{"id":828175,"date":"2026-02-26T22:16:12","date_gmt":"2026-02-26T22:16:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828175\/"},"modified":"2026-02-26T22:16:12","modified_gmt":"2026-02-26T22:16:12","slug":"unterrichtsversorgung-an-schulen-lehrerverbaende-schlagen-alarm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828175\/","title":{"rendered":"Unterrichtsversorgung an Schulen: Lehrerverb\u00e4nde schlagen Alarm"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem &#8222;umfangreichen Ma\u00dfnahmenpaket&#8220; will das <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/start-ins-neue-schuljahr-mehr-bewegung-und-mehr-medienkompetenz,UwZpLnN\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bayerische Kultusministerium<\/a> den Unterricht f\u00fcr alle Kinder und Jugendlichen im Freistaat sicherstellen \u2013 &#8222;trotz steigender Sch\u00fclerzahlen und fehlender zus\u00e4tzlicher Stellen&#8220;. Das Konzept von Kultusministerin Anna Stolz (Freie W\u00e4hler) sieht unter anderem vor, bestehendes Personal &#8222;verst\u00e4rkt einzusetzen&#8220; oder &#8222;stellenweise auch den Bedarf an die Situation an den Schulen vor Ort anzupassen&#8220;. Hintergrund ist die Entscheidung der schwarz-orangen Koalition, dass 2026 <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/familien-und-krippengeld-fuer-bayerns-eltern-wird-stark-gekuerzt,UTpOu3G\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine neuen Stellen im \u00f6ffentlichen Dienst<\/a> entstehen d\u00fcrfen, auch keine Lehrerstellen. <\/p>\n<p>Bayerns Lehrerverb\u00e4nde sehen durch das jetzt ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.km.bayern.de\/ministerium\/bildungspolitische-schwerpunktthemen\/unterrichtsversorgung\/gesamtkonzept\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung&#8220;<\/a> (externer Link) ihre Bef\u00fcrchtungen best\u00e4tigt und schlagen Alarm. Laut Realschulverband zeigt das Konzept schwarz auf wei\u00df: &#8222;Die verheerenden Auswirkungen des Stellenmoratoriums erreichen mit voller Wucht die Realschulen!&#8220; Es drohe ein massiver Einschnitt in die Unterrichtsversorgung und eine Absenkung der Bildungsqualit\u00e4t. Der Philologenverband rechnet mit &#8222;Einschr\u00e4nkungen im p\u00e4dagogischen Bereich&#8220;. Hans Rottbauer vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) betont, das Stellenmoratorium sei eine Ma\u00dfnahme, &#8222;die an den Stammtischen gut ankommen mag&#8220;, aber Schulen &#8222;in \u00e4rgste Bedr\u00e4ngnis&#8220; bringe.<\/p>\n<p>Ministerium: &#8222;Versch\u00e4rfte Versorgungslage&#8220;<\/p>\n<p>Im &#8222;Gesamtkonzept Unterrichtsversorgung&#8220; r\u00e4umt das Ministerium ein, dass der anhaltende Anstieg der Sch\u00fclerzahlen zu einem &#8222;h\u00f6heren rechnerischen Bedarf an Lehrkr\u00e4ften&#8220; f\u00fchre. Durch das Stellenmoratorium werde die bisherige &#8222;Kopplung&#8220; des Lehrerbedarfs an die Sch\u00fclerzahlen durchbrochen. F\u00fcr das n\u00e4chste Schuljahr bedeute dies, dass ein Teil des &#8222;real entstehenden Mehrbedarfs&#8220; <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/start-ins-schuljahr-neue-diskussion-um-lehrkraeftebedarf,UwOoyu3\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nicht \u00fcber neue Stellen gedeckt<\/a> werden k\u00f6nne. Dadurch ergebe sich eine &#8222;versch\u00e4rfte Versorgungslage&#8220;. Fehlende Stellen m\u00fcssten durch &#8222;alternative Ma\u00dfnahmen&#8220; aufgefangen werden. <\/p>\n<p>Zu den L\u00f6sungsans\u00e4tzen geh\u00f6rt die &#8222;Nutzung des Potentials des Bestandspersonals&#8220;. Das bedeutet, dass Lehrer mehr Stunden arbeiten oder ihren Ruhestand freiwillig aufschieben sollen. Auch dienstrechtliche Ma\u00dfnahmen sind weiter vorgesehen. Je nach Schulart h\u00e4lt das Ministerium zudem &#8222;bedarfssenkende Ma\u00dfnahmen&#8220; f\u00fcr n\u00f6tig: gr\u00f6\u00dfere Klassen, weniger Wahlunterricht und Arbeitsgemeinschaften. <\/p>\n<p>Stolz setzt auf Spielr\u00e4ume vor Ort <\/p>\n<p>Kultusministerin Stolz betont: &#8222;Unser wichtigstes Ziel ist ein Stundenplan, auf den sich unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler und Lehrkr\u00e4fte verlassen k\u00f6nnen.