{"id":836446,"date":"2026-03-02T04:17:12","date_gmt":"2026-03-02T04:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/836446\/"},"modified":"2026-03-02T04:17:12","modified_gmt":"2026-03-02T04:17:12","slug":"dresdner-stadtrat-streitet-ueber-satire-zensur-und-verwaltungseingriffe-aktuelle-stunde-am-5-maerz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/836446\/","title":{"rendered":"Dresdner Stadtrat streitet \u00fcber Satire, Zensur und Verwaltungseingriffe \u2013 Aktuelle Stunde am 5. M\u00e4rz"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, den 5. M\u00e4rz 2026, steht der Dresdner Stadtrat vor einer ungew\u00f6hnlichen Debatte: Die Aktuelle Stunde tr\u00e4gt den Titel \u201eDemokratie, Rechtsstaat und Satire \u2013 Wer darf was im Dresdner Rathaus?&#8220; \u2013 und der Anlass daf\u00fcr hat es in sich.<\/p>\n<p>Was war passiert?<\/p>\n<p>In der letzten Stadtratssitzung ver\u00e4nderte die Stadtverwaltung heimlich das Pr\u00e4sentationsbild eines gew\u00e4hlten Stadtrats \u2013 ohne ihn zu informieren und ohne rechtliche Grundlage. Stadtrat Max Aschenbach (Die PARTEI) hatte eine satirische Grafik zur geplanten Bundesgartenschau vorbereitet und wie vorgeschrieben vorab eingereicht. Am Rednerpult erlebte er dann eine \u00dcberraschung: Wesentliche Teile seines Bildes waren durch ein K\u00e4nguru-Warnschild und den Aufdruck \u201eNICHT WITZIG&#8220; ersetzt worden.<\/p>\n<p>Der Vorfall Ende Januar zog mediale Aufmerksamkeit auf sich \u2013 unter anderem <a href=\"https:\/\/www.tag24.de\/dresden\/politik-wirtschaft\/zensur-im-stadtrat-dresdner-rathaus-greift-zu-ungewoehnlichem-mittel-3464918\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">berichteten TAG24<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.sachsen-fernsehen.de\/mediathek\/video\/streit-um-praesentation-im-stadtrat\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">SachsenFernsehen<\/a> dar\u00fcber. Aschenbach nannte den Vorgang ein \u201ezensierendes Geschmacksurteil&#8220; und forderte das Rathaus auf, die Rechtsgrundlage zu benennen. Das Rathaus best\u00e4tigte den Eingriff \u2013 eine konkrete rechtliche Begr\u00fcndung blieb es bis heute schuldig.<\/p>\n<p>Die Reaktion der CDU: Keine Bilder mehr im Stadtrat<\/p>\n<p>Die CDU-Fraktion hat als Reaktion auf den Vorfall angek\u00fcndigt, sich f\u00fcr eine \u00c4nderung der Gesch\u00e4ftsordnung einsetzen zu wollen. Hans-Joachim Brauns, Sprecher der CDU-Fraktion f\u00fcr Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit, erkl\u00e4rte am Sonntag: \u201eDie CDU-Fraktion w\u00fcrde es allgemein begr\u00fc\u00dfen, wenn im Stadtrat in Zukunft wieder ausschlie\u00dflich debattiert w\u00fcrde, was bedeutete, dass die Stadtratsmitglieder auf jedwede bildliche Untersetzung ihrer Redebeitr\u00e4ge verzichten.&#8220;<\/p>\n<p>Ob sich daf\u00fcr eine Mehrheit im Stadtrat findet, ist offen. An der Aktuellen Stunde am Donnerstag will sich die CDU bezeichnenderweise nicht beteiligen \u2013 Brauns begr\u00fcndete das damit, dass die Fraktion \u201ef\u00fcr eine Auseinandersetzung in der Sache&#8220; stehe und den \u201eMissbrauch der Stadtratssitzung als B\u00fchne&#8220; beenden wolle. Die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/CDU.Fraktion.Stadtrat.DD\/posts\/pfbid0oMH4gNsGjKbBqsL2MqXhLYPz7fzQG8dxcxktNx3Z1QkHq8jeFgZkeSemHAURP2uDl\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">CDU-Fraktion stehe &#8222;f\u00fcr eine Politik zum Wohle der Stadt \u2013 ohne Showeinlagen und Niveaulosigkeiten&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Kritiker k\u00f6nnten einwenden, dass damit das eigentliche Problem \u2013 ein ungerechtfertigter Eingriff der Verwaltung in die freie politische Kommunikation \u2013 nicht gel\u00f6st, sondern lediglich umgangen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Was steht sonst auf der Tagesordnung?<\/p>\n<p>Die Sitzung ist inhaltlich gut gef\u00fcllt. Neben der Aktuellen Stunde zur Satire-Debatte werden mehrere Punkte behandelt, die bereits aus der Stadtratssitzung vom 29. Januar vertagt wurden \u2013 darunter die KI-Stratehgie f\u00fcr Dresden, die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes sowie der CDU-Antrag zur F\u00f6rderung von V\u00e4terarbeit.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus stehen folgende Themen auf der Tagesordnung: die Einleitung der Revitalisierung des Fernsehturms Dresden, das Ortsentwicklungskonzept Sch\u00f6nfeld-Wei\u00dfig, die Aufwertung des Wiener Platzes, die hochwasserangepasste Gestaltung des Elbufers und des Ostrageheges sowie der Umgang mit den dortigen Kleing\u00e4rten bis 2030. Auch \u00fcber die Umstellung auf privatrechtliche Preise f\u00fcr das Krematorium Dresden-Tolkewitz und den Hochwasserrisikomanagementplan f\u00fcr die Prie\u00dfnitz wird beraten.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage bleibt vorerst offen: Wer darf im Dresdner Rathaus eigentlich was \u2013 und wer entscheidet das?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Donnerstag, den 5. 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