{"id":840439,"date":"2026-03-03T17:36:24","date_gmt":"2026-03-03T17:36:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840439\/"},"modified":"2026-03-03T17:36:24","modified_gmt":"2026-03-03T17:36:24","slug":"metoo-debatte-in-der-techno-szene-festivals-laden-djs-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840439\/","title":{"rendered":"#MeToo-Debatte in der Techno-Szene: Festivals laden DJs aus"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/club-lasershow-100.jpg\" alt=\"Menschen feiern in einem Club.\" title=\"Menschen feiern in einem Club. | picture alliance\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 03.03.2026 \u2022 14:52 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Ein Insider wirft mehreren Hardtechno-DJs sexuellen Missbrauch vor. Obwohl wenig konkret, haben die Vorw\u00fcrfe in der Szene ein Beben ausgel\u00f6st, werden DJs aus Festival-Line-ups gestrichen. Alle sprechen \u00fcber sexuelle Gewalt. Ein #MeToo-Moment der Techno-Szene?<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihre Szene f\u00fchle sich gerade an &#8222;wie Trash TV auf Social Media&#8220;, sagt Kim Swim. Wie alle Techno-Fans hat auch die Berliner DJ in den letzten Tagen viel Zeit auf Instagram verbracht. Denn dort erhebt ein Ex-Mitarbeiter einer franz\u00f6sischen DJ-Agentur diffuse Anschuldigungen gegen mehrere Hardtechno-DJs. Die Vorw\u00fcrfe sind gr\u00f6\u00dftenteils wenig spezifisch, schlecht zuzuordnen und nicht \u00fcberpr\u00fcfbar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie drehen sich um das Thema &#8222;sexuelle Gewalt&#8220;, finden sich auf dem Instagram-Account von &#8222;bradnolimit&#8220;. Immer wieder ver\u00f6ffentlicht Brad Screenshots mutma\u00dflich betroffener Frauen, die ihm mutma\u00dfliche Erfahrungen schildern. Auf eine Anfrage, ob er seine Anschuldigungen konkreter machen kann, und ob es Frauen gibt, zu denen er Kontakt herstellen k\u00f6nnte, antwortet er nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Folgen der Ger\u00fcchte sind gro\u00df: &#8222;Das hat so schnell Wellen geschlagen, das habe ich noch nie erlebt, und ich bin jetzt schon seit acht Jahren dabei&#8220;, sagt Kim Swim. Im Zentrum der Vorw\u00fcrfe von &#8222;brandnolimit&#8220; stehen Hardtechno-K\u00fcnstler, die auf den Digitalplattformen mehrere Hunderttausend Follower haben.<\/p>\n<p>    Hardtechno boomt seit der Pandemie<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zur Entstehung der Vorw\u00fcrfe schreibt &#8222;bradnolimit&#8220;, einige Mitarbeiter h\u00e4tten \u00fcber seinen Ausstieg bei der Agentur &#8222;Steer Management&#8220; unwahre Behauptungen verbreitet. Denen habe er \u00f6ffentlich widersprochen. Daraufhin h\u00e4tten ihn zahlreiche, mutma\u00dflich betroffene Frauen kontaktiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hardtechno ist ein Subgenre der elektronischen Musik, rasant gewachsen w\u00e4hrend der Corona-Pandemie. Die Berliner Techno-DJ Kim Swim erkl\u00e4rt: &#8222;Erst mal hat es in den Social-Media-Kan\u00e4len angefangen, vor allem auf TikTok.&#8220; In kurzen Clips hatten DJs harte Techno-Beats unter bekannte Lieder gelegt. Die Internet-Accounts dieser DJs seien damals stark gewachsen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Deswegen gibt es auch den Begriff TikTok-DJs&#8220;, sagt Kim Swim. Vor allem in dieser Szene werden die Ger\u00fcchte von vielen Menschen auf den Digitalplattformen kommentiert. Nach Angaben von &#8222;bradnolimit&#8220; haben seine Storys mittlerweile 36 Millionen Menschen gesehen. In der Szene tobt eine Debatte um Sexismus. Fast t\u00e4glich erscheinen neue Statements.<\/p>\n<p>    DJs wehren sich gegen Vorw\u00fcrfe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch beschuldigte DJs haben sich zu den Ger\u00fcchten ge\u00e4u\u00dfert. So erkl\u00e4rt der DJ Fantasm in einem Videostatement auf Instagram, gegen ihn erhobene Vorw\u00fcrfe seien unwahr. &#8222;Ich habe nie etwas getan. Seit drei Jahren versuche ich, rechtlich gegen Menschen vorzugehen, die Dinge \u00fcber mich behaupten&#8220;, sagt Fantasm.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Tats\u00e4chlich gebe es in der Szene Opfer sexueller Gewalt, so der DJ. Von ihnen jedoch w\u00fcrden &#8222;bradnolimits&#8220; diffuse Anschuldigungen ablenken. Der franz\u00f6sische DJs Shl\u00f8mo spricht auf Instagram von einer &#8222;Verleumdungskampagne&#8220;. Seine Anw\u00e4lte lassen auf Anfrage mitteilen, dass man rechtliche Schritte gegen &#8222;bradnolimit&#8220; einleite. Dieser sei auf einer pers\u00f6nlichen Vendetta.