&#8220; W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/hilferuf-fuer-mittelschule-lehrer-fordern-mehr-unterstuetzung,V9QaOHg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">an Mittel-, F\u00f6rder- und beruflichen Schulen die Personalsituation seit Jahren angespannt<\/a> sei, zeichne sich an Grundschulen eine &#8222;schrittweise Entspannung&#8220; ab. Auch an Realschulen sei die Lehrerversorgung &#8222;dank des Engagements der gesamten Schulgemeinschaft&#8220; sichergestellt. <\/p>\n<p>An Gymnasien gebe es seit Herbst eine Jahrgangsstufe mehr durch <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/rueckkehr-zu-g9-gymnasien-leiden-unter-raummangel,UwPSxt1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Umstellung auf das G9<\/a>. Das binde mehr Personal. Das Stellenmoratorium stelle die Schulen vor eine zus\u00e4tzliche Aufgabe: &#8222;Trotz steigender Sch\u00fclerzahlen m\u00fcssen sie mit derselben Zahl Lehrerstellen auskommen.&#8220; Kurzfristig setzt die Ministerin auf &#8222;individuelle Handlungsspielr\u00e4ume vor Ort&#8220;, mittel- und langfristig sollen mehr Menschen f\u00fcr den Lehrerberuf begeistert werden. <\/p>\n<p>Die bildungspolitische Sprecherin der Gr\u00fcnen-Landtagsfraktion, Gabriele Triebel, bezeichnet das Stellenmoratorium als &#8222;grob fahrl\u00e4ssig f\u00fcr die Bildung unserer Kinder&#8220;. Es brauche nicht weniger, sondern mehr Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>&#8222;Verlagerung politischer Sparma\u00dfnahmen&#8220;<\/p>\n<p>Der Philologenverband kritisiert: Statt den Bildungsbereich zu st\u00e4rken, habe der Landtag &#8222;sehenden Auges&#8220; zus\u00e4tzliche Stellen verwehrt. Das erwartete Plus von mehr als 6.500 Kindern an staatlichen Gymnasien erzeuge eine zus\u00e4tzliche L\u00fccke von etwa einer Vollzeit-Lehrkraft pro Schule. &#8222;Der Bildungsbereich braucht mehr Unterst\u00fctzung von Seiten der Politik&#8220;, fordert Verbandschef Michael Schw\u00e4gerl. <\/p>\n<p>Laut Realschullehrerverband wird das Stellenmoratorium vielf\u00e4ltige Folgen haben: gr\u00f6\u00dfere Klassen, Aufhebung von Gruppenteilungen und Verzicht auf freiwillige Intensivierung, zum Beispiel durch F\u00f6rderkurse f\u00fcr sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Der Vorsitzende Ulrich Babl beklagt: &#8222;Das ist kein Gestaltungsspielraum, das ist die Verlagerung politischer Sparma\u00dfnahmen in die Verantwortung der Schulen, denen zum kommenden Schuljahr rund eine Lehrerstelle weniger zur Verf\u00fcgung stehen wird.&#8220; <\/p>\n<p>&#8222;Nicht an Kindern sparen&#8220;<\/p>\n<p>Auch Grundschulen w\u00e4ren laut BLLV weit von einer ausreichenden Versorgung entfernt, &#8222;wenn man ihr alle freiwilligen Angebote und K\u00fcrzungen der letzten Jahre wieder zur\u00fcckgeben w\u00fcrde&#8220;. An Mittelschulen, erl\u00e4utert Rottbauer, w\u00e4re die Unterdeckung um ein Vielfaches gr\u00f6\u00dfer, &#8222;wenn man alle Aushilfskr\u00e4fte oder befristet angestellten Hilfskr\u00e4fte herausrechnen w\u00fcrde&#8220;. Und f\u00fcr 2026 gehe man dort von einem Sch\u00fclerzuwachs im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich aus. BLLV-Pr\u00e4sidentin Simone Fleischmann fordert schon seit Monaten eine Abkehr vom Stellenmoratorium: &#8222;Wir d\u00fcrfen nicht an unseren Kindern sparen!&#8220;  <\/p>\n<p>Kritik kommt auch von der Landesvorsitzenden der Bildungsgewerkschaft GEW, Martina Borgendale: Die Sparpolitik der Staatsregierung f\u00fchre zu gr\u00f6\u00dferen Klassen, einer Einschr\u00e4nkung des Bildungsangebots an allen Schularten und zu &#8222;weiter steigenden Belastungen f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte, die bereits jetzt am Limit sind&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem &#8222;umfangreichen Ma\u00dfnahmenpaket&#8220; will das bayerische Kultusministerium den Unterricht f\u00fcr alle Kinder und Jugendlichen im Freistaat sicherstellen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":828176,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1827],"tags":[4568,117081,185451,185448,185449,772,752,185450,29,30,3761,1268],"class_list":["post-828175","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-muenchen","tag-schulen","tag-gewerkschaft-erziehung-und-wissenschaft","tag-anna-stolz","tag-bayerischer-philologenverband","tag-bayerischer-realschullehrerverband","tag-bayern","tag-bildung","tag-bllv","tag-deutschland","tag-germany","tag-landespolitik","tag-muenchen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116139247900351028","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/828175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=828175"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/828175\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/828176"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=828175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=828175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=828175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}