{"id":847850,"date":"2026-03-06T14:44:22","date_gmt":"2026-03-06T14:44:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/847850\/"},"modified":"2026-03-06T14:44:22","modified_gmt":"2026-03-06T14:44:22","slug":"meta-brillen-schicken-private-videos-nach-afrika-leben-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/847850\/","title":{"rendered":"Meta-Brillen schicken private Videos nach Afrika | Leben &#038; Wissen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><b>Und pl\u00f6tzlich landen Ihre privaten Aufnahmen auf einem B\u00fcro-Bildschirm in Kenia! Schwedische Journalisten haben enth\u00fcllt, dass viele Fotos und Videos der neuen Ray-Ban-Brille von Meta offenbar von Mitarbeitern externer Dienstleister in Afrika \u201eausgewertet\u201c werden. Der Meta-Konzern ger\u00e4t in Erkl\u00e4rungsnot. <\/b><\/p>\n<p>Die Journalisten der Zeitungen \u201eG\u00f6teborgs Posten\u201c und \u201eSvenska Dagbladet\u201c sind Zug um Zug der Frage nachgegangen, was genau mit den Aufnahmen passiert, die die schicke Brille macht. Stimmt es also wirklich, dass private Daten privat bleiben? Das Ergebnis der Recherche: Das von den <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/kaufberater\/bild-reporter-testet-die-ki-brille-des-facebook-chefs\/\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"text-link--external text-link\" target=\"_blank\">KI-Brillen<\/a> erzeugte Material wird nicht ausschlie\u00dflich automatisiert verarbeitet. Stattdessen erfolgt ein Teil der Auswertung durch Besch\u00e4ftigte externer Daten-Firmen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel beim Unternehmen Sama mit Sitz in Nairobi. Gespr\u00e4che mit Besch\u00e4ftigten verdeutlichen, dass dort h\u00e4ufig private Inhalte auf den Bildschirmen erscheinen, die Nutzerinnen und Nutzer kaum freiwillig weitergeben w\u00fcrden. Genannt werden Aufnahmen aus Badezimmern, intime Szenen, Eingaben von PIN\u2011Nummern an Geldautomaten sowie Bankdaten. Hinzu kommt, dass die Anonymisierung vielfach nicht funktioniert und Gesichter klar zu erkennen bleiben.<\/p>\n<p>KI braucht menschliche Augen zur Schulung<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die manuelle Auswertung liegt in der Funktionsweise k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). F\u00fcr Verbesserungen der KI\u2011Bilderkennung m\u00fcssen Menschen Inhalte markieren und erl\u00e4utern, um die Systeme zu trainieren. Dadurch erhalten die Mitarbeitenden jedoch Einblick in private Lebensbereiche der Nutzer und unbeteiligter Personen, die m\u00f6glicherweise nicht aufgenommen werden m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Mehrere befragte Mitarbeitende schildern eine hohe psychische Belastung durch die t\u00e4glichen Zehn\u2011Stunden\u2011Schichten mit sehr pers\u00f6nlichen Inhalten. Gleichzeitig berichten sie von Existenz\u00e4ngsten, da umfassende Vertraulichkeitsvereinbarungen gelten und Gespr\u00e4che mit Au\u00dfenstehenden zum Verlust des Arbeitsplatzes f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Im Jahr 2023 gab es vor den Sama-B\u00fcros in Nairobi Demonstrationen wegen nicht gezahlter Geh\u00e4lter\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/5cca938885f367ce44f01b3fdc4d4a70,44890fd8.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Im Jahr 2023 gab es vor den Sama-B\u00fcros in Nairobi Demonstrationen wegen nicht gezahlter Geh\u00e4lter<\/p>\n<p>Foto: EPA-EFE<\/p>\n<p>Keine Aufkl\u00e4rung im Gesch\u00e4ft<\/p>\n<p>Die Inhalte werfen die Frage auf, inwieweit die Nutzer der Verarbeitung bewusst zugestimmt haben oder ob eine unzureichende Aufkl\u00e4rung \u00fcber Datenschutz stattgefunden hat. Die Journalisten f\u00fchrten Testk\u00e4ufe bei den schwedischen Ketten Synoptik und Synsam sowie bei unabh\u00e4ngigen H\u00e4ndlern durch. Teilweise erhielten sie die Auskunft, alle Daten w\u00fcrden lokal auf den Ger\u00e4ten gespeichert, obwohl die KI\u2011Funktion zwingend eine Internetverbindung und Serververarbeitung voraussetzt.<\/p>\n<p>Hinweise zur Datennutzung finden sich in den Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen (AGB). Die Nutzer stimmen der automatisierten und der menschlichen Auswertung der Inhalte zu, sofern sie die KI\u2011Funktionen verwenden. Aus den AGB geht jedoch nicht hervor, wie lange Daten gespeichert werden oder mit wem sie geteilt werden. Eine Nutzung ohne Zustimmung zu den Bedingungen ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Gleicher Datenschutz wie in der EU?<\/p>\n<p>Datenschutzexperten kritisieren mangelnde Transparenz dar\u00fcber, wann Kameras aktiv sind und wie Inhalte weiterverarbeitet werden. Meta verweist auf die eigenen Datenschutzrichtlinien und betont, die Verarbeitung sei datenschutzkonform. Ein europ\u00e4ischer Vertreter des Unternehmens erkl\u00e4rte, der Standort der Datenverarbeitung sei gem\u00e4\u00df Datenschutz\u2011Grundverordnung zweitrangig, solange ein gleichwertiges Schutzniveau bestehe. F\u00fcr Kenia besteht jedoch bislang keine EU\u2011Anerkennung eines angemessenen Datenschutzniveaus, weshalb Meta vertragliche und rechtliche Schutzma\u00dfnahmen sicherstellen muss.<\/p>\n<p>Der zentrale Kritikpunkt bleibt der Widerspruch zwischen der Vermarktung der Brille als Alltagsger\u00e4t und der Tatsache, dass in Kenia Besch\u00e4ftigte private Aufnahmen aus Wohnungen und Badezimmern auswerten. <\/p>\n<p>Das sagt Meta zu den Recherchen<\/p>\n<p>COMPUTER BILD hat bei Meta um eine Stellungnahme gebeten. Sie erreichte uns in englischer Sprache und wurde von uns \u00fcbersetzt. Darin hei\u00dft es: \u201eMit Ray-Ban Meta-Brillen k\u00f6nnen Sie mithilfe von KI und ohne Einsatz Ihrer H\u00e4nde Fragen zu Ihrer Umgebung beantworten. Sofern Nutzer die von ihnen aufgenommenen Medien nicht f\u00fcr Meta oder andere freigeben, verbleiben diese Medien auf dem Ger\u00e4t des Nutzers. Wenn Nutzer Inhalte mit Meta AI teilen, beauftragen wir manchmal externe Dienstleister mit der \u00dcberpr\u00fcfung dieser Daten, um die Nutzererfahrung zu verbessern, wie es auch viele andere Unternehmen tun. Wir ergreifen Ma\u00dfnahmen, um diese Daten zu filtern, um die Privatsph\u00e4re der Menschen zu sch\u00fctzen und zu verhindern, dass personenbezogene Daten \u00fcberpr\u00fcft werden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Und pl\u00f6tzlich landen Ihre privaten Aufnahmen auf einem B\u00fcro-Bildschirm in Kenia! 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