{"id":840236,"date":"2026-03-03T15:47:12","date_gmt":"2026-03-03T15:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840236\/"},"modified":"2026-03-03T15:47:12","modified_gmt":"2026-03-03T15:47:12","slug":"am-bayerischen-bahnhof-koennte-es-bald-ein-paar-nach-leipzigerinnen-benannte-strassen-geben-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840236\/","title":{"rendered":"Am Bayerischen Bahnhof k\u00f6nnte es bald ein paar nach Leipzigerinnen benannte Stra\u00dfen geben + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Nur 56 von insgesamt \u00fcber 3.000 Leipziger Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen sind nach Frauen benannt. In der S\u00fcdvorstadt gibt es keine einzige. Das soll sich \u00e4ndern, fand der Stadtbezirksbeirat S\u00fcd und schrieb gleich einen Antrag, f\u00fcnf wichtige Leipziger Frauen zu w\u00fcrdigen, wenn im neuen Wohngebiet am Bayerischen Bahnhof Stra\u00dfen benannt werden sollen. Daf\u00fcr warb am 25. Februar in der Ratsversammlung Leonie Hain.<\/p>\n<p>Sie ist Mitglied des Stadtbezirksbeirats S\u00fcd f\u00fcr die Linkspartei. Doch auch aus der SPD gab es an diesem Tag F\u00fcrsprache f\u00fcr die Vorschlagsliste aus dem Stadtbezirksbeirat. SPD-Stadtrat Marius Wittwer begr\u00fc\u00dfte den Antrag ausdr\u00fccklich. Denn einige der Benennungen sollen Frauen w\u00fcrdigen, die f\u00fcr die SPD in Leipzig einmal eine wichtige Rolle spielten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/f37351ce4afb49639c7d8eea0e4a33d7.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/03\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/03\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027437&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2189637\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Der Stadtbezirksbeirat S\u00fcd hat seine Vorschl\u00e4ge sehr ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet:<\/a> \u201eDurch den B-Plan \u201aBayrischer Platz\u2018 wird mindestens eine Stra\u00dfe (eine Hauptstra\u00dfe und Nebenstra\u00dfen) im Leipziger S\u00fcden entstehen. In Leipzig mangelt es an Stra\u00dfen, die nach Frauen benannt sind. Der Verein Stadt.Raum.Gestalten e.V. hat im Jahr 2022 eine Analyse der Leipziger Stra\u00dfennamen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Sie kam zu dem ern\u00fcchternden Ergebnis, dass von den 3161 benannten Stra\u00dfen in Leipzig lediglich 56 davon zu Ehren einer real existierenden und historisch prominenten Frau gewidmet waren. Gerade in der S\u00fcdvorstadt gibt es keine einzige Stra\u00dfe, welche nach einer Frau benannt ist. Die neu entstehenden Stra\u00dfen im B-Plan \u201aBayrischer Platz\u2018 stellen eine M\u00f6glichkeit dar, die Diversit\u00e4t der Stadt ein St\u00fcck mehr zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 5 Absatz 4 S\u00e4chsGemO ist die Benennung von Stra\u00dfen und Wegen Angelegenheit der Stadt Leipzig. F\u00fcr die Benennung der entstehenden Stra\u00dfen m\u00f6chte der Stadtbezirksbeirat S\u00fcd f\u00fcnf Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Frauen in der Geschichte Leipzigs unterbreiten:<\/p>\n<p><strong>Ingeborg Krabbe<\/strong> Schauspielerin, Mitbegr\u00fcnderin der Leipziger Pfefferm\u00fchle<\/p>\n<p><strong>Paula Kathinka Duncker<\/strong> (geborene Doell) Die Sozialistin und P\u00e4dagogin K\u00e4te Duncker setzte sich f\u00fcr bessere Bildungschancen und Lebensbedingungen vor allem der sozial benachteiligten proletarischen Kinder, Jugendlichen und Frauen ein. Sie war neben Clara Zetkin eine der Mitinitiatorinnen des Internationalen Frauentags, aktive Kriegsgegnerin, Mitglied der Spartakusgruppe, KPD-Gr\u00fcndungsmitglied und sa\u00df f\u00fcr die Fraktion ihrer Partei von 1921 bis 1923 im Th\u00fcringer Landtag. Anmerkung: Eine Stra\u00dfe ist nach ihrem Mann benannt. Bisher ist keine Stra\u00dfe nach ihr benannt.<\/p>\n<p><strong>Dr. jur. Felicia Hart<\/strong> (geborene Schulsinger) Felicia Hart war die erste und auch einzige Anw\u00e4ltin j\u00fcdischen Glaubens in Leipzig vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.