{"id":840146,"date":"2026-03-03T14:59:15","date_gmt":"2026-03-03T14:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840146\/"},"modified":"2026-03-03T14:59:15","modified_gmt":"2026-03-03T14:59:15","slug":"kopf-im-klo-ratte-auf-sitrn-bundeswehr-bericht-enthuellt-misshandlung-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840146\/","title":{"rendered":"Kopf im Klo, \u201eRatte\u201c auf Sitrn: Bundeswehr-Bericht enth\u00fcllt Misshandlung | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Berlin \u2013 <b>Dauerbaustelle Bundeswehr! Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (57, CDU), stellte am Dienstag seinen Jahresbericht 2025 (96 Seiten) vor. Ergebnis: mangelhaft! Besonders alarmierend: der deutliche Anstieg an Vorf\u00e4llen mit \u201esexuellem Fehlverhalten\u201c, Rechtsextremismus und Mobbing sowie bizarre Aufnahmerituale.<\/b><\/p>\n<p>Otte listet mehrere Misshandlungsf\u00e4lle auf. So habe ein Reserveoffizier bei einer \u00dcbung einem unterstellten Soldaten befohlen, eineinhalb Stunden in einer zehn Zentimeter tiefen Pf\u00fctze zu liegen \u2013 bei Temperaturen von sieben Grad Celsius. In einer Grundausbildungskompanie dr\u00fcckten Rekruten \u201eden Kopf eines Kameraden in eine Toilettensch\u00fcssel und bet\u00e4tigten die Sp\u00fclung\u201c. Auf einen weiteren Kameraden schlugen Rekruten im Bett ein und zogen ihn auf den Flur, wo sie ihn mit mehreren Eimern Wasser \u00fcbergossen. <\/p>\n<p>Andere Rekruten mussten \u201ebis auf die Unterw\u00e4sche entkleidet durch ein Spalier von Kameraden laufen\u201c, die sie dabei auf den R\u00fccken oder das Ges\u00e4\u00df schlugen. Einem Rekruten wurde mit Filzstift \u201eRatte\u201c auf die Stirn geschrieben, weil er \u00fcber die Vorf\u00e4lle mit Kameraden eines anderen Zuges gesprochen haben soll. Folge: elf Beschuldigte wurden entlassen. Zw\u00f6lf F\u00e4lle landeten bei der Staatsanwaltschaft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Henning Otte (57, CDU) stellt als Wehrbeauftragter des Bundestags den Jahresbericht 2025 zur Bundeswehr her\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/d417ec9c6346bbf9befa12367f8190a9,d2583304.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Henning Otte (57, CDU) stellt als Wehrbeauftragter des Bundestages den Jahresbericht 2025 zur Bundeswehr her<\/p>\n<p>Foto: Kay Nietfeld\/dpa<\/p>\n<p>Zu wenig Ausstattung und Personal<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem: zu lange Beschaffungszeiten u.a. beim neuen Funksystem \u201eDigitalisierung landbasierter Operationen\u201c (D-LBO) sowie marode Kasernen. Sanierungsstau insgesamt: 67 Milliarden Euro. Otte schreibt von ern\u00fcchternden Tests beim neuen Waffensystem Arrow 3. \u201eBeunruhigend ist, dass das System noch zwei Tage vor der Inbetriebnahme Anfang Dezember des Berichtsjahres durch fremde Drohnen ausgesp\u00e4ht wurde und die Bundeswehr nicht in der Lage war, eine effektive Drohnenabwehr zu leisten\u201c, so der Wehrbeauftragte.<\/p>\n<p>\u201eUm den Operationsplan Deutschland erfolgreich umsetzen zu k\u00f6nnen, ist der angestrebte Personalaufwuchs auf insgesamt 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre zwingend. Nur so entsteht glaubhafte Abschreckung,\u201c so Otte. Aktuell sind es jedoch nur 184.194.<\/p>\n<p>F\u00fcr Otte auch viel zu wenig: der Anteil von Mannschaftssoldaten (29,3 Prozent). Auf einen Mannschaftssoldaten komme so fast ein Offizier. \u201eOb mit einer solchen Kopflastigkeit die Aufgaben der Landes- und B\u00fcndnisverteidigung der Truppe wirklich nachhaltig bew\u00e4ltigt werden k\u00f6nnen, ist fraglich\u201c, schreibt der CDU-Politiker.<\/p>\n<p>Muss doch die Wehrpflicht her?<\/p>\n<p>Sollte der Freiwilligendienst nicht reichen, m\u00fcsse die Wehrpflicht her. Um das Ziel von 200.000 Reservisten zu erreichen,\u00a0m\u00fcsse die die \u201ebestehende Verunsicherung\u201c bei jungen Menschen beseitigt werden. Au\u00dferdem m\u00fcsse schnellstm\u00f6glich ein neuer, zeitgem\u00e4\u00dfer \u201eHaar- und Barterlass\u201c her, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Pikant: Der Anteil derer, die in der Probezeit den Dienst quittierten, stieg von 19 auf vorl\u00e4ufig 19,8 Prozent. Dazu kommen die Entlassungen. 2024 lag die Abbrecherquote also insgesamt \u00fcber 25 Prozent. Otte fordert zudem viel mehr Frauen (aktuell 13,7 Prozent) in der Truppe. Der Frauenanteil der Bewerberinnen sei r\u00fcckl\u00e4ufig. Ein m\u00f6glicher Grund: der \u201edeutliche Anstieg\u201c an Vorf\u00e4llen mit sexuellem Fehlverhalten, Rechtsextremismus und Mobbing.<\/p>\n<p>B\u00fcrokratie bremst aus<\/p>\n<p>Otte spricht von einer F\u00fclle an milit\u00e4rfremder B\u00fcrokratie. \u201eDie aktuellen Strukturen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums sind zu kompliziert und in gro\u00dfen Teilen nicht effektiv\u201c, hei\u00dft es. Das Fehlen der digitalen Gesundheitsakte beispielsweise f\u00fchre zu Fehlern in der Personalbearbeitung und \u201eerheblicher Frustration\u201c der Soldaten. Das vernichtende Otte-Urteil: Die B\u00fcrokratie in der Bundeswehr nimmt nicht ab, sondern zu!<\/p>\n<p>Derzeit dauere es von der erfolgreichen Bewerbung bis zur Einstellung 112 Tage und damit noch zwei Wochen l\u00e4nger als im Vorjahr. Aus der Truppe werde zudem gemeldet, dass bei der k\u00f6rperlichen Fitness der Rekruten oft das Motto \u201eQuantit\u00e4t vor Qualit\u00e4t\u201c gelte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Berlin \u2013 Dauerbaustelle Bundeswehr! Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (57, CDU), stellte am Dienstag&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":840147,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[685,29,30,13,14,1159,15,14576,12,138370,45,10,8,9,11,10316,690],"class_list":["post-840146","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-bundeswehr","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-nato","tag-news","tag-pistorius-boris","tag-schlagzeilen","tag-team-first","tag-texttospeech","tag-top-news","tag-top-meldungen","tag-topmeldungen","tag-topnews","tag-von-der-leyen-ursula","tag-wehrpflicht"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116165841261244080","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/840146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=840146"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/840146\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/840147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=840146"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=840146"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=840146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}