{"id":839173,"date":"2026-03-03T05:58:21","date_gmt":"2026-03-03T05:58:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/839173\/"},"modified":"2026-03-03T05:58:21","modified_gmt":"2026-03-03T05:58:21","slug":"iran-europa-muss-sich-jetzt-auf-die-zeit-nach-dem-sturz-des-regimes-vorbereiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/839173\/","title":{"rendered":"Iran: Europa muss sich jetzt auf die Zeit nach dem Sturz des Regimes vorbereiten"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbsp<b>Danial Ilkhanipour, Mitglied der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft f\u00fcr die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Mitglied des Europ\u00e4ischen Ausschusses der Regionen<\/b>\n<\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            03\/03\/2026 &#8211; 6:31 MEZ\n            <\/p>\n<p>\n        Die in diesem Artikel ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind die der Autoren und stellen in keiner Weise die redaktionelle Position von Euronews dar.\n            <\/p>\n<p>Es ist Krieg. Doch die Bilder der Freude bei den Iranern im Exil aber auch im Iran selbst, hat hierzulande bei vielen Beobachtern f\u00fcr Irritationen gesorgt. Aber dies ist nicht die Zeit, die Irannerinnen und Iraner mit teils oberfl\u00e4chlichem oder ideologisch gepr\u00e4gten und oftmals gef\u00e4hrlichem Halbwissen zu belehren. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Iraner sind nicht naiv. Ihnen ist sehr bewusst, dass Pr\u00e4sident Trump nicht aus <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/02\/iran-krieg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">N\u00e4chstenliebe<\/a>, sondern aus eigenem Interesse handelt \u2013 ihnen ist auch bewusst, dass Krieg \u2013 so pr\u00e4zise die Ziele auch sein m\u00f6gen, immer unschuldige Menschen treffen wird. Es ist auch nicht so, dass sie keine Angst h\u00e4tten. Doch die Verzweiflung ist gr\u00f6\u00dfer. So auch die Hoffnung &#8211; vielleicht das Einzige, was den Menschen im Iran geblieben ist, um durchzuhalten.<\/p>\n<p>Mehr Angst vor einem Deal als vor Krieg?<\/p>\n<p>Denn noch nie war die Freiheit so nah. Zum ersten Mal besteht eine echte Chance dieses so verhasste Regime loszuwerden. Und im Gegensatz zu vielen Kommentatoren, die reflexhaft aus dem Standard-Repertoire der politischen Floskeln zu Krieg, Frieden und Verhandlungen zur\u00fcckgreifen, \u2013 wissen die Iraner <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/02\/konflikt-iran-israel-usa-tote\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Lage<\/a> am realistischsten einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Die letzten Proteste endeten in einem Massaker gegen die eigene Bev\u00f6lkerung, in einem Ausma\u00df wie es in der j\u00fcngsten Geschichte Irans unvergleichlich war. Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Unterdr\u00fcckung sowie die dauerhafte Destabilisierung der Region geh\u00f6ren seitdem zum Alltag. Die Iraner wissen: wenn dieses Regime mit einem Deal k\u00fcnstlich am Leben gehalten wird \u2013 wird es nur noch mehr Tote und Leid geben.<\/p>\n<p>Jemand schrieb vor einer Woche : &#8222;Wir sind vielleicht das einzige Volk, dass mehr Angst vor einem Deal als vor einem Krieg hat.&#8220; Wie gro\u00df m\u00fcssen das Leid und die Verzweiflung also sein, um zu dieser Erkenntnis zu kommen? Vor diesem Hintergrund l\u00e4sst sich die Freude der Iraner im Iran selbst und im Exil m\u00f6glichweise besser einordnen. Und tats\u00e4chlich \u2013 es besteht die Chance f\u00fcr ein besseres Leben f\u00fcr Millionen von Menschen. <\/p>\n<p>Hierf\u00fcr darf der Westen, allerdings nicht die Fehler der vergangenen Jahre wiederholen und auf halben Wege haltmachen. <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/02\/cia-chamenei-iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chamenei <\/a>ist tot \u2013 aber ein Deal mit der zweiten oder dritten Reihe der <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/02\/ahmad-vahidi-iranische-revolutionsgarden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Machthaber<\/a> \u2013 oder den &#8222;Scheinreformern&#8220;, die keinerlei R\u00fcckhalt oder Glaubw\u00fcrdigkeit in der Bev\u00f6lkerung mehr besitzen \u2013 w\u00e4re ein Dolchsto\u00df f\u00fcr die Menschen im Iran und w\u00fcrde die Probleme des Westens nur verschieben.