{"id":840944,"date":"2026-03-03T22:12:17","date_gmt":"2026-03-03T22:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840944\/"},"modified":"2026-03-03T22:12:17","modified_gmt":"2026-03-03T22:12:17","slug":"schluepft-deutschland-unter-frankreichs-atomschirm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/840944\/","title":{"rendered":"Schl\u00fcpft Deutschland unter Frankreichs Atomschirm?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Frankreich will nuklear aufr\u00fcsten und bietet Deutschland und anderen EU-Partnern eine st\u00e4rkere Einbeziehung in die Abschreckung an. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/atomdoktrin-frankreich-baut-nukleare-abschreckung-aus-113621524\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Das war das Thema der lange erwarteten Grundsatzrede des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten am Montag im franz\u00f6sischen U-Boot-St\u00fctzpunkt \u00cele Longue in der Bretagne.<\/a> Zwei bedeutsame Neuerungen k\u00fcndigte Emmanuel Macron im Heimathafen der atomgetriebenen U-Boote mit nuklearen ballistischen Raketen bei Brest an.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zum einen eine st\u00e4rkere Einbeziehung von acht EU-Staaten, darunter Deutschland. Deren milit\u00e4rische Vertreter werden zu franz\u00f6sischen Nuklear\u00fcbungen oder Besichtigungen strategischer Standorte eingeladen. Die Entscheidungsgewalt bleibe weiterhin allein bei Frankreichs Pr\u00e4sidenten, betonte er, um Kritik von Teilen der linken und rechtsextremen Opposition zu begegnen.\n  <\/p>\n<p>            Bis 2036 will Frankreich ein weiteres U-Boot<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zum anderen versprach Macron, angesichts der erh\u00f6hten internationalen Bedrohungslage das Nukleararsenal seines Landes zu modernisieren und zu vergr\u00f6\u00dfern, \u201eohne sich auf ein teures Wettr\u00fcsten einlassen zu wollen\u201c. Neben dem Bau eines f\u00fcnften Atom-U-Boots bis 2036 k\u00fcndigte er eine Aufstockung des nuklearen Arsenals an.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Frankreich besitzt laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen. Es ist damit nach Russland, den USA und China die viertgr\u00f6\u00dfte Atommacht der Welt und seit dem Brexit 2020 die einzige in der EU.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/nukleare-abschreckung-wie-realistisch-ist-ein-europaeischer-atom-schirm-113503668\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Die Vorschl\u00e4ge sind die Fortsetzung eines bereits eingeschlagenen Kurses.<\/a> Im vergangenen Winter wurden britische Milit\u00e4rvertreter in einer Beobachterrolle zu einer \u00dcbung der luftgest\u00fctzten franz\u00f6sischen Atomflotte eingeladen. Im Juli 2025 unterzeichneten Frankreich und Gro\u00dfbritannien eine Vereinbarung \u00fcber eine verst\u00e4rkte nukleare Zusammenarbeit. Auch der deutsche Nato-Botschafter besuchte in der Vergangenheit bereits eine franz\u00f6sische Atomwaffenbasis.\n  <\/p>\n<p>            Frankreichs Abschreckung setzt stark auf U-Boote<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wie viele Sprengk\u00f6pfe diesem Bestand hinzugef\u00fcgt werden, lasse er bewusst offen, sagte der franz\u00f6sische Staatschef. \u201eUm allen Spekulationen zuvorzukommen, werden wir die Zahlen unseres Nukleararsenals nicht mehr bekannt geben\u201c, so Macron. Potenzielle Gegner bewusst im Unklaren zu lassen, ist Teil der \u201estrategischen Ambiguit\u00e4t\u201c. \u201eUm frei zu sein, muss man gef\u00fcrchtet werden, und um gef\u00fcrchtet zu werden, muss man stark sein.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Doch worum geht es im Einzelnen? Nukleare Sprengk\u00f6pfe sind die Vorderteile von Raketen oder Bomben, deren Explosionskraft durch Kernspaltung entsteht. Sie k\u00f6nnen auf verschiedenen Tr\u00e4gersystemen transportiert werden, im Fall Frankreichs auf U-Boot-gest\u00fctzten Raketen oder luftgest\u00fctzten Marschflugk\u00f6rpern, welche von Rafale-Kampfflugzeugen getragen werden.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zust\u00e4ndig f\u00fcr die franz\u00f6sischen Atomsprengk\u00f6pfe sind keine privaten R\u00fcstungsfirmen, sondern einziger Akteur ist die staatliche Direktion f\u00fcr milit\u00e4rische Anwendungen (DAM) innerhalb des Kommissariats f\u00fcr Atomenergie und alternative Energien (CEA). Der Standort Valduc bei Dijon ist das Hauptzentrum f\u00fcr die Entwicklung, das Design, die Herstellung, Montage, Wartung und Demontage der nuklearen Komponenten der Sprengk\u00f6pfe. An diesem besonders abgesicherten Ort wird das nukleare Material, also Plutonium und Uran, verarbeitet.\n  <\/p>\n<p>            Frankreich will eine finanzielle Beteiligung der Partner<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Produktion nimmt laut H\u00e9lo\u00efse Fayet, Expertin\u00a0f\u00fcr nukleare Abschreckung am franz\u00f6sischen Institut f\u00fcr internationale Beziehungen Ifri, viel Zeit in Anspruch: \u201eSelbst wenn bereits Best\u00e4nde an spaltbarem Material vorhanden sind, w\u00fcrde es mehrere Jahre dauern, neue nukleare Sprengk\u00f6pfe bereitzustellen\u201c, sagte sie im vergangenen Jahr dem Magazin Le Point.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Gespr\u00e4ch mit unserer Redaktion und im Einklang mit anderen Fachleuten betonte Fayet, entscheidend sei gar nicht die genaue Zahl der Atomwaffen, sondern die F\u00e4higkeit, potenzielle Gegner ausreichend und glaubw\u00fcrdig abzuschrecken, sowie \u201eeine grunds\u00e4tzliche Klarstellung dar\u00fcber, inwiefern Frankreich L\u00e4nder wie Deutschland oder Polen sch\u00fctzen k\u00f6nnte\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Erste Schritte dazu hat Macron nun gemacht. Frankreichs Pr\u00e4sident sagte am Montag auch, ein einziges U-Boot wie jenes, vor dem er stand, habe \u201eeine Schlagkraft, die der Summe aller Bomben entspricht, die im Zweiten Weltkrieg in Europa gefallen sind\u201c. Die Zerst\u00f6rungsf\u00e4higkeit, lie\u00df er damit verstehen, ist also enorm, auch wenn die franz\u00f6sische Nukleardoktrin rein defensiv ist. Einen Erstschlag schlie\u00dft sie aus.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Hinsichtlich der Kosten betonten franz\u00f6sische Experten ebenfalls einhellig, dass Paris nicht auf eine direkte finanzielle Beteiligung, sondern auf Kooperation mit den europ\u00e4ischen Partnern setze. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/ohne-die-usa-braucht-europa-eine-eigene-atomare-abschreckung-113484194\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Macron sprach lediglich von einer \u201egerechten Aufteilung der Anstrengungen\u201c.<\/a> Ansonsten blieb er auch in dieser Hinsicht vage.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Birgit Holzer<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Frankreich<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Emmanuel Macron<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreich will nuklear aufr\u00fcsten und bietet Deutschland und anderen EU-Partnern eine st\u00e4rkere Einbeziehung in die Abschreckung an. 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