{"id":838829,"date":"2026-03-03T02:41:12","date_gmt":"2026-03-03T02:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/838829\/"},"modified":"2026-03-03T02:41:12","modified_gmt":"2026-03-03T02:41:12","slug":"berlinale-intendantin-tricia-tuttle-will-an-ihrem-posten-festhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/838829\/","title":{"rendered":"Berlinale: Intendantin Tricia Tuttle will an ihrem Posten festhalten"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Antisemitismus-Skandal bei der Abschlussgala der Berlinale wurde lebhaft \u00fcber die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle diskutiert. Nun \u00e4u\u00dfert sich die Chefin des Filmfestivals erstmals dazu und verr\u00e4t: Sie will bleiben.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will an ihrem Posten festhalten. \u201eIch bin sehr stolz auf mein Team und das Festival und m\u00f6chte die gemeinsam begonnene Arbeit in vollem Vertrauen und mit institutioneller Unabh\u00e4ngigkeit fortsetzen\u201c, sagte die 55-J\u00e4hrige der Deutschen Presse-Agentur vor einer f\u00fcr Mittwoch einberufenen Aufsichtsratssitzung, bei der es um die k\u00fcnftige Ausrichtung von Deutschlands gr\u00f6\u00dftem Filmfest gehen soll. Zuvor war heftig \u00fcber die Zukunft der Intendantin und des Festivals selbst diskutiert worden.<\/p>\n<p>Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte zuvor der \u201eRheinischen Post\u201c gesagt, Tuttle habe von sich aus ihre Zukunft bei der Berlinale infrage gestellt. Sie habe ihm und seinem Amtschef vergangenen Dienstag gesagt, \u201esie k\u00f6nne in dieser vergifteten Atmosph\u00e4re und ihren politischen Spannungen die Berlinale kaum weiterf\u00fchren\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDiskutierten die M\u00f6glichkeit meiner einvernehmlichen K\u00fcndigung\u201c<\/p>\n<p>Nun erkl\u00e4rte Tuttle, dass sie im Amt bleiben m\u00f6chte. Als sie mit Weimer am Dienstagabend gesprochen habe, habe sie sich die Frage gestellt, \u201eob ich in einem Umfeld, in dem meine F\u00fchrungsrolle und die Integrit\u00e4t der Berlinale \u00f6ffentlich ernsthaft in Zweifel gezogen wurden, weiterhin effektiv arbeiten k\u00f6nnte\u201c, erkl\u00e4rte Tuttle. \u201eWir diskutierten die M\u00f6glichkeit meiner einvernehmlichen K\u00fcndigung. Das waren ehrliche Gespr\u00e4che.\u201c<\/p>\n<p>Die <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/vertrags-aus-steht-bevor-berlinale-chefin-will-auch-nicht-mehr-69a014ea753c96d2522443fb\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/vertrags-aus-steht-bevor-berlinale-chefin-will-auch-nicht-mehr-69a014ea753c96d2522443fb&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eBild\u201c-Zeitung <\/a>hatte einige Tage nach Ende des Filmfestivals berichtet, Tuttle solle abberufen werden. Hintergrund sei der Umgang mit dem Nahostkonflikt w\u00e4hrend des Festivals im Februar. Nachdem Weimer eine au\u00dferordentliche Aufsichtsratssitzung f\u00fcr vergangenen Donnerstag einberufen hatte, formierte sich in der Kulturbranche breiter Protest.<\/p>\n<p>Die Nachricht von der Aufsichtsratssitzung sei in der Presse erschienen, noch bevor ihre Gespr\u00e4che mit Weimer vollst\u00e4ndig abgeschlossen worden waren, wie Tuttle sagte. \u201eDie Reaktionen aus der deutschen und internationalen Kulturszene, darunter auch eine Reihe israelischer Kollegen, die sich bewegend zu unserer Verteidigung \u00e4u\u00dferten, waren beachtlich.\u201c<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t aus Filmwelt stellte eigene Klarheit wieder her<\/p>\n<p>Die breite Resonanz habe auch unterstrichen, dass es in der Debatte nicht um eine einzelne Preisverleihung, eine Festivalwoche oder eine Person gehe, sondern um das allgemeine Prinzip, dass kulturelle Einrichtungen darauf vertrauen k\u00f6nnen m\u00fcssten, innerhalb demokratischer und rechtlicher Rahmenbedingungen agieren zu k\u00f6nnen. Das sei eine starke Botschaft, f\u00fchrte die Berlinale-Chefin aus. \u201eUnd ehrlich gesagt, hat dies auch meine eigene Klarheit nach einigen schwierigen Wochen wiederhergestellt\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Filmfestivals hatte es mehrfach Debatten \u00fcber den Umgang mit dem Nahostkonflikt gegeben. So hatte etwa der syrisch-pal\u00e4stinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung auf der B\u00fchne bei der Abschlussgala vorgeworfen, Partner \u201edes V\u00f6lkermords im Gazastreifen\u201c zu sein. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article699a21c2d2efdf1bd0d2df7e\/eklat-bei-berlinale-carsten-schneider-kritisiert-propalaestinensische-rede-und-verlaesst-den-saal.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article699a21c2d2efdf1bd0d2df7e\/eklat-bei-berlinale-carsten-schneider-kritisiert-propalaestinensische-rede-und-verlaesst-den-saal.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verlie\u00df daraufhin den Saal <\/a>und lie\u00df mitteilen, die Aussagen seien nicht akzeptabel.<\/p>\n<p>Weimer und Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Kai Wegner (CDU) verurteilten die Aussagen ebenfalls. Israels Regierung streitet ab, im Gazastreifen einen V\u00f6lkermord zu begehen, auch die Bundesregierung weist den V\u00f6lkermord-Vorwurf zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das sagt die Berlinale-Chefin zur Abschlussgala <\/p>\n<p>Alkhatib habe sich in stark rhetorischer und zutiefst pers\u00f6nlicher Weise ge\u00e4u\u00dfert, sagte Tuttle. \u201eWas ich von ihm h\u00f6rte, war Wut und eine explizite politische \u00dcberzeugung. Wir h\u00f6ren viele Erfahrungen und Standpunkte von unseren Filmemachern, und manchmal bringen sie ihre Positionen mit gro\u00dfem Schmerz zum Ausdruck.\u201c Eine zentrale Aufgabe von Festivals sei es, Orte der Offenheit und des Dialogs zwischen unterschiedlichen politischen Perspektiven zu bleiben und gleichzeitig die Meinungsfreiheit aller K\u00fcnstler zu wahren \u2013 selbst wenn das, was sie sagten, brisant sei oder Debatten ausl\u00f6se.<\/p>\n<p>Die Intendantin verwies au\u00dferdem auf ihre Er\u00f6ffnungs- und Schlussworte auf der B\u00fchne, die darauf ausgerichtet gewesen seien, \u201eeinen Raum zwischen dem Recht unserer G\u00e4ste auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und unserer Verantwortung f\u00fcr die Anerkennung unterschiedlicher Ideen und Perspektiven zu schaffen\u201c.<\/p>\n<p>Wenn sie etwas an der Zeremonie und dem Festival zu bem\u00e4ngeln habe, dann sei es, dass die politische Debatte erneut die Filme selbst \u00fcberschattet habe. Es sei frustrierend, dass jetzt nicht \u00fcber Filme wie \u201eGelbe Briefe\u201c von Ilker \u00c7atak, der den Goldenen B\u00e4ren gewonnen hatte, gesprochen werde. Dies sei aber nicht die Schuld der Filmemacher. Es liege am Festival, es n\u00e4chstes Jahr besser zu machen.<\/p>\n<p>Tuttle hatte die Berlinale &#8211; eines der gro\u00dfen internationalen Filmfestivals &#8211; im April 2024 \u00fcbernommen. Die diesj\u00e4hrige Ausgabe ist aus ihrer Sicht in vielerlei Hinsicht stark gewesen. So h\u00e4tten die Besucherzahlen aus Publikum und Branche die Rekordausgabe von 2025 \u00fcbertroffen. Die US-Amerikanerin sagte, trotz politischer Turbulenzen habe \u201edas Festival selbst seine Vitalit\u00e4t, Relevanz und das Vertrauen des Publikums unter Beweis gestellt\u201c.<\/p>\n<p>dpa\/jmr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem Antisemitismus-Skandal bei der Abschlussgala der Berlinale wurde lebhaft \u00fcber die Zukunft von Intendantin Tricia Tuttle diskutiert.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":838830,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[57014,296,5545,29,214,30,80,110,215],"class_list":{"0":"post-838829","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-antisemitismus-ks","9":"tag-berlin","10":"tag-berlinale","11":"tag-deutschland","12":"tag-entertainment","13":"tag-germany","14":"tag-kultur","15":"tag-newsteam","16":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116162939196045281","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/838829","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=838829"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/838829\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/838830"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=838829"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=838829"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=838829"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}