\ndie Berlinale \u00e4u\u00dferten sich dazu nicht. Vor der Sitzung hatte bereits die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/film\/2026-02\/berlinale-deutsche-filmakademie-einflussnahme-tricia-tuttle-wolfram-weimer\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Deutsche Filmakademie vor politischer Einflussnahme auf die Berlinale gewarnt<\/a>.\n<\/p>\n<p>        Kulturrat warnt vor Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch die Europ\u00e4ische Filmakademie stellte sich hinter Tuttle. In einem Statement \u00e4u\u00dferte die Akademie ihre &#8222;aufrichtige Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Arbeit von Tricia Tuttle als Festivaldirektorin&#8220;. Unter ihrer Leitung habe die Berlinale ihre Rolle &#8222;als zentrales internationales Festival und als Marktplatz f\u00fcr den europ\u00e4ischen Film weiter gefestigt&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Deutsche Kulturrat warnte vor einer Einschr\u00e4nkung der Kunst- und Meinungsfreiheit. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Olaf Zimmermann forderte Kulturstaatsminister Weimer auf, die<br \/>\nUnabh\u00e4ngigkeit der Berlinale vor staatlichen Eingriffen zu sichern.<br \/>\nZugleich distanzierte sich Zimmermann von \u00c4u\u00dferungen des pal\u00e4stinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib, der Deutschland eine Beteiligung am &#8222;V\u00f6lkermord im Gazastreifen&#8220; vorgeworfen hatte. Diese seien allerdings &#8222;von der<br \/>\ngrundgesetzlich gesicherten Meinungsfreiheit gedeckt&#8220;.\n<\/p>\n<p>        Volker Schl\u00f6ndorff und Daniel Kehlmann bef\u00fcrchten Schaden f\u00fcr Berlinale        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In einem weiteren Brief an Wolfgang Weimer warnten Regisseur <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/volker-schloendorff\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Volker Schl\u00f6ndorff<\/a> und Schriftsteller Daniel Kehlmann, dass eine m\u00f6gliche Entlassung Tuttles &#8222;das Ende der Berlinale auf viele Jahre hinaus&#8220; w\u00e4re. In dem Schreiben, das der ZEIT vorliegt, hinterfragen die beiden Verfasser den politischen Kurs Weimers und mahnen, dass die Position der Festivalleitung zu einem &#8222;Himmelfahrtsposten&#8220; werden k\u00f6nnte. Die Berlinale w\u00fcrde zu einer &#8222;Provinzveranstaltung&#8220; verkommen, ihr Image und das &#8222;des Kulturlandes Deutschland&#8220; sowie von Kulturstaatsminister Weimer &#8222;w\u00e4ren auf Dauer besch\u00e4digt&#8220;.\n<\/p>\n<blockquote class=\"quote__text\"><p>Ein Filmfestival ist ohne Freiheit der Rede nicht zu haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>    Regisseur Volker Schl\u00f6ndorff und Schriftsteller Daniel Kehlmann<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">W\u00e4hrend des <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/berlinale\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Festivals<\/a> gab es mehrfach Debatten zum Umgang mit dem Nahostkonflikt. Mehrere<br \/>\nFilmschaffende, darunter Swinton und Javier Bardem, hatten der Berlinale in einem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/film\/2026-02\/berlinale-offener-brief-gaza-krieg-kritik\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">offenen Brief<\/a> eine mangelnde Positionierung zum <a href=\"https:\/\/zeit.de\/thema\/gaza\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gazakrieg<\/a> vorgeworfen. In Deutschland stie\u00df eine Rede des<br \/>\nsyrisch-pal\u00e4stinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib auf heftigen<br \/>\nWiderspruch. Er hatte der Bundesregierung vorgeworfen,<br \/>\nPartner &#8222;des V\u00f6lkermords im Gazastreifen&#8220; zu sein. Bundesumweltminister<br \/>\nCarsten Schneider (SPD) verlie\u00df daraufhin den Saal. Israels Regierung streitet<br \/>\n ab, im Gazastreifen einen V\u00f6lkermord zu begehen. Auch die<br \/>\nBundesregierung weist den Vorwurf zur\u00fcck.\n<\/p>\n<p>        Warnung vor Kontrolle statt Diskurs        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Filmschaffenden schreiben in dem Brief, zuletzt seien \u00c4u\u00dferungen kritisiert worden, die auf der B\u00fchne<br \/>\ngefallen seien: &#8222;Keine dieser Aussagen stammt von der Festivalleitung<br \/>\nselbst, sondern von eingeladenen Filmschaffenden.&#8220; Ein internationales<br \/>\nFestival sei kein diplomatisches Ereignis, sondern ein sch\u00fctzenswerter<br \/>\nOrt der Demokratie. &#8222;Seine St\u00e4rke liegt darin, unterschiedliche<br \/>\nPerspektiven auszuhalten und vielf\u00e4ltige Stimmen sichtbar zu machen.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch ein Foto der Festivalleitung mit Filmschaffenden, auf dem eine<br \/>\npal\u00e4stinensische Flagge zu sehen gewesen sei, sei kritisiert worden.<br \/>\n&#8222;Sich mit internationalen G\u00e4sten fotografieren zu lassen, geh\u00f6rt zur<br \/>\nPraxis eines solchen Festivals&#8220;, hei\u00dft es dazu in dem Brief.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">&#8222;Wenn aus einzelnen Wortmeldungen oder<br \/>\nsymbolischen Deutungen personelle Konsequenzen abgeleitet werden,<br \/>\nentsteht ein problematisches Signal: Kulturinstitutionen geraten unter<br \/>\npolitischen Erwartungsdruck&#8220;, hei\u00dft es in dem Schreiben. Wenn jede<br \/>\nKontroverse institutionelle Konsequenzen nach sich ziehe, &#8222;wird aus<br \/>\nDiskurs Kontrolle&#8220;, warnen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner.\n<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>            Berlinale        <\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/film\/2026-02\/berlinale-chefin-tricia-tuttle-wolfram-weimer-aufsichtsrat\" data-ct-label=\"Berlinale-Chefin Tricia Tuttle: Ihr Verlust w\u00e4re eine Katastrophe\" data-uuid=\"f1dc2e2a-557c-4b51-bb55-09febee3f655\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Berlinale-Chefin Tricia Tuttle:<br \/>\n                        Ihr Verlust w\u00e4re eine Katastrophe<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/2026-02\/berlinale-streit-kuenstlerische-freiheit-kunst-meinung\" data-ct-label=\"Berlinale-Streit: Jedes Werk ein Schlachtfeld\" data-uuid=\"fd7d26a4-d708-4cb6-91c1-a8ce2550a93c\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Berlinale-Streit:<br \/>\n                        Jedes Werk ein Schlachtfeld<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/feuilleton\/film\/2026-02\/berlinale-preisverleihung-goldener-baer-ilker-catak-gelbe-briefe-sandra-hueller-rose\" data-ct-label=\"Berlinale 2026: Preisverleihung in einer aufgew\u00fchlten Welt\" data-uuid=\"2abe2ead-7d13-4050-8def-b81f0932efa8\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Berlinale 2026:<br \/>\n                        Preisverleihung in einer aufgew\u00fchlten Welt<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hunderte Filmschaffende haben sich in einem offenen Brief gegen eine m\u00f6gliche Abberufung von Berlinale-Chefin Tricia Tuttle ausgesprochen. 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