<\/p>\n<p><strong>Johanna Caroline Julie Bebel<\/strong> (geborene Otto) Durch ihre Ehe mit August Bebel wurde aus der Leipziger Arbeiterin Julie Otto eine politisch aktive Frau. W\u00e4hrend der h\u00e4ufigen Abwesenheit ihres Mannes durch Haft oder Reisen agierte sie als selbstbewusste Gesch\u00e4ftsfrau. Sie trat engagiert f\u00fcr die Sozialdemokratie ein und war unter dem \u201cSozialistengesetz\u201d zeitweise deren \u201cSekretariat\u201d. Anmerkung: Das Leipziger Gedenken bezieht sich derzeit nur auf August Bebel<\/p>\n<p><strong>Dr. Hildegard Pauline Sidonie Heyne<\/strong> Dr. Hildegard Heyne war ab 01.04.1921 als erste Frau Kustodin und 1922\/1924 Leiterin der Graphischen Sammlung im Museum der bildenden K\u00fcnste (MdbK) und richtungsweisend f\u00fcr die Leipziger Kunstpflege. Ihre Ausstellungen, Publikationen und popul\u00e4rwissenschaftlichen Vortr\u00e4ge verstand sie als Bildungsauftrag f\u00fcr die Leipziger Bev\u00f6lkerung.\u201c<\/p>\n<p>Jahrhundertelang \u201evergessen\u201c und verdr\u00e4ngt<\/p>\n<p>Leonie Hain ging in ihrer Rede auch darauf ein, warum das Missverh\u00e4ltnis zwischen nach M\u00e4nnern und nach Frauen benannten Stra\u00dfen in Leipzig so gro\u00df ist. Denn es hat direkt mit der jahrhundertelangen Benachteiligung der Frau zu tun. Jedes einzelne B\u00fcrgerrecht mussten sich Frauen in den vergangenen 150 Jahren erk\u00e4mpfen. Dabei spielte auch die Frauenbewegung eine zentrale Rolle, woran Linke-Stadtr\u00e4tin Beate Ehms am 25. Februar erinnerte.<\/p>\n<p>Denn Leipzig war im sp\u00e4ten 19. Jahrhundert die Hauptstadt der deutschen Frauenbewegung. Und trotzdem hielt sich die Stadt auch im 20. Jahrhundert sichtlich zur\u00fcck, Stra\u00dfen nach Frauen zu benennen. In den K\u00f6pfen kam die Gleichberechtigung der Frauen erst ganz, ganz langsam an. Tats\u00e4chlich zeigten sich die \u201eStadtv\u00e4ter\u201c bis vor wenigen Jahren geradezu unf\u00e4hig, die Verdienste von Frauen \u00fcberhaupt zu sehen. Bis heute ist man bei der Wahrnehmung besonderer Leistungen (und der Besetzung von Spitzenposten) zuallererst auf M\u00e4nner fixiert,<\/p>\n<p>Und das ist wichtig zu wissen, wie Leonie Hain betonte. Denn wenn nichts auf die herausragenden Frauen aufmerksam macht, dann sieht man sie einfach nicht. Dann sind sie auch im Stadtged\u00e4chtnis einfach nicht pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Erst mal in die AG Stra\u00dfenbenennung<\/p>\n<p>Einfach so aus der H\u00fcfte kann nat\u00fcrlich der Stadtrat keine Stra\u00dfenbenennung vornehmen. So ein Anliegen muss seinen regul\u00e4ren Gang durch die AG Stra\u00dfenbenennungen machen, die dann ganz konkrete Stra\u00dfennamen nach Pr\u00fcfung in einer besonderen Vorlage definiert.<\/p>\n<p>Genau das schlug <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027965&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">die Verwaltung dann auch in ihrem Verwaltungsstandpunkt<\/a> vor \u2013 der gleichzeitig aber ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dfte, dass hier markante Frauen vorgeschlagen wurden: \u201eWie im Antrag hervorgehoben wird, sind Frauennamen in Bezug auf die benannten Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze im Leipziger Stadtgebiet unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>In der Verwaltung und auch in der AG Stra\u00dfenbenennung wurde sich bereits seit L\u00e4ngerem darauf verst\u00e4ndigt, die Diversit\u00e4t der Leipziger Stadtgeschichte mehr und mehr hervorzuheben. Daher begr\u00fc\u00dft die Verwaltung den Vorschlag des Stadtbezirksbeirats S\u00fcd und schl\u00e4gt vor, den Antrag zur Beratung in die AG Stra\u00dfenbenennung zu verweisen. Die Namensvorschl\u00e4ge des SBB S\u00fcd werden gepr\u00fcft und ebenfalls in der AG Stra\u00dfenbenennung beraten.\u201c<\/p>\n<p>Der Verwaltungsstandpunkt bekam \u2013 bei 13 Enthaltungen \u2013 die n\u00f6tige Mehrheit. Und jetzt kann man gespannt sein, ob die vorgeschlagenen Namen tats\u00e4chlich auftauchen, wenn die Namensvorschl\u00e4ge f\u00fcr das Gebiet am Bayerischen Bahnhof konkret werden.<\/p>\n<p>Nur einer hat sich an dem Tag ein wenig ge\u00e4rgert: Thomas Kumbernu\u00df (Die PARTEI), der daran erinnerte, dass es ihm 2020 in einem Husarenritt gelungen war, kurzzeitig die Umbenennung der Arndtstra\u00dfe in der S\u00fcdvorstadt in Hannah-Arendt-Stra\u00dfe durchzusetzen. Was dann\u00a0 damals <a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2020\/09\/Der-Stadtrat-tagt-Keine-Umbenennung-der-Arndtstrasse-349269\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">schon wenig sp\u00e4ter vom Stadtrat wieder zur\u00fcckgenommen wurde<\/a>, weil einige B\u00fcrger auf die Barrikaden gegangen waren.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nur 56 von insgesamt \u00fcber 3.000 Leipziger Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen sind nach Frauen benannt. 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