{"id":841953,"date":"2026-03-04T07:40:18","date_gmt":"2026-03-04T07:40:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841953\/"},"modified":"2026-03-04T07:40:18","modified_gmt":"2026-03-04T07:40:18","slug":"vorschlag-der-eu-kommission-streitfall-buy-european","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/841953\/","title":{"rendered":"Vorschlag der EU-Kommission: Streitfall &#8222;Buy European&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/vw-fabrik-100.jpg\" alt=\"Eine Produktionsstra\u00dfe in der Volkswagenfabrik in Emden \" title=\"Eine Produktionsstra\u00dfe in der Volkswagenfabrik in Emden  | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.03.2026 \u2022 07:16 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>&#8222;Buy European&#8220; &#8211; &#8222;kaufe europ\u00e4isch&#8220;. Unter diesem Motto will die EU-Kommission Europas Wettbewerbsf\u00e4higkeit st\u00e4rken. Heute soll der Gesetzesvorschlag vorgestellt werden. Doch die Pl\u00e4ne sind nicht unumstritten. <\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/christian-feld-106.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Christian Feld\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/christian-feld-103.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die USA bevorzugen ihre heimischen Unternehmen &#8211; und das nicht erst unter Donald Trump. Auch Kanada achtet in Teilen streng darauf, lokale Firmen zu sch\u00fctzen. China pumpt massive Subventionen in die eigene Wirtschaft. Warum sollte die Europ\u00e4ische Union nicht auch so handeln?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein Mitgliedsstaat f\u00f6rdert den Kauf von E-Autos, ein bestimmter Anteil der Komponenten muss aus der EU kommen. Die \u00f6ffentliche Hand investiert, es profitieren st\u00e4rker als jetzt europ\u00e4ische Stahlproduzenten. Der SPD-Europaabgeordnete Jens Geier berichtet in diesem Zusammenhang von einer neuen Autobahnbr\u00fccke im Ruhrgebiet: &#8222;Man darf da in Zweifel ziehen, ob in dieser Br\u00fccke eine Tonne Duisburger Stahl drin ist.&#8220;<\/p>\n<p>    Die Teufel stecken im Detail<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Buy European&#8220;, bevorzugt europ\u00e4isch kaufen. Die Forderung klingt also zun\u00e4chst einmal nachvollziehbar. Doch in den Details steckt eine ganze Armee von Teufeln. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben der EU-Kommission h\u00e4tte l\u00e4ngst fertig sein sollen, die Pr\u00e4sentation wurde jedoch mehrfach verschoben. Innerhalb der Beh\u00f6rde wurde hart gerungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der zust\u00e4ndige Industriekommissar St\u00e9phane S\u00e9journ\u00e9 beschreibt sein Projekt so: &#8222;Wann immer europ\u00e4ische \u00f6ffentliche Gelder eingesetzt werden, m\u00fcssen sie zur europ\u00e4ischen Produktion und zu hochwertigen Arbeitspl\u00e4tzen beitragen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu den Skeptikern in der Kommission, so ist zu h\u00f6ren, geh\u00f6rte lange die Abteilung Handel. Die Sorge: &#8222;Buy European&#8220; k\u00f6nnte internationale Partner der EU ver\u00e4rgern, w\u00e4hrend man doch eigentlich die Handelsbeziehungen breiter aufstellen will.<\/p>\n<p>    Immer neue Entw\u00fcrfe des Gesetzesvorschlags<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jetzt soll es passieren: Am Vormittag will die Kommission den sogenannten Industrial Accelerator Act (IAA) beschlie\u00dfen. Ein Vorhaben, bei dem seit l\u00e4ngerem auch in den Mitgliedstaaten die Meinungen auseinandergehen. Auf offener B\u00fchne zu erleben war das Anfang Februar beim Industriegipfel in Antwerpen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Erst warb der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron f\u00fcr &#8222;Buy European&#8220;. Europa d\u00fcrfe nicht naiv sein. Unmittelbar danach sprach Bundeskanzler Friedrich Merz von einem &#8222;letzten Mittel&#8220;, das nur f\u00fcr kritische, strategische Sektoren genutzt werden solle.