{"id":835816,"date":"2026-03-01T21:56:35","date_gmt":"2026-03-01T21:56:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/835816\/"},"modified":"2026-03-01T21:56:35","modified_gmt":"2026-03-01T21:56:35","slug":"parallelgesellschaften-in-sh-projekt-in-kiel-will-sie-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/835816\/","title":{"rendered":"Parallelgesellschaften in SH? Projekt in Kiel will sie verhindern"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\n                    Er wei\u00df nicht, wohin. Der junge Mann, dessen Geschichte Mohmoud Abo Lahem erz\u00e4hlt, bleibt in diesem Text anonym, aber in Kiel hat er einen Namen. 2016 ist er aus Syrien nach Schleswig-Holstein geflohen, betreibt eine kleine Autowerkstatt in der Landeshauptstadt, erz\u00e4hlt der Mann aus dem Vorstand der syrischen Gemeinde. \u201eEr wollte gern jemanden einstellen, aber sein Deutsch ist nicht so gut, dass er sich mit den Beh\u00f6rden verst\u00e4ndigen kann oder \u00fcberhaupt wei\u00df, an wen man sich wendet.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Aber weil sich der Mann in der syrischen Gemeinschaft auskennt, wendet er sich an Lanemo \u2013 das Landesnetzwerk von und f\u00fcr Migrantenorganisationen in Schleswig-Holstein. \u201eZu uns hatte er Vertrauen\u201c, sagt Mitarbeiter Abo Lahem, der f\u00fcr seinen Landsmann einen Termin beim Jobcenter organisiert, damit der einen Lohnkostenzuschuss f\u00fcr seinen neuen Mitarbeiter bekommen kann.\n            <\/p>\n<p>\n                                Ber\u00e4t Migranten: Mohmoud Abo Lahem.<br \/>\n                            Foto: Michael Staudt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/mohmoud-abo-labem.jpg\" title=\"Ber\u00e4t Migranten: Mohmoud Abo Lahem.\" alt=\"Ber\u00e4t Migranten: Mohmoud Abo Lahem.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"250\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Es ist nur einer von rund 250 Menschen, die Abo Lahem und sein Team allein im Januar in Kiel beraten haben. \u201eEs geht um Sprachkurse, Arbeitsstellen, Schulen, Beh\u00f6rdeng\u00e4nge, aber auch in letzter Zeit immer mehr um freiwillige R\u00fcckkehr in die Heimatl\u00e4nder\u201c, sagt Samit Alyousef, der ehrenamtlich f\u00fcr Lanemo arbeitet. \u201eUnd dabei geht es um anerkannte und nicht anerkannte Menschen.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/fluechtlinge-werden-wieder-zahlreicher-kommen-49786804\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Weniger Fl\u00fcchtlinge in Schleswig-Holstein: Warum der Schein tr\u00fcgt<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Lanemo ist der Dachverband verschiedener Migrantenvereine und funktioniert wie ein Scharnier zwischen den Fl\u00fcchtlingen und der deutschen Gesellschaft. Die Mitarbeiter weisen den Fl\u00fcchtlingen den Weg zu den Stellen, bei denen sie Unterst\u00fctzung bekommen k\u00f6nnen. Nur k\u00f6nnte das bald vorbei sein, denn die F\u00f6rderung l\u00e4uft Ende Mai aus. 900.000 Euro bekommt das Netzwerk von der EU, 100.000 Euro vom Land.\n            <\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/fangverbote-fuer-dorsch-und-hering-eu-abgeordnete-aus-sh-dagegen-49399660\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Fangverbote f\u00fcr Dorsch und Hering: Darum sind EU-Abgeordnete aus SH dagegen<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    F\u00fcr Delara Burkhardt ist das gut investiertes Geld, f\u00fcr das sie weiter k\u00e4mpfen will. Die SPD-Abgeordnete im Europarlament f\u00fcrchtet, dass die EU im Zuge der Haushaltsverhandlungen die Mittel f\u00fcr den Europ\u00e4ischen Sozialfonds f\u00fcr Schleswig-Holstein von 88 Millionen Euro auf die H\u00e4lfte k\u00fcrzt. Dazu k\u00f6nnten die Sozialmittel mit denen f\u00fcr l\u00e4ndliche R\u00e4ume oder der Agrarwirtschaft zusammengelegt werden, die jetzt noch einzeln verteilt werden. \u201eDann muss man sich entscheiden, ob man mit dem Geld Bauern subventioniert oder es f\u00fcr die Integration von Fl\u00fcchtlingen ausgibt\u201c, sagt Michael Saitner vom Wohlfahrtsverband \u201eDer Parit\u00e4tische\u201c, der Burkhardt an diesem Tag zu verschiedenen Initiativen begleitet, die um ihre Zukunft f\u00fcrchten.\n            <\/p>\n<p>\n                                F\u00fcrchtet weitere K\u00fcrzungen: Michael Saitner.<br \/>\n                            Foto: Michael Staudt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/michael-saitner.jpg\" title=\"F\u00fcrchtet weitere K\u00fcrzungen: Michael Saitner.