{"id":84494,"date":"2025-05-04T19:43:15","date_gmt":"2025-05-04T19:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/84494\/"},"modified":"2025-05-04T19:43:15","modified_gmt":"2025-05-04T19:43:15","slug":"brandenburg-berlin-kz-sachsenhausen-und-ravensbrueck-gedenken-an-befreiung-der-konzentrationslager-vor-80-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/84494\/","title":{"rendered":"Brandenburg Berlin: KZ Sachsenhausen und Ravensbr\u00fcck: Gedenken an Befreiung der Konzentrationslager vor 80 Jahren"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 04.05.2025 20:27 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Im Fr\u00fchjahr 1945 fanden die Befreier der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbr\u00fcck das Grauen vor. Die Erinnerung birgt wichtige Lehren f\u00fcr heute. Daher wurden an beiden Orten am Sonntag zentrale Gedenken veranstaltet.<\/strong>\n    <\/p>\n<ul class=\"bulletpoint-list \">\n<li>Pr\u00e4sidentin Ravensbr\u00fcck-Komitee, deren Mutter KZ \u00fcberlebte: Verpflichtung, sich f\u00fcr gerechtere Welt einzusetzen<\/li>\n<li>Kulturstaatsministerin Roth: Erinnerungskultur m\u00fcsse sich den Geschichtsvergessenen entgegenstellen<\/li>\n<li>Noch wenige Zeitzeugen beim Gedenken mit dabei<\/li>\n<li>Vertreter Russlands waren nicht eingeladen<\/li>\n<li>Zentrales Gedenken in Sachsenhausen: Woidke warnt vor Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit zentralen Veranstaltungen in den ehemaligen Konzentrationslagern von Sachsenhausen und Ravensbr\u00fcck wurde am Sonntag in Brandenburg an den 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus erinnert.<br \/>\u00a0<br \/>Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkst\u00e4tten, Axel Drecoll, w\u00fcrdigte im rbb Ferhsehen die Anwesenheit der wenigen noch lebenden betagten Zeitzeugen. Diese Menschen machten sich gro\u00dfe Sorgen, dass in Deutschland, in Europa und dar\u00fcber hinaus wieder Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und andere Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit um sich greifen, so Drecoll. Deswegen wollten sie unbedingt ihre Geschichten erz\u00e4hlen.<br \/>\u00a0<br \/>Dass es irgendwann keine Holocaust-\u00dcberlebenden mehr geben wird, bezeichnete er als gro\u00dfen Verlust. Das stelle auch die Arbeit der Gedenkst\u00e4tten vor Herausforderungen. Die Zeitzeugen seien wichtige Bezugspunkte ihrer Arbeit. Es gebe aber auch eine gesamtgesellschaftliche Dimension, denn diese Menschen h\u00e4tten eine moralische Autorit\u00e4t. &#8222;Es wird ihnen zugeh\u00f6rt und sie haben ja auch sehr viel zu sagen. Das wird uns fehlen.&#8220;<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rbb-audio-radioeins-interview-mit-axel-drecoll-die-fragen-stellen-amelie-ernst-und-marie-kaiser-100..jpeg\" alt=\"Archivbild:Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstaetten, aufgenommen im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum 76. Jahrestag der Befreiung in der Gedenkstaette und Museum Sachsenhausen in Oranienburg am 18.04.2021.(Quelle:picture alliance\/Photothek\/F.Zahn) \" title=\"Video: rbb24 Abendschau | 04.05.2025 | M. Schmitz, M. Reher, V. Wieprecht | picture alliance\/Photothek\/F.Zahn\"\/><\/p>\n<p>&#8222;Die Stimmen der Zeitzeugen werden uns fehlen&#8220;<\/p>\n<p>            Am 22. April 1945 wurde das Konzentrationslager Sachsenhausen befreit. 80 Jahre sp\u00e4ter gibt es nur noch wenige \u00dcberlebende. Es ist Zeit, neue Formen der Erinnerung an die Gr\u00e4uel der NS-Zeit zu finden, sagt Axel Drecoll, Leiter der Gedenkst\u00e4tte.<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/04\/brandenburg-sachsenhausen-kz-gedenkstaette-interview-drecoll-80-jahre-kriegsende.html\" title=\"mehr\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">mehr<\/a><\/p>\n<p>    Gedenkst\u00e4tte Ravensbr\u00fcck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnter den G\u00e4sten waren auch neun ehemalige H\u00e4ftlinge aus Ungarn, Israel, Polen und Deutschland.