{"id":836340,"date":"2026-03-02T03:10:29","date_gmt":"2026-03-02T03:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/836340\/"},"modified":"2026-03-02T03:10:29","modified_gmt":"2026-03-02T03:10:29","slug":"muenchen-demo-fuer-die-rueckkehr-der-eisbachwelle-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/836340\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Demo f\u00fcr die R\u00fcckkehr der Eisbachwelle &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Die Welle sprudelt und sch\u00e4umt. Aber es ist zu wenig Wasser im <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Eisbach\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eisbach<\/a>. Surfen? Keine Chance. Seit Monaten ist die Surfer-Welle verschwunden. Gemeinsame Versuche von Stadt und der Surf-Community, die Welle im Sinne aller wiederzubeleben, sind bis jetzt gescheitert. Seit dem 11. Februar hat die Stadt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a> das Surfen auf der Eisbachwelle verboten. Dagegen haben am Sonntag viele Surfer demonstriert \u2013 mit Plakaten, mit Pfeifen und Buh-Rufen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Menschen stehen auf Baumwurzeln an der Seite des Baches, sitzen am Uferrand und stehen vor der Eisbachbr\u00fccke auf dem B\u00fcrgersteig. Wie viele gekommen sind, l\u00e4sst sich schwer sch\u00e4tzen. Markige Spr\u00fcche haben sie auf Plakate geschrieben. \u201eNicht das Surfen ist gef\u00e4hrlich, sondern die Angst vor Freiheit\u201c oder \u201eHier surft die B\u00fcrokratie\u201c. Auf einem Plakat sind Fotos der drei B\u00fcrgermeisterkandidaten zu sehen: Dieter Reiter (SPD), Clemens Baumg\u00e4rtner (CSU) und Dominik Krause (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen). \u201ePosen reicht nicht. Welle statt Wahlkampf\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/587dd558-4f5b-49bd-b4ea-061bda7943f4.jpg\"   alt=\"Das Wasser sprudelt, aber Surfen ist nicht m\u00f6glich und seit dem 11. Februar auch nicht erlaubt. Dagegen wehren sich die Surfer.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Das Wasser sprudelt, aber Surfen ist nicht m\u00f6glich und seit dem 11. Februar auch nicht erlaubt. Dagegen wehren sich die Surfer. (Foto: Florian Peljak)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die meisten machen die Politik daf\u00fcr verantwortlich, dass die Welle nicht funktioniert. \u201eEs geht einen Schritt vor und zwei zur\u00fcck\u201c, sagt Conni Grundmann. Sie hat die Demo angemeldet, surft seit 30 Jahren auf der Welle und ist entt\u00e4uscht. \u201eDie Politik nutzt die Welle als Wahlkampfprogramm\u201c, ruft sie dann auch laut in ein Mikrofon. Buh-Rufe. Und sie ruft einen weiteren Satz in die Menge: \u201eEs geht nur um eines: Wir wollen dieses St\u00fcck Freiheit behalten.\u201c Die Menschen klatschen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Zauber gehe von diesem Ort aus, best\u00e4tigt Tanja Thaler. Die 49-J\u00e4hrige surft seit 2001 auf der Eisbachwelle und liebt diesen sportlichen Treffpunkt. \u201eHier kommt jeder her, ob Arzt, ob Student, ob K\u00fcnstler \u2013 hier ist ein Melting Pot an Freigeistern.\u201c Den m\u00fcsse es einfach wieder geben. Das glaubt auch Lino, 28, der mit seiner Freundin Luise zur Demo gekommen ist. Ein Jahr habe er surfen k\u00f6nnen, Freundschaften geschlossen, und jetzt ginge nichts mehr. \u201eDas tut weh\u201c, sagt er. Aber unabh\u00e4ngig vom Surfen sei es einfach eine Trag\u00f6die f\u00fcr die Stadt und f\u00fcr die Kultur M\u00fcnchens, dass die Welle nicht mehr surfbar sei.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Brigitte D\u00fcwel ist 63. Sie ist keine Surferin, aber hat in aller Eile trotzdem ein Plakat gemacht. \u201eLasst meine Jungs endlich wieder surfen\u201c steht darauf. Sie hat vier S\u00f6hne. Drei davon seien regelm\u00e4\u00dfig hier am Surfen. \u201eMal schnell vor der Arbeit, mal zur Mittagspause\u201c, sagt sie. Sie w\u00fcnscht sich einfach f\u00fcr ihre S\u00f6hne, dass es wieder so wird wie vorher: Dass die Stadt die Surfer duldet. In Eigenverantwortung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ein Vater steht mit seiner kleinen Tochter an der Eisbachbr\u00fccke und schaut mit ihr ins sprudelnde Wasser. \u201eWarum surft da keiner?\u201c, fragt das Kind. Er erkl\u00e4rt es ihr. Fachkundig. Richtig verstanden hat das M\u00e4dchen die Ausf\u00fchrungen wohl eher nicht. Aber sie findet den \u201eFluss richtig sch\u00f6n\u201c. Eine Gruppe Spanier ist entt\u00e4uscht, dass niemand surft. Gerade jetzt, wo sie in M\u00fcnchen sind. Sie seien \u201eextra gekommen\u201c, um den Surfern zuzuschauen. Aber sie zeigen Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass die Surfer demonstrieren. \u201eThe wave must return\u201c, sagt einer von ihnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/39fd7c8f-eddf-4001-84db-a143795d9bb5.jpg\"   alt=\"Eine Rampe einbauen und wieder surfen\u00a0\u2013 das w\u00fcnschen sich die Demonstranten an der Eisbachwelle.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Eine Rampe einbauen und wieder surfen\u00a0\u2013 das w\u00fcnschen sich die Demonstranten an der Eisbachwelle. (Foto: Florian Peljak)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wenn man Surfer an diesem Sonntagnachmittag fragt, was denn jetzt zu tun sei, hei\u00dft das Zauberwort fast unisono: Rampe. \u201eSeit 30 Jahren haben die Surfer Rampen eingesetzt\u201c, sagt Conni Grundmann. Und alles habe funktioniert. \u201eAlles, was wir wollen, ist, eine Rampe einzubauen. Dann ist die Welle konstanter und auch sicherer.\u201c Eigenverantwortung hei\u00dft das andere Wort. Jeder solle surfen k\u00f6nnen, aber jeder sei auch f\u00fcr sich verantwortlich, sagt Valeska Schneider, 34. Und man m\u00fcsse wissen: Die Eisbachwelle sei wie eine schwarze Piste und nur f\u00fcr ge\u00fcbte Surfer.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Vor einigen Wochen hat Aljoscha Lubos (FDP) der Stadt M\u00fcnchen angeboten, als Investor zu fungieren. Er wolle als haftender P\u00e4chter die Eisbachwelle \u201elangfristig erhalten und sicher machen\u201c, sagt er. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Dr.-Lubos-Kliniken in M\u00fcnchen glaubt, dass eine Rampe nur eingebaut werden k\u00f6nne, wenn es eine \u201ezivile Betreibergesellschaft\u201c gebe. Davon wollen die Surfer am Sonntag nichts wissen. \u201eWir wollen keinen Betreiber\u201c, sagt Conni Grundmann. Keiner solle Profit aus der Eisbachwelle ziehen. \u201eDenn dann ist der ganze Zauber an diesem Ort vorbei.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Welle sprudelt und sch\u00e4umt. Aber es ist zu wenig Wasser im Eisbach. Surfen? Keine Chance. 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