{"id":828009,"date":"2026-02-26T20:44:14","date_gmt":"2026-02-26T20:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828009\/"},"modified":"2026-02-26T20:44:14","modified_gmt":"2026-02-26T20:44:14","slug":"keine-buergerentscheide-in-leipziger-ortschaften-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828009\/","title":{"rendered":"Keine B\u00fcrgerentscheide in Leipziger Ortschaften \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>B\u00fcrgerentscheide sind eine Form der direkten Demokratie, die in Leipzig bislang selten zur Anwendung kam. Bekannt ist vor allem die Abstimmung zur Privatisierung kommunaler Daseinsvorsorge. Die AfD wollte solche Entscheidungen auch in den Ortschaften erm\u00f6glichen, scheiterte damit aber am 25. Februar in der Ratsversammlung.<\/p>\n<p>In der S\u00e4chsischen Gemeindeordnung gibt es die M\u00f6glichkeit f\u00fcr St\u00e4dte, ihre Hauptsatzung dahingehend zu \u00e4ndern, dass auch einzelne Ortschaften B\u00fcrgerbegehren und -entscheide durchf\u00fchren k\u00f6nnen. B\u00fcrgerbegehren bedeutet, dass eine bestimmte Anzahl an Unterschriften gesammelt werden muss, um \u00fcberhaupt einen B\u00fcrgerentscheid herbeizuf\u00fchren.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/161d1a2862ea4d1696e1593ccc8225c3.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/02\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/02\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Laut AfD gibt es bez\u00fcglich der Ortschaften ein Problem: Themen, die nur eine bestimmte Ortschaft betreffen, m\u00fcssten im kompletten Stadtgebiet abgestimmt werden, sofern man den Weg eines B\u00fcrgerentscheids geht. Sascha Jecht aus der BSW-Fraktion unterst\u00fctzte das Vorhaben. Er schloss sich zwar einigen Bedenken aus anderen Fraktionen an, sah aber eine richtige Tendenz: Es sei wichtig, dass die Ortschaftsr\u00e4te mehr Kompetenzen erhalten.<\/p>\n<p>Jene Bedenken aus anderen Fraktionen betrafen vor allem die \u00fcberschaubare Menge an M\u00f6glichkeiten, die es in Ortschaften f\u00fcr B\u00fcrgerentscheide gebe. Ein Ortschaftsrat d\u00fcrfe nur wenig bestimmen, sagte Gesine M\u00e4rtens (Gr\u00fcne). Wenn, dann gehe es um sogenannte Brauchtumsmittel. Und bei diesen sei unklar, ob es dazu \u00fcberhaupt einen B\u00fcrgerentscheid geben darf.<\/p>\n<p>AfD-Stadtrat Marius Beyer nannte zwar einige Aspekte, mit denen sich Ortschaftsr\u00e4te besch\u00e4ftigen, wurde kurz darauf aber von Sven Morlok (Freie) darauf hingewiesen, dass es sich bei den Aufz\u00e4hlungen lediglich um Anh\u00f6rungsrechte handle. Das hei\u00dft, ein Gro\u00dfteil der Kompetenzen von Ortschaftsr\u00e4ten besteht darin, sich beispielsweise mit Antr\u00e4gen im Stadtrat befassen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>CDU-Stadtr\u00e4tin Sabine Heymann verwies darauf, dass Ortschaftsr\u00e4te \u00f6ffentliche Gremien sind. Dort k\u00f6nnten B\u00fcrger*innen ihre Anliegen vortragen. Andreas Geisler (SPD) nannte noch ein praktisches Problem: Vertreter*innen von Ortschaftsr\u00e4ten w\u00e4ren im Stadtrat an den Wortlaut im B\u00fcrgerentscheid gebunden. Es gebe dann \u201ekeinen Raum f\u00fcr Kompromisse\u201c.<\/p>\n<p>Angesichts der vielen Bedenken \u00fcberraschte die klare Ablehnung im Stadtrat nicht. Zw\u00f6lf AfD-Stadtr\u00e4t*innen und sieben BSW-Stadtr\u00e4te stimmten f\u00fcr den Antrag, die anderen Fraktionen stimmten geschlossen dagegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"B\u00fcrgerentscheide sind eine Form der direkten Demokratie, die in Leipzig bislang selten zur Anwendung kam. 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