{"id":844056,"date":"2026-03-05T03:20:14","date_gmt":"2026-03-05T03:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/844056\/"},"modified":"2026-03-05T03:20:14","modified_gmt":"2026-03-05T03:20:14","slug":"allzeitrekord-bei-anzeigen-wegen-politikerbeleidigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/844056\/","title":{"rendered":"Allzeitrekord bei Anzeigen wegen Politikerbeleidigungen"},"content":{"rendered":"<p><img post-id=\"101530\" fifu-featured=\"1\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/dts_image_78725_jbipcjerpm_348_800_600.jpg\" alt=\"Allzeitrekord bei Anzeigen wegen Politikerbeleidigungen\" title=\"Allzeitrekord bei Anzeigen wegen Politikerbeleidigungen\" width=\"100%\" align=\"LEFT\"\/><br \/>Foto: Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur<\/p>\n<p>Berlin (dts Nachrichtenagentur) \u2013 Die Zahl der Anzeigen wegen Politikerbeleidigungen ist erneut stark gestiegen und erreicht einen neuen Allzeitrekord.<\/p>\n<p>Spitzenpolitiker mehrerer Parteien fordern deshalb eine grundlegende Reform. Bei der Zentralen Meldestelle f\u00fcr strafbare Inhalte im Internet (ZMI) gingen im Jahr 2025 6.246 Meldungen nach Paragraf 188 des Strafgesetzbuches ein, der Schm\u00e4hungen gegen Politiker betrifft. Das teilte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes dem \u201eStern\u201c mit.<\/p>\n<p>Das ist ein Anstieg von 30 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. 2024 ermittelte die Polizei noch in rund 4.439 F\u00e4llen wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen Paragraf 188 des Strafgesetzbuches. 2023 waren es mit 2.598 Verst\u00f6\u00dfen noch einmal erheblich weniger, 2022 lag die Zahl nur bei 1.404 gemeldeten Verst\u00f6\u00dfen.<\/p>\n<p>Nachdem ein Rentner k\u00fcrzlich Post von der Polizei bekam, weil er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) \u201ePinocchio\u201c genannt hatte, versch\u00e4rft sich die Debatte um eine Reform des Paragrafen 188. So sagte Boris Rhein (CDU), Ministerpr\u00e4sident von Hessen, dem \u201eStern\u201c: \u201eMenschen, die sich f\u00fcr ein politisches Amt entscheiden, stehen st\u00e4rker im \u00f6ffentlichen Fokus als andere.\u201c Deshalb m\u00fcssten Berufspolitiker \u201ezugespitzte, manchmal polemische \u00c4u\u00dferungen und auch Beleidigungen bis zu einem bestimmten Grad hinnehmen\u201c. Auch das geh\u00f6re zu einer lebendigen Demokratie. \u201eDie Grenze des Ertr\u00e4glichen ist dort erreicht, wo aus Worten Bedrohungen werden.\u201c Besonders schlimm sei das Einsch\u00fcchtern ehrenamtlicher Kommunalpolitiker, sagte Rhein.<\/p>\n<p>\u201eWenn die Menschen nicht mehr wissen, ob ihre Aussage als Kritik durchgeht oder schon eine Beleidigung darstellt, l\u00e4uft das auf eine Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit hinaus\u201c, warnt auch Linken-Chef Jan van Aken. Politiker mit hohen Posten h\u00e4tten viele Vorteile im Leben \u2013 der \u201eSonderschutz vor Beleidigungen\u201c sei einer mehr, so van Aken.<\/p>\n<p> Die Strafrechtsprofessorin und s\u00e4chsische Verfassungsrichterin Elisa Hoven fordert eine Einschr\u00e4nkung des Paragrafen auf Kommunalpolitiker. F\u00fcr Abgeordnete oder den Bundeskanzler sollen nur in schwersten F\u00e4llen Sonderregeln gelten, etwa bei Rassismus. \u201eDar\u00fcber hinaus sind sie wie jeder andere B\u00fcrger vor Beleidigungen gesch\u00fctzt\u201c, sagte Hoven. Sie warnt: \u201eEs droht Selbstzensur aus Sorge vor \u00fcberzogener Strafverfolgung.\u201c<\/p>\n<p>Erst im Januar hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn eine Reform des Paragrafen gefordert. Dem schlie\u00dft sich nun ein CDU-Abgeordneter an: \u201eDie Gesetze waren gut gemeint, aber haben leider das Gegenteil bewirkt\u201c, sagte Christoph Plo\u00df. Die jetzige Regelung leiste radikalen Kr\u00e4ften Vorschub. Auch er sei f\u00fcr eine grundlegende Reform.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Foto: Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur Berlin (dts Nachrichtenagentur) \u2013 Die Zahl der Anzeigen wegen Politikerbeleidigungen ist erneut&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":844057,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,147,296,1937,29,30,1940,1938,16,55],"class_list":{"0":"post-844056","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-ausland","11":"tag-berlin","12":"tag-berlin-news","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-nachrichten-aus-berlin","16":"tag-news-aus-berlin","17":"tag-politik","18":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116174417065997093","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/844056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=844056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/844056\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/844057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=844056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=844056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=844056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}