{"id":834880,"date":"2026-03-01T13:23:12","date_gmt":"2026-03-01T13:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/834880\/"},"modified":"2026-03-01T13:23:12","modified_gmt":"2026-03-01T13:23:12","slug":"antimilitarismus-berlin-als-politisch-militaerische-kommandozentrale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/834880\/","title":{"rendered":"Antimilitarismus \u2013 Berlin als politisch-milit\u00e4rische Kommandozentrale"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img318965\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/318965.jpeg\" alt=\"Zwei Moderator*innen diskutieren mit dem Journalisten J\u00f6rg Kronauer und dem Autoren und YouTuber Fabian Lehr \u00fcber Aufr\u00fcstung in Berlin.\"\/><\/p>\n<p>Zwei Moderator*innen diskutieren mit dem Journalisten J\u00f6rg Kronauer und dem Autoren und YouTuber Fabian Lehr \u00fcber Aufr\u00fcstung in Berlin.<\/p>\n<p>Foto: nd\/Jule Meier<\/p>\n<p>Berlin sei der Ort, an dem Fragen von Krieg und Frieden entschieden w\u00fcrden, sagen Ruth und Juri am Samstag auf der B\u00fchne. Die Moderator*innen sprechen auf einer dreit\u00e4gigen \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197867.antimilitarismus-entruestung-n-berliner-friedenskonferenz-gegen-aufruestung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedenskonferenz<\/a>\u00ab im City Kino Wedding. Organisiert wird die Konferenz von der sozialistischen Stadtteilorganisation \u00bbH\u00e4nde weg vom Wedding\u00ab und dem Bund der Kommunist*innen. Ruth und Juri stellen dort eine <a href=\"https:\/\/nowarberlin.org\/recherche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neue Studie<\/a> mit dem Titel \u00bbMachtzentrum Berlin-Mitte\u00ab vor. Die Studie eines anonymen Recherchekollektivs zeigt die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197907.foerderung-von-start-ups-berlin-will-drohnenmetropole-werden.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">j\u00fcngsten Entwicklungen und Verflechtungen zwischen Politik und R\u00fcstungsindustrie in der Hauptstadt.<\/a><\/p>\n<p>Die Recherche ist auf einer interaktiven Website nachvollziehbar. Auf dieser k\u00f6nnen Besucher*innen anhand der Kategorien \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197908.drohnenfirmen-in-berlin-hauptstadt-der-migrationsabwehr.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">R\u00fcstungsindustrie<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197134.waffenexporte-wieder-viel-ruestung-nach-israel.html?sstr=dual|use\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dual-Use<\/a>\u00ab, \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197850.naher-osten-gross-israel-von-politischer-ideologie-zur-territorialen-praxis.html?sstr=thinktanks\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lobby &amp; Thinktanks<\/a>\u00ab sowie \u00bb<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197935.militarisierung-drohnenabwehr-bundeswehr-erhaelt-neue-befugnisse.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Milit\u00e4r &amp; Beh\u00f6rden<\/a>\u00ab rund 60 Standorte auf einer Berlin-Karte betrachten.<\/p>\n<p>Die Standorte zeigen Adressen von Firmensitzen gro\u00dfer R\u00fcstungsunternehmen wie <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197768.luftfahrt-warum-airbus-bestellungen-einsammelt.html?sstr=airbus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Airbus<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1197909.zeitenwende-wessen-krise.html?sstr=rheinmetall\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rheinmetall<\/a>. Zu jedem Ort gibt es Hintergrundinformationen \u2013 etwa dazu, was das Unternehmen produziert oder wie viel staatliches Geld es bekommt. Berlin sei aber \u00bbweniger Ort der R\u00fcstungsproduktion als vielmehr Standort der Hauptstadtrepr\u00e4sentanzen\u00ab, \u00bbdie Einfluss f\u00fcr ihre satten Profite aus\u00fcben\u00ab w\u00fcrden. Dank politischer Unterst\u00fctzung fungiere die Stadt \u00bbwie eine politisch-milit\u00e4rische Kommandozentrale\u00ab.<\/p>\n<p>Auch die Quellen der Recherche sind einsehbar. Dazu geh\u00f6ren das Statistische Bundesamt, Webseiten der Unternehmen selbst, Medienberichte, etwa von \u00bbnd\u00ab oder der \u00bbS\u00fcddeutschen Zeitung\u00ab, aber auch Ver\u00f6ffentlichungen von antimilitaristischen Gruppen. \u00dcber Airbus hei\u00dft es beispielsweise: \u00bbDie Produktion reicht vom Eurofighter-Jet, Lenkflugk\u00f6rpern, milit\u00e4rischen Satelliten bis hin zu Grenz\u00fcberwachungstechnologien.\u00ab In Berlin befinden sich Standorte f\u00fcr kritische Kommunikation und Lobbyarbeit in der Politik.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbDie Grenzen zwischen ziviler und milit\u00e4rischer Produktion werden immer fl\u00fcssiger.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nJuri<br \/>&#13;<br \/>\nOrganisator auf der Friedenskonferenz<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00bbWir beobachten eine rasante Entwicklung\u00ab, sagt Ruth im Kinosaal vor \u00fcber 200 Menschen. So w\u00fcrde Rheinmetall in der Nachbarschaft im ehemaligen Pierburg-Werk auf R\u00fcstung umstellen. Ein Sprecher des gr\u00f6\u00dften deutschen R\u00fcstungsunternehmens teilt \u00bbnd\u00ab mit, dass die Fertigung milit\u00e4rischer Komponenten im ehemaligen Pierburg-Werk am Volkspark Humboldthain \u00bbin Teilen schon begonnen\u00ab habe. \u00bbAm Standort Berlin sollen k\u00fcnftig Komponenten f\u00fcr milit\u00e4rische Anwendungen gefertigt werden\u00ab, so der Rheinmetall-Sprecher. Mit Explosivstoffen werde in Berlin derzeit nicht gearbeitet.