{"id":830455,"date":"2026-02-27T19:20:19","date_gmt":"2026-02-27T19:20:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/830455\/"},"modified":"2026-02-27T19:20:19","modified_gmt":"2026-02-27T19:20:19","slug":"lage-in-der-ukraine-gegenangriff-im-nebel-und-flamingos-in-der-nacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/830455\/","title":{"rendered":"Lage in der Ukraine: Gegenangriff im Nebel und Flamingos in der Nacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Medien von \u00fcberraschenden Erfolgen der ukrainischen Truppen berichtet: An der S\u00fcdfront in Saporischschja h\u00e4tten sie eine Gegenoffensive begonnen. Sie h\u00e4tten so viel Gel\u00e4nde zur\u00fcckerobert, wie seit Jahren nicht. Die gr\u00f6\u00dften Gel\u00e4ndegewinne seit der Offensive 2023 erzielt. Hunderte Quadratkilometer befreit, wom\u00f6glich in Dutzende verlorene D\u00f6rfer wieder einger\u00fcckt.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Derartige Erfolgsmeldungen sind \u00fcbertrieben. Doch ganz unwahr sind sie nicht: Tats\u00e4chlich befinden sich die ukrainischen Truppen seit inzwischen drei Wochen im Gegenangriff. Schauplatz der Attacken ist ein Frontabschnitt, an dem es bis vor wenigen Monaten praktisch keine K\u00e4mpfe gegeben hat. Ein etwa 20 Kilometer langer Streifen westlich der im Januar von <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> eroberten Stadt Huljajpole, einem wichtigen ukrainischen St\u00fctzpunkt bei der Verteidigung des Gebiets an der Grenze zwischen den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Im vergangenen November hat Russland mehrere Brigaden in das Gebiet \u00f6stlich von Huljajpole versetzt. Die ukrainische Armee, zu diesem Zeitpunkt mehr als ausgelastet mit den schweren K\u00e4mpfen um Pokrowsk, hatte dort lediglich leichte Kr\u00e4fte der sogenannten Territorialverteidigung stationiert. Diese wurden regelrecht \u00fcberrannt und <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-11\/ukraine-lage-pokrowsk-front-saporischschja-vormarsch-woche\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zu einem R\u00fcckzug um mehr als zehn Kilometer gezwungen<\/a>. Der Tenor zahlreicher Analysen damals: Die ukrainische Armee ist ausged\u00fcnnt, die Verteidigung gegen mehrere russische Angriffsschwerpunkte zugleich nicht m\u00f6glich, die gleichnamige Regionalhauptstadt Saporischschjas m\u00f6gliches Ziel einer neuen russischen Gro\u00dfoffensive. In den Wochen danach hat Russland Huljajpole eingenommen, russische Einheiten setzten vereinzelt \u00fcber den westlich der Stadt liegenden Haitschur-Fluss \u00fcber.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a> zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! 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Die Berichte der Milit\u00e4rblogger fielen in eine f\u00fcr Russland ohnehin kritische Phase an der Front: Kurz davor hatte US-Milliard\u00e4r Elon Musk Russlands Truppen den <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-02\/ukraine-krieg-starlink-russland-ausfall\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Zugang zu seinem Satelliten-Internetdienst Starlink gekappt<\/a>. Die davon ausgel\u00f6sten teils schweren Kommunikationsprobleme zwischen den russischen Einheiten untereinander habe die <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/ukraine-krieg-news-liveblog\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> ausgenutzt, um in den Gegenangriff zu gehen.\u00a0\n<\/p>\n<p>    Umk\u00e4mpft Russische BefestigungsanlagenRussische Kontrolle Vortag seit\u00a0Kriegsbeginn vor\u00a0KriegsbeginnZur\u00fcckerobert Vortag seit\u00a0Kriegsbeginn Zus\u00e4tzl. erobertQuelle: Institute for the Study of War, AEI Critical Threats Project<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wie Aussagen russischer Milit\u00e4rblogger und einige Videos belegen, nutzten ukrainische Truppen nicht nur die erschwerte Kommunikation ihrer Gegner aus, sondern ein tagelang anhaltendes nebliges Wetter, um unbemerkt mehrere Kilometer in den R\u00fccken der vordersten russischen Stellungen vorzur\u00fccken. Eine Taktik, mit der Russland seit Jahren Erfolge an mehreren Frontabschnitten erzielte.