{"id":843796,"date":"2026-03-05T01:00:20","date_gmt":"2026-03-05T01:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/843796\/"},"modified":"2026-03-05T01:00:20","modified_gmt":"2026-03-05T01:00:20","slug":"kieler-geomar-zeigt-wert-deutscher-forschungsschiffe-fuer-ozeane","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/843796\/","title":{"rendered":"Kieler Geomar zeigt Wert deutscher Forschungsschiffe f\u00fcr Ozeane"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">\n                    Im Jahr 2017 waren gerade einmal 6 Prozent kartiert. Inzwischen liegt die Quote bei 28 Prozent. Wie der ganze Rest des weltweiten Meeresgrunds mit Bergen, T\u00e4lern, Schluchten und Ebenen strukturiert ist, ist nach wie vor unbekannt. Nur mit Gl\u00fcck werde bis um das Jahr 2030 herum die H\u00e4lfte mit Daten abbildbar sein, sch\u00e4tzt Lars R\u00fcpke, Professor am Kieler Geomar Helmholtz Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Auch interessant: <a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/geomar-kiel-so-gross-ist-der-radius-der-expeditionen-2026-50043400\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Forschung Ahoi: Mit diesen Expeditionen zieht das Geomar 2026 in oft exotische Gew\u00e4sser<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    77 Tiefsee-Berge haben vier Expeditionen mit R\u00fcpkes Beteiligung seit 2024 lokalisiert, darunter auf Routen zum Beispiel von Tahiti nach Chile. In diesem Jahr sollen zu demselben Thema weitere Fahrten folgen. Satellitenaufnahmen liefern erste Hinweise, wo Berge liegen. Aber erst Instrumente, die Forschungsschiffe vor Ort ins Wasser lassen, kl\u00e4ren, wie es um die Gestalt dieser Berge bestellt ist. Davon wiederum h\u00e4ngen die Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse ab \u2013 mit gro\u00dfem Einfluss auf unz\u00e4hlige biologische Prozesse.\n            <\/p>\n<p>            Kongress im Abstand von zwei Jahren<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Das Geomar hat R\u00fcpke an diesem Mittwoch f\u00fcr den Er\u00f6ffnungsvortrag eines Mega-Kongresses ins Rennen geschickt: Darauf geben alle deutschen Meeresforschungseinrichtungen alle zwei Jahre einen \u00dcberblick \u00fcber ihre neuesten Studien. Die sogenannte \u201eStatuskonferenz\u201c b\u00fcndelt die Ergebnisse aller Expeditionen, zu denen die insgesamt sieben vom Bund finanzierten deutschen Forschungsschiffe im Einsatz sind.\n            <\/p>\n<p>            Auswertung von 130 Fahrten<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Diesmal ist das Geomar Gastgeber. Bei 100 Vortr\u00e4gen heute und morgen werden 130 Fahrten ausgewertet. 260 Teilnehmer sind dabei.\n            <\/p>\n<p>\n                \u201eWir wissen immer noch erstaunlich wenig \u00fcber die Ozeane.\u201c\n            <\/p>\n<p>Prof. Katja Matthes<\/p>\n<p>Geomar-Direktorin<\/p>\n<p class=\"\">\n                    \u201eWir wissen immer noch erstaunlich wenig \u00fcber die Ozeane\u201c, betont Geomar-Direktorin Prof. Katja Matthes. \u201eWeniger als \u00fcber den Weltraum \u2013 und das, obwohl Wasser gut 70 Prozent der Erdoberfl\u00e4che ausmacht.\u201c \u201eGenau das, was wir brauchen\u201c, sei deshalb eine \u201eInitiative f\u00fcr eine globale Ozean-Beobachtung und globalen Ozean-Schutz\u201c, die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen an diesem Montag angeschoben hat.\n            <\/p>\n<p>\n                                Geomar-Direktorin Prof. Katja Matthes er\u00f6ffnet die Statuskonferenz Forschungsschiffe.<br \/>\n                            Foto: Sarah Uphoff \/ Geomar<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2026-03-04-statuskonferenz-katjamatthes-c-sarahuphoff-2.jpg\" title=\"Geomar-Direktorin Prof. Katja Matthes er\u00f6ffnet die Statuskonferenz Forschungsschiffe.\" alt=\"Geomar-Direktorin Prof. Katja Matthes er\u00f6ffnet die Statuskonferenz Forschungsschiffe.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"238\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>            Schiffe als multidisziplin\u00e4re Labore<\/p>\n<p class=\"\">\n                    \u201eMultidisziplin\u00e4re Labore\u201c seien die sieben deutschen Forschungsschiffe, betont Matthes. F\u00fcr sie geht es um einen Dreiklang aus \u201eBeobachten, Besch\u00fctzen und nachhaltiger Nutzung\u201c. Meeresforschung sei auch ein Motor f\u00fcr innovative Technik, unter anderem in der Robotik.\n            <\/p>\n<p>            Start des ersten Forschungsschiffs vor 100 Jahren<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Der Kongress f\u00e4llt ins 100. Jubil\u00e4umsjahr deutscher Expeditionen. 1926 stach mit der \u201eMeteor I\u201c das erste deutsche Forschungsschiff in See. Damals ging es in den tropischen Atlantik. Im Foyer des Geomar k\u00f6nnen die Besucher ein Modell des Nachnachnachfolgers besichtigen: Die \u201eMeteor IV\u201c soll noch in diesem Jahr fertig gebaut und in Dienst gestellt werden. Kiel wird Heimathafen.