{"id":845359,"date":"2026-03-05T15:22:15","date_gmt":"2026-03-05T15:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845359\/"},"modified":"2026-03-05T15:22:15","modified_gmt":"2026-03-05T15:22:15","slug":"bundesweiter-schulstreik-hunderte-demonstrieren-in-muenchen-gegen-moegliche-wehrpflicht-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845359\/","title":{"rendered":"Bundesweiter Schulstreik: Hunderte demonstrieren in M\u00fcnchen gegen m\u00f6gliche Wehrpflicht &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eJunge Menschen sind keine Ressourcen\u201c, \u201eMake love not war\u201c und \u201eKein Werben f\u00fcrs Sterben\u201c steht auf den Plakaten der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die Donnerstagvormittag auf dem M\u00fcnchner Orleansplatz gegen eine m\u00f6gliche Wehrpflicht demonstrieren. In einer Ecke liegen Pappen und Farben, hier werden noch die letzten Plakate gemalt. Auch Gewerkschaften und Jugendorganisationen sind gekommen und informieren \u00fcber ihre Arbeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zum offiziellen Demobeginn um 11 Uhr w\u00e4chst die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer laut Polizei auf 600, sp\u00e4ter werden \u201ein der Spitze\u201c 900 gez\u00e4hlt. Dazu aufgerufen hatte die Initiative \u201eSchulstreik gegen Wehrpflicht\u201c, nach deren Angaben beteiligten sich bundesweit in 150 St\u00e4dten mehr als 50 000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Hintergrund der Demonstrationen ist ein neues Gesetz zur Wehrpflicht, das am 1. Januar in Kraft getreten ist. Dieses sieht vor, dass alle, die 2008 oder sp\u00e4ter geboren wurden, einen Fragebogen zugeschickt bekommen, um die \u201eMotivation und Eignung f\u00fcr den Dienst in den Streitkr\u00e4ften\u201c zu ermitteln. M\u00e4nner m\u00fcssen den Fragebogen zur\u00fcckschicken, Frauen sind nicht dazu verpflichtet. Finden sich auf diesem Weg nicht genug Freiwillige f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bundeswehr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundeswehr<\/a>, k\u00f6nnte es zu einer sogenannten Bedarfswehrpflicht kommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/fcdcd07d-feea-41d3-b9e2-10a94cb8e695.jpg\"   alt=\"Die Polizei f\u00fchrt einen Teilnehmer ab.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die Polizei f\u00fchrt einen Teilnehmer ab. Florian Peljak<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eIch bin heute hier, weil ich finde, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden sollte\u201c, sagt Magnus, 18, am Rande der Demo in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>. Er ist 2007 geboren, das neue Gesetz betrifft ihn also nicht. \u201eIch will mich aber mit allen solidarisch zeigen.\u201c Auch Julius, 19, wird das neue Gesetz nicht betreffen, doch auch er h\u00e4lt eine m\u00f6gliche Wehrpflicht f\u00fcr grunds\u00e4tzlich falsch. \u201eIch halte sie f\u00fcr eine Einschr\u00e4nkung meiner Grundrechte.\u201c Es sei nicht legitim, zu etwas gezwungen zu werden. Und: \u201eIch finde es falsch, gegen Menschen, die selbst in autorit\u00e4ren Regimen leben und von diesen dazu gezwungen wurden, in den Krieg zu ziehen. Die werden wahrscheinlich auch keine Lust darauf haben, dass wir uns gegenseitig abknallen.\u201c Vincent ist 17, ist also einer derjenigen, bei denen das neue Gesetz greift. F\u00fcr ihn ist klar, dass er nicht zur Waffe greifen m\u00f6chte. Im Fragebogen wird er angeben, dass er \u201eabsolut keine Lust darauf hat\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eWir sind nicht die Generation Kanonenfutter\u201c, ruft einer der Sprecher bei der Kundgebung von einem Planwagen herab. \u201eNie, nie, nie wieder Wehrpflicht!\u201c skandieren die Demonstrierenden, und: \u201eEure Kriege ohne uns!\u201c Ein anderer Sprecher sagt: \u201eWir lassen nicht zu, dass \u00fcber unser Leben entschieden wird. Corona war mit enormen Einschr\u00e4nkungen verbunden, jetzt steht der n\u00e4chste Zwang vor der T\u00fcr. Wir werden uns nicht vorschreiben lassen, wann wir f\u00fcr Kriege zur Verf\u00fcgung stehen sollen.\u201c Applaus von den Demonstrantinnen und Demonstranten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind an diesem Donnerstag w\u00e4hrend des Unterrichts zu der Demonstration zusammengekommen. Das bayerische Kultusministerium weist auf Anfrage darauf hin, dass die Schulpflicht gelte. Politische Kundgebungen seien w\u00e4hrend der Schulzeit unabh\u00e4ngig vom verfolgten politischen Ziel nicht erlaubt. Eine Befreiung vom Unterricht sei daf\u00fcr nicht m\u00f6glich. Das gelte entsprechend auch f\u00fcr den Streik gegen die Wehrpflicht. K\u00e4me ein Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin der Schulpflicht nicht nach, w\u00fcrden Schulleitungen nach p\u00e4dagogischem Ermessen geeignete Ma\u00dfnahmen ergreifen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zu diesen Ma\u00dfnahmen geh\u00f6rt auch, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, f\u00fcr die noch die Vollzeitschulpflicht gilt, in ihre Bildungseinrichtungen zur\u00fcckgebracht werden. Noch vor Demobeginn und im Polizeiwagen. Entsprechende Schilderungen, die am Donnerstag in den sozialen Netzwerken kursieren, werden am Nachmittag von der Polizei best\u00e4tigt. Wie viele <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Jugendliche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jugendliche<\/a> davon betroffen sind, bleibt zun\u00e4chst offen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Gegen zwei Teilnehmer der Demonstration wird wegen des Anfangsverdachts ermittelt, sie h\u00e4tten den Bundeskanzler beleidigt. Auf einem handgeschriebenen Plakat haben sie in blutroten Lettern den Slogan \u201eMerz, stirb selber an der Front\u201c pr\u00e4sentiert. Die beiden jungen Leute werden festgenommen. Als es dabei handgreiflich zugeht, soll ein daneben stehender \u00e4lterer Mann zu Boden gegangen sein, berichtet ein Augenzeuge. Die Polizei kann diesen Vorfall auf Nachfrage nicht best\u00e4tigen. Sie berichtet aber von einer weiteren Anzeige wegen verbotener Pyrotechnik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eJunge Menschen sind keine Ressourcen\u201c, \u201eMake love not war\u201c und \u201eKein Werben f\u00fcrs Sterben\u201c steht auf den Plakaten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":845360,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[17112,772,685,29,30,3192,1722,3311,1268,3661,3093,149,686,9414,690],"class_list":{"0":"post-845359","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-au-haidhausen","9":"tag-bayern","10":"tag-bundeswehr","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-haidhausen","14":"tag-jugendliche","15":"tag-leben-und-gesellschaft-in-muenchen","16":"tag-muenchen","17":"tag-politik-muenchen","18":"tag-polizei-und-feuerwehr-in-muenchen","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-verteidigungspolitik","21":"tag-wehrdienst","22":"tag-wehrpflicht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116177256332259761","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/845359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=845359"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/845359\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/845360"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=845359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=845359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=845359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}