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gebe keine kriminellen Untersuchungen gegen Shl\u00f8mo und keine mutma\u00dflichen Opfer, die Anschuldigungen erheben w\u00fcrden. Gegen &#8222;bradnolimit&#8220; werde man mit Blick auf die von ihm ver\u00f6ffentlichten Screenshots wegen Diffamierung und Dokumentenf\u00e4lschung vorgehen.<\/p>\n<p>    Beschuldigte DJ-Agentur reagiert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die von &#8222;bradnolimit&#8220; beschuldigte DJ-Agentur &#8222;Steer Management&#8220; reagiert auf Instagram mit einem Statement. Man werde Vorw\u00fcrfe genauestens \u00fcberpr\u00fcfen und nehme sie sehr ernst. Alle weiteren Posts hat &#8222;Steer Management&#8220; aktuell von seiner Instagram-Seite entfernt. Warum genau, erkl\u00e4rt die Agentur auf Anfrage nicht. Viele DJs haben die Agentur aus Protest bereits verlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Ich war untreu&#8220;, schreibt dagegen DJ CARV in einem \u00f6ffentlichen Statement, mit dem er zugleich sein musikalisches Karriereende erkl\u00e4rt. Er habe intime Fotos an mehrere Frauen verschickt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt verheiratet gewesen sei. Alles sei einvernehmlich gewesen, was es aber nicht &#8222;richtig&#8220; mache.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch der Schweizer DJ Odymel \u00e4u\u00dfert sich auf Instagram zu Vorw\u00fcrfen sexualisierter Gewalt. Es gebe ein laufendes Verfahren zwischen ihm und einer Frau, schreibt er. Nachdem er eingeschlafen sei, habe er im Schlaf versucht, Geschlechtsverkehr mit der Frau zu beginnen, die diesen dann jedoch abgelehnt habe. Er selbst k\u00f6nne sich an die Situation nicht erinnern.<\/p>\n<p>    Unangenehme Erfahrungen im Backstage-Bereich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Generell gebe es in der Szene viele \u00dcbergriffe, schreiben weibliche DJs auf den Digitalplattformen. Darunter ist auch die Berliner Techno-DJ Kim Swim: &#8222;Nat\u00fcrlich gibt es Vorf\u00e4lle, die man selbst auch sieht, h\u00f6rt oder mitbekommt.&#8220; Als weibliche DJ habe sie sehr unangenehme Erfahrungen im Backstage-Bereich gemacht. \u00c4hnliches berichtet auch die ber\u00fchmte Techno-DJ Amelie Lens in einem Post auf Instagram, der sexistische Strukturen in der Branche kritisiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Konzertveranstalter reagieren nun. So erkl\u00e4ren die Anw\u00e4lte von Shl\u00f8mo, &#8222;einige Festivals und Clubs&#8220; h\u00e4tten ihren Klienten &#8222;aus geplanten Events gestrichen&#8220;. Das Open Beatz-Festival in Herzogenaurach, eines der gr\u00f6\u00dften im Elektro-Bereich, hat nach eigenen Angaben mehrere Hardtechno-Acts aus dem Line-up gestrichen.<\/p>\n<p>    Kollektiv sammelt Vorw\u00fcrfe aus der Szene<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das sei keine Vorverurteilung, schreiben die Verantwortlichen auf Anfragen, &#8222;sondern eine Vorsichts- und Verantwortungsentscheidung&#8220;. Betroffene h\u00e4tten sich nicht direkt an das Festival gewandt. Die Hinweise seien den Verantwortlichen lediglich \u00fcber die \u00f6ffentliche Diskussion auf Social Media bekannt geworden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;F\u00fcr mich ist das heuchlerisch&#8220;, sagt die Berliner Techno-DJ Kim Swim \u00fcber den Schritt von Veranstaltern wie dem Open-Beatz-Festival. Die Promoter suchten lediglich nach dem einfachsten Weg zur L\u00f6sung der Probleme. Man meide eine Besch\u00e4ftigung mit den Problemen, die Sexismus und sexuelle \u00dcbergriffe in der Techno-Szene \u00fcberhaupt erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kim Swim hofft, dass angesichts der Debatte auch betroffene Frauen laut werden. Auf Instagram sammelt eine Organisation namens &#8222;MeToo DJs&#8220; Erfahrungsberichte von \u00dcbergriffen in der Techno-Szene. Auf Nachfrage erkl\u00e4rt das Kollektiv, fast 100 mutma\u00dfliche Opfer aus verschiedenen L\u00e4ndern h\u00e4tten sich bereits gemeldet. F\u00fcr alle genannten DJs gilt bis auf Weiteres die Unschuldsvermutung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 03.03.2026 \u2022 14:52 Uhr Ein Insider wirft mehreren Hardtechno-DJs sexuellen Missbrauch vor. 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