\n            <\/p>\n<p>\n                                Bald in echt neues Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte: Die \u201eMeteor IV\u201c als Modell im Foyer des Kieler Geomar<br \/>\n                            Foto: fju<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/meteor.jpg\" title=\"Bald in echt neues Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte: Die \u201eMeteor IV\u201c als Modell im Foyer des Kieler Geomar\" alt=\"Bald in echt neues Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte: Die \u201eMeteor IV\u201c als Modell im Foyer des Kieler Geomar\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"281\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Bedingung daf\u00fcr ist, dass das Land Schleswig-Holstein zehn Prozent der Betriebskosten finanziert. Der Neubau sichere die Stellung der deutschen Forschungsflotte als einer der leistungsf\u00e4higsten in der Welt, sagt Wissenschafts-Staatssekret\u00e4r Guido Wendt. Er bezeichnet die sieben Schiffe als \u201eSymbol f\u00fcr die weltweite Offenheit der Wissenschaft\u201c. Dies sei \u201eheutzutage wichtiger denn je\u201c. Es brauche umfassende Forschungsdaten, damit die Politik wirksame Schutzma\u00dfnahmen beschlie\u00dfen k\u00f6nne, betont Wendt. Mehr Meeresforschung sei unerl\u00e4sslich, um etwa dem Klimawandel zu begegnen.\n            <\/p>\n<p>            Leckagen an Bohrl\u00f6chern unter der Nordsee<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Der Vortrag von Matthias Haeckel, Biogeochemiker am Geomar, am Mittwoch ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass die deutsche Meeresforschung nicht nur die Welt im Blick hat, sondern auch Gew\u00e4sser vor der T\u00fcr: Bei Fahrten mit der \u201eAlkor\u201c auf der Nordsee hat er festgestellt, dass von den Bohrl\u00f6chern einstiger Gas- und \u00d6lfelder 30 bis 50 Prozent Leckagen aufweisen. Aus ihnen tritt das klimasch\u00e4dliche Methan aus.\n            <\/p>\n<p class=\"\">Weiterlesen: <a href=\"https:\/\/www.shz.de\/deutschland-welt\/schleswig-holstein\/artikel\/eu-fangquoten-in-nord-und-ostsee-zu-hoch-geomar-fordert-reform-49150851\" class=\"link underline-blue\" title=\"\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Fangquoten f\u00fcr Fisch: Geomar sieht System-Versagen und macht Reformvorschlag<\/a><\/p>\n<p class=\"\">\n                    Zwar in nicht allzu kritischen Mengen, wie der Wissenschaftler es einordnet. Aber wenn man mit der CCS-Technologie industriell abgeschiedenes CO2 unter der Nordsee verpressen wolle \u2013 dann gelte es doch, um diese Methan-Leckagen herumzuplanen, sagt er.\n            <\/p>\n<p>\n                                Manganknollenfelder wie hier im Pazifik sind Kandidaten f\u00fcr Tiefseebergbau.<br \/>\n                            Foto: Geomar<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/2015-04-14-18-20-14-sonne-so239-157rov11-logo.jpg\" title=\"Manganknollenfelder wie hier im Pazifik sind Kandidaten f\u00fcr Tiefseebergbau.\" alt=\"Manganknollenfelder wie hier im Pazifik sind Kandidaten f\u00fcr Tiefseebergbau.\" class=\"lightbox__single-image__content__image-wrapper__img\" loading=\"lazy\" width=\"375\" height=\"210\"\/>Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize<\/p>\n<p>SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lightbox--enabled__container__image-wrapper__img\" src=\"\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>            Risiken von Tiefseebergbau unter der Langzeit-Lupe<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Mit \u00f6kologischen Risiken von Tiefseebergbau ist Haeckel ebenfalls im Kongress-Programm vertreten. Am Donnerstag l\u00e4sst er zwei Expeditionen Revue passieren, bei denen er industrielle Tests einer belgischen Firma zum Abbau von Manganknollen im Pazifik beobachtet hat. Die Knollen ziehen Begehrlichkeiten auf sich, weil sie etwa Nickel, Kupfer, Kobalt und seltene Erden enthalten.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    \u201eDass die Sch\u00e4den eines Tiefseebergbaus gro\u00df und langanhaltend sind, wissen wir bereits\u201c, sagt Haeckel. Mit den Knollen fehlten anderen Organismen die Lebensgrundlage; unter anderem st\u00fcrben Schw\u00e4mme ab und Seeanemonen verarmten. \u201eLetztlich ist es eine gesellschaftliche Frage, was uns Tiefseebergbau wert ist\u201c, gibt der Forscher zu bedenken.\n            <\/p>\n<p>            F\u00fcnf Jahre nach dem ersten Test<\/p>\n<p class=\"\">\n                    Im Herbst will er f\u00fcnf Jahre nach dem Test genauer erkunden, wie weit sich Sch\u00e4den weiter entwickelt haben oder auch nicht: Dann steht mit der \u201eSonne\u201c die dritte Expedition dorthin an. 39 Personen lassen sich dabei an Bord unterbringen \u2013 \u201eund man k\u00f6nnte gut die doppelte Zahl mitnehmen\u201c, sagt Haeckel angesichts der vielen offenen Fragen.\n            <\/p>\n<p class=\"\">\n                    Es geht immer weiter mit der Erforschung dieses gr\u00f6\u00dften Anteils der Erdoberfl\u00e4che \u2013 auch wenn nach dem Kongress zumindest Fragen zu \u00fcber 100 Themen beantwortet sind.\n            <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Jahr 2017 waren gerade einmal 6 Prozent kartiert. 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