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bis zuletzt wurde der Gesetzesvorschlag ver\u00e4ndert. Immer neue Entw\u00fcrfe machten in Br\u00fcssel die Runde. Nach den j\u00fcngsten Dokumenten zeichnen sich zentrale Punkte ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Regeln gelten demnach f\u00fcr eine \u00fcberschaubare Gruppe in strategischen Bereichen. Beispiel E-Autos: Eine \u00f6ffentliche F\u00f6rderung w\u00e4re demnach daran gekn\u00fcpft, dass ein solcher Pkw in Europa zusammengebaut wird und zu einem signifikanten Anteil aus europ\u00e4ischen Komponenten besteht. Das soll auch f\u00fcr die Batterie gelten.<\/p>\n<p>    Zumindest teilweise den Wettbewerbsnachteil ausgleichen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der \u00d6konom Nils Redeker vom Jacques Delors Centre geht davon aus, dass vor allem europ\u00e4ische Produzenten in energieintensiven Industrien, Hersteller gr\u00fcner Technologien wie Batterien und W\u00e4rmepumpen sowie die Automobilbranche bei \u00f6ffentlichen Ausschreibungen und F\u00f6rderprogrammen st\u00e4rker zum Zug kommen: &#8222;Damit m\u00f6chte die Kommission zumindest teilweise den Wettbewerbsnachteil ausgleichen, den viele europ\u00e4ische Hersteller derzeit gegen\u00fcber massiv staatlich unterst\u00fctzten Konkurrenten aus China haben.&#8220; Der Hightech-Sektor ist &#8211; zumindest in diesem Gesetz &#8211; nicht eingeschlossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Begriff &#8222;Buy European&#8220;, also EU-Pr\u00e4ferenz, ist im Grunde etwas unpr\u00e4zise. Denn von europ\u00e4ischem Geld sollen auch Produkte von internationalen Partnern profitieren k\u00f6nnen. Wenn sie denn &#8211; das ist die Bedingungen &#8211; EU-Unternehmen im Gegenzug auf ihren eigenen M\u00e4rkten in den jeweiligen Bereichen gleichbehandeln. Europ\u00e4isch kaufen kann dann in der Praxis auch bedeuten: kanadisch oder in den USA kaufen.<\/p>\n<p>    Noch mehr B\u00fcrokratie?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Letzte Gewissheit, was im Text steht, gibt es erst, wenn der Industriekommissar seine Pressekonferenz gibt. Gepr\u00fcft wird das Ergebnis dann auch in der Wirtschaft. &#8222;Massive Skepsis&#8220; \u00e4u\u00dfert vorab beispielsweise Thomas Fischer, Aufsichtsratsvorsitzender von Mann+Hummel, einem weltweit t\u00e4tigen Filter-Hersteller.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Gespr\u00e4ch mit dem ARD-Studio Br\u00fcssel sagt er \u00fcber &#8222;Buy European&#8220;: &#8222;Den Aufwand, das zu \u00fcberwachen, halte ich f\u00fcr extrem komplex. Da schaffen wir uns nur eine gro\u00dfe B\u00fcrokratie, die uns nur langsamer und teurer macht.&#8220; Nils Redeker vom Jacques Delors Centre sieht hier keine so gro\u00dfe Gefahr: &#8222;Wenn die Kriterien klar und transparent sind, kann der Aufwand beherrschbar bleiben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bevor der Vorschlag final beschlossen werden kann, geht er erstmal zur weiteren Beratung an EU-Parlament und den Rat der Mitgliedstaaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.03.2026 \u2022 07:16 Uhr &#8222;Buy European&#8220; &#8211; &#8222;kaufe europ\u00e4isch&#8220;. 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