<\/p>\n<p>Wenngleich man auch keine Sprengstoffe in Berlin produziere, w\u00fcrden die \u00bbGrenzen zwischen ziviler und milit\u00e4rischer Produktion immer fl\u00fcssiger\u00ab, meint Moderator Juri. So w\u00fcrde alles abgeklopft auf die Frage hin: \u00bbKann man das milit\u00e4risch nutzen?\u00ab Genauer gesagt geht es um die Ausrichtung von Forschung und Produktion auf Dual-Use-Funktionen. Ein Beispiel ist der Softwarekonzern SAP mit Sitz in der George-Stephenson-Stra\u00dfe in Mitte. \u00bbSAP liefert IT-L\u00f6sungen, die speziell an die Bed\u00fcrfnisse des Milit\u00e4rs angepasst sind\u00ab, erf\u00e4hrt man auf der Webseite. \u00dcber das Zulieferherunternehmen Schaeffler hei\u00dft es, dass es unter anderem Fahrzeugtechnik herstelle und damit auch R\u00fcstungsunternehmen wie Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann beliefere.<\/p>\n<p>Als einen besonders gro\u00dfen Player f\u00fcr Lobbyismus hebt das Recherchekollektiv die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) hervor. Die SWP betreibe Politikberatung, \u00d6ffentlichkeitsarbeit und sei f\u00fcr den Bundestag, die Bundesregierung sowie die Nato, die EU und die UN t\u00e4tig \u2013 finanziert aus dem Haushalt des Bundeskanzleramts. \u00bbDas 2013 von der SWP ver\u00f6ffentlichte Projekt \u203aNeue Macht \u2013 Neue Verantwortung\u2039 bestimmt bis heute die Ausrichtung der deutschen Au\u00dfenpolitik und l\u00e4sst sich als Zeitenwende in der deutschen Verteidigungspolitik verstehen\u00ab, steht auf der Website.<\/p>\n<p>Auch zwei Journalisten, die auf der B\u00fchne sprechen, heben diesen Zeitraum als historische Z\u00e4sur hervor. Damals habe Deutschland neue Kampfpanzer beschafft, so der Journalist und Redakteur der Internetplattform \u00bbGerman Foreign Policy\u00ab J\u00f6rg Kronauer auf der B\u00fchne. Der Autor Fabian Lehr meint, dass die M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz 2014 ein Wendepunkt gewesen sei. Die Umstrukturierung der Produktion f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke h\u00e4tte eine Verschlechterung des Lebensstandards f\u00fcr Lohnabh\u00e4ngige bedeutet. Seiner Meinung nach m\u00fcsste der erste Schritt sein, in die Gewerkschaften zu gehen, um gegen R\u00fcstungsproduktion zu agitieren.<\/p>\n<p>Stimmen aus der Gewerkschaft sind auch auf der Berliner Friedenskonferenz vertreten. So diskutieren auf einem Podium unter anderem die Politiker*innen und aktiven Gewerkschafter*innen Ulrike Eifler (Linke) und Gotthard Krupp (BSW) sowie ein Angestellter des Friedrichshainer Krankenhauses Vivantes, an dem vor wenigen Tagen ein dreit\u00e4giger Warnstreik stattfand.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Macher*innen der antimilitaristischen Studie kann Widerstand gegen die zunehmende Militarisierung in der Hauptstadt verschiedene Aktionsformen annehmen, wie Ruth im Gespr\u00e4ch mit \u00bbnd\u00ab sagt. Seit Kurzem wird Medienberichten zufolge diskutiert, ob das leerstehende Karstadt-Geb\u00e4ude in der M\u00fcllerstra\u00dfe zu einem k\u00fcnftigen Musterungsstandort f\u00fcr die Bundeswehr umgebaut werden k\u00f6nnte. Dazu plane das Recherche-Kollektiv gemeinsam mit weiteren Berliner Akteuren antimilitarische Aktionen in den kommenden Wochen und Monaten.<\/p>\n<p>Auf der \u00bbFriedenskonferenz\u00ab wird am Samstagabend zudem eine Resolution ver\u00f6ffentlicht: \u00bbWir sagen \u203aNein\u2039 zum kriegst\u00fcchtigen Berlin<strong> <\/strong>und \u203aJa\u2039 zu einer lebenswerten Stadt mit guter Bildung, Gesundheitsversorgung und Kultur\u00ab, hei\u00dft es darin. Zu den \u00fcber 60 Erstunterzeichner*innen geh\u00f6ren unter anderem der Bundesvorstand der Naturfreunde Uwe Hiksch, die Deutsche-Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), diverse Bezirksverb\u00e4nde der Berliner Linken sowie die Interventionistische Linke Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei Moderator*innen diskutieren mit dem Journalisten J\u00f6rg Kronauer und dem Autoren und YouTuber Fabian Lehr \u00fcber Aufr\u00fcstung in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":834881,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,49781,1940,1938],"class_list":["post-834880","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","tag-aktuelle-news-aus-berlin","tag-berlin","tag-berlin-news","tag-deutschland","tag-germany","tag-lobbyismus","tag-nachrichten-aus-berlin","tag-news-aus-berlin"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116154139171365896","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/834880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=834880"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/834880\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/834881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=834880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=834880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=834880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}