{"id":841131,"date":"2026-03-03T23:54:15","date_gmt":"2026-03-03T23:54:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841131\/"},"modified":"2026-03-03T23:54:15","modified_gmt":"2026-03-03T23:54:15","slug":"stuttgart-21-zeit-fuer-einen-reset","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841131\/","title":{"rendered":"Stuttgart 21: Zeit f\u00fcr einen Reset"},"content":{"rendered":"<p>Was nun? Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-stuttgart-21-erst-2029-fertig-projektumfeld-ist-alarmiert.b527ef04-0d6d-4973-853f-286bb6dc530a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">&#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220;<\/a> zitiert Landesverkehrsminister Hermann: Trotz der vielen Probleme und hohen Kosten des Projekts erteile er &#8222;m\u00f6glichen Ausstiegsfantasien&#8220; eine klare Absage. Es gebe &#8222;keinen Weg zur\u00fcck, sondern nur nach vorne&#8220;, sagt Hermann, und das Land werde die Bahn weiterhin &#8222;konstruktiv begleiten&#8220; und alles tun, dass der neue Bahnhof fertiggestellt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Dabei haben &#8222;Ausstiegsfantasien&#8220;, wie Hermann es nennt, mittlerweile nicht einmal die S-21-Kritiker, zumindest nicht die im Aktionsb\u00fcndnis (AB) gegen Stuttgart 21 organisierten. Sie fordern seit Jahren, die noch bestehende, oberirdische Bahn-Infrastruktur, den Kopfbahnhof und seine Zulaufgleise, zu erhalten, unabh\u00e4ngig davon, was dereinst aus dem unterirdischen Tiefbahnhof wird. Denn selbst wenn der irgendwann mal fertig werden wird und Z\u00fcge durch ihn fahren, ist fraglich, ob er die von den Projektfans versprochene Kapazit\u00e4t je erreichen wird. Ganz abgesehen davon, dass er nicht erweiterbar sein wird, und damit verhindert, dass es mehr Schienenkapazit\u00e4ten und so mehr Personenverkehr auf der Schiene geben wird.<\/p>\n<p>Und ganz abgesehen davon muss man heute keiner und keinem Bahn-Reisenden mehr sagen, dass von der Bahn keine Wunder zu erwarten sind \u2013 weder im Bau noch im Betrieb. Auch wenn der Bahnhof irgendwann fertig sein sollte, auch wenn es zu keinen Unf\u00e4llen in den vielen Tunneln kommt, auch dann ist nicht zu erwarten, dass er stets reibungslos funktioniert. Betriebsst\u00f6rungen, Versp\u00e4tungen und Zugausf\u00e4lle werden weiterhin zum t\u00e4glichen Modus der Bahn geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>So scheint es plausibel, dass die Probezeit des neuen Tiefbahnhofs enth\u00fcllen wird, dass oberirdisch doch noch etwas gebraucht wird. Dann liegen zwar zum Gl\u00fcck die meisten der alten Schienen noch, aber die G\u00e4ubahn ist dann schon abgebaut \u2013 so der Plan. Weswegen Reisende aus Richtung Z\u00fcrich nicht nur vom Stuttgarter Hauptbahnhof abgekoppelt sein werden, sondern auch die S-Bahn kein vern\u00fcnftiges Notfallkonzept mehr haben wird.<\/p>\n<p>Bestehende Infrastruktur: sanieren, bitte<\/p>\n<p>Und bis dahin wird die bestehende oberirdische Infrastruktur noch viel maroder sein als jetzt, hat bis dahin zu vielen weiteren St\u00f6rungen, Versp\u00e4tungen, Zugausf\u00e4llen gef\u00fchrt. Denn wegen der Fata Morgana des ja bald als Ersatz fertigen Tiefbahnhofs ist die seit Jahrzehnten dem kontinuierlichen Verfall preisgegeben.<\/p>\n<p>Deswegen w\u00e4re jetzt ein guter Zeitpunkt, dass sich die S-21-Projektpartner \u2013 die Bahn, das Land, die Region Stuttgart und ganz besonders die von frei werdenden Baufl\u00e4chen tr\u00e4umende Stadt \u2013 nun endlich von ein paar Positionen verabschieden.<\/p>\n<p>Zum Ersten: dass man den noch bestehenden Kopfbahnhof weiter verfallen lassen kann. Er und der G\u00e4ubahnanschluss sollten &#8222;f\u00fcr einen dauerhaften stabilen Betrieb&#8220; saniert werden, fordert das Aktionsb\u00fcndnis als Reaktion auf die erneute Verschiebung. Und es m\u00fcssten alle Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, die Bahnreisende &#8222;vor weiteren Zumutungen wie Schienenersatzverkehren, Fernwanderwegen, endlosen Baustellen, sch\u00fctzen k\u00f6nnen&#8220;. In der Pressemitteilung pl\u00e4dieren die Projektkritiker konkret f\u00fcr eine &#8222;minimalinvasive&#8220; Sanierung &#8211; vermutlich mit Anspielung auf die Generalsanierungen der DB, die mit tempor\u00e4ren Vollsperrungen von Strecken und damit einhergehenden enormen Zumutungen f\u00fcr Reisende arbeiten. Fun fact: Auf bereits generalsanierten Strecken fahren teilweise die Z\u00fcge langsamer als vorher \u2013 aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was nun? 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