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die ukrainischen Einheiten, die dort vorr\u00fcckten, geh\u00f6rten nicht mehr zur im November zur\u00fcckgedr\u00e4ngten Territorialverteidigung. Sondern es waren sogenannte Sturmtruppen. Darunter war etwa das 225. Sturmregiment, <a href=\"https:\/\/x.com\/WarUnitObserver\/status\/2024913825812652402\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">das zur Stabilisierung der Lage dorthin verlegt wurde<\/a>, nachdem es in Sumy im Nordosten des Landes erfolgreich russische Angriffe aufgehalten hatte. Bereits im Dezember hatte der Verband Videos von Eins\u00e4tzen bei Huljajpole ver\u00f6ffentlicht.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Resultat der mehrere Wochen anhaltenden ukrainischen Gegenangriffe ist derweil umstritten. Von 300 Quadratkilometern, aus denen Russland vertrieben worden sei, sprach der ukrainische Pr\u00e4sident <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/wolodymyr-selenskyj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a>. Auf 400 Quadratkilometer <a href=\"https:\/\/t.me\/osirskiy\/1373\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">bezifferte Milit\u00e4rchef Oleksandr Syrskyj<\/a> die ukrainischen Gel\u00e4ndegewinne. Das Institute for the Study of War (ISW) h\u00e4lt etwa die H\u00e4lfte dieser Zahl f\u00fcr realistisch; <a href=\"https:\/\/x.com\/J_JHelin\/status\/2025273876855267708\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Der Milit\u00e4rexperte John Helin vom finnischen Analystenteam BlackBird Group<\/a>\u00a0geht von 150 Quadratkilometern aus; die besonders vorsichtigen ukrainischen Analysten von DeepState melden gerade mal knapp 50 Kilometer zur\u00fcckerobertes Gebiet. Der prominente ukrainische Milit\u00e4rbeobachter Kostjantyn Maschowez <a href=\"https:\/\/t.me\/zvizdecmanhustu\/3241\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">spricht von<\/a> &#8222;beschr\u00e4nkten&#8220; Angriffen mit vornehmlich taktischer Bedeutung \u2013 und nicht etwa von den &#8222;gr\u00f6\u00dften Gel\u00e4ndegewinnen seit Jahren&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dass die Angaben je nach Quelle unterschiedlich sind, ist normal. Dass die Unterschiede derartig hoch ausfallen, nicht. Das ist auff\u00e4llig und zugleich nicht schwer zu erkl\u00e4ren. Denn nicht nur tats\u00e4chlicher Nebel verh\u00fcllt die ukrainischen Gegenangriffe, sondern auch der sprichw\u00f6rtliche Nebel des Krieges. Der massenhafte Einsatz von <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/drohne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnen<\/a>, die dadurch entstandene weitgehende Chancenlosigkeit mechanisierter Angriffe und die daraus erwachsenen Infiltrationstaktiken \u2013 Angriffe mit kleinen Einheiten, die sich an sp\u00e4rlich bemannten gegnerischen Stellungen vorbeischleichen \u2013  haben die Frontlinie schon l\u00e4ngst fl\u00e4chendeckend in eine sogenannte graue Zone verwandelt. Sie liegt zwischen den von den Kriegsparteien kontrollierten Gebieten und hat keine klar definierbaren Grenzen. Kleine Trupps von wenigen K\u00e4mpfern oder sogar einzelne Soldaten <a href=\"https:\/\/x.com\/Playfra0\/status\/2024178296737464428\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">stehen dort teils im R\u00fccken ihrer jeweiligen Gegner<\/a>. Wer welches Gebiet genau kontrolliert, ist so gut wie unm\u00f6glich zu bestimmen. Die Kontrolle \u00fcber ein Gebiet wird kaum noch \u00fcbernommen, sondern bestenfalls dem Gegner verweigert.