{"id":8342,"date":"2025-04-04T19:03:15","date_gmt":"2025-04-04T19:03:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8342\/"},"modified":"2025-04-04T19:03:15","modified_gmt":"2025-04-04T19:03:15","slug":"urteil-gegen-marine-le-pen-die-taeterin-macht-sich-zum-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/8342\/","title":{"rendered":"Urteil gegen Marine Le Pen: Die T\u00e4terin macht sich zum Opfer"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.04.2025 07:31 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Angreifen, Abstreiten, Austeilen &#8211; so l\u00e4sst sich die Strategie des rechtsnationalen Rassemblement National nach dem Urteil gegen Parteichefin Le Pen zusammenfassen. Das Ziel: den eigentlichen Skandal verschleiern.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/carolin-dylla-105.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Carolin Dylla\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1743724524_184_carolin-dylla-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas Urteil gegen Marine Le Pen sorgt in Frankreich f\u00fcr kontroverse Debatten. F\u00fcr das Wochenende will der Rassemblement National (RN) Anh\u00e4nger und Unterst\u00fctzer aus dem ganzen Land in Paris versammeln &#8211; als Protest gegen das Urteil und &#8222;f\u00fcr die Demokratie&#8220;, wie es hei\u00dft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Kommunikationsstrategie des RN &#8211; der den Richtern eine politische Motivation unterstellt &#8211; l\u00e4sst den Ausgangspunkt des Prozesse mehr und mehr in den Hintergrund r\u00fccken: die jahrelange und gezielte Veruntreuung \u00f6ffentlicher Gelder, die die Richter der ersten Instanz als erwiesen ansehen. Wenn Marine Le Pen das Urteil einen &#8222;demokratischen Skandal&#8220; nennt, dann wohl auch, um die Debatte von ihrem Ausgangspunkt wegzulenken.<\/p>\n<p>    Ermittler pr\u00fcften Vorw\u00fcrfe zehn Jahre lang<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZehn Jahre lang hatten unterschiedliche Ermittlungsbeh\u00f6rden die Vorw\u00fcrfe gepr\u00fcft, bevor es zum Prozess kam.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nPatrick Maisonneuve ist einer der Anw\u00e4lte des Europaparlaments. Er sagte vor einem halben Jahr bei Prozessbeginn: &#8222;Es gibt (\u2026) Dokumente, Unterhaltungen oder E-Mails, die belegen, dass es ein ausgedehntes und zentralisiertes System gab, um \u00f6ffentliche Zuweisungen zu veruntreuen.\u00a0So haben es die franz\u00f6sischen Untersuchungsrichter beschrieben.&#8220;<\/p>\n<p>    E-Mail soll ihr Mitwissen belegen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nLe Pen hat dieses System \u00fcber Jahre hinweg mit &#8222;Autorit\u00e4t und Entschlossenheit&#8220; gef\u00fchrt: Zu diesem Schluss sind die Richter gekommen. 2014 soll sie die frisch gew\u00e4hlten EU-Parlamentarier angewiesen haben, jeweils nur einen Assistenten einzustellen &#8211; und den Rest der Gelder, die das EU-Parlament f\u00fcr diese Mitarbeiter bereitstellt, an die Partei weiterzuleiten. Le Pen bestreitet das, doch es gibt Belege, zum Beispiel die E-Mail eines Abgeordneten an den damaligen Schatzmeister des RN, Wallerand de Saint-Just, ver\u00f6ffentlicht vom Magazin\u00a0M\u00e9diapart\u00a0und zitiert in einer Doku des Senders France 2:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Was Marine von uns verlangt, bedeutet, dass wir f\u00fcr Scheinbesch\u00e4ftigungen unterschreiben. Ich verstehe Marines Beweggr\u00fcnde, aber wir bringen uns in Teufels K\u00fcche. Mit einer so gro\u00dfen Fraktion wird man sicher genau unter die Lupe nehmen, wie wir unsere Zuweisungen verwenden.\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWenig sp\u00e4ter schrieb der Schatzmeister zur\u00fcck:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    \u00a0Ich denke, dass Marine das alles wei\u00df.