{"id":841032,"date":"2026-03-03T23:01:15","date_gmt":"2026-03-03T23:01:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841032\/"},"modified":"2026-03-03T23:01:15","modified_gmt":"2026-03-03T23:01:15","slug":"iran-krieg-keine-proteste-angst-vor-angriffen-so-ist-die-lage-in-der-geisterstadt-teheran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841032\/","title":{"rendered":"Iran-Krieg: Keine Proteste, Angst vor Angriffen \u2013 So ist die Lage in der \u201eGeisterstadt\u201c Teheran"},"content":{"rendered":"<p>Die Stra\u00dfen von Teheran sind seit Kriegsbeginn weitgehend menschenleer. Viele Menschen sollen die Stadt verlassen haben, Augenzeugen berichten von Panik. Protest gegen die Machthaber gibt es offenbar nicht.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ver\u00e4ngstigte Einwohner in Teheran haben die iranische Hauptstadt am Dienstag als Geisterstadt beschrieben. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP, die mit Augenzeugen vor Ort in Kontakt stehen. Nach massivem Raketenbeschuss durch die USA und Israel seien die Stra\u00dfen weitgehend menschenleer, abgesehen von Kontrollpunkten und Patrouillen der Revolutionsgarden.<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur Reuters konnte zudem bei Telefongespr\u00e4chen mit Menschen im \u200bganzen Land keine Hinweise daf\u00fcr finden, dass es Proteste gegen die Machthaber gibt oder diese unmittelbar bevorstehen. Die USA und Israel haben seit Samstag bei Luftangriffen Hunderte Iraner get\u00f6tet und die Bev\u00f6lkerung aufgerufen, die Gunst der Stunde zu nutzen \u2060und die Regierung durch Massenproteste zu Fall zu bringen.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a291a07c787f6a1cef1bc5\/krieg-in-nahost-grossbritannien-und-frankreich-senden-kriegsschiffe-nach-zypern-liveticker.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a291a07c787f6a1cef1bc5\/krieg-in-nahost-grossbritannien-und-frankreich-senden-kriegsschiffe-nach-zypern-liveticker.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">+++ Lesen Sie hier alle Entwicklungen um den Iran-Krieg im Liveticker +++<\/a><\/p>\n<p>\u201eEs gibt Kontrollpunkte an jeder Stra\u00dfe und in jeder Gasse\u201c, sagte Fariba Gerami. Sie arbeitet im Norden Teherans, ihr Mann betreibt ein kleines Caf\u00e9. Stromausf\u00e4lle und die wiederholte Unterbrechung der Trinkwasser-Versorgung seit Beginn des <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article69a6cc1ca9e2cfaca3eb44d1\/iranischer-drohnentraeger-usa-versenken-groesstes-kriegsschiffs-seit-dem-2-weltkrieg.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article69a6cc1ca9e2cfaca3eb44d1\/iranischer-drohnentraeger-usa-versenken-groesstes-kriegsschiffs-seit-dem-2-weltkrieg.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bombardements<\/a> h\u00e4tten ihre \u00c4ngste weiter gesch\u00fcrt. Nachts f\u00fcrchteten sie und ihre Freunde, dass Diebe in ihre Wohnungen einbrechen k\u00f6nnten, sagte die 27-J\u00e4hrige. Die Familie wolle den Iran verlassen, sobald die Sicherheitslage es zulasse. Sie machten sich aber Sorgen wegen der Sicherheit auf den Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>\u201eIch habe Angst, auf die menschenleeren Stra\u00dfen zu gehen, weil st\u00e4ndig Bomben vom Himmel fallen\u201c, sagte auch Samireh, eine 33-j\u00e4hrige Krankenpflegerin, die ihren Nachnamen nicht nennen m\u00f6chte. Es seien nur noch so wenige Menschen auf der Stra\u00dfe, \u201edass es so aussieht, als h\u00e4tte hier nie jemand gelebt\u201c.<\/p>\n<p>Schon den vierten Tag in Folge wird Teheran immer wieder von schweren Explosionen ersch\u00fcttert, grauer Rauch steigt in den blauen Himmel. \u201eWenn wir den L\u00e4rm der Angriffe h\u00f6ren, sp\u00fcren wir, wenn wir nah am Einschlagsort sind, wie Fenster und T\u00fcren wackeln\u201c, berichtete ein 31-J\u00e4hriger namens Saghar.<\/p>\n<p>Ein Iraner berichtet von weinenden Kindern und Panik in der Bev\u00f6lkerung<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferten sich zwei Iraner, die am Dienstag \u00fcber einen Grenz\u00fcbergang in der T\u00fcrkei ankamen. Ein Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte, berichtete von weinenden Kindern. Bei den Angriffen seien auch zivile Geb\u00e4ude \u2060getroffen worden, das sch\u00fcre Panik \u200bunter den Einwohnern, sagte er.