{"id":845688,"date":"2026-03-05T18:33:15","date_gmt":"2026-03-05T18:33:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845688\/"},"modified":"2026-03-05T18:33:15","modified_gmt":"2026-03-05T18:33:15","slug":"protest-vor-landgericht-drecksstaat-auf-dem-schnellhefter-mitglieder-der-letzte-verteidigungswelle-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/845688\/","title":{"rendered":"Protest vor Landgericht: \u201eDrecksstaat\u201c auf dem Schnellhefter \u2013 Mitglieder der \u201eLetzte Verteidigungswelle\u201c vor Gericht"},"content":{"rendered":"<p>Acht teils minderj\u00e4hrige Mitglieder der \u201eLetzten Verteidigungswelle\u201c sollen Brandanschl\u00e4ge und \u00dcberf\u00e4lle ver\u00fcbt haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord und die Gr\u00fcndung einer Terrorzelle vor.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hat am Donnerstag in Hamburg der Prozess gegen acht mutma\u00dfliche Mitglieder und Unterst\u00fctzer der rechtsextremen Terrorzelle \u201eLetzte Verteidigungswelle\u201c begonnen. Die Angeklagten, von denen einige zum Zeitpunkt ihrer Festnahmen erst 14 oder 15 Jahre alt waren, m\u00fcssen sich unter anderem wegen versuchten Mordes, der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung verantworten. Verhandelt wird nach Jugendgerichtsgesetz, was einen teilweisen Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit m\u00f6glich machen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Prozessauftakt verz\u00f6gerte sich um rund 30 Minuten, weil die umfangreichen Sicherheitskontrollen am Eingang des Gerichtsgeb\u00e4udes viel Zeit in Anspruch nahmen. Vor dem Saal demonstrierten Antifa-Gruppen mit Transparenten gegen rechten Terror; auf einem Banner stand: \u201eDen rechten Terror stoppen. Das Problem hei\u00dft Rassismus.\u201c Die Angeklagten verdeckten beim Betreten des Saals ihre Gesichter. Auf dem Schnellhefter eines 19\u2011J\u00e4hrigen war  das Wort \u201eDrecksstaat\u201c zu lesen.<\/p>\n<p>Laut Anklage ver\u00fcbte und plante die Gruppierung 2024 und 2025 in wechselnder Besetzung politisch motivierte Anschl\u00e4ge auf Gefl\u00fcchtete und linke Einrichtungen. Dazu z\u00e4hlen ein n\u00e4chtlicher Brandanschlag im Oktober 2024 auf ein Kulturzentrum im brandenburgischen Altd\u00f6bern, in dem auch Menschen wohnten, sowie der Beschuss einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft im th\u00fcringischen Schm\u00f6lln mit Feuerwerksk\u00f6rpern im Januar 2025. Am Tatort seien nationalsozialistische Symbole hinterlassen worden. Die Bundesanwaltschaft f\u00fchrt au\u00dferdem gewaltt\u00e4tige \u00dcberf\u00e4lle auf M\u00e4nner an, die die Gruppe als \u201ep\u00e4dophil\u201c einstufte und unter falschen Vorw\u00e4nden zu Treffen gelockt haben soll. Die Opfer erlitten laut Beh\u00f6rde erhebliche Verletzungen.<\/p>\n<p>Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, die Zelle im April 2024 gegr\u00fcndet zu haben. Ziel sei es gewesen, \u201edurch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems\u201c herbeizuf\u00fchren. Intern habe man sich als \u201eletzte Instanz zur Verteidigung der \u201aDeutschen Nation\u2018\u201c verstanden. Sieben der Angeklagten gelten aus Sicht der Ermittler als Mitglieder, einer als Unterst\u00fctzer. Drei sollen als R\u00e4delsf\u00fchrer agiert haben. Die Anklage wurde in Hamburg erhoben, weil das Oberlandesgericht auch f\u00fcr Staatsschutzdelikte aus Mecklenburg\u2011Vorpommern zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Festnahmen in mehreren Bundesl\u00e4ndern<\/p>\n<p>Zerschlagen wurde die Gruppierung Ende Mai 2025 bei koordinierten Razzien in Mecklenburg\u2011Vorpommern, Brandenburg und Hessen. F\u00fcnf Beschuldigte wurden damals festgenommen, andere sa\u00dfen bereits in Untersuchungshaft. Vorherige Durchsuchungen hatte es auch in Sachsen und Th\u00fcringen gegeben. Bis auf einen 15\u2011J\u00e4hrigen, dessen Haftbefehl sp\u00e4ter aufgehoben wurde, befinden sich alle Angeklagten weiterhin in U\u2011Haft. F\u00fcr den Prozess sind Termine bis Mai angesetzt.<\/p>\n<p>Die Festnahme der \u00fcberwiegend sehr jungen Verd\u00e4chtigen hatte bundesweit Debatten \u00fcber eine zunehmende Radikalisierung Jugendlicher ausgel\u00f6st. Sicherheitsbeh\u00f6rden warnten anschlie\u00dfend vor neuen B\u00fcndnissen zwischen etablierten Neonazistrukturen und gewaltbereiten Minderj\u00e4hrigen, beg\u00fcnstigt durch Vernetzungen in sozialen Medien.<\/p>\n<p>jlau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Acht teils minderj\u00e4hrige Mitglieder der \u201eLetzten Verteidigungswelle\u201c sollen Brandanschl\u00e4ge und \u00dcberf\u00e4lle ver\u00fcbt haben. 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