{"id":834200,"date":"2026-03-01T06:54:12","date_gmt":"2026-03-01T06:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/834200\/"},"modified":"2026-03-01T06:54:12","modified_gmt":"2026-03-01T06:54:12","slug":"wie-koenigsbrunn-und-scherstetten-zu-ihren-ortsnamen-kamen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/834200\/","title":{"rendered":"Wie K\u00f6nigsbrunn und Scherstetten zu ihren Ortsnamen kamen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Benutzt man in Scherstetten besonders h\u00e4ufig Schneidewerkzeuge? Was hat der K\u00f6nig mit K\u00f6nigsbrunn zu tun? Und wie tief sind die Gr\u00e4ben in Graben wirklich? Dr. Hans-Peter Eckart hat seine Doktorarbeit<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/schwabmuenchen-wie-schwaebische-ortsnamen-ihre-herkunft-zeigen-113454744\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> \u00fcber Ortsnamen <\/a>im Altlandkreis Augsburg geschrieben. In unserer Serie erkl\u00e4rt er, wie die Orte zu ihrem Namen gekommen sind. Heute wirft er einen Blick auf die im Vorspann seit Wochen erw\u00e4hnten Scherstetten und K\u00f6nigsbrunn.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Siedlungen mit der Endung -stetten gelten als relativ alt: Man geht davon aus, dass sie in der Zeit vom 6. bis zum 9. Jahrhundert gegr\u00fcndet wurden. Sie lagen auf waldfreiem und fruchtbarem Boden. <strong class=\"font-bold\">Scherstetten <\/strong>liegt aber in den Stauden und damit auf weniger gutem Siedlungsland. Auch gibt es keine arch\u00e4ologischen Funde, die auf eine fr\u00fchmittelalterliche Siedlung hinweisen. Die zeitliche Besiedlung von Scherstetten liegt also im Dunkeln.\n  <\/p>\n<p>            Scherstetten an der Klippe?<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bringt die urkundliche Erstnennung im Jahr 1252 mit \u201eSchersteten\u201c Klarheit? Eindeutig ist der zweite Teil des Ortsnamens auf das althochdeutsche \u201estat\u201c zur\u00fcckzuf\u00fchren. Man deutet es als \u201ebei den Wohnst\u00e4tten\u201c. Was ist aber mit dem ersten Teil? H\u00e4ufig findet sich bei den -stetten-<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/ortsnamen-im-landkreis-augsburg-verdeutlichen-einfluss-alemannischer-sippen-113028424\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Orten im ersten Teil ein Personenname<\/a>, wie etwa bei <strong class=\"font-bold\">Bonstetten<\/strong>: Der Erstbeleg von 1063 \u201eBonesteten\u201c l\u00e4sst die Deutung \u201ebei den Wohnst\u00e4tten des Bono\u201c zu. F\u00fcr Scherstetten ist aber kein alt- oder mittelhochdeutscher Personenname nachweisbar. In solchen F\u00e4llen greifen Sprachwissenschaftler zu einem Trick: Sie rekonstruieren einen Personennamen. Den \u00fcberlegen sie sich unter Ber\u00fccksichtigung von Grammatik, Wortschatz und Lautwandel. Im vorliegenden Fall werden \u201eSkaro, Skeri, Scarius\u201c als M\u00f6glichkeit angef\u00fchrt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Denkbar ist aber auch ein Bezug zum Althochdeutschen \u201escario\u201c in der Bedeutung \u201eVerwalter, Hauptmann\u201c. In diesem Fall w\u00e4re der Ortsname zu deuten als \u201ebei den Wohnst\u00e4tten des Verwalters oder Hauptmanns.\u201c Wer das gewesen sein soll, ist leider ebenfalls reine Spekulation. Nicht auszuschlie\u00dfen ist die Herleitung vom Mittelhochdeutschen \u201esch\u00ebre\u201c in der Bedeutung \u201eFelszacke, Klippe\u201c. Weil Scherstetten am Westhang des Schmuttertals liegt und sich oberhalb davon eine bewaldete Hochebene befindet, kann man den Ortsnamen als \u201ebei den Wohnst\u00e4tten an der Klippe\/am Abhang\u201c deuten.\n  <\/p>\n<p>            K\u00f6nigsbrunn: F\u00fcr manche eine Kolonie auf dem Bobinger Lechfeld<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <strong class=\"font-bold\"><a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/ort\/koenigsbrunn\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">K\u00f6nigsbrunn<\/a> <\/strong>ist im Vergleich hierzu ein offenes Buch: So gibt es arch\u00e4ologisch zahlreiche Funde, die auf eine Besiedlung ab etwa 2300 vor Christus hinweisen. Auch eine r\u00f6mische villa rustica wurde in den 1970er Jahren ausgegraben. Im Mittelalter war der Ort aber offensichtlich nicht besiedelt. Erst 1828 bis 1832 sind erste Siedler belegt. Nachdem Rentamtmann Geiger von Schwabm\u00fcnchen 1831 und der Schreiner Josef Wiedmann aus Diedorf 1835 Grundst\u00fccke erworben hatten, explodierte die Siedlung f\u00f6rmlich: 1837 hatte \u201eKoenigsbrunn\u201c noch vier Wohnh\u00e4user, 1840 bereits 60. Und 1842 lebten bereits 403 Einwohner in 76 H\u00e4usern. K\u00f6nigsbrunn wurde zur Gemeinde erhoben und wuchs weiter. Auf fast 28.000 Einwohner bis Ende 2024.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Erkl\u00e4rung des Ortsnamens formulierte der erste Kaplan des Ortes, Josef Wagner, 1851 so: \u201eDie Kolonie K\u00f6nigsbrunn f\u00fchrt ihren Namen von einem Brunnen, der auf Befehl seiner Majest\u00e4t des K\u00f6nigs Ludwigs wenige Jahre vor Gr\u00fcndung der Kolonie auf dem Lechfelde \u2026 gegraben wurde.\u201c Nicht alle waren vom k\u00f6niglichen Ortsnamen und dem raschen Anwachsen der Siedlung begeistert. Vor allem <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/burgwalden-ortsname-erzaehlt-geschichte-von-schloss-und-namenswandel-112978460\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">in den umliegenden D\u00f6rfern<\/a> Bobingen und Oberottmarshausen gab es die Tendenz, die Eigenst\u00e4ndigkeit der Siedler zu unterdr\u00fccken. Bezeichnungen wie \u201eKolonie\u201c oder \u201eNeubobingen\u201c belegen dies. H\u00f6hepunkt der Geringsch\u00e4tzung ist die Nennung des Ortes 1841 als \u201eKolonie auf dem Bobinger Lechfeld\u201c mit dem entscheidenden Zusatz \u201ef\u00e4lschlich K\u00f6nigsbrunn\u201c.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Hans-Peter Eckart<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    K\u00f6nigsbrunn<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Scherstetten<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Benutzt man in Scherstetten besonders h\u00e4ufig Schneidewerkzeuge? Was hat der K\u00f6nig mit K\u00f6nigsbrunn zu tun? 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