{"id":839194,"date":"2026-03-03T06:10:27","date_gmt":"2026-03-03T06:10:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/839194\/"},"modified":"2026-03-03T06:10:27","modified_gmt":"2026-03-03T06:10:27","slug":"wiederholung-bevorzugt-was-wir-am-haeufigsten-ausgewaehlt-haben-waehlen-wir-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/839194\/","title":{"rendered":"Wiederholung bevorzugt: Was wir am h\u00e4ufigsten ausgew\u00e4hlt haben, w\u00e4hlen wir wieder"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nWirtschaftswissenschaftler sehen im Menschen gerne den &#8222;Homo oeconomicus&#8220;. Demnach w\u00e4ren die Teilnehmer auf M\u00e4rkten rational handelnde Wesen, die nach bestem Wissen und Gewissen die f\u00fcr sie rational beste Kaufentscheidung treffen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWer echte M\u00e4rkte eine Weile beobachtet hat, wei\u00df: Der &#8222;Homo oeconomicus&#8220; ist gr\u00f6\u00dftenteils Fiktion: Tats\u00e4chliche Marktteilnehmer zeigen alle m\u00f6glichen Abweichungen von den f\u00fcr sie rein objektiv eigentlich besten Handlungsm\u00f6glichkeiten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWarum kommt es zu einem sogenannten &#8222;Bias&#8220;, also der Bevorzugung bestimmter, objektiv nicht unbedingt sinnvoller Optionen? Forscher aus Dresden haben daf\u00fcr jetzt eine recht schlichte Antwort gefunden. Menschen neigen demnach ganz einfach dazu, h\u00e4ufig getroffene Entscheidungen zu wiederholen.\n<\/p>\n<p>Aufbau des Experiments: Lernphase verfestigt Entscheidung, Transferphase ruft ab<\/p>\n<p class=\"text\">\nDas Team um Erstautor Ben Wagner hat f\u00fcr die im Fachblatt &#8222;Communications Psychology&#8220; erschienene Studie 351 Personen zu einer Reihe von Experimenten eingeladen. Daten von 350 weiteren Personen zogen die Forschenden aus vorhandenen Datens\u00e4tzen. Die Versuche bestanden dabei aus zwei Stufen.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn einer ersten, sogenannten Lernphase bekamen die Teilnehmer zwischen 60 und 80 Aufgaben, bei denen sie jeweils die Wahl zwischen zwei Optionen hatten. Was die jeweils bessere M\u00f6glichkeit war, wurde zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt. Die Teilnehmenden mussten also durch Trial and Error lernen. Die zweite Stufe war die sogenannte Transferphase mit 20 bis 36 Aufgaben. Hier fanden die Teilnehmenden die Antwortoptionen aus der Lernphase wieder, allerdings in neuer Kombination.\n<\/p>\n<p>Gewohnheit schl\u00e4gt Rationalit\u00e4t: H\u00e4ufig gew\u00e4hlte Optionen wirken &#8222;besser&#8220;<\/p>\n<p class=\"text\">\nM\u00f6glich war nun, dass eine in der Lernphase besonders h\u00e4ufig gew\u00e4hlte Antwortm\u00f6glichkeit auf eine seltenere Antwort traf, die aber genauso viele Punkte einbrachte. Oder die h\u00e4ufige M\u00f6glichkeit traf sogar auf eine Antwort, die deutlich mehr Punkte eingebracht h\u00e4tte. Dabei zeigte sich klar: Die meisten Teilnehmenden bevorzugten ganz klar die Optionen, die sie in der Lernphase am h\u00e4ufigsten gew\u00e4hlt hatten.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nWurden sie vor der Aufl\u00f6sung einer Aufgabe gefragt, welche Option wohl mehr Punkte bedeuten w\u00fcrde, dann neigten die meisten Versuchspersonen ebenfalls der Antwort zu, die sie bereits am h\u00e4ufigsten gegeben hatten. &#8222;Das \u00dcberraschende war, wie stark Wiederholung allein Pr\u00e4ferenzen ver\u00e4ndern kann&#8220;, sagt Ben Wagner. &#8222;H\u00e4ufiger gew\u00e4hlte Optionen wurden nicht nur bevorzugt, sondern auch als besser eingesch\u00e4tzt.&#8220;\n<\/p>\n<p>Algorithmus best\u00e4tigt menschliches Muster: Wiederholung als Schl\u00fcssel zur Vorhersage von Entscheidungen<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn einem finalen Schritt entwickelten die Forscher einen Algorithmus, der wie die menschlichen Teilnehmer die Wiederholung von erlernten Entscheidungen bevorzugte. Dieses Rechenmodell war anschlie\u00dfend in der Lage, die tats\u00e4chlich beobachteten Entscheidungen in bestimmten Umgebungen genauer vorherzusagen als bisherige Modelle. Fazit: Der Mensch ist wohl vor allem ein &#8222;Homo repetitivus&#8220;, ein Gewohnheitstier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wirtschaftswissenschaftler sehen im Menschen gerne den &#8222;Homo oeconomicus&#8220;. 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