\" alt=\"F\u00fcrchtet weitere K\u00fcrzungen: Michael Saitner.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"277\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Denn auch die Mittel aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU k\u00f6nnten nach einem Vorschlag der Kommission k\u00fcnftig neu verteilt werden. \u201eDann bestimmen die Nationalstaaten dar\u00fcber und die Regionen haben kein Mitspracherecht mehr\u201c, wettert Burkhardt, die gerade f\u00fcr ein eher kleines Bundesland wie Schleswig-Holstein Nachteile f\u00fcrchtet. Zudem k\u00f6nnten Mittel eher f\u00fcr die R\u00fcckf\u00fchrung von Fl\u00fcchtlingen anstatt f\u00fcr deren Integration genutzt werden, meint sie.  Und f\u00fcr die Aktiven von Lanemo ist es auch so schon eng: In der ersten F\u00f6rderrunde sind sie nicht mehr dabei. \u201eDamit steht das hier alles vor dem Aus\u201c, sagt Saitner und deutet in die Runde. \u201eEs geht um 16 K\u00f6pfe.\u201c\n            <\/p>\n<p>\n                                Will Kommunikation auf Augenh\u00f6he: Aurelie Djotsa.<br \/>\n                            Foto: Michael Staudt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/syrischengemeindemittelkuerzung6831.jpg\" title=\"Will Kommunikation auf Augenh\u00f6he: Aurelie Djotsa.\" alt=\"Will Kommunikation auf Augenh\u00f6he: Aurelie Djotsa.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"250\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Eine, die dazu nickt, ist Aurelie Djotsa vom Afrodeutschen Verein Schleswig-Holstein. Dabei ist die junge Frau alles andere als einverstanden mit dem Vorsto\u00df der EU-Kommission. Die W\u00f6rter \u201eUnterst\u00fctzung\u201c, \u201eF\u00f6rderung\u201c, \u201eT\u00f6pfe\u201c und \u201eEU-Mittel\u201c verwendet sie immer wieder. Sie sagt aber auch, dass der Dachverband der Vereine n\u00f6tig sei, um mit Beh\u00f6rden und Politik auf Augenh\u00f6he zu sprechen. Denn viele Fl\u00fcchtlinge scheuten den Kontakt. \u201eDie reden lieber mit Menschen, die aussehen wie ich.\u201c\n            <\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/fluechtlinge-in-jobs-madsen-und-tour-muessen-aufs-tempo-druecken-49462955\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Jobs f\u00fcr Zuwanderer: Claus Ruhe Madsen und Aminata Tour\u00e9 sind gefragt<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Nun k\u00f6nnte man denken, dass der Staat ein Projekt f\u00f6rdert, das Lobbyarbeit f\u00fcr verschiedene Ethnien betreibt, und ein bisschen ist das bestimmt auch so. Es gebe eben viele Vorurteile von Deutschen gegen\u00fcber Fl\u00fcchtlingen, sagt Bashar Kanou von der syrischen Gemeinde. \u201eAber es gibt auch viele Vorurteile von Migranten gegen\u00fcber Deutschen.\u201c Und die versuchten er und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter abzubauen, von denen die meisten im Hauptberuf beim Landesamt f\u00fcr Zuwanderung und Fl\u00fcchtlinge arbeiten. \u201eDenn durch unsere Arbeit vermeiden wir, dass Parallelgesellschaften entstehen.\u201c\n            <\/p>\n<p>            Was passiert, wenn die EU kein Geld mehr gibt?<\/p>\n<p class=\"\">\n                    F\u00fcr Burkhardt ist das \u201egelebte Integration\u201c. Die Europaabgeordnete will sich f\u00fcr Lanemo und die anderen Initiativen einsetzen, die sie an diesem Tag besucht. Aber sie sagt auch, dass das Land vorbereitet sein m\u00fcsse, um notfalls die Finanzl\u00fccke zu stopfen, falls die Mittel aus der EU nicht weiterflie\u00dfen sollten. Ob das klappt, ist fraglich.\n            <\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/sh-nimmt-7200-fluechtlinge-auf-vor-allem-ukrainer-49786783\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">2025 kamen nur noch halb so viele Fl\u00fcchtlinge nach SH wie ein Jahr zuvor<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Was macht dann der Mann aus der Autowerkstatt, der immer wieder kommt und jetzt kurz davor ist, einen Praktikanten einzustellen, um ihn so fit zu machen, dass er vielleicht auch einen Job bei ihm bekommen kann? F\u00fcr seinen neuen Mitarbeiter hat er jedenfalls den Lohnkostenzuschuss bekommen. Auch weil er wusste, wo ihm damit geholfen wird.\n            <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Er wei\u00df nicht, wohin. 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