\n<\/p>\n<p>                An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden<\/p>\n<p>Zum Anschauen ben\u00f6tigen wir Ihre Zustimmung<\/p>\n<p>\n                Weiter\n            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Wenngleich es keine Belege f\u00fcr das Ausma\u00df des ukrainischen Vormarschs sind, deuten \u00fcberzeugende Indizien darauf, dass er stattgefunden hat. Darauf weist etwa der franz\u00f6sische Milit\u00e4rblogger Clement Molin hin. Auf Grundlage von zwischen Ende Januar und Mitte Februar aufgenommenen Satellitenbildern des Frontabschnitts verzeichnete er Tausende Einschl\u00e4ge ukrainischer Artillerie \u2013 und berichtet: Je sp\u00e4ter die Aufnahme, desto s\u00fcdlicher die Einschl\u00e4ge. <a href=\"https:\/\/x.com\/clement_molin\/status\/2025332812564386248\/photo\/1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Nach seinen Berechnungen<\/a> haben sich die von der Ukraine beschossenen russischen Truppen in dieser Zeit um f\u00fcnf Kilometer zur\u00fcckziehen m\u00fcssen. Molins Angaben decken sich dabei mit jenen des ISW: Auch das US-Institut sieht vor allem n\u00f6rdlich von Huljajpole einen ukrainischen Vormarsch. Auf den Karten des Instituts ist das Gebiet, anders als die Angriffsachse im Westen des Frontabschnitts, als gesichert r\u00fcckerobert und nicht mehr als umk\u00e4mpft markiert.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vergleichsweise pragmatisch <a href=\"https:\/\/t.me\/ua_dshv\/8251\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">beschreibt das ukrainische Milit\u00e4r<\/a> die Resultate seiner Operation: Ziel der Gegenangriffe sei, Russlands Vormarsch in Saporischschja zu stoppen, die russischen Truppen in dem Gebiet zu dezimieren und aus der Region Dnipropetrowsk n\u00f6rdlich von Huljajpole zu verdr\u00e4ngen. Eine Operation von vornehmlich lokaler Bedeutung also, die gelungen zu sein scheint.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Mehrere Analysten sehen in ihr trotzdem ein bemerkenswertes Zeichen. <a href=\"https:\/\/x.com\/konrad_muzyka\/status\/2022770086671466853\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">So wertet der polnische Milit\u00e4ranalyst Konrad Muzyka<\/a>, der regelm\u00e4\u00dfig Forschungsreisen an die Front in der Ukraine unternimmt, den ukrainischen Vormarsch als Zeichen dessen, dass die ukrainischen Personalprobleme an der Front zumindest teilweise gemildert sind (anders w\u00e4ren Angriffsaktionen nicht m\u00f6glich); zugleich ist Russland in dem Gebiet aufgehalten worden \u2013 &#8222;ein klarer taktischer Erfolg der Ukraine und eine bemerkenswerte Niederlage f\u00fcr Russland&#8220;, schreibt Muzyka. <a href=\"https:\/\/t.me\/zvizdecmanhustu\/3246\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">\u00c4hnlich sieht es auch<\/a> der ukrainische Milit\u00e4rbeobachter Maschowez: Die russischen Pl\u00e4ne, westlich von Huljajpole vorzudringen, seien nun davon bedroht, dass die Ukraine den Angreifern von Norden her in den R\u00fccken fallen k\u00f6nnte.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die lokalen Gegenangriffe bei Huljajpole bilden dabei nur die \u00f6stliche Achse des Kampfs um Saporischschja. Am westlichen Rand der S\u00fcdfront haben ukrainische Einheiten derweil <a href=\"https:\/\/www.pravda.com.ua\/eng\/news\/2026\/02\/25\/8022716\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">nach eigenen Angaben<\/a> und Berichten russischer Milit\u00e4rblogger die Angreifer ebenfalls leicht zur\u00fcckdr\u00e4ngen k\u00f6nnen. Die russische Zangenbewegung an der S\u00fcdfront, die im f\u00fcr die Ukraine schlimmsten Szenario langfristig zu verlustreichen K\u00e4mpfen um die Gro\u00dfstadt Saporischschja werden k\u00f6nnte, ist zumindest f\u00fcr den Moment unterbunden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">An der S\u00fcdfront findet keine gro\u00dfangelegte Gegenoffensive statt. Doch die weitverbreitete Annahme, Russlands Vormarsch sei zwar langsam, aber unaufhaltbar, ist widerlegt. Denn wenn die vielen vagen Indizien, auf deren Grundlage sich der Erfolg der Gegenangriffe behaupten l\u00e4sst, eines wirklich \u00fcberzeugend nahelegen, dann das: \u00dcberdehnt und stellenweise ausged\u00fcnnt genug, um Gebiete aufgeben zu m\u00fcssen, ist inzwischen nicht nur die ukrainische Armee. Sondern auch die russische.