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer systematische Charakter der Veruntreuungen, deren Dauer und auch die H\u00f6he des entstandenen Schadens: Aus all diesen Gr\u00fcnden handelt es sich f\u00fcr die Richter um einen besonders schwerwiegenden Fall, der die Demokratie besch\u00e4digt habe. All das erkl\u00e4rt die H\u00e4rte der verh\u00e4ngten Strafen, auch f\u00fcr Marine Le Pen. Das Urteil ist ein empfindlicher Schlag f\u00fcr ihr Pr\u00e4sidentschaftsprojekt 2027 &#8211; weshalb sie eine politische Motivation unterstellt.\u00a0<\/p>\n<p>    Le Pen gegen &#8222;das System&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Das System hat die Atombombe ausgepackt\u201c, sagte Le Pen am Dienstag bei einer Fraktionssitzung des RN.\u00a0&#8222;Wenn es eine so m\u00e4chtige Waffe gegen uns verwendet, dann weil wir kurz davor stehen, Wahlen zu gewinnen. Das lassen wir uns nicht gefallen&#8220;, gibt sie sich k\u00e4mpferisch.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Jahr 2013 klang das im Kontext der sogenannten Cahuzac-Aff\u00e4re noch komplett anders. Der damalige Minister J\u00e9r\u00f4me Cahuzac vom\u00a0Parti Socialiste\u00a0musste wegen Vorw\u00fcrfen des Steuerbetrugs zur\u00fccktreten und wurde sp\u00e4ter verurteilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm Sender Public S\u00e9nat forderte Marine Le Pen damals &#8222;den Verlust des passiven Wahlrechts auf Lebenszeit einzuf\u00fchren. F\u00fcr alle, die wegen Straftaten verurteilt wurden, die sie dank ihres Mandats oder im Zuge ihres Mandats begangen haben.&#8220; Wenn sie Ethik und Moral in der Politik fordere, dann auch von sich selbst, sagte Le Pen im selben Interview.<\/p>\n<p>    &#8222;RN hat sich selbst eine Falle gestellt&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas steht in hartem Widerspruch zu ihrer Reaktion auf das Urteil, das laut Umfragen eine Mehrheit der befragten Franzosen grunds\u00e4tzlich richtig findet. Auf lange Sicht k\u00f6nnte das Le Pen und dem\u00a0Rassemblement National\u00a0politisch auf die F\u00fc\u00dfe fallen, glaubt Politikwissenschaftler Luc Roubanvon der Universit\u00e4t Sciences Po.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Sie wollten sich normalisieren, entdiabolisieren. Das Problem ist: Wer normal sein will, muss auch Normen respektieren, muss politische und juristische Regeln akzeptieren&#8220;, sagt der Politikwissenschaftler. Genau das habe das Gericht bei Le Pens Verurteilung auch in Erinnerung gerufen.\u00a0&#8222;Doch die Partei hat die Fakten abgestritten, und aus diesem Grund sah das Gericht eine Gefahr der Wiederholung. Das mag alles sehr subtil erscheinen, aber der RN hat sich selbst eine Falle gestellt: Denn wenn er eine normale Partei sein will, dann muss er die Institutionen respektieren.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMarine Le Pen dagegen greift diese Institutionen frontal an. Und das, obwohl sie ihr sogar entgegengekommen sind: Das Pariser Berufungsgericht hat angek\u00fcndigt, das Verfahren in zweiter Instanz bis zum Sommer 2026 abschlie\u00dfen zu wollen. Also deutlich schneller als viele andere &#8211; und vor der Pr\u00e4sidentschaftswahl 2027.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.04.2025 07:31 Uhr Angreifen, Abstreiten, Austeilen &#8211; so l\u00e4sst sich die Strategie des rechtsnationalen Rassemblement National nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8343,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,156,30,13,157,14,15,1323,12],"class_list":{"0":"post-8342","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-frankreich","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-marine-le-pen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-rassemblement-national","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114281250991114113","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8342\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8343"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}