{"id":83007,"date":"2025-05-04T06:07:09","date_gmt":"2025-05-04T06:07:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/83007\/"},"modified":"2025-05-04T06:07:09","modified_gmt":"2025-05-04T06:07:09","slug":"fc-bayern-verschiebt-titelfeier-in-leipzig-zeigen-sich-drei-wahrheiten-ueber-thomas-mueller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/83007\/","title":{"rendered":"FC Bayern verschiebt Titelfeier: In Leipzig zeigen sich drei Wahrheiten \u00fcber Thomas M\u00fcller"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der FC Bayern tritt in Leipzig zur Meisterpr\u00fcfung an. Durchfallen tut er nicht, aber muss noch einmal wiederkommen. \u00dcber ein Spiel, das die Saison des Rekordmeisters abbildet und gleich drei Wahrheiten \u00fcber Thomas M\u00fcller erz\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n<p>Im Mai m\u00fcssen die Bayern gegen Leipzig. Das ist eine Gewissheit des Spielplans. Das ist so gewiss wie der n\u00e4chste Scherz von Thomas M\u00fcller. Wenn es gegen Leipzig geht, wird alles geboten: spektakul\u00e4re Spiele, wilde Wendungen, beinahe verlorene Meisterschaft. Auch beim 3:3 (2:0) am 32. Spieltag der Saison 2024\/2025 ist es nicht anders: Die Zuschauer bekommen etwas geboten, nur vielleicht nicht das, was sie erwartet haben. In der letzten Sekunde verhindert Yussuf Poulsen die vorzeitige Meisterschaft. &#8222;An sich wissen wir, dass wir es sind&#8220;, sagt M\u00fcller nach seinem letzten Auftritt in Sachsen. Aber das sind sie eben noch nicht, zumindest rein rechnerisch.<\/p>\n<p>Damit geht es den Bayern von 2025 aber besser als denen im Jahr 2023. Da stand der damalige RB-Boss Max Eberl grinsend in den Katakomben der Allianz Arena und feierte am 33. Spieltag einen Sieg der Sachsen, der dem BVB eigentlich die Meisterschaft bringen sollte. Es kam anders. Weil Thomas M\u00fcller gegen Dortmund stichelte und die am 34. Spieltag die Nerven verloren. Die Bayern wurden 2023 Meister, sie werden auch 2025 wieder Meister. Daran \u00e4ndert das 3:3 an diesem Samstag nichts. Die Bayern wurden nur 2024 nicht Meister. Es hat an ihrem Selbstverst\u00e4ndnis genagt.<\/p>\n<p>Das hat sie kurz von dem Kurs abgebracht, auf dem sie einst waren. Zum Beispiel im Mai 2017, bei einem weiteren Spiel gegen Leipzig. Die erste Reise dorthin \u00fcberhaupt. Es war der Tag, an dem Thiago m\u00e4chtig sauer wurde. &#8222;\u00a1Que se dejen de tonter\u00edas! \u00a1Somos el Bayern, joder!&#8220;, br\u00fcllte der da durchs Leipziger Stadion. &#8222;Die sollen die Faxen lassen, wir sind die Bayern, verdammt!&#8220; Das machten die Leipziger dann auch. Bayern lag zur Pause 1:2 zur\u00fcck, drehte ein 2:4 noch in ein 5:4. Es war ein Spektakel. Eins, das egal war.<\/p>\n<p>Verpasstes &#8222;Finale Dahoam&#8220; untermauert Schw\u00e4che in Europa<\/p>\n<p> Die Meisterschaft war l\u00e4ngst gewonnen, aber der Aufsteiger und Vizemeister sollte nicht zu aufm\u00fcpfig werden. Wurden sie in der Folge nie. Zumindest nicht \u00fcber die Strecke einer gesamten Saison. Nicht Leipzig, nicht Dortmund, sondern Leverkusen entriss den Bayern die Dauer-Meisterschaft. Doch Leverkusen ist l\u00e4ngst zerlegt und die Schale zur\u00fcck auf dem Weg nach M\u00fcnchen. Schon hier in Leipzig?<\/p>\n<p>Denn acht Jahre nach Thiago geht es wieder nach Leipzig. DIE Bayern sind die Mannschaft von Vincent Kompany nicht mehr. Oder noch nicht wieder, verdammt. Der FC Bayern ist immerhin wieder Meister, wenn auch noch nicht rechnerisch. Mit einem Sieg, holen sie die Meisterschaft schon am 32. Spieltag zur\u00fcck nach M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Doch die Bayern lassen an diesem Samstag im Mai erst viel vermissen. Dem FC Bayern in seiner j\u00fcngsten Inkarnation fehlt die Gnadenlosigkeit, die absolute Autorit\u00e4t, die einst ganze fu\u00dfballerisch bedeutsame Landstriche quer durch Europa zittern lie\u00df. Der kategorische Imperativ &#8211; &#8222;Wir sind Bayern, verdammt!&#8220; &#8211; steht infrage. Nicht zuletzt durch die bescheidene Bilanz in den europ\u00e4ischen Wettbewerben seit dem Sieg in der Champions League im Pandemie-Turnier von Lissabon. Das &#8222;Finale Dahoam&#8220;, die gro\u00dfe Revanche f\u00fcr das verlorene Endspiel gegen Chelsea im Jahr 2012, wurde gegen Inter bereits im Viertelfinale verspielt.<\/p>\n<p>Sicher auch, weil die Bayern nicht mehr die verdammten Thiago-Bayern sind. Zeit wartet auf niemand. Die Welt des Fu\u00dfballs hat sich ver\u00e4ndert. Auch das ist gut auszumachen, hier im ehemaligen Zentralstadion in Leipzig.<\/p>\n<p>Da ist Manuel Neuer, der verletzt auf der Bank sitzt. Er kann nicht helfen. Er kann nur zusehen, als sein Vertreter Jonas Urbig in der 11. Minute auf dem Weg zur\u00fcck zum Tor auf nassem Gel\u00e4uf wegrutscht und hilflos einem Ball hinterherschauen muss. Den schickt der Leipziger St\u00fcrmer Benjamin Sesko per Au\u00dfenrist ins leere Tor geschickt.<\/p>\n<p>Da ist Jamal Musiala, der seit Wochen schmerzlich vermisst wird. Ohne den das Spiel der Bayern so unstrukturiert wirkt, ohne den Bayern-Ballbesitzspiel ideenlos daherkommt. Auf dem Platz bestimmt er sonst das Geschehen. Er ist nicht da. Weil niemand bestimmt, erh\u00f6ht der ehemalige Nationalspieler Lukas Klostermann vor der Pause gar auf 2:0. Wo sind die Bayern, verdammt? <\/p>\n<p>M\u00fcller f\u00fchlt sich als Meister, Kane ist es noch nicht<\/p>\n<p>Einer ist auf der Trib\u00fcne. Harry Kane ist gesperrt. Er kann ebenfalls nicht helfen. Was war im Vorfeld geunkt worden. Endlich sein erster Titel, nach rekordverd\u00e4chtig langem Anlauf. Und er kann selbst nicht auf dem Rasen stehen. Bitter. Zur Halbzeit sieht es jedoch nicht danach aus, als w\u00fcrde der britische Top-St\u00fcrmer Feierlichkeiten verpassen. <\/p>\n<p>Und dann ist da Kapit\u00e4n und Kane-Ersatz Thomas M\u00fcller. Das 3:3 in Leipzig legt zwei Wahrheiten offen. Die Wahrheit Nummer eins: Thomas M\u00fcller ist eine \u00fcberlebensgro\u00dfe Identifikationsfigur. Der Rekordmeister wird lange auf jemanden wie ihn warten m\u00fcssen. Vielleicht wird es jemanden wie ihn so nie wieder geben. Einen, der seine gesamte Bundesliga-Karriere, seine gesamte Europa-Karriere beim FC Bayern verbringt. Der Bayer ist und Bayer bleibt.<\/p>\n<p>Als er um 14:35 Uhr die Bayern-Spieler zum Warmmachen aufs Feld f\u00fchrt, brandet im Bayern-Block tosender Jubel auf. Nach Spielende steht M\u00fcller vor dem G\u00e4stebereich und animiert zur La-Ola, versucht (erfolgreich) alles, um den Frust \u00fcber das ungl\u00fcckliche Ende dieses wilden Spiels einfach wegzufeiern. Bei Sky spricht der Routinier davon, sich bereits &#8222;ganz als Meister&#8220; zu f\u00fchlen, und die Freude sieht man ihm an. Die Fans danken es ihm mit &#8222;M\u00fcller!&#8220;-Rufen, die noch aus dem Bayern-Block hallen, als die Spieler l\u00e4ngst auf Weg in die Kabine sind.<\/p>\n<p>Der bayernhafteste Verlauf, der m\u00f6glich ist<\/p>\n<p>Es gibt eine andere Wahrheit, die von dieser Abschiedstour noch verschleiert wird. Es ist die Wahrheit Nummer zwei. Die ist so bitter wie unausweichlich: Es ist eine sportlich nachvollziehbare Entscheidung des FC Bayern ist, sich im Sommer von Thomas M\u00fcller zu trennen. Alle Sentimentalit\u00e4ten ignorierend, gibt es auf seiner Position mittlerweile in Jamal Musiala schlicht einen besseren Spieler. Und dem Vorhaben, ebenjenen Musiala und Joshua Kimmich zu den neuen Gesichtern des FC Bayern zu machen, hilft die Abwesenheit des charmant-lausb\u00fcbischen omnipr\u00e4senten Thomas M\u00fcller wom\u00f6glich sogar. <\/p>\n<p>In der 61. Minute verl\u00e4sst er nach einem undankbaren Spiel das Feld. Wenige Sekunden sp\u00e4ter nickt Eric Dier eine Ecke von Michael Olise ein. Keine 60 Sekunden sp\u00e4ter trifft der Vorbereiter direkt selbst. Es steht 2:2 und niemand kann es erkl\u00e4ren. Der FC Bayern findet Gefallen an der Chance, doch noch Meister zu werden, Joshua Kimmich treibt Angriff um Angriff an, tats\u00e4chlich nimmt das Spiel den bayernhaftesten Verlauf, der m\u00f6glich ist: in der 83. Minute trifft Leroy San\u00e9. Das muss die Meisterschaft sein. Riesiger Jubel bei Vincent Kompany, riesiger Jubel auch bei den Ausw\u00e4rtsfans. Die waren wieder ohne ihre Ultras gekommen. Eine liebgewonnene Tradition bei vielen Fangruppierungen in Deutschland. Leipzig wird boykottiert. Andere sind da. Raketen steigen aus dem Block empor, Nebelt\u00f6pfe werden gez\u00fcndet, &#8222;Super Bayern, Super Bayern&#8220;, dr\u00f6hnt es durch das Leipziger Stadion.<\/p>\n<p>Ein Spiel, das zur Saison passt<\/p>\n<p>Harry Kane, der das Spiel aus der VIP-Loge verbringt, tummelt sich auf einmal am Spielfeldrand. Er will den ersten Titel seiner Karriere feiern. Passiert nicht. Yussuf Poulsen trifft in der 94. Minute. Mit dem Abpfiff steht es 3:3 und die Spieler des FC Bayern etwas ratlos auf dem Feld. <\/p>\n<p>Der FC Bayern steckt in einem Umbruch, der sich immer wieder h\u00e4sslich in z\u00e4hen Partien gegen Celtic Glasgow, dem f\u00fcrchterlichen Betriebsunfall mit der 2:3-Niederlage gegen Bochum oder auch der 1:4-Lehrstunde gegen den FC Barcelona von Ex- und Supertrainer Hansi Flick manifestiert. Auch in Leipzig ist er fast greifbar. Die Erl\u00f6sung weicht dem Schock, Vincent Kompany und Harry Kane bleibt die Freude \u00fcber ihren ersten (Erstliga)-Titel verwehrt. Nur vorerst nat\u00fcrlich, sp\u00e4testens n\u00e4chste Woche beim Heimspiel gegen Borussia M\u00f6nchengladbach wird sich der Druck in Freude entladen. Dann ist die Meisterschaft offiziell, auch rechnerisch. Eine wichtige Gewissheit, auch f\u00fcrs Selbstverst\u00e4ndnis nach einer titellosen Saison.<\/p>\n<p>Nur Sekunden nach Abpfiff setzt Thomas M\u00fcller derweil seine Abschiedstournee vor dem Ausw\u00e4rtsblock fort. Seine letzte Meisterschaft wird er &#8222;dahoam&#8220; feiern. Auf der Couch oder im eigenen Stadion. Es wird eine Meisterschaft der kleinen Schritte sein. Und dann, wenn es im n\u00e4chsten Mai vielleicht wieder gegen Leipzig geht, wird er nicht mehr dabei sein. Das ist die letzte, die dritte Wahrheit \u00fcber Thomas M\u00fcller. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der FC Bayern tritt in Leipzig zur Meisterpr\u00fcfung an. 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