<br \/>\u00a0<br \/>Vertreter Russlands wurden nicht eingeladen, seit das Land 2022 die Ukraine \u00fcberfallen hat. Auch AfD-Politiker waren nicht erw\u00fcnscht. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkst\u00e4tten begr\u00fcndete das damit, dass die Partei versuche, die NS-Geschichte umzudeuten und Werte wie Solidarit\u00e4t und Respekt nicht teile.<\/p>\n<p>    Claudia Roth: &#8222;Erinnerungskultur m\u00fcsse sich den Geschichtsvergessenen entgegenstellen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Pr\u00e4sidentin des Internationalen Ravensbr\u00fcck-Komitees, Ambra Laurenzi, deren Mutter das KZ Ravensbr\u00fcck \u00fcberlebt hatte, sagte in ihrer Rede, Geschichte d\u00fcrfe nicht vergessen werden. Es sei eine Verpflichtung, sich &#8222;im Andenken an unsere M\u00fctter&#8220; f\u00fcr eine bessere Kommunikation zwischen den Staaten und f\u00fcr eine gerechtere Welt einzusetzen.<\/p>\n<p>Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagte bei der Gedenkveranstaltung, die Erinnerungskultur m\u00fcsse sich den Geschichtsvergessenen entgegenstellen. &#8222;Wir brauchen diese Erinnerung als aktives Erinnern f\u00fcr die Zukunft unserer Demokratie und f\u00fcr eine Gesellschaft, zu der Vielfalt geh\u00f6rt.&#8220;<br \/>\u00a0<br \/>Sie verwies auf Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik: Die W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar. Roth w\u00fcrdigte auch die Arbeit der Gedenkst\u00e4tte Ravensbr\u00fcck. Sie sei wichtig f\u00fcr die Demokratie in Deutschland, die wieder von Rechtsextremen angegriffen werde. &#8222;Wir m\u00fcssen die Demokratie verteidigen, besch\u00fctzen und st\u00e4rken&#8220;, so Roth.<\/p>\n<p>In Ravensbr\u00fcck lie\u00df die sogenannte Schutzstaffel der Nazis 1939 das gr\u00f6\u00dfte deutsche Frauen-Konzentrationslager errichten, in das sp\u00e4ter auch M\u00e4nner kamen. Zwischen 1939 und 1945 waren laut Gedenkst\u00e4tte mehr als 120.000 Frauen, 20.000 M\u00e4nner und etwa 1.000 weibliche Jugendliche dort inhaftiert. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheit oder durch medizinische Experimente. Ende April 1945 trieb die SS Zehntausende H\u00e4ftlinge auf Todesm\u00e4rsche. 3.000 zur\u00fcckgelassene Kranke wurden am 30. April 1945 von der Roten Armee befreit.<\/p>\n<p>    Gedenkst\u00e4tte Sachsenhausen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Brandenburger Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke (SPD) hat zum 80. Jahrestag der Befreiung der H\u00e4ftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen vor einer Verharmlosung der Verbrechen der Nationalsozialisten gewarnt. Manche Geschichtsleugner wollten vom Holocaust nichts mehr wissen, erkl\u00e4rte Woidke am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung in Oranienburg in der Gedenkst\u00e4tte Sachsenhausen. Aber &#8222;weder Erinnerung noch historische Verantwortung kennen einen Schlussstrich&#8220;.<br \/>\u00a0<br \/>Woidke betonte, es gebe immer weniger Zeitzeugen, die von den grausamen Bedingungen der Inhaftierung und T\u00f6tung tausender Menschen hinter den Mauern der Lager berichten k\u00f6nnten. &#8222;Deshalb ist es an uns, ihre wahrhaften Geschichten und die historischen Orte der NS-Verbrechen wachzuhalten&#8220;, betonte der brandenburgische Ministerpr\u00e4sident vor mehr als 700 G\u00e4sten, darunter vier \u00dcberlebende des KZ Sachsenhausen aus Polen, Israel und der Ukraine.<br \/>\u00a0<br \/>Begonnen hatten die Veranstaltungen am Sonntag mit einem interreligi\u00f6sen Gottesdienst, gefolgt von einem Zeitzeugengespr\u00e4ch und Angeboten f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen der NS-Verfolgten. Unter den G\u00e4sten waren Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Gr\u00fcne), Berlins Regierender B\u00fcrgermeister, Kai Wegner (CDU) sowie Abgeordnete und Botschaftsangeh\u00f6rige zahlreicher Staaten.