{"id":826932,"date":"2026-02-26T10:52:19","date_gmt":"2026-02-26T10:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826932\/"},"modified":"2026-02-26T10:52:19","modified_gmt":"2026-02-26T10:52:19","slug":"andrew-und-mandelson-die-briten-verzeihen-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/826932\/","title":{"rendered":"Andrew und Mandelson: Die Briten verzeihen nicht"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Erst Andrew, nun auch der fr\u00fchere US-Botschafter Gro\u00dfbritanniens Peter Mandelson: Am Montagabend wurde der 72-J\u00e4hrige im Londoner Stadtteil Camden von der Polizei abgef\u00fchrt \u2013 nur vier Tage nach der Festnahme des Bruders von <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/personen\/aa-charles-iii\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">K\u00f6nig Charles<\/a>. Anders als der Ex-Prinz versteckte er sich nicht, als er aus seinem Haus gebracht wurde. M\u00f6glicherweise auch, um Bilder zu vermeiden, wie sie nach der Entlassung Andrews um die Welt gegangen waren: schockiert auf dem R\u00fccksitz eines Wagens, im kalten Blitzlicht. Damit steht in Gro\u00dfbritannien nicht nur ein \u201eSenior Royal\u201c, sondern auch ein fr\u00fcherer Spitzenminister im Fokus polizeilicher Ermittlungen durch den Epstein-Skandal.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Noch vor einem Jahr stand Peter Mandelson auf dem Zenit<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein bemerkenswerter Absturz. Noch vor einem Jahr hatte Peter Mandelson eines der prominentesten \u00c4mter inne, die der britische Staat zu vergeben hat: Botschafter Seiner Majest\u00e4t in den Vereinigten Staaten. Starmer hatte ihn nach Washington entsandt, weil er als politisches Schwergewicht und damit als geeigneter Ansprechpartner f\u00fcr US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/personen\/aa-donald-trump\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Donald Trump<\/a> galt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Am Montagabend verbrachte der Ex-Diplomat, der bereits im September abgesetzt worden war, jedoch mehrere Stunden auf einer Polizeiwache. Festgenommen wegen des Verdachts auf Missbrauch eines \u00f6ffentlichen Amtes. Ausl\u00f6ser der Ermittlungen waren Dokumente aus den Epstein-Akten, die nahelegen, er habe w\u00e4hrend seiner Zeit als Wirtschaftsminister von 2008 bis 2010 markt\u00adsensible Informationen an den verurteilten Sexualstraft\u00e4ter Jeffrey Epstein weitergegeben. Kritisch w\u00e4re dies insbesondere deshalb, weil Epstein im Finanzsektor t\u00e4tig war und von vertraulichen wirtschaftspolitischen Informationen potenziell h\u00e4tte profitieren k\u00f6nnen.\u00a0\n  <\/p>\n<p>            F\u00fcr Premier Keir Starmer k\u00f6nnte es noch mal eng werden<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Keir Starmer ist die Aff\u00e4re politisch explosiv. Schon die Ernennung Mandelsons zum Botschafter im Februar 2025 war h\u00f6chst umstritten. Kritiker warnten vor dessen Altlasten. Als Ende Januar Mandelsons fr\u00fchere Kontakte zu Epstein durch die Ver\u00f6ffentlichung von Dokumenten durch den US-Kongress erneut Schlagzeilen machten, geriet Starmer erst recht in die Kritik. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/mandelson-kontakte-zu-epstein-keir-starmer-geraet-unter-druck-113376823\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Der Premier entging nur knapp einem Putsch.<\/a> Seither h\u00e4ngt seine Regierung am seidenen Faden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Vorg\u00e4nge werfen zudem eine grunds\u00e4tzliche Frage auf: Warum geraten im Vereinigten K\u00f6nigreich selbst derart m\u00e4chtige Akteure so massiv unter Druck, w\u00e4hrend Verd\u00e4chtige in den USA bislang weitgehend ungeschoren davonkommen? Der britische Autor und Historiker Jonathan Dimbleby betont, Polizei und Justiz gingen nicht \u201emit Samthandschuhen\u201c vor. Gerade dieser Umstand zeige die Robustheit britischer Institutionen. Niemand stehe formell \u00fcber dem Gesetz.\u00a0Im Kontrast dazu erschienen Verfahren in den USA st\u00e4rker <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/epstein-files-sexualisierte-gewalt-endet-nicht-damit-dass-politiker-zuruecktreten-113417626\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">durch parteipolitische Loyalit\u00e4ten blockiert<\/a>.\n  <\/p>\n<p>            In Gro\u00dfbritannien gilt das Prinzip des \u201efeinen Kerls\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung liefert der britische Historiker Peter Hennessy mit seiner \u201eGood Chap\u201c-Theorie \u2013 w\u00f6rtlich dem Prinzip des \u201efeinen Kerls\u201c. Gemeint ist die unausgesprochene Erwartung, dass Minister und hohe Beamte sich an ungeschriebene Regeln halten, Ma\u00df und Grenzen ihrer Macht kennen. Wer gegen diese impliziten Normen verst\u00f6\u00dft, verliert auf der Insel rasch an R\u00fcckhalt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Hinzu kommt eine au\u00dfergew\u00f6hnlich schlagkr\u00e4ftige Medienlandschaft auf der Insel. Nic Newman, Journalist und Digital-Experte, beschreibt Gro\u00dfbritannien als Land mit einer \u201ebesonders wettbewerbsintensiven\u201c Presse. Rund ein Dutzend landesweiter Tageszeitungen \u2013 mehr als in Frankreich und Deutschland \u2013 konkurrieren um Enth\u00fcllungen und Schlagzeilen. Seit Wochen dominieren Andrew und Mandelson die Titelseiten. Die Skandale lassen sich kaum aussitzen.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Susanne Ebner<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Jeffrey Epstein<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Keir Starmer<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erst Andrew, nun auch der fr\u00fchere US-Botschafter Gro\u00dfbritanniens Peter Mandelson: Am Montagabend wurde der 72-J\u00e4hrige im Londoner Stadtteil&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":826933,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3976],"tags":[331,332,1758,106,980,551,13,23542,5554,7107,14,15,163707,121,12,3992,3993,3994,64,3995,3996,3997],"class_list":["post-826932","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-vereinigtes-koenigreich","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-charles-iii","tag-donald-trump","tag-festnahme","tag-grossbritannien","tag-headlines","tag-jeffrey-epstein","tag-keir-starmer","tag-koenigreich","tag-nachrichten","tag-news","tag-peter-mandelson","tag-polizei","tag-schlagzeilen","tag-uk","tag-united-kingdom","tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","tag-usa","tag-vereinigtes-koenigreich","tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116136558401238578","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/826932","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=826932"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/826932\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/826933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=826932"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=826932"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=826932"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}