<\/p>\n<p>Ein anderer \u200cMann sprach von weitverbreiteter Zerst\u00f6rung: \u201eWir haben viele kaputte Geb\u00e4ude gesehen, besonders auf dem Weg aus dem Land.\u201c Es gebe zahlreiche Autowracks und Stra\u00dfen seien nicht mehr befahrbar. \u201eDie Menschen sind in Panik und wollen das Land verlassen. Sie wissen nicht, was sie tun sollen.\u201c<\/p>\n<p>Bei vielen, die Teheran nicht verlassen k\u00f6nnen, ist die Angst gro\u00df. Am Montag schlugen Geschosse in der N\u00e4he eines Krankenhauses ein, das besch\u00e4digt wurde und evakuiert werden musste. Die Sorge um weitere zivile Opfer w\u00e4chst auch angesichts des Angriffs auf eine M\u00e4dchenschule im S\u00fcdiran in den ersten Stunden des Krieges. Beh\u00f6rdenangaben zufolge sollen dabei 150 Menschen gestorben sein, die Zahl lie\u00df sich nicht unabh\u00e4ngig verifizieren. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder der Beerdigung, bei der kleine, in iranische Flaggen geh\u00fcllte S\u00e4rge \u00fcber eine Menschenmenge hinweg zu den Gr\u00e4bern gereicht wurden.<\/p>\n<p>\u201eWelt, seht ihr das? Sie t\u00f6ten uns. H\u00f6rt \u200cunsere Stimme\u201c, sagte Firuzeh Seraj unter Tr\u00e4nen in Teheran. \u201eMeine zehnj\u00e4hrige Tochter ist Dialysepatientin, und wir sitzen in der Falle. \u2060Ich habe Angst, sie ins Krankenhaus zu bringen. Was, wenn sie es bombardieren? Warum bombardiert ihr \u200buns?\u201c<\/p>\n<p>Vor einem Angriff in der Nacht zum Dienstag hatte die israelische Armee zur Evakuierung des Stadtgebiets aufgerufen, in dem der iranische Staatsrundfunk Irib seinen Sitz hat. Verbreitet wurde der Aufruf auf X, wegen der Internetblockade im Iran hat er aber nur wenige Menschen erreicht.<\/p>\n<p>Der Iran bezifferte die Zahl der Toten unter Berufung auf den Roten Halbmond auf 787. Als Reaktion auf den US-israelischen Angriff startete Teheran eine Welle von Drohnen- und Raketenangriffen auf L\u00e4nder in der \u2060Region. Dabei wurden milit\u00e4rische und zivile Ziele in Israel, Jordanien und den Golfmonarchien getroffen.<\/p>\n<p>Die Nachricht vom <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a3faf14b8f567f12fce06a\/iran-was-ueber-die-toetung-chameneis-bekannt-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a3faf14b8f567f12fce06a\/iran-was-ueber-die-toetung-chameneis-bekannt-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tod Ajatollah Ali Chameneis<\/a> am Samstag hatte in Teilen Teherans spontane Feiern ausgel\u00f6st. Anh\u00e4nger der Staatsf\u00fchrung hingegen hielten Trauerz\u00fcge ab. Zu landesweiten Aufst\u00e4nden wie Anfang Januar kam es aber nicht. Damals waren bei den Protesten Tausende Menschen von Sicherheitskr\u00e4ften get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>In Urmia, nahe \u200cder t\u00fcrkischen und irakischen Grenze, berichtete eine \u2060Frau vom bislang \u200cschwersten Beschuss in der Nacht zum Dienstag. \u201eIch hatte Todesangst. Es gibt \u200bkeine Schutzr\u00e4ume. \u2060Keine Hilfe. Sie bombardieren \u00fcberall\u201c, sagte sie. Das \u200bInternet falle immer wieder aus, die Menschen deckten sich mit Lebensmitteln ein. Zwar seien Waren und Medikamente noch erh\u00e4ltlich, doch wachse die Sorge, dass die Vorr\u00e4te bei einem \u200cl\u00e4ngeren \u200bKonflikt knapp werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Hassan, ein pensionierter Armeeoffizier im Nordiran, gab dem get\u00f6teten Revolutionsf\u00fchrer Ali Chamenei die Schuld. Dessen Atompolitik habe den \u200cIran auf \u200cKonfrontationskurs mit dem Westen gebracht. \u201eChamenei ist tot, aber die Folgen seines jahrelangen Starrsinns t\u00f6ten immer noch das iranische Volk\u201c, sagte er. \u201eWarum so viel Feindseligkeit gegen\u00fcber der Welt? Was hat uns dieses Atomprogramm gebracht au\u00dfer Bombardement, Isolation und Elend?\u201c<\/p>\n<p>Reuters\/AFP\/gub<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stra\u00dfen von Teheran sind seit Kriegsbeginn weitgehend menschenleer. 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