\u00a0\n<\/p>\n<p>    Umk\u00e4mpft Russische BefestigungsanlagenRussische Kontrolle Vortag seit\u00a0Kriegsbeginn vor\u00a0KriegsbeginnZur\u00fcckerobert Vortag seit\u00a0Kriegsbeginn Zus\u00e4tzl. erobertQuelle: Institute for the Study of War, AEI Critical Threats Project<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" class=\"zg-counticle__picture\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/square__180x180__desktop.jpeg\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>                        \u00a9\u00a0Andre Alves\/\u200bAnadolu\/\u200bGetty Images<\/p>\n<p class=\"zg-counticle__text\">\n        <strong class=\"zg-counticle__number-wrapper\"><br \/>\n            1465 Tage        <\/strong><\/p>\n<p>                    <strong class=\"zg-counticle__title\"><br \/>\n                seit Beginn der russischen Invasion<br \/>\n            <\/strong><\/p>\n<p>            Die wichtigste Meldung: Flug der Flamingos        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Ein Flamingo hat eine Fl\u00fcgelspannweite von sieben Metern, wiegt sechs Tonnen und tr\u00e4gt einen <strong>Gefechtskopf von 1.150 Kilogramm Gewicht<\/strong> \u2013 doch ob er auch ins Ziel fliegt, wurde monatelang diskutiert. Nachdem die Ukraine im vergangenen Sommer ihren <strong>ersten <\/strong><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-10\/ukraine-laga-tomahawk-flamingo-marschflugkoerper-raketen-woche\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><strong>Langstrecken-Marschflugk\u00f6rper <\/strong>mit dem ungew\u00f6hnlichen Namen<\/a> vorgestellt hat, hat es monatelang kaum Angriffe gegeben, welche die Einsatzreife des Flamingos best\u00e4tigen konnten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch sp\u00e4testens in der Nacht zum vergangenen <strong>Samstag<\/strong> hat sich das ge\u00e4ndert. Das russische Verteidigungsministerium <a href=\"https:\/\/t.me\/mod_russia\/61376\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">teilte mit<\/a>, bei einem Angriff in der Region <strong>Udmurtien<\/strong> f\u00fcnf Flamingo-Flugk\u00f6rper abgeschossen zu haben. Was es verschwieg: <strong>Mindestens einer von ihnen traf.<\/strong> Ziel des Angriffs war <a href=\"https:\/\/t.me\/GeneralStaffZSU\/35272\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">nach Angaben des ukrainischen Generalstabs<\/a>\u00a0die <strong>Wotkinsker Raketenfabrik in 1.400 Kilometern Entfernung<\/strong> von der ukrainischen Grenze \u2013 eine Distanz, die bisher nur einige Langstreckendrohnen der Ukraine \u00fcberwinden konnten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die jedoch k\u00f6nnen nicht mehr als wenige Dutzend Kilogramm Sprengstoff transportieren, ein Zehntel der Nutzlast des Flamingos. Den Klassenunterschied best\u00e4tigen Satellitenfotos, die wenige Tage nach dem Angriff von ukrainischen Milit\u00e4rbloggern ver\u00f6ffentlicht wurden. Darauf ist ein <strong>Loch von Hunderten Quadratmetern Gr\u00f6\u00dfe im Dach eines Fabrikgeb\u00e4udes<\/strong> zu sehen. <a href=\"https:\/\/x.com\/Tendar\/status\/2026618730684330332\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Ein Video zeigt zudem den Einschlag eines gro\u00dfen Marschflugk\u00f6rpers<\/a>, bei dem es sich um den Flamingo handeln d\u00fcrfte, in der Fabrik.