<br \/>\u00a0<br \/>Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das KZ Sachsenhausen, das vorher von den Nationalsozialisten ger\u00e4umt worden war. Sie fanden im Lager nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkst\u00e4tten noch rund 3.000 kranke H\u00e4ftlinge. Mehr als 30.000 H\u00e4ftlinge waren auf einem Todesmarsch in der Gewalt der SS. In Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, mindestens 55.000 starben laut Stiftung an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Mordopfer der SS.<\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rbb-97644784-100.jpg\" alt=\"Gedenkst\u00e4tte Ravensbrueck (Quelle: dpa)\" title=\"97644784 | dpa\"\/><\/p>\n<p>&#8222;Es ist schon ein Balanceakt, dass man respektvoll bleibt bei dem Thema&#8220;<\/p>\n<p>            Von Susanne Siegert kann man vieles \u00fcber Nazi-Verbrechen erfahren. Sie informiert vor allem junge Menschen auf Tiktok \u00fcber den Holocaust. Das funktioniere gut, sagt sie &#8211; allerdings habe das Gedenken im digitalen Raum auch seine Grenzen.<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/04\/interview-tiktok-holocaust-nationalsozialismus-susanne-siegert.html\" title=\"mehr\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">mehr<\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBereits in den <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2025\/04\/berlin-brandenburg-gedenken-80-jahre-befreiung-konzentrationslager.html\" title=\"vergangenen Tagen fanden Gedenkfeiern\" class=\"textlink--extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">vergangenen Tagen fanden Gedenkfeiern<\/a> in der Gedenkst\u00e4tte Zuchthaus Brandenburg-G\u00f6rden, in der Todesmarsch-Gedenkst\u00e4tte im Belower Wald bei Wittstock und am Ort eines ehemaligen KZ-Au\u00dfenlagers am Bahnhof von Gr\u00fcneberg statt. Am 5. Mai ist im ehemaligen KZ-Au\u00dfenlager Klinkerwerk in Oranienburg ein weiteres Gedenken geplant.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAm Sonntag um 18:00 Uhr berichtet das rbb Fernsehen von den Gedenkveranstaltungen in Ravensbr\u00fcck und Sachenhausen. \u00dcberlebende erz\u00e4hlen ihre Erlebnisse, von Folter und dem Kampf ums Leben im Lager. Gespr\u00e4chsgast ist unter anderem Gedenkst\u00e4ttenleiter Axel Drecoll.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 03.05.2025, 19:30 Uhr<\/p>\n<p>                                        <a class=\"backlink__link\" href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2025\/05\/brandenburg-gedenken-befreiung-kz-sachsenhausen-ravensbrueck-zentrale-gedenkveranstaltung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Rundfunk Berlin-Brandenburg\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1745108282_195_lra-rbb-logo-100.svg.svg+xml\" height=\"40\" width=\"40\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.05.2025 20:27 Uhr Im Fr\u00fchjahr 1945 fanden die Befreier der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbr\u00fcck das Grauen vor.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":84495,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1816],"tags":[1960,1958,1959,1957,296,1956,1890,29,30,2239],"class_list":{"0":"post-84494","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-brandenburg","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin-und-brandenburg","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-brandenburg","10":"tag-aktuelle-news-aus-berlin-und-brandenburg","11":"tag-aktuelle-news-aus-brandenburg","12":"tag-berlin","13":"tag-berlin-und-brandenburg","14":"tag-brandenburg","15":"tag-deutschland","16":"tag-germany","17":"tag-rbb"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114451278049068364","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84494"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84494\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/84495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}