{"id":828845,"date":"2026-02-27T04:38:14","date_gmt":"2026-02-27T04:38:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828845\/"},"modified":"2026-02-27T04:38:14","modified_gmt":"2026-02-27T04:38:14","slug":"made-in-europe-ist-machbar-die-zeit-zum-handeln-ist-jetzt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/828845\/","title":{"rendered":"\u201eMade in Europe\u201c ist machbar, die Zeit zum Handeln ist jetzt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist keine politische Vision, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Europa muss sich von der Abh\u00e4ngigkeit von Produkten und Services aus den USA und China zu l\u00f6sen. Die europ\u00e4ischen Tech-Unternehmen sind dazu bereit. <\/p>\n<p>Um die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t Europas ist es miserabel bestellt. Europas Infrastruktur f\u00fcr Kommunikation, digitale Vernetzung und damit in weiterer Folge unsere Energieversorgung, Transportwege, unser Waren- und Zahlungsverkehr sind vom Wohlwollen von Nicht-EU-L\u00e4ndern, allen voran von China und USA abh\u00e4ngig. Das f\u00f6rderte eine Umfrage des Deutschen Industrie und Handelstages (DIHK) unter knapp 4700 befragten Unternehmen zutage. Dazu kommt der f\u00fcr viele unsichtbare indirekte Anteil der Infrastruktur wie Glasfaserfestnetze und Mobilfunknetze, kritische Infrastruktur f\u00fcr Ver- und Entsorgung, der Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) und der schnellere Bau von Chipfabriken und Datenzentren. Diese Faktoren werden \u00fcber die wirtschaftliche Prosperit\u00e4t unseres Kontinents in der Zukunft entscheiden. Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t als die selbstbestimmte Gestaltung und Kontrolle von digitalen Technologien ist keine politische Vision, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns in Europa endlich von der Verharmlosung der Abh\u00e4ngigkeit trennen. Es ist naiv zu glauben, dass es einzig darum geht, wo welche Daten gespeichert werden, ob Online-Shops unser Kaufverhalten kennen und analysieren oder Social-Media-Plattformen Profile \u00fcber uns erstellen. In Wahrheit geht es um die Verf\u00fcgbarkeit unserer Infrastruktur. W\u00e4hrend die Auswertung der pers\u00f6nlichen Daten vorwiegend zur Profitmaximierung dient, entscheidet die Verf\u00fcgbarkeit von Infrastruktur \u00fcber Handlungsf\u00e4higkeit und damit unsere Freiheit.<\/p>\n<p>        Hinweis: <\/p>\n<p>Gastkommentare und Beitr\u00e4ge von externen Autorinnen und Autoren wie dieser hier m\u00fcssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/meinung\/gastkommentar\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&gt;&gt;&gt; Mehr Gastkommentare<\/a><\/p>\n<p>Stellen wir uns den Ernstfall vor, dass ein absichtlich herbeigef\u00fchrter Ausfall von Wechselrichtern f\u00fcr unsere Fotovoltaik \u2013 davon kommen rund 90 Prozent nicht aus Europa \u2013 die Einspeisung von Strom ins Netz verhindert, unsere mobilen und drahtlosen Internetnetze nur mehr mit hundert Kilobit pro Sekunde verf\u00fcgbar sind und die Kommunikationssysteme unserer Schieneninfrastruktur keine Zugsteuerung mehr zulassen. Ein gef\u00e4hrlicher Eingriff dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung von au\u00dfen ist nicht nur denkbar, sondern auch technisch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Um auf dem Weg zur digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t voranzukommen, m\u00fcssen wir unsere europ\u00e4ischen Werte mit der Implementierung europ\u00e4ischer Technologie und Produkte konsequent synchronisieren. In Zeiten nationalistischer Politik muss unsere Antwort auf \u201eMake America Great Again\u201c und \u201eChina First\u201c lauten: \u201eMade in Europe\u201c. Der vielfach diskutierte Ansatz einer deutschen oder \u00f6sterreichischen L\u00f6sung ist eine andere Beschreibung f\u00fcr: weiter so &#8211; wir kommen da schon irgendwie durch.