\u00a0\n<\/p>\n<p>                An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden<\/p>\n<p>Zum Anschauen ben\u00f6tigen wir Ihre Zustimmung<\/p>\n<p>\n                Weiter\n            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Bedeutung des Vorfalls &#8222;ist schwer zu \u00fcbersch\u00e4tzen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/russian\/articles\/cy8l59q0nqzo\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zitiert die russischsprachige BBC-Ausgabe<\/a> einen US-Milit\u00e4rexperten. Die Fabrik in Wotkinsk stellt <strong>ballistische Raketen<\/strong> her: Sowohl <strong>Jars-Interkontinentalraketen<\/strong>, als auch U-Boot-basierte Bulawa-Raketen \u2013 und, besonders relevant f\u00fcr die Ukraine, die <strong>Kurzstreckenrakete Iskander-M<\/strong>, eine Schl\u00fcsselwaffe bei den russischen Angriffen auf das ukrainische Energienetz. <strong>Mehr als 200 solcher Raketen<\/strong> hat Russland dem BBC-Bericht zufolge im Winter eingesetzt, weniger als ein Drittel konnte abgeschossen werden.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Raketenexperte Fabian Hoffmann von der Universit\u00e4t Oslo <a href=\"https:\/\/missilematters.substack.com\/p\/flamingo-finds-its-target\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">geht davon aus<\/a>, dass die<strong> Produktion der Raketen f\u00fcr bis zu sechs Monate erschwert <\/strong>sein k\u00f6nnte. Genau lasse sich das nicht sagen, da dies davon abh\u00e4nge, wie schnell die beim Angriff zerst\u00f6rte Ausr\u00fcstung ersetzt werden k\u00f6nne. Doch die <strong>Satellitenbilder deuteten auf schwere Sch\u00e4den<\/strong>. In der getroffenen Fabrikhalle sollen unter anderem <strong>Bauteile der Raketenh\u00fclle <\/strong>gestanzt werden. &#8222;Der Flamingo hat sein Ziel gefunden&#8220;, schreibt Hoffmann: die russische Raketenindustrie, das Herzst\u00fcck von Russlands Luftkrieg gegen die Ukraine.\u00a0\n<\/p>\n<p>                            Ehemaliger US-Au\u00dfenminister Mike Pompeo, inzwischen im Beirat des Flamingo-Herstellers  Fire Point, bei einer Pressekonferenz in Kyjiw am 21. Februar \u2013\u00a0ein Tag nach dem Angriff auf die  Fabrik in Wotkinsk.             \u00a9\u00a0Efrem Lukatsky\/\u200bAP\/\u200bdpa<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bedeutend ist der Angriff nicht nur wegen seines Ziels, sondern auch der mutma\u00dflichen Umst\u00e4nde des Einsatzes. Denn aufgrund seiner enormen Gr\u00f6\u00dfe ist der Flamingo <strong>auf russischen Radaren leicht erkennbar.<\/strong> Dass er 1.400 Kilometer tief nach Russland hineinfliegen und ein Hochwertziel wie die Raketenfabrik in Wotkinsk treffen konnte, bedeute, dass er<strong> in besonders niedriger H\u00f6he geflogen<\/strong> sein muss \u2013 wom\u00f6glich nicht h\u00f6her als 20 Meter \u00fcber dem Erdboden, hei\u00dft es in dem BBC-Bericht. Hersteller Fire Point hatte dies im vergangenen Jahr als Ziel ausgegeben; die Erfolgsaussichten daf\u00fcr waren damals noch offen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dasselbe gilt f\u00fcr die <strong>Treffsicherheit<\/strong> der Waffe. Bei Eins\u00e4tzen gegen Ziele auf der Krim im vergangenen November wurden diese laut damaligen Berichten<strong> teils um Hunderte Meter verfehlt<\/strong>. Dasselbe gilt mutma\u00dflich f\u00fcr einen <strong>Angriff auf das russische Raketentestgel\u00e4nde Kapustin Jar <\/strong>im Januar, von wo aus die Mittelstreckenrakete Oreschnik gestartet wird. Inzwischen scheint sich die<strong> Treffsicherheit jedoch deutlich verbessert<\/strong>\u00a0zu haben.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><strong>Auch die Einsatzreichweite<\/strong> n\u00e4hert sich den von Fire Point versprochenen Werten an. Diese hatte der Hersteller mit bis zu 3.000 Kilometern angegeben \u2013 weiter als der US-Flugk\u00f6rper Tomahawk und vergleichbar mit den reichweitenst\u00e4rksten russischen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marschflugkoerper\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marschflugk\u00f6rpern<\/a>. Weil der Flamingo, wie auch andere Waffen dieser Art, <strong>weite Kurven fliegt<\/strong>, um die gegnerische Flugabwehr zu umgehen, habe die tats\u00e4chlich \u00fcberwundene Distanz nicht bei 1.400, sondern eher bei<strong> 1.800 Kilometern <\/strong>gelegen, hat ein ukrainischer Milit\u00e4rblogger auf Grundlage der <strong>Zeitpunkte russischer Raketenwarnungen<\/strong> je nach Region in der Nacht zum Samstag errechnet.