{"id":845267,"date":"2026-03-05T14:33:18","date_gmt":"2026-03-05T14:33:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845267\/"},"modified":"2026-03-05T14:33:18","modified_gmt":"2026-03-05T14:33:18","slug":"brechtfestival-augsburg-die-hamletmaschine-am-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845267\/","title":{"rendered":"Brechtfestival Augsburg: \u201eDie Hamletmaschine\u201c am Staatstheater"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_kultur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 05.03.2026, 13:17 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/autor\/michael-schleicher-6t3q70qd4.html\" title=\"Zur Autorenseite von Michael Schleicher\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" schleicher=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Michael Schleicher<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/41721777-szene-aus-hamletmaschine-am-staatstheater-augsburg-3z7a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Szene aus &#x201E;Hamletmaschine&#x201C; am Staatstheater Augsburg\"\/>Wo ist der Platz des intellektuellen Zauderers? Szene aus der \u201eHamletmaschine\u201c mit Ute Fiedler. \u00a9\u00a0Jan-Pieter Fuhr<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Lilli-Hannah Hoepner inszenierte Heiner M\u00fcllers \u201eHamletmaschine\u201c am Staatstheater Augsburg im Rahmen des diesj\u00e4hrigen Brechtfestivals. Unsere Kritik.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Daf\u00fcr stehen die S\u00e4tze wie wuchtige Skulpturen im Raum. Lilli-Hannah Hoepner inszenierte Heiner M\u00fcllers \u201eHamletmaschine\u201c aus dem Jahr 1977 f\u00fcrs Staatstheater Augsburg; die Produktion ist im Rahmen des Brechtfestivals entstanden und kam auf der Brechtb\u00fchne im Gaswerk heraus. \u201eMan muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen\u201c, war M\u00fcller (1929-1995) \u00fcberzeugt. Er hat genau das in seinem Werk getan: die Geschichte befragt, die Mythen, die gro\u00dfen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Wie gegenw\u00e4rtig seine Texte sind, wie viel sie erz\u00e4hlen \u2013 auch \u00fcber unsere Gegenwart: Das macht dieser intensive, einst\u00fcndige Augsburger Abend deutlich. Endlich spielt mal wieder jemand M\u00fcller!<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Hoepner nimmt das Postulat des Dramatikers sehr sinnlich ernst \u2013 und setzt die B\u00fchne unter dichten Nebel. Da zu Beginn wirklich nichts zu erkennen ist, liegt die Konzentration auf der Sprache. Gerade mal neun Reclam-Seiten umfasst die \u201eHamletmaschine\u201c: Der Autor hat alles radikal reduziert, um sein Drama maximal zu fokussieren. Vor dem Hintergrund von Shakespeares \u201eHamlet\u201c denkt er \u00fcber vieles nach: den Aufstand der Ungarn gegen die kommunistischen Machthaber 1956, die eigene Rolle als Intellektueller in der DDR, \u00fcber den \u201eEkel\u201c vor sich selbst im Angesicht der eigenen Privilegien. Selbst Privatestes, etwa den Suizid seiner ersten Frau Inge im Jahr 1966, verarbeitete M\u00fcller in seinem Drama. Zugleich erz\u00e4hlt er eine enorme Emanzipationsgeschichte, die er an Ophelia festmacht. Diese wehrt sich gegen m\u00e4nnliche Zuschreibung und Zugriff, ruft stattdessen das \u201eEuropa der Frau\u201c aus. Aus der Figur, die bei Shakespeare unter den Erwartungen des Hofstaats und aufgrund von Hamlets Zur\u00fcckweisung keinen anderen Ausweg sieht, als sich zu ertr\u00e4nken, wird bei ihm Elektra, die R\u00e4cherin.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es ist also ein dicht gewebter, assoziationsreicher Text, dem die Regisseurin mit Respekt begegnet. Dabei verl\u00e4sst sie sich zu Recht auf die beiden Schauspielerinnen Ute Fiedler und Jenny Langner sowie deren Kollegen Julius Kuhn und Kai Windh\u00f6vel. M\u00fcller-S\u00e4tze laden aufgrund ihrer konzentrierten Kargheit ja zu Pathos ein. Sie so zu sprechen, w\u00e4re indes ein Fehler \u2013 das Ensemble ist sich dessen bewusst und tappt in keinem Moment in die Falle. Ob solo oder im Chor: Der Text wird vorz\u00fcglich gestaltet. Nur dadurch kann sich dieses traumt\u00e4nzerische Spiel entwickeln, das Figuren und Momente dem Nebel der Geschichte entrei\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Kultur Stand: 05.03.2026, 13:17 Uhr Von: Michael Schleicher DruckenTeilen Wo ist der Platz des intellektuellen Zauderers? 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