<\/p>\n<p>Daher ist die Initiative des franz\u00f6sischen EU-Industriekommissars St\u00e9phane S\u00e9journ\u00e9, europ\u00e4ische Produkte bei der Vergabe von \u00f6ffentlichen Auftr\u00e4gen zu bevorzugen, nicht nur richtig, sondern strategisch unabdingbar. Die Initiative von S\u00e9journ\u00e9 wird von \u00fcber 1100 Unternehmen, CEOs und Gewerkschaften unterst\u00fctzt. Auch aconnic als europ\u00e4ischer Netzwerkausr\u00fcster begr\u00fc\u00dft die Br\u00fcsseler Initiative. Anfang M\u00e4rz will die EU-Kommission ihren \u201eIndustrial Accelerator Act\u201c nach Verz\u00f6gerungen endlich vorlegen. Es wird Zeit, dass Europa versteht, dass nur gemeinsames und entschlossenes Handeln unsere unabh\u00e4ngige Zukunft sichert. <\/p>\n<p>Schon heute liefern europ\u00e4ische Spitzenunternehmen innovative Produkte und Dienstleistungen auf Weltklasseniveau. ASML als Maschinenhersteller f\u00fcr Halbleiter, Infineon als Chipentwickler und Lieferant, Siemens und SAP sind nur einige der europ\u00e4ischen Weltkonzerne, die das Potenzial haben mit politischer Strategie und Entschlossenheit gemeinsam mit dem europ\u00e4ischen Mittelstand und dessen Innovationen die technologische strategische Autonomie und Souver\u00e4nit\u00e4t Europas zu gestalten und zu sichern.<\/p>\n<p>Eine Unabh\u00e4ngigkeit bei Netzen, Infrastruktur, Daten und auch KI ist m\u00f6glich. Bei der aconnic AG haben wir immer auf digitale Souver\u00e4nit\u00e4t gesetzt. Unsere Gigabit-Systeme f\u00fcr Glasfasernetze sind sowohl als Hardware, Software, Netzwerkmanagement und Produktion Made in Europe und meist Made in Germany. Seit vier Jahren forschen unsere Ingenieure in Zusammenarbeit mit Spitzenuniversit\u00e4ten an Mechanismen f\u00fcr Netzwerksicherheit und k\u00f6nnen heute bereits L\u00f6sungen f\u00fcr Quantensicherheit in Kommunikationsnetzen bieten. Unsere Produkte, egal ob Hardware oder Software, sind transparent \u00fcber die gesamte Lieferkette. Wir begreifen die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t daher als Bekenntnis zu Resilienz, Innovation und Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Die Zeit zum Handeln dr\u00e4ngt. Die technologische Vormachtstellung der Vereinigten Staaten und Chinas w\u00e4chst ohne unser Handeln weiter. Wenn wir unsere kritische Infrastruktur \u00fcber die n\u00e4chsten Jahrzehnte kontrollieren und unsere l\u00e4nder\u00fcbergreifende Innovationsf\u00e4higkeit bewahren wollen, m\u00fcssen wir uns auf unsere wirtschaftliche Macht wieder konzentrieren und den Hebel in Richtung \u201eEuropa zuerst\u201c umlegen. Statt Verzagen ist Selbstbewusstsein angebracht. Schlie\u00dflich verf\u00fcgen wir in der EU mit 450 Millionen Einwohnern \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone der Welt.<\/p>\n<p><strong>Der Autor: Werner Neubauer<\/strong> (*1969) ist \u00d6sterreicher und seit 2012 CEO und Gesellschafter des b\u00f6rsennotierten Netzwerkausr\u00fcsters aconnic AG in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist keine politische Vision, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. 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