\n<\/p>\n<p>                An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden<\/p>\n<p>Zum Anschauen ben\u00f6tigen wir Ihre Zustimmung<\/p>\n<p>\n                Weiter\n            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Marschflugk\u00f6rper ist also funktionsf\u00e4hig und leistet das, wof\u00fcr die Ukraine schon vor Jahren vergebens um westliche Marschflugk\u00f6rper hoher Reichweite gebeten hat. Sollte Fire Point die <a href=\"https:\/\/kyivindependent.com\/ukraine-to-mass-produce-long-range-flamingo-missile-in-winter-zelensky-says\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">anvisierte Produktionszahl von Hunderten Flamingos pro Monat<\/a> erreichen \u2013 momentan, auch wegen<strong> russischer Angriffe auf Herstellungsst\u00e4tten des Marschflugk\u00f6rpers, <\/strong>ein mutma\u00dflich nicht ansatzweise erreichter Wert \u2013 dann ist die Chance gro\u00df, dass der ukrainische Luftkrieg gegen Russlands R\u00fcstungsindustrie eine g\u00e4nzlich neue Qualit\u00e4t erreicht. Doch auch nur dann. Denn allein um das Fabrikgel\u00e4nde in Wotkinsk nachhaltig zu zerst\u00f6ren, w\u00e4ren wohl Dutzende Einschl\u00e4ge n\u00f6tig.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Schon jetzt ist klar: Bei dem einen Angriff wird es nicht bleiben. <a href=\"https:\/\/ru.themoscowtimes.com\/2026\/02\/27\/v-rossii-vpervie-massovo-obyavili-raketnuyu-opasnost-sbiti-dve-raketi-flamingo-a188340\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wie die Moscow Times berichtet<\/a>, wurde an diesem Freitagnachmittag in<strong> 13 russischen Regionen<\/strong>, die mehrheitlich nicht in Grenzn\u00e4he liegen, <strong>Raketenalarm ausgerufen \u2013 <\/strong>in acht von ihnen demnach <strong>zum ersten Mal seit Kriegsbeginn<\/strong>. Der Flamingo-Hersteller Fire Point ver\u00f6ffentlichte zeitgleich <a href=\"https:\/\/t.me\/ukrpravda_news\/75350\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">ein Video<\/a>, das den <strong>Test eines noch unbekannten Flugk\u00f6rpers<\/strong> zeigt.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bei dieser &#8222;FP-7&#8220; genannten Waffe soll es sich nicht um einen Marschflugk\u00f6rper handeln. <strong>Sondern eine ballistische Rakete.<\/strong>\n<\/p>\n<p>            Unterm Radar: ISS f\u00e4ngt Russlands Angriff ein        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In der Nacht zum <strong>27. Dezember 2025<\/strong> flog Russland <strong>einen der gr\u00f6\u00dften Luftangriffe <\/strong>des Jahres. <a href=\"https:\/\/t.me\/kpszsu\/50944\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">Nach ukrainischen Angaben<\/a> wurden in dieser Nacht <strong>519 Drohnen, 30 Marschflugk\u00f6rper und zehn ballistische Raketen<\/strong> eingesetzt. Laut ukrainischen Milit\u00e4rbloggern, die sich auf die Luftraum-\u00dcberwachung spezialisieren, kam es <a href=\"https:\/\/t.me\/war_monitor\/36086\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">kurz nach Mitternacht<\/a> zu Angriffen mit ballistischen Raketen, darunter der aeroballistischen, besonders schwer abwehrbaren Kinschal-Rakete, <strong>auf Kyjiw.<\/strong>\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Genau um diese Zeit hat, wie nun bekannt wurde, <strong>die Internationale Raumstation (ISS) die Ukraine \u00fcberflogen<\/strong>. Riccardo Rossi vom italienischen Weltraumverband ISAA ver\u00f6ffentlichte einen <strong>Zusammenschnitt der ISS-Fotos <\/strong>\u00fcber der Region. In dem <a href=\"https:\/\/youtu.be\/m5VHETDtQ_M?si=zkyUSAIEWRhez4Nw&amp;t=245\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von ihm erstellten Video<\/a> sind<strong> Explosionen in Kyjiw aus der ISS-Flugh\u00f6he von 400 Kilometern<\/strong> sichtbar \u2013 und mutma\u00dflich auch der<strong> Abschuss