<\/p>\n<p>Die historische Chance eines freien Irans<\/p>\n<p>Wie so oft in der Vergangenheit, wenn der Westen kurzsichtig agiert hat. Nein, die Iraner wollen eine echte Revolution hin zu einer echten Demokratie. Mit Werten, die unseren sehr \u00e4hneln. Und ein freies demokratisches Iran w\u00e4re nicht nur gut f\u00fcr die Menschen im Land selbst. Es w\u00e4re auch eine enorme Chance f\u00fcr den Westen. Eine Stabilisierung der Region, durch den Wegfall des Finanziers von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/01\/30\/trump-hamas-entwaffnet-sich-hoffnung-auf-frieden-in-gaza\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamas<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/02\/rache-fur-den-tod-chameneis-die-hisbollah-feuert-raketen-auf-israel-ab\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hisbollah<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/tag\/huthi-rebellen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Huthies<\/a> h\u00e4tte gro\u00dfe positive Auswirkungen, wie zum Beispiel den Wegfall von Fluchtursachen und sichere Handelswege. <\/p>\n<p>Auch eine freie iranische Wirtschaft, mit der demografisch interessanten und gut ausgebildeten Bev\u00f6lkerung w\u00fcrde \u00fcber den Iran hinaus einen Impact haben. Der nat\u00fcrliche Reichtum des Landes kombiniert mit einem Investitionsstau \u2013 h\u00e4tte Auswirkungen vergleichbar mit dem deutschen Wirtschaftswunder der 50er Jahre \u2013 nur dass es keinen Marshall-Plan daf\u00fcr bed\u00fcrfte. Eine Win-Win-Chance f\u00fcr die Menschen im Iran aber auch f\u00fcr den Westen. Hier m\u00fcsste Europa anfangen endlich seine Hausaufgaben zu machen: Neben der milit\u00e4rischen Schw\u00e4chung des Regimes, wird derzeit auf eine Implosion des Systems gesetzt.<\/p>\n<p>Schon jetzt sind Absatzbewegungen, der Sicherheitskr\u00e4fte zu beobachten, &#8211; niemand will der letzte auf einem sinkenden Schiff sein. Hier kann Europa eine Schl\u00fcsselrolle spielen. <\/p>\n<p>Europa muss sich auf die Zeit nach dem Regime vorbereiten<\/p>\n<p>Wenn dem letztem Regimeangeh\u00f6rigen klar wird, dass es kein Weg zur\u00fcck zum &#8222;Business as usual&#8220; und an den Verhandlungstisch geben wird (im Gegensatz zu fr\u00fcheren Erfahrungen) \u2013 werden sich die Fliehkr\u00e4fte beschleunigen und die Bev\u00f6lkerung wird eine echte Chance haben, sich zu befreien. Gleichzeitig muss Europa sich sp\u00e4testens jetzt auf die Zeit nach dem Sturz des Regimes vorbereiten. <\/p>\n<p>Das &#8222;Iran Prosperity&#8220;-Projekt von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/01\/11\/portrait-pahlavi-iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prinz Pahlavi<\/a> ist hierf\u00fcr eine Blaupause. Es ist grob fahrl\u00e4ssig, dass Europa sich noch nicht ausf\u00fchrlich genug mit diesen Pl\u00e4nen vertraut gemacht hat. Er selbst hat in den letzten Monaten, neben seinen traditionellen Anh\u00e4ngern zunehmend enormen Zuspruch im In \u2013 und Ausland auch aus der Breite der iranischen Bev\u00f6lkerung dazugewonnen, die in ihm die Hoffnung sehen, das Land in eine Demokratie zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wenn Europa also in dieser historischen Zeitenwende nicht lediglich Zuschauer sein m\u00f6chte, sollten sich die EU-Staatschefs und auch das EU-Parlament schnellstm\u00f6glich mit Prinz Pahlavi und seinen Demokratisierungs- und Wiederaufbaupl\u00e4nen auseinandersetzen. Zumal andere realistische Alternativen zu ihm nicht ansatzweise sichtbar sind, ist die abwartende Haltung der Europ\u00e4er nicht nachvollziehbar. Die USA sind hier mal wieder weitsichtiger. Es w\u00e4re hilfreich, wenn Europa nicht wieder als Letztes erkennt wohin die Reise geht.<\/p>\n<p>Danial Ilkhanipour, Mitglied der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft f\u00fcr die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Europapolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der hamburgischen B\u00fcrgerschaft und Mitglied des Europ\u00e4ischen Ausschusses der Regionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspDanial Ilkhanipour, Mitglied der Hamburgischen B\u00fcrgerschaft f\u00fcr die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und Mitglied des Europ\u00e4ischen Ausschusses der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":839174,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,106,548,663,158,3934,3935,88589,13,345,62925,31593,14,15,12],"class_list":["post-839173","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-donald-trump","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-euroviews","tag-headlines","tag-iran","tag-israel-iran-konflikt","tag-militaereinsatz","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116163714072002725","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/839173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=839173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/839173\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/839174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=839173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=839173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=839173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}