{"id":830182,"date":"2026-02-27T16:57:13","date_gmt":"2026-02-27T16:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/830182\/"},"modified":"2026-02-27T16:57:13","modified_gmt":"2026-02-27T16:57:13","slug":"entscheidungen-und-gewohnheiten-studie-der-tu-dresden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/830182\/","title":{"rendered":"Entscheidungen und Gewohnheiten \u2013 Studie der TU Dresden"},"content":{"rendered":"<p>Immer der gleiche Lieblingsplatz im Caf\u00e9. Immer dasselbe Gericht auf der Speisekarte. Immer der gleiche Weg zur Arbeit. Vieles in unserem Leben l\u00e4uft nach dem Motto: War gut, bleibt gut. Doch warum eigentlich? Forschende der Technischen Universit\u00e4t Dresden haben jetzt eine Antwort auf diese Frage gefunden.<\/p>\n<p>Ein Team um Professor Stefan Kiebel, Experte f\u00fcr kognitive Computationale Neurowissenschaft, also die Erforschung geistiger Prozesse mithilfe von Computermodellen, hat untersucht, wie Menschen Entscheidungen treffen. Daf\u00fcr nutzte das Forschungsteam neun neu entwickelte Entscheidungsaufgaben sowie sechs bereits bestehende Datens\u00e4tze mit insgesamt mehr als 700 Teilnehmenden. Untersucht wurde, wie Menschen bestimmte Optionen zun\u00e4chst kennenlernen und wie sie sich sp\u00e4ter entscheiden, wenn diese in neuen Kombinationen wieder auftauchen.<\/p>\n<p>Oft entscheidet Erinnerung st\u00e4rker als Abw\u00e4gen<\/p>\n<p>Besonders \u00fcberraschend war, wie stark ein einfacher Mechanismus wirkt. &#8222;Unsere Studie zeigt, dass viele \u201airrationale&#8216; Pr\u00e4ferenzen nicht prim\u00e4r dadurch entstehen m\u00fcssen, dass Menschen Werte relativ zu anderen Werten abspeichern, sondern dadurch, dass Menschen in einem bestimmten Kontext dazu neigen, einmal bevorzugte Handlungen zu wiederholen&#8220;, erkl\u00e4rt Erstautor Dr. Ben Wagner erkl\u00e4rt. Diese Wiederholung f\u00fchre sp\u00e4ter auch in neuen Umgebungen dazu, dass eine bestimmte Option weiterhin bevorzugt werde, selbst wenn es gleichwertige oder sogar bessere Alternativen gebe.<\/p>\n<p>Anders gesagt: H\u00e4ufig spielt nicht das bewusste Abw\u00e4gen von Vor- und Nachteilen die wichtigste Rolle, sondern die Erinnerung daran, was wir fr\u00fcher schon einmal getan haben. Das Gehirn nutzt gewisserma\u00dfen eine gedankliche Abk\u00fcrzung.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig gew\u00e4hlt hei\u00dft automatisch besser bewertet<\/p>\n<p>Ein weiteres zentrales Ergebnis: Optionen, die Menschen \u00f6fter w\u00e4hlen, erscheinen ihnen mit der Zeit auch tats\u00e4chlich besser. &#8222;Das \u00dcberraschende war, wie stark Wiederholung allein Pr\u00e4ferenzen ver\u00e4ndern kann&#8220;, beschreibt Wagner. &#8222;H\u00e4ufiger gew\u00e4hlte Optionen wurden nicht nur bevorzugt, sondern auch als besser eingesch\u00e4tzt.&#8220; Wer also \u00f6fter zur gleichen Marke greift, h\u00e4lt sie irgendwann f\u00fcr die bessere, selbst ohne sie erneut zu vergleichen.<\/p>\n<p>Die Studie wurde in der Fachzeitschrift &#8222;Communications Psychology&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Sie hilft dabei, Alltagsentscheidungen und Gewohnheiten besser zu verstehen und liefert neue Ans\u00e4tze f\u00fcr Psychologie und Verhaltensforschung, etwa bei der Gestaltung von Entscheidungsumgebungen. Wer versteht, wie Gewohnheiten entstehen, kann auch gezielter dabei helfen, ung\u00fcnstige Routinen zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><b>Originalver\u00f6ffentlichung:<\/b><br \/>Wagner, B.J., Wolf, H.B. &amp; Kiebel, S.J. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s44271-025-00363-x\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Action repetition biases choice in context-dependent decision-making.<\/a> Commun Psychol 3, 177 (2025).\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Immer der gleiche Lieblingsplatz im Caf\u00e9. Immer dasselbe Gericht auf der Speisekarte. 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