mehrerer Raketen. <\/strong>\n<\/p>\n<p>                An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden<\/p>\n<p>Zum Anschauen ben\u00f6tigen wir Ihre Zustimmung<\/p>\n<p>\n                Weiter\n            <\/p>\n<p>            Das Zitat: Rubios seltsamer Vergleich        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Innerhalb der aktuellen US-Regierung gilt <strong>Au\u00dfenminister Marco Rubio<\/strong> als derjenige, der bei den Bem\u00fchungen um ein Kriegsende noch am ehesten die Interessen der Ukraine im Blick hat. Sowohl <strong>Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff <\/strong>(<a href=\"https:\/\/english.nv.ua\/nation\/u-s-envoy-witkoff-says-he-plans-visit-to-kyiv-50577695.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">sechs Besuche in Moskau, bislang keiner in Kyjiw<\/a>) als auch der US-Pr\u00e4sident (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=R7D2r7xBgig\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#8222;Sie haben nicht die Karten!&#8220;<\/a>) sehen vor allem <strong>Zugest\u00e4ndnisse an Russland und Druck auf die Ukraine<\/strong> als Weg zum Frieden. Rubio hingegen galt \u2013 vor seinem Wechsel ins Trump-Lager \u2013 als Unterst\u00fctzer der Ukraine.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch als Minister in Trumps Kabinett muss der langj\u00e4hrige Au\u00dfenpolitiker <strong>die Linie des Pr\u00e4sidenten vertreten<\/strong>.<br \/>\n Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wehrte Rubio Vorw\u00fcrfe ab, die USA<br \/>\n w\u00fcrden nicht ausreichend hinter der Ukraine stehen. So verwies der<br \/>\nAu\u00dfenminister darauf, dass die US-Regierung immerhin <strong>Waffen an die Ukraine verkaufe <\/strong>und<br \/>\n mit Rosneft ein Schl\u00fcsselunternehmen der russischen \u00d6lwirtschaft<br \/>\nsanktioniert habe. Um den Unterschied zwischen dem Umgang der<br \/>\nUS-Regierung mit Russland und der Ukraine zu betonen, sagte Rubio<br \/>\nweiter:\n<\/p>\n<blockquote class=\"quote__text\"><p>Wir verkaufen keine Waffen an Russland und wir sanktionieren die Ukraine nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>    <a class=\"quote__link\" href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/office-of-the-spokesperson\/2026\/02\/secretary-of-state-marco-rubio-remarks-to-press-5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Au\u00dfenminister Marco Rubio<\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\"><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/ukraine-krieg-news-liveblog\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen zum russischen Krieg gegen die Ukraine in unserem Liveblog.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Medien von \u00fcberraschenden Erfolgen der ukrainischen Truppen berichtet: An der S\u00fcdfront in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":830456,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,1478,7830,13,1435,7418,22064,451,14,15,16,307,12,317,107],"class_list":{"0":"post-830455","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-drohne","11":"tag-erfolg","12":"tag-headlines","13":"tag-krieg-in-der-ukraine","14":"tag-lage-in-der-ukraine","15":"tag-marschflugkoerper","16":"tag-militaer","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-politik","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-ukraine","23":"tag-wolodymyr-selenskyj"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116144218184587866","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/830455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=830455"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/830455